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Spiel-Fakten:

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Genre: Familie / Taktik
Erscheinungsjahr:

2019 (Kickstarter),
geplant für 2020
Verlag: Tea Time Productions
Autor: Tobias Olsson
Grafik: Crimzon Studio
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 45-90 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
 
   

 

 

 
Ski Tour: Biathlon
...

"Wo ist Behle Björndalen?"

Spannung liegt in der Luft. Tausende stehen an der Rennstrecke. In wenigen Sekunden werden die Fahrer zum letzten Schießen am Schießstand erwartet. Schweden liegt vorne, nur eine Skilänge dahinter Norwegen. Frankreich und Russland kämpfen dahinter um den Anschluss an die Spitzengruppe. Nur wo bleiben die Deutschen? Hat sich unser Athlet beim letzten Sprint zu sehr ausgepowert und ist zurückgefallen? Wird er nochmal nachsetzen können und beim Schießen das Blatt für uns wenden?
 
 
.KICKSTARTER-PREVIEW: Hinweis vorab: Alle hier gezeigten Spielekomponenten befinden sich noch im Prototypen-Stadium und sind nicht final. Das Spiel wird im November 2019 über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter vorfinanziert und dann erst produziert. Das finale Aussehen der Komponenten kann sich also möglicherweise noch ändern.



So funktioniert's:
Bald ist es soweit, und die Ski Tour: Biathlon beginnt! Die Wettkämpfer können es kaum noch abwarten, endlich an den Start gehen zu dürfen. Aber wie es sich für eine ordentliche Biathlon-Rennstrecke gehört, müssen wir diese zunächst mal anlegen, sprich: aus den bis zu 20 Rennstrecken-Feldern aufbauen. Je nach Zeit und Herausforderung kann man dabei diese Strecke kürzer oder länger gestalten und mit bis zu vier Schießständen sowie Anstiegen und Abfahrten garnieren. Sobald sich dann jeder Spieler eine Nation ausgesucht hat und mit dem dazugehörigen Spielmaterial versorgt wurde, kann es auch schon losgehen. Hinter der Startlinie wartet für jeden Spieler ein skifahrender Meeple (liebevoll "Skeeple" genannt) darauf, für seine Nation um die Goldmedaille zu kämpfen.



Jede der Runden gliedert sich dabei in zwei Phasen. In der Vorbereitungsphase würfeln alle Teilnehmer gleichzeitig die Hälfte ihrer maximal zehn verfügbaren Würfel. Alle Würfel, die dann eine 1 bis 4 zeigen, werden von unten nach oben in die korrespondierenden Spalten des eigenen Spielertableaus gelegt. Fünfer wandern immer in die Spalte mit der höchsten Anzahl an Würfeln. Bei jedem Sechser darf man sich entscheiden, ob man den Würfel in die (kürzere) Sprint-Spalte oder aber oberhalb der Spalten 1 bis 4 in die Star-Box legt. Würfel, die nicht nach diesen Regeln platziert werden können, wandern zurück in den persönlichen Würfel-Pool.



Danach geht es dann aber endlich auf die Piste: Der Spieler am Zug muss sich nun für einer seiner Spalten 1 bis 4 entscheiden und nimmt alle Würfel dieser Spalte von seinem Tableau herunter. War diese Spalte komplett gefüllt, nimmt man einen eventuell darüber platzierten Sechser zusätzlich mit. Zudem darf man sich auch noch aus weiteren Spalten des eigenen Tableaus bedienen. Allerdings kostet jede zusätzliche Würfelspalte Ausdauer – und die ist im echten Sport wie auch in diesem Spiel ein kostbares Gut. Neben unseren Spalten für die Würfel haben wir auf unserem Tableau nämlich noch eine Ausdaueranzeige, die aus fünf Spalten besteht. Auf jeder dieser Spalten liegt ein Holz-Herzchen, das von grün (= sehr gut) über gelb und rot bis blau (= ziemlich schlecht) anzeigt, wie es gerade um unsere Kondition bestellt ist. Da man im gesamten Spielverlauf niemals Ausdauer zurückgewinnen kann (ein Biathlet legt sich ja während eines Rennens auch nicht 'ne halbe Stunde auf die Couch), muss man also gut abwägen, ob es sich lohnt für zusätzliche Würfel den Status eines der fünf Herzchen einen Schritt zu verringern.



Manchmal macht genau das aber Sinn, denn in meinem Zug kann ich so viele Felder weit über die Strecke ziehen, wie es der Anzahl der von mir gewählten Würfel entspricht. Zusätzliche Würfel bedeutet daher zwar weniger Ausdauer, dafür aber auch ein schnelleres Vorwärtskommen. Das sind dann allerdings auch die Momente, auf die ein Windschattenfahrer gerne lauert. Denn hält sich auf dem Feld hinter einem Skifahrer zu Beginn des Zuges ein Mitspieler auf, so darf dieser völlig entspannt im Windschatten hinterher fahren – ganz ohne Würfel und Ausdauerkosten. Als vorne liegender Athlet möchte man natürlich ungern die ganzen Verfolger gratis mit über den Parcours ziehen. Um solche Trittbrettfahrer abzuschütteln, bietet sich daher – neben taktisch geschickter Streckennutzung – meist ein Sprint an, denn den dürfen Windschattenfahrer nicht nutzen. Und man kann es sich bereits denken: Sprints sind anstrengend und kosten daher ebenfalls Ausdauer.



An einem Schießstand angekommen haben dann die Skier Pause und das Gewehr übernimmt die Regie. Wie im richten Wettbewerb müssen wir nun auf fünf Zielscheiben schießen, in der Hoffnung möglichst alle zu treffen, um Strafrunden zu vermeiden. In Ski Tour: Biathlon wird dieses Schießen ganz pazifistisch mit Spezialwürfeln abgewickelt. Der Spieler am Zug muss zunächst genau wie auf der Strecke eine oder mehrere Würfelspalten von seinem Tableau nehmen; nur dass er nun nicht pro Würfel ein Feld ziehen, sondern pro Würfel einen Schuss abgeben darf. Wohl dem, der jetzt auf fünf Würfel zurückgreifen kann, damit sich das Schießen nicht über mehrere Runden hinzieht. Für jeden eingesetzten Würfel darf der Spieler nun also einen Spezialwürfel werfen, der dann entweder "Treffer" oder "Fehlschuss" anzeigt.



Und an genau diesem Punkt kommt wieder unsere Ausdauer ins Spiel (die sich, wie wir uns erinnern, einmal ausgegeben nicht mehr regeneriert). Denn die fünf Ausdaueranzeigen auf dem eigenen Tableau beeinflussen direkt das Schießen. Je nachdem, auf welchem Status die jeweiligen Herzen liegen, muss für den Schuss der entsprechend gefärbte Schießwürfel verwendet werden. Der grüne Würfel für hohe Ausdauer hat dabei eine Trefferquote von 5:1, der gelbe bringt noch ein passables Verhältnis von 4:2. Mit dem roten Schießwürfel muss man sich schon auf einen 3:3-Münzwurf einlassen, und mit dem blauen Würfel für die ganz ausgepowerten Athleten schießt man sogar bei einem Seitenverhältnis von 2:4 häufiger daneben als das man trifft. Nach fünf Schuss geht es dann wieder auf die Piste, nicht ohne vorher für eventuelle Fehlschüsse bis zu drei Strafrunden gedreht zu haben.



Wer in diesem Rennen die Boni der eigenen Wachs-Token geschickt einsetzt, der kann der Konkurrenz dabei durchaus das eine oder andere Schnippchen schlagen. Sechs von diesen Token besitzt jedes Team, und einmal eingesetzt sind sie, wie die Ausdauer, futsch. Sie bringen aber attraktive Vorteile wie zusätzliche Schritte, eine Wurf-Wiederholung beim Schießen oder einen kostenlosen Sprint. Timing ist hier entscheidend, denn man darf aus seiner Reihe nur jeweils eines der beiden außenliegenden Token verwenden. Neben dem Zeitpunkt des Einsatzes sollte also schon zu Beginn des Spieles auch die persönliche Anordnung der Token auf dem Tableau gut überlegt sein.



Zug um Zug und Runde um Runde kämpfen die Spieler so um ein Platz auf dem Treppchen, über einfache Streckenabschnitte, schwierige Anstiege (die einen zusätzlichen Würfelpunkt kosten) und rasante Abfahrten (die einem Athleten extra Schwung geben können) sowie zwischendurch immer wieder Schießstände, die mit fortgeschrittenem Spielverlauf und abnehmender Ausdauer immer mehr zu einer Herausforderung werden.



Die Ski Tour: Biathlon gewinnt natürlich, wer als erster die Ziellinie überquert. Die anderen Spieler können dann noch weiterfahren, um die Platzierungen unter sich auszumachen. Der Gewinner kann sich derweil auf dem Siegerpodest im Glanz seiner Goldmedaille sonnen!



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Das Spiel Ski Tour: Biathlon kann vom 12. November 2019 für ca. 4 Wochen über Kickstarter [Link] unterstützt werden.
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    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
spannendes Rennen, das sich auch
   für Gelegenheitsspieler eignet
Übertägt die Spannung eines
   Biathlon-Wettkampfes erstaunlich
   gut auf den Spieltisch
durch variablen Spielaufbau und
   variable Startbedingungen sowohl
   familiär-locker als auch taktisch-
   kompetitiv spielbar
ENDE
  MINUS:
MINUS:
Sportspiele kommen nicht bei
   jedem Spieler gleich gut an
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
André: Zugegebenermaßen stehe ich eigentlich Sport-Adaptionen eher skeptisch gegenüber. Nicht nur, dass mich diese Spiele thematisch nicht so wirklich abholen, meist hapert es auch in der Umsetzung, und manch gute Idee funktioniert zwar mechanisch gut auf dem Spieltisch – es will halt nur nicht die Stimmung wie beim realen Vorbild aufkommen. Sportveranstaltungen leben aber nun mal von den Emotionen der Beteiligten und der Zuschauer, und so ist jede Umsetzung einer Sportart auf ein Brettspiel immer eine Herausforderung für sich.

In ihrem neuen Titel Ski Tour: Biathlon hat sich nun die Crew des schwedischen Verlages Tea Time Productions daran gemacht, den allseits bekannten und beliebten Winterwettbewerb rund um dem Skilanglauf und das Schießen in unsere Wohnzimmer zu holen. Und ich muss sagen: das ist erstaunlich gut gelungen! Motor des Spiels sind die Würfel, die ich in jedem meiner Züge auf die Spalten meines Tableaus verteile. Und in jedem Zug muss ich mich entscheiden, wie viele Würfel ich einsetzen möchte. Nehme ich eine Spalte mit weniger Würfeln und ziehe damit langsamer vorwärts, während ich gleichzeitig vielleicht in einer anderen Spalte Würfel anspare, um im entscheidenden Moment eine Riesenstrecke auf einmal fahren zu können? Oder werfe ich alles in eine Waagschale und gebe so viele Würfel wie möglich aus? Manchmal ist es auch ratsam, eine Spalte mit weniger Würfeln stehen zu lassen, damit man sich damit schnell noch hinter einen anderen Spieler in den Windschatten schleichen und sich danach mitziehen lassen kann.

Und dann die Sache mit der Ausdauer. Zusätzliche Würfelspalten zu nutzen bringt einen weit nach vorne – vor allem in Verbindung mit einem Sprint. Trotzdem will die Ausdauer mit viel Fingerspitzengefühl ausgegeben werden. Je länger die Strecke dauert, desto besser will ein Sprint oder eine Extraspalte überlegt sein, und neben den eignen, taktischen Abwägungen fängt ein gegenseitiges Belauern an: wer gibt wann wieviel von seiner Ausdauer aus? Soll ich jetzt schon kontern? Oder habe ich noch genug Zeit und spare mir meine Energie für den Endspurt, in der Hoffnung, dass meinen Mitstreitern dann mangels Ausdauer buchstäblich die Puste ausgeht? Mit wirklich wenigen Mitteln haben Autor und Redaktion es hier geschafft, die taktischen Entscheidungen während eines Biathlon-Wettbewerbes plastisch auf das Spielgeschehen zu übertragen, ohne dass das Handling zu komplex wird. Die Spieler haben in jedem Zug genügend Entscheidungsmöglichkeiten, während die Würfel die passende Prise Unwägbarkeit reinbringen (und das Spiel mit grübelfreudigen Spielern nicht zu lang werden lassen).

Und dann natürlich das Schießen. Nicht nur in einer Fernsehübertragung sind dies die spannendsten Momente eines Biathlon-Wettkampfes. Wenn plötzlich weit vorne liegende Athleten mehrfach daneben schießen und dann Strafrunden drehen müssen, während andere Wettkämpfer aufholen oder sogar vorbeiziehen. Und wenn jeder Schuss des eigenen Läufers (oder auch der gegnerischen) mit Jubel oder Aufstöhnen quittiert wird. Auch auf dem Spieltisch ist jedes Schießen ein Highlight, und nach den eher ruhigen, taktisch geprägten Laufabschnitten sind die Schießeinlagen der aufregende Kontrapunkt. Auch hier wird gejubelt und aufgestöhnt, geflucht und gelacht, und es soll sogar Spieler geben, die ihre Performance am Schießstand in bester Sportreportermanier mitkommentiert haben. Beim Schießen wird die Reihenfolge noch einmal ordentlich durchgemischt, und nicht immer sind die Spieler mit der besten Ausdauer auch als erste zurück auf der Strecke. Am Spieltisch hatten wir regelmäßig geradezu euphorische Stimmung, wenn ein Spieler hoch ins Risiko gegangen und trotz schlechterer Ausdauerwerte besser geschossen hat als sein Gegenpart mit nahezu unverbrauchter Kondition. Ob solche Husarenritte dann tatsächlich bis über die Ziellinie tragen, steht auf einem anderen Blatt.

Neben den beiden großen taktischen Komponenten "Würfeleinsatz" und "Ausdauer-Haushalt" darf man auch die Wachs-Token nicht ganz außer Acht lassen. Alle sechs für einen Spieler einsetzbaren Token (die sich übrigens von Nation zu Nation leicht unterscheiden) bringen starke Boni, wollen aber klug verwendet werden. Sowohl Zeitpunkt als auch Anordnung auf den Tableau müssen gut bedacht sein, denn es nutzt mir nichts, wenn ich gerade einen Sprint-Bonus bräuchte, dieser aber durch einen Schieß-Bonus blockiert wird, den ich ja nur am Schießstand einsetzen kann.

Alles in allem bietet Ski Tour: Biathlon also vieles, was einen spannenden Sportwettkampf ausmacht, und durch den variablen Aufbau ist jedes Spiel eine neue Herausforderung. Kurze Strecken sind schneller gespielt und zur Einführung oder für die kleine Partie am Feierabend ideal. Längere Strecken und solche mit drei oder vier Schießen sind dagegen eher für Strategen und Taktiker. Außerdem wird allzu verschwenderischer Umgang mit der eigenen Ausdauer auf diesen Strecken eher zu einem Problem, wenn die eigenen Herzchen schon rot oder blau sind, die Ziellinie aber noch fern ist. Obendrein bietet die Spielregel als Option noch an, von Beginn an die Ausdauerherzchen schon auf "gelb" statt "grün" zu stellen, sodass dann auch kürzere Strecken schon recht anspruchsvoll sein können.

Ich für meinen Teil bin über Ski Tour: Biathlon echt positiv überrascht, und auch unsere Spielerunden haben durchweg ihren Spaß an diesem kurzweiligen Wettrennen gehabt. Endlich mal wieder ein Sport-Brettspiel, das die Spannung eines Wettkampfes packend auf den Tisch bringt. Gefällt mir sehr gut!

 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
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Das Spiel Ski Tour: Biathlon kann vom 12. November 2019 für ca. 4 Wochen über Kickstarter [Link] unterstützt werden.
 
 

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