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Spiel-Fakten:

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Genre: Strategie, Familie
Erscheinungsjahr:
2020
Verlag:
ThunderGryph Games
Autoren: Francesco Testini, Pierluca Zizzi
Grafik: Mateusz Mizak
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 40-60 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
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Tang Garden
...
Balsam für das Auge

China in der Tang-Dynastie. Der Kaiser hat beschlossen: Ein neuer Garten muss her. Nicht irgendein Garten, nein, ein wahrlich majestätischer, mit dessen Anlegung ihr beauftragt seid.
 


 
 
Jeder Spieler erhält eine Spielertafel mit drei Fortschrittsleisten, dazu vier Laternen-Chips und einen Startcharakter mit individueller Fähigkeit / Wertung und Miniatur. Der Charakter liefert einen ersten Schritt auf einer der drei Leisten.



Das große Startplättchen wird auf den Spielplan gelegt, bestimmte Felder werden, wie in der Anleitung vorgegeben, mit Landschaftsmarkern belegt. Es werden vier verdeckte Stapel mit Gartenplättchen gebildet (nach der Rückseite sortiert), das jeweils oberste Plättchen wird aufgedeckt. An jeder der vier Spielplanseiten wird eine erste kleine Landschaftstafel in einen freien Schlitz gesteckt. An jeder Spielplanseite ist Platz für insgesamt drei kleine und zwei große dieser senkrecht stehenden Tafeln, die den Horizont des Gartens bilden.



Gespielt wird reihum. Wer am Zug ist, hat die Wahl aus zwei Optionen:
(A) Ein neues Gartenplättchen legen ODER
(B) Eine Dekoration hinzufügen.

(A) Ein neues Gartenplättchen legen
Der Spieler wählt eines der Gartenplättchen aus und legt es angrenzend zu einem bereits liegenden Plättchen (bei Spielbeginn angrenzend an das Startplättchen) auf den Spielplan. Angrenzend bedeutet eine gemeinsame Kante, waagrecht oder senkrecht. Dabei müssen die Landschaften an angrenzenden Kanten passend fortgesetzt werden:
- Für jede Übereinstimmung des neuen Plättchens an Grünanlagen erhält der Spieler einen Schritt auf der grünen Leiste seiner Tafel.
- Für jede Übereinstimmung an Felslandschaft erhält der Spieler einen Schritt auf der gelben Leiste.
- Für jede Übereinstimmung an Wasserlandschaft erhält der Spieler einen Schritt auf der blauen Leiste.
- Für jede Übereinstimmung an grauen Wegen erhält der Spieler eine Münze = einen Punkt (Münzen stehen in diesem Spiel für Siegpunkte).



Natürlich können Übereinstimmungen beliebig kombiniert auftreten, wenn das neue Plättchen an gleich mehrere Kanten anderer Plättchen angrenzt.
- Zwei Wege liefern dabei zwei Münzen, alternativ einen Schritt auf einer beliebigen Leiste.
- Wird eine Landschaft abgeschlossen, sodass kein Plättchen sie mehr fortsetzen kann, erhält der Spieler einen Bonusschritt auf der entsprechenden Leiste.
- Mauern dürfen an jede Landschaftsart angelegt werden und können Gebiete ebenfalls abschließen.



Liegen am Ende des Zuges weniger als zwei Gartenplättchen offen aus, wird von jedem verdeckten Stapel wieder ein Plättchen aufgedeckt.

(B) Eine Dekoration hinzufügen:
Der Spieler zieht so viele Deko-Karten vom gut gemischten Stapel, wie es der Anzahl der gerade verdeckten Stapel an Gartenplättchen entspricht plus 2. Aus dieser Auswahl wählt der Spieler eine Dekoration, die er dann auf ein passendes Feld bereits ausliegender Gartenplättchen legt / stellt. Ist kein passendes Symbol auf den ausliegenden Plättchen vorhanden, kann diese Dekoration nicht platziert werden.



Die Karte einer hinzugefügten Dekoration behält der Spieler vor sich; am Spielende bringen diese Karten für das Platzieren der Dekos Punkte:
- Der Spieler, der die meisten Pavillons gebaut hat, erhält 12, der mit den zweitmeisten Pavillons 6 Punkte.
- Jede Brücke bringt 2 Punkte.
- Jedes Set aus Fisch und Vogel bzw. der beiden Blumenarten bringt 6 Punkte.
- Jede verschiedene Baumart (es gibt fünf) bringt Punkte, maximal 25.



Das Spielertableau liefert dem Spieler Münzen, sobald ein Würfel auf ein Feld mit Münzsymbol gezogen wird (maximal 21 Münzen können so verdient werden). Außerdem erhält der Spieler jedes Mal, wenn alle 3 Fortschrittswürfel das nächste Charakter-Symbol erreicht haben, einen neuen Charakter. Allerdings darf ein Spieler immer nur eine Miniatur aktiv vor sich stehen haben. Nur ein Charakter mit Miniatur aktiviert dessen Spezialfähigkeit.



Erhält ein Spieler also einen neuen Charakter, muss er eine Miniatur auf den Spielplan versetzen (rundes Einsetzfeld) und auch die Blickrichtung des Charakters bestimmen. Jeder Charakter bringt am Spielende Punkte für bestimmte Symbole auf den Landschaftstafeln bzw. ausliegenden Gartenplättchen in seiner Blickrichtung.



Eine Landschaftstafel wird immer dann platziert, wenn ein Spieler ein Gartenplättchen auf einem Feld platziert, auf dem ein Landschaftsmarker liegt. Entsprechend des Markers platziert der Spieler dann eine neue kleine oder große Tafel an einer beliebigen Spielplanseite mit freiem Schlitz.



Zusätzlich stehen jedem Spieler noch vier Spezialplättchen (Laternen) zur Verfügung. So ein Chip kann auf die Rückseite gedreht werden, um eine Aktion zu verbessern. Ein inaktiver Chip kann mit drei gleichen Landschaftsmarkern wieder reaktiviert werden. Diese Chips liefern folgende Vorteile:
- Der Spieler darf gleich zwei Gartenplättchen platzieren.
- Der Spieler darf gleich zwei Dekorationen platzieren.
- Der Spieler darf die Position einer von ihm bereits eingesetzten Charakter-Miniatur im Nachhinein verändern (Blickrichtung und / oder Feld).
- Der Spieler darf beim Platzieren einer neuen Landschaftstafel aus allen verfügbaren eine auswählen, anstatt nur aus den sonst üblichen zwei Tafeln, die offen als Angebot ausliegen. Gleiches gilt für das Aussuchen eines neuen Charakters.



Ist ein Stapel mit Gartenplättchen leergespielt oder liegen nur noch drei oder weniger Landschaftsmarker auf dem Spielplan, endet das Spiel. Bei der Schlusswertung erhält jeder Spieler Punkte für gesammelte Dekokarten, für im Spiel gesammelte Münzen, für jede Dekoration in Blickrichtung eines eingesetzten Charakters sowie für die individuelle Charakterwertung. Sämtliche Punkte werden immer in Form von Münzen ausgezahlt. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.



Das Spiel beinhaltet auch eine Solo-Variante. [ih]

Hinweis: Das Spiel liegt (Stand: Juli 2020) in englischer Sprache vor; das betrifft allerdings nur die Anleitung und die Beschreibung der Charaktere. Das Spielmaterial ist sprachneutral. Eine deutsche Version ist geplant.
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    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
sieht phänomenal aus
schöne Mischung aus Legespiel
   und Set Collecting
löst eine beruhigende Wirkung aus
ENDE
  MINUS:
MINUS:
die Übersicht leidet unter dem
   tollen 3D-Material
recht hoher Glücksfaktor
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Ingo: Wow, wow, wow, wenn es einen Preis für das wohl hübscheste Spiel im Jahr 2020 gäbe - "Tang Garden" wäre wohl bislang meine klare Nummer 1. Das Spielmaterial sieht absolut fantastisch aus, rein von der Optik sind das glatte 10 Punkte. Doch Schönheit hat ihren Preis. "Overproduced", also "überproduziert", solche Reaktionen entstehen oft, wenn das Spielmaterial das Spiel zu bestimmen scheint. Ich würde dem nicht folgen wollen, da ich immer noch der Meinung bin: Wenn Ästhetik möglich ist, dann bin dankbar dafür. Aber die Kritiker haben generell Recht. Kleiner Papp-Pavillons und -Brücken hätten den gleichen Zweck erfüllt. So sieht natürlich alles majestätischer aus.

Nun seht ihr bereits an der Wertung oben, dass ich die Ausstattung dann doch auf 6 Punkte heruntergestuft habe. Woran liegt das? Kurz und knapp: Was schön aussieht, ist nicht immer funktionell. Das beweist "Tang Garden" auf jeden Fall. Während man sich nach ein, zwei Partien langsam an die zunächst etwas schwierige Ikonografie und die auf den ersten Blick schwer auseinanderzuhaltenen Einsetzsymbole auf den Gartenplättchen und die Schwarz-/Weiß-Symbole der Landschaftstafeln gewöhnt hat (anfangs kann das tatsächlich überfordern), bleibt ein Problem auch in Folgepartien bestehen: Das 3D-Material verdeckt einem die Sicht. Und gerade die ist bei "Tang Garden" wichtig. Sowohl die großen Pavillons, die Bäume, als auch die senkrecht stehenden Landschaftstafeln, alles führt immer immer wieder dazu, dass man seinen Sitzplatz verlassen muss und teilweise im Stehen spielt, um alles sehen zu können, was wichtig ist. In der Tat wurde hier die Funktionalität zugunsten eines Eyecatcher-Antlitzes "geopfert". Das ist also etwas, worauf man sich schon mal einstellen sollte. Das Spiel wird dadurch jetzt glücklicherweise nicht völlig unspielbar, aber es ist eben mit etwas mehr Umstand verbunden - das kann man nicht leugnen. Eine gute Beleuchtung des Spieltisches ist unerlässlich, denn mache Symbole gehen in den tollen Illustrationen sonst unter.

Doch nun zum Spielerischen: Die Spielidee gefällt mir sehr gut. Ich mag Legespiele wie "Carcassonne", und so fühlt sich "Tang Garden" zunächst auch erst einmal an, wenn es um die Ausbreitung der Gartenplättchen geht. Belohnungen gibt es hier direkt beim Legen in Form von Schritten auf den Fortschrittsleisten, und da gleichmäßiges Voranschreiten belohnt wird, werden auch die verschiedenen Landschaftsarten auf den Plättchen gut durchgemischt.

So richtig Punkte macht man dann aber erst durch das zweite Hauptelement des Spiels, die Dekorationskarten. Die werden zufällig gezogen und unterliegen einem nicht geringen Glücksfaktor. Nicht immer erhalte ich das, was gerade perfekt zu meinen Plänen passt. Ich muss also mehr optimieren, statt langfristigen Strategien zu folgen. Das ist für mich allerdings kein zwingend negativer Aspekt. In unseren Testrunden gab es Spieler, die der Glückseinfluss störte, anderen machte das nichts aus. Ich selber habe eine lockere Einstellung zu Glücksmomenten in Spielen dieser Art, "Carcassonne" ist noch heute ein großer Erfolg, und das schon immer mit einem gehörigen Glücksfaktor beim Ziehen der Plättchen. Hier solltet ihr also selbst entscheiden, ob euch so etwas beim Spielen stört oder ob ihr zu denen gehört, die einfach mit dem Gegebenen klarkommen und ihre Herausforderung darin sehen, daraus das Beste zu machen. Die Laternenplättchen helfen einem zudem, das Glück in die eigene Richtung zu lenken. Diese Plättchen sollten nicht unterschätzt werden!

Das Element, sich stets nur für einen aktiven Charakter entscheiden zu müssen, der einem dann keine Punkte, dafür aber einen Vorteil im Spiel liefert, gefällt mir gut. Während die Wertungen für die einzelnen Dekorationen noch einfach zu verstehen sind, muss man bei den Charaktern schon genauer planen, an welcher Stelle man eine Miniatur am effizientesten einsetzt, zumal auch noch die Blickrichtung von entscheidender Bedeutung ist. Tipp: Hebt euch das Laternenplättchen, das euch erlaubt, eure Miniatur noch einmal umzusetzen, auf jeden Fall möglichst lange auf, das kann sehr wichtig werden, wenn ihr diese Punkte abgreifen wollt. Macht bei den Dekorationen bitte auch nicht den Anfängerfehler, sie zu schnell platzieren zu wollen. Schnell bemerkt man, dass noch gar nicht genügend Einsetzfelder vorhanden sind oder dass man mit manchen platzierten Objekten am Ende eher den Mitspielern geholfen hat.

"Tang Garden" spielt sich ruhig, ja, für mich sogar irgendwie mit "beruhigender Wirkung". Es ist wohl eines der Spiele, die zwar ihre offensichtlichen Schwächen haben, mir dies aber beim Spielen gar nicht so viel ausmacht. Vielleicht liegt es an den insgesamt simplen Regeln, die dennoch taktische Überlegungen einfordern, vielleicht liegt es dann aber doch auch einfach am herausragenden Material, dass ich jedes Mal erneut Spaß habe, einen neuen Garten entstehen zu lassen. Und, anders als in anderen Spielen, entsteht hier ja tatsächlich wirklich eine Szenerie, die man als Belohnung fürs Auge ansehen kann, je weiter man voranschreitet. Man hat etwas geschafft, und das sieht man!

An wen richtet sich das Spiel? An alle, die Legespiele mögen, aber noch eine Schippe zu den üblichen Vertretern drauflegen wollen. So fällt "Tang Garden" in die Kategorie "gehobenes Familienspiel" oder auch schon "Kennerspiel". Ich kann dabei die angebrachte Kritik meiner Mitspieler an dem Spiel verstehen; die Schwachstellen sind ja auch offensichtlich erkennbar, dennoch übt "Tang Garden" insgesamt auf mich einen unterschwelligen Spielreiz aus, der mich dem Spiel gute 7 Punkte, nein, sogar bis zu 8 Punkte geben lässt. Einzige Voraussetzung: Die Mitspieler müssen sich auf das Spiel einlassen und nicht nach der ersten Partie entnervt aufgeben, weil sie mit der Symbolik überfordert sind, oder keine Lust haben, sich mal vom bequemen Stuhl zu erheben; es ist also etwas "Mitarbeit" erforderlich. Hätte ich das Spiel nach meiner etwas ernüchternden Erstpartie im Regal verstauben lassen, hätte ich mich im Nachhinein wohl geärgert, denn mit jeder weiteren Partie entstand bei mir mehr Spielspaß. Man könnte das Spiel durch Änderungen am Material definitiv noch leichter zugänglich machen, ja, aber wer sich, wie ich, auch jetzt schon vom Gesamtwerk in den Bann ziehen lässt und sich mit den Widrigkeiten der Übersicht arrangieren kann, der wird, so finde ich, mit einem schönen Spiel belohnt! 

Beachtet bitte auch unser > Video zum Spiel!

Anmerkung zur Ausstattung: Optisch glatte 10 Punkte, leider drückt die Unübersichtlichkeit diese Wertung auf 6 Punkte.
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   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 

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