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Spiel-Fakten:

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Genre: Strategie
Erscheinungsjahr:
2017 / 2018 (deutsche Ausgabe)
Verlag: Galakta /
Asmodee  ..i..
Autoren: Michal Oracz,
Jakub Wisniewski
Grafik:
Paweł Niziołek,
Michał Oracz
Spieleranzahl:
1 bis 6
Alter: ab 18 Jahren
Spieldauer: 45 bis 120 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
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This War of Mine
...

Kriegsbedingter Kontrollverlust

Basierend auf dem gleichnamigen Computerspiel, nimmt euch auch die Brettspiel-Version mit in eine düstere Umgebung des Krieges. Ihr harrt in einem zerstörten Haus der Stadt aus und kämpft im Alltag ums Überleben!
 
 
Der Spielaufbau ist relativ leicht, da man drei Charaktere zieht und diese mit Hungermarker ausstattet. Alle Spielkarten werden nach ihrer Rückseite sortiert und entsprechend auf die dafür vorgesehenen Felder gelegt.



Die Regeln werde ich nun bewusst nicht ausführlich erklären, da man während des Spiels das sogenannte "Tagebuch" Schritt für Schritt abhandelt. Zudem sind Regeln im Skript geschrieben, welche die Spieler erst nach und nach offenbart bekommen sollen. Damit diese Rezension spoilerfrei bleibt, werde ich also nur auf die Grundmechanismen eingehen.

Gespielt wird stets in mehreren Phasen, die einem Tagesablauf gleichen, den wir als Überlebende des Krieges in der zerstörten Stadt absolvieren.

Morgen:
Die oberste Karte des Ereignisstapels wird gezogen und abgehandelt.


Jeder Charakter ist individuell, hat bestimmte Stärken und Eigenschaften.

Tagesaktionen:
Jeder Charakter hat bis zu drei Aktionen. Hat ein Charakter jedoch Statusmarker, können bestimmte Aktionen nicht zur Verfügung stehen. Zu Beginn der Aktionen platziert man die Charaktere auf dem entsprechenden Aktionsfeld, wobei mehrere Charaktere nicht (bis auf zwei Ausnahmen) auf dem selben Feld stehen dürfen.

Um die Aktionen der Felder von Konstruktions- oder Unterschlupfkarten nutzen zu können, legt man entsprechend benötigte Ressourcen ab, dreht ggf. die Karte um, führt die Rückseite dieser Karte aus und nimmt sich danach ggf. neue Marker.

Um eine verschlossene Tür zu öffnen, muss man einen Würfel werfen.


Ideen: Solche Konstruktionen kann man sich beliebig aus den Stapel heraussuchen und bauen, wenn man entsprechende Ressourcen hat. Sie können einem das Leben etwas erleichtern.

Sonnenuntergang:
Während die Sonne untergeht, müssen wir jedem Charakter ernähren (Essen und Trinken). Kann ein Charakter nicht trinken, würfelt man, ob dieser hungriger wird oder seine Traurigkeit steigt. Je nachdem, was wir essen, verringern wir den Hunger um einen gewissen Wert.



Abend:
Am Abend muss jedem Charakter eine Aufgabe zugeteilt werden.
- Im Bett schlafen (Erschöpfung des Charakters auf 0)
- Auf dem Boden schlafen (Erschöpfung sinkt um 2)
- Wachestehen (Der Unterschlupf wird nachts besser beschützt, jedoch steigt die Erschöpfung der Charaktere hier um 1).
- Plündern (in der Plünderphase erbeutet man ggf. neue Ressourcen. Die Erschöpfung steigt hier um 1).

Plündern:
Sobald man plündern geht, wählt man einen der drei Orte und beachtet ggf. gesonderte Regeln des gewählten Ortes. Wenn man Waffen und/oder Werkzeuge im Lager hat, darf man seine Truppe nun mit diesen ausstatten.



Nun zieht man zehn bis 14 Erkundungskarten (je nach dem gewählten Ort) und handelt diese nacheinander ab. So kann man Gegenstände etc. finden, anderen Personen begegnen oder generell ein Ereignis auslösen.

Dabei geben die Erkundungskarten auch immer an, ob gewisser Lärm entsteht. Sind wir zu laut gewesen, wird die oberste Begegnung abgehandelt.

Am Ende der Plünderung muss man sich entscheiden was man von den gefundenen Sachen (und auch von den mitgebrachten Gegenständen wie z.B. Waffen) mit in den Unterschlupf nimmt und was man zurücklässt. Charaktere können nämlich unterschiedlich viel tragen, und auch die Gegenstände wiegen unterschiedlich viel.



Nächtlicher Überfall:
Bei dem nächtlichen Überfall zieht man eine gleichnamige Karte. Es werden so viele Ressourcen gestohlen, wie angegeben. Waffen, die ein Charakter gerade bei sich hat, können nicht gestohlen werden.



Waffen können einem dabei helfen, dass weniger Ressourcen gestohlen werden. Je nach Waffe werden verschiedene Würfel geworfen, sodass es z.B. effizienter ist, eine Schusswaffe anstatt eine Nahkampfwaffe zu nehmen. Je nach Stärke eines Charakters kann man auch einen Wurf wiederholen, muss dann aber den letzten Wurf akzeptieren.

Nun werden noch neue Karten in den "Nächtlicher Überfall / Begegnung"-Stapel eingemischt, sodass die Gefahr steigt.


Je nach Status eines Charakters können bestimmte Aktionen nicht mehr genutzt werden. Welche das sind, geben die schwarzen Punkte an.

Sonnenaufgang:
In dieser Phase kann man, falls vorhanden, Charaktere mit Medikamenten etc. versorgen, sodass Krankheiten / Verletzungen reduziert werden. Das gleiche gilt für Alkohol und die Traurigkeit.

Nun wird noch eine Schicksalskarte gezogen und abgehandelt. Danach werden zwei Erzählaktionskarten gezogen und eine beliebige davon abgehandelt. Zu guter letzt wird geschaut, ob ein Charakter verstorben ist, und durch einen Würfel wird entschieden, wie die Gruppe darauf reagiert.



Speichern:
Auf diesem Block kann man seinen Fortschritt festhalten, um später weiter zu spielen.

Alle weiteren Spielelemente (auch die Siegbedingungen) nenne ich an dieser Stelle nicht, um den eigenen Erleben des Spieles nicht vorzugreifen. [mha]
 
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  PLUS:
P
hoher Wiederspielwert
sehr thematisch
ENDE
  MINUS:
MINUS:
viel Administration nötig
im Grunde ein reines Solospiel
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Manuel: Zunächst möchte ich anmerken, dass auch dieses Fazit keinerlei Spoiler enthält, sodass ihr beruhigt weiterlesen könnt.

"This War of Mine" ist ein Spiel, bei dem die Meinungen und das Spielerlebnis nicht weiter auseinander gehen könnten. Doch dazu später mehr.

Schön ist, dass man eigentlich sofort losspielen kann. Man nimmt sich das "Tagebuch" baut das Spiel auf und folgt den einzelnen Punkten nacheinander. So wird jede Runde dieses Spiels durchlaufen. Damit die Spieler allerdings immer neue Wendungen erhalten, sind im Skript auch noch FAQ und Regeln enthalten. Einerseits ist es schön, dass das Regelwerk ausgebaut wird, wenn man es erst benötigt, allerdings kann man das auch als eher störend empfinden. Hauptproblem ist das Nachschlagen einer Regel. Dies kann man nämlich dann nicht immer "mal eben schnell" machen, da die Regeln halt im Skript versteckt sind und man später oftmals nicht mehr genau weiß, wo man nachzublättern hat. Hinzu kommt, dass die ersten zwei Partien dadurch doch eher zäh sind, da man immer wieder unterbrochen wird, um neue Regeln zu lernen, andererseits ergibt sich daraus halt ein spannender Legacy-Effekt.

Wer "This War of Mine" häufiger spielt, lernt dazu. Nicht nur, dass man das Spiel später schneller spielt, da man die Regeln schon kennt, man weiß auch besser, welche Aktion welche Reaktion hervorruft. Allerdings gehen auch hier wieder im Umkehrschluss teilweise Überraschungseffekte verloren.

Angegeben ist das Spiel für einen bis sechs Spieler, dies finde ich allerdings fragwürdig. Man könnte es auch mit bis 20 Spielern spielen, macht aber genauso wenig Sinn, als wenn man zu viert spielt... Es handelt sich um ein rein kooperatives Spiel, bei dem kein Spieler einem Charakter oder sonstiges zugeordnet wird, sodass man sich auch mit keinem so richtig identifiziert. Alle Entscheidungen werden zusammen getroffen, der "Mehrspielerwert" besteht darin, dass das Tagebuch zwischendurch den Befehl gibt: "Nächster Spieler!", wodurch dann dieser das endgültige Wort hätte.

Der Erfahrung nach spielt man dieses Spiel maximal mit zwei oder drei Spielern, wobei mir das Solospiel sogar am besten gefiel.

Das Material des Spiels hat eine gute Qualität, welches es auch haben muss, da die Karten ohne Ende hin- und hergedreht werden. Die Pappmarker sind ausreichend dick und die Plastikfiguren und Ressourcen können sich auch sehen lassen. Zudem ist die Farbgebung der Karten und des Spielbrettes passend zu dem Thema dieses Spiels eher traurig und dunkel.

Ach ja, das Thema, worum geht es hier eigentlich? Bei diesem Spiel spielen wir einen oder mehrere Überlebende eines Krieges und begleiten diese Personen durch ihren Alltag. Angefangen davon, dass wir uns in einem Haus verschanzt haben und dieses wieder bewohnbarer machen, uns gegen Fremde verteidigen, jedoch auch selber plündern gehen, um zu überleben. Dabei müssen wir mit unseren sehr knappen Ressourcen wirtschaften und uns immer wieder einem Kontrollverlust hingeben. Dies ist dann auch eine echte Besonderheit dieses Spiels. Man hat eigentlich nie wirklich ein Erfolgserlebnis. Es passiert zu 95% etwas Schlechtes und man freut sich nur darüber, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist. Das muss man abkönnen, thematisch passt das aber alles bestens.

"This War of Mine" ist dabei ein eher ruhiges Spiel, welches durch die Geschichte lebt. Die Mechanik besteht eigentlich nur daraus, dass man das Tagebuch Punkt für Punkt abhandelt und dabei immer wieder Karten umdreht, sich Passagen im Skript durchliest und Entscheidungen fällt, wodurch man im Skript weiterblättert, liest oder Karten umdreht. Die Mechanik des Spiels ist mit Aufwand verbunden. In der Regel fängt man im Tagebuch an, welches dann auf eine Karte auf dem Spielbrett verweist, diese verweist dann auf eine von 1947 Abschnitten im Skript und diese wieder auf das Tagebuch, eine Karte oder einen anderen Abschnitt. Dabei sind dort Texte abgedruckt, um die Geschichte weiter voranzutreiben.

Und hier ist für mich persönlich ein Knackpunkt, den aber viele andere nicht haben: Ich kann mich nicht so gut in eine solche Geschichte hineinversetzen. Für viele Spieler macht dieses Spiel aus, dass man die Geschichte wirklich erlebt und Entscheidungen treffen muss, die man sonst nicht treffen möchte. Ich bin nun leider eher der Typ, der einfach in dem Spiel weiterkommen möchte und dem es dann, gelinde gesagt, "egal" ist, ob ich gerade jemanden überfalle und was nun mit der Person danach passiert.

Apropos Weiterkommen: Das Spiel kann man abspeichern, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt weiterspielen möchte. Dazu liegen einige wenige Zettel bei (die man sich aber auch drucken kann). Dazu werden die offenliegenden Karten in die jeweiligen Kästchens des Speicherblockes hineingeschrieben, sodass man weiß, was wo lag. Zu dem Spiel gibt es auch eine App die sehr zu empfehlen ist, leider ist diese bislang nur auf Englisch verfügbar.

Fazit: Ich möchte dieses Spiel eigentlich nur als reines Solo-Spiel empfehlen. Spielt ihr mit mehreren Leuten, so dient das dazu, die Story gemeinsam zu erleben, spielerisch ändert sich dadurch nichts - im Gegenteil: Spielen zu viele Spieler mit, wird das Spiel durch Diskussionen eher ausgebremst. Zudem geht meine Empfehlung vor allem an die Personen, die sich gut in eine solche Geschichte hineinversetzen können. Diese Zielgruppe erhält hier eine gut durchdachte, stimmige Story. Ein Langzeitspaß ist dabei natürlich vorhanden. Zu einem gibt es genügend verschiedene Charaktere, zum anderen zieht man auch immer andere Karten und kann sich anders im Skript entscheiden, sodass keine Partie der anderen gleicht und jedes Mal eine neue (traurige) Geschichte geschrieben wird.

Ich selber empfinde das Spiel als Solospiel durchaus gut (7 Punkte), mit mehreren Spieler aber nicht besser. Für die zuvor beschriebene Zielgruppe, die mehr in die Geschichte eintauchen kann, sind dann auch sehr gute 8 Kultpunkte drin.
.
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 

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