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Spiel-Fakten:

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Genre: Party, Kombinieren
Erscheinungsjahr:
2019
Verlag: Abacusspiele
Autoren: Josep Izquierdo, Marti Lucas
Spieleranzahl:
1 bis 8
Alter: ab 8 Jahren
(besser: ab 12 Jahren)
Spieldauer:
ca. 60 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Initiative 

leer
     
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Sherlock
Tod am 4. Juli / Letzter Aufruf /
Der Fluch des Qhaga

...

Da gibt's noch offene Fragen ...
Die Zentrale ruft mich an.  Schon wieder ein Mord. Warum immer während meines Dienstes? Also auf zum Tatort und nach Hinweisen suchen, die mich zum Täter führen. Hoffentlich sind die Aussagen der Verdächtigen heute zu gebrauchen ...
 
 
Die Sherlock-Spiele bestehen jeweils aus um die 30 Hinweiskarten und einem Faltblatt, auf dem die Spielregel, Fragen zum Fall und die Auflösung mit Abschlusswertung zu finden sind. Auf der obersten Karte des Spiels findet man Hinweise zur Vorbereitung, alle folgenden sind in der unteren rechten Ecke durchnummeriert. Die Karte mit der Nummer 01 wird für alle anwesenden Detektive gut sichtbar in der Tischmitte ausgelegt. Alle anderen Hinweiskarten werden nun gut gemischt. Jeder anwesende Detektiv erhält drei (ab sechs Mitspieler zwei) davon. Alle möglichen Hinweise, die zum Lösen eines Kriminalfalles notwendig sind,  z.B. Abbildungen von Gegenständen, Zeugenaussagen, oder Landkarten sind auf den Hinweiskarten zu finden. Dann wird noch die thematische Einleitung für den Fall vorgelesen und los geht's! 



Ist man an der Reihe, spielt man entweder eine seiner Handkarten in die Tischmitte,  sodass nun der Hinweis für alle sichtbar wird.  Bis dahin darf man sich mit seinen Mitstreitern über alle Informationen austauschen - allerdings nur über die Passagen der Hinweiskarten, die entweder unterstrichen sind oder aussehen, als wären sie mit einer Büroklammer an der Karte befestigt. Über alles andere hat man Stillschweigen zu bewahren, bis die betreffende Karte offen ausgespielt wurde. Ist man der Meinung, dass eine Hinweiskarte nicht für die weitere Lösung des Falles relevant ist, kann diese abgelegt werden. Diese abgelegten Karten kommen nicht wieder ins Spiel – und es darf während der restlichen Partie auch nicht mehr über den Inhalt der abgeworfenen Karte gesprochen werden. Danach zieht man eine Karte nach, und der nächste Spieler ist am Zug.


Um die Rezension spoilerfrei zu halten, haben wir den Text auf den Karten größtenteils verfremdet. Einzig auf der Karte unten rechts sieht man einen kleinen Textteil: Die unterstrichenen Wörter dürfen den anderen Spielern mitgeteilt werden.

Dies geht so lange weiter, bis alle Karten entweder ausgespielt oder abgeworfen wurden.  Nun müssen mindestens sechs Hinweiskarten auf dem Ablagestapel zu finden sein, ansonsten ist das Spiel verloren! Nachdem alle Karten gespielt wurden,  beginnt die Diskussion um den Tathergang und den oder die Täter. Sollte man sich nun noch an die Hinweise von abgelegten Karten erinnern, dürfen diese jetzt auch noch mit diskutiert werden.



Haben sich die Detektive auf einen möglichen Tathergang geeinigt, darf man sich nun den zehn Fragen zum jeweiligen Fall stellen.  Hier wählt man in Multiple-Choice-Manier immer eine aus vier Antworten und schreibt diese auf. Anschließend wird die Lösung des Falles vorgelesen. Der Tathergang wird nun rekonstruiert und die dafür notwendigen Hinweiskarten angegeben.  Danach vergleicht man noch die eigenen Antworten mit der Lösung und erhält für jede richtige Antwort zwei Punkte. Bevor alle Mitwirkenden eine Bewertung über ihre detektivische Fähigkeiten erhalten, wird allerdings noch für jede ausgespielte,  jedoch für den Tathergang laut Spielregel irrelevante Karte, ein Punkt abgezogen. 



Wenn ich mich der Herausforderung stellen möchte, ist "Sherlock" auch in einer Solovariante spielbar. Bei dieser Variante erhalte ich sechs Hinweiskarten und habe bei dem Ausspielen einer Karte drei Möglichkeiten: Ich spiele die ausgewählte Karte aus, lege sie auf den Ablagestapel oder auf einen temporären Ablagestapel. Danach ziehe ich eine Karte nach. Wurden alle Karten gespielt und es wurden mindestens sechs Karten endgültig abgelegt, darf der temporäre Stapel neu gemischt werden. Jetzt ziehe ich eine Karte nach der anderen und entscheide mich, welche Karten noch für den Tathergang relevant sein könnten, (diese werden dann ausgelegt) oder welche endgültig abgeworfen werden. Habe ich mich für einen Tathergang entschieden, geht es, wie auch im Spiel zu mehreren Spielern, mit der Beantwortung der Fragen, der Auflösung und der endgültigen Punktwertung weiter. [nm]

Hinweis: Die Reihe wurde von der "Spiel des Jahres"-Fachjury auf die "Empfehlungsliste 2019" gewählt.
 
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   Raum für eigene Ideen
ENDE
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MINUS:
Punktewertung passt nicht zum Spiel
eer
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Nicole: Bei den "Sherlock"-Spielen aus dem Hause Abacusspiele handelt es sich um sogenannte Deduktionsspiele. Durch logische Schlussfolgerungen versuchen wir uns unbekannte Sachverhalte, die das jeweilige Kartenset betreffen, aufzudecken.

Die Grundregel von "Sherlock" ist bei allen bisher erschienenen Spielen identisch, gut beschrieben und man kommt schnell ins Spiel. Allerdings kann ich, zumindest bei dem Fall "Tod am 4.Juli", die Altersangabe von acht Jahren nicht nachvollziehen. Ohne zu Spoilern ist mir in diesem Fall die nähere Beschreibung des Opfers nicht für diese Altersklasse geeignet. 

Auf der Rückseite der Spieleschachtel findet man Hinweise über die Schwierigkeitsstufe des jeweiligen Falles. So sind der "Letzter Aufruf" und "Der Fluch des Qhaqya" im mittleren und "Tod am 4.Juli" im oberen Schwierigkeitsbereich anzuordnen, wobei es vom Spielgefühl her gleich anzusetzen ist. "Um-die-Ecke-denken" ist auf jeden Fall gut, es ist nicht alles von Beginn an logisch. 

Die Spielidee an sich kam in den verschiedenen Spielrunden sehr gut an. Wir haben es zu zweit, viert und fünft gespielt.  Man muss ehrlich sagen: Je mehr Detektive sich an der Suche nach dem Täter beteiligen, desto besser! Es kommen dadurch, nachdem alle Karten gespielt wurden und die Diskussion über den jeweiligen Fall beginnt, so viele gute Ideen für die Lösung auf den Tisch! Jeder Detektiv legt Hinweise anders aus oder es wird auf Sachverhalte hingewiesen,  die andere vielleicht übersehen. Denn es ist so, dass Hinweise während des Spiels nicht sofort eindeutig sind. Und vielleicht ist ja dann doch mal eine Karte auf dem Ablagestapel gelandet, an dessen Inhalt ich mich gerade erinnere, auf der ein wichtiger Hinweis stand. Es gibt anfangs zu viele Möglichkeiten, wer Täter und was das Tatmotiv sein könnte. Aber gemeinsam kann man es schaffen, den Täter zu identifizieren und auch die Abschlussfragen zu beantworten!

Die Abschlussfragen ... das ist der Teil der Spielregel, der in den verschiedenen Spielrunden nicht so gut angekommen ist:  Selbst wenn man (fast) alle 10 Fragen zum Mörder, Tatmotiv, Tatwaffe, oder ähnliches beantworten kann, kommt dann noch die letzte Wertung. Und die sorgte doch immer wieder für einen üblen Nachgeschmack. Warum wird man "bestraft", wenn man Karten ausgespielt hat, obwohl man - teilweise sogar bis kurz vor Schluss - noch keine Ahnung hat, wer der Mörder ist und warum gemordet wurde?

Denn alle Karten, die nicht für die Lösung relevant sind, werden mit einem Minuspunkt bestraft. Dazu gehören leider auch Karten, die benötigt werden, um Sachverhalte ausschließen zu können. 

Dazu folgendes Beispiel (ohne Bezug zu einem der Fälle): Beim Austausch über die Handkarten stellen wir fest, dass auf zwei Handkarten Obstsorten näher beschrieben werden. Es scheint wichtig zu sein. Beschrieben wird auf der einen Karte eine Orange, die rund ist, die Größe eines Tennisballs hat und orange ist. Auf der anderen Karte wird mit gelb und länglich eine Banane beschrieben.  Im weiteren Spielverlauf erfahren wir auf einer weiteren Karte, dass für die Lösung des Falles eine Obstsorte gesucht wird, die klein und rot ist. Nun wird noch der grüne Apfel ausgespielt und fast zum Ende des Kartenstapels kommt eine Karte ins Spiel, auf der mit klein, rundlich und rot die Kirsche beschrieben wird. Leider ist für das Lösen des Falles das Ausspielen der Karten für die Beschreibung des Apfels, der Orange und der Banane überflüssig.  Daher handelt man sich hier in der Schlusswertung  drei Minuspunkte ein. Ein Ausschlussverfahren ist von der Fallbewertung nicht vorgesehen; man muss sofort die richtigen Karten ausspielen.

Ich finde aus dem beschriebenen Grund die Minuspunkte für ausgespielte Karten, die  laut Spielregel nicht zur Lösung des Falles nötig sind, einfach zu streng. Wie soll ich, wie in meinem Beispiel, Obstsorten ausschließen können, wenn ich nur die gesuchte Obstsorte spielen darf und diese erst mit den letzten Karten ins Spiel kommt? Für ein angenehmeres Spielgefühl wäre es wünschenswert,  wenn eine gewisse Anzahl an nicht benötigte Karten gespielt werden dürfte, ohne dafür bei der Endabrechnung  Minuspunkte zu erhalten. Oder man einigt sich auf eine Hausregel: Nachdem alle Karten gespielt wurden und man sich auf einen Tathergang geeinigt hat, darf man jetzt noch unwichtige Karten aussortieren. Oder man beendet das Spiel einfach nach der Beantwortung der Fragen. 

Im Spiel zu zweit haben wir dann auch einfach mal die Solospiel-Variante  mit dem temporären Ablagestapel ausprobiert. So konnte man zumindest noch einige Karten abwerfen, die für den Tathergang unwichtig waren. Und das kann knapp die Hälfte der Karten des Spiels sein!

Von der Zeit lagen wir, egal ob zu zweit, viert oder fünft, bei guten 60 Minuten. Es kommt hier natürlich auch etwas auf die Diskussionsfreudigkeit der Gruppe an.  Eine zeitliche Begrenzung gibt es bei "Sherlock" jedoch nicht.

Eine kurze Anmerkung: Auf Grund des Titels denkt man natürlich zwangsläufig an Sherlock Holmes. Natürlich sind wir alle Detektive in dem Spiel.  Aber auf den Meisterdetektiv wird bislang nur in "Der Fluch des Qhaqya" kurz hingewiesen. Ansonsten wird nur bei Bewertung Bezug genommen, um das erreichte Ergebnis einzuordnen.  

Wenn ihr die Möglichkeit und Zeit habt, schaut mal einer Gruppe beim Rätseln und Kombinieren zu! Auch wenn man selbst die Lösung kennt, macht es Spaß den Anderen beim Kombinieren zuzuhören! 

Für den Spielspaß bei "Sherlock" möchte ich sehr gute 8 Punkte vergeben, wegen der letzten Punktewertung am Spielende reduzieren sich diese jedoch leider auf 6 Kultpunkte. Hier sollte man regeltechnisch in kommenden neuen Fällen oder neuen Auflagen der ersten drei Fälle bitte noch etwas nachjustieren, um den Spielern kein ungutes Gefühl am Spielende zu geben.
...
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 
     

Ingo: "Sherlock" ist ein spaßiges Krimi-Erlebnis für alle, die gern kommunizieren und ihren Gedanken freien Lauf lassen. Es gibt hier keine konkreten Hinweise, die man als "richtig" oder "falsch" eingrenzen kann. Man muss bei diesem Spiel gut kooperieren und Mutmaßungen anstellen, die sich so zu einem schlüssiligen Ganzen zusammenfügen. Hier ist unbedingt eine passende Spielgruppe nötig. Wer nicht gern diskutiert, wird keinen großen Spaß an "Sherlock" haben. Wenn jedoch alle Spieler ihre Schlussfolgerungen offen mitteilen, ist das, insbesondere in größerer Runde, echt kurzweilig.

Wie auch schon Nicole anmerkte, ist die Wertung am Spielende etwas missglückt. Da ich Minuspunkte für nicht relevante Hinweise in der Tischmitte erhalte, hatten wir die Situation, dass wir den Fall inhaltlich richtig gelöst hatten, uns aber viele Punkte abgezogen wurden, da so mancher Hinweis als "nicht wichtig" eingestuft wird, den wir jedoch als wichtig empfunden haben. So hieß es dann sinngemäß laut Bewertungstabelle, dass unsere Leistung ausbaufähig sein. Na, und das, obwohl wir nahezu alles korrekt rekonstruiert hatten? Das fühlt sich dann schon etwas merkwürdig an. Hier ist die Frage: Sind Ausschlusshinweise nicht ebenso wichtig wie Hinweise, die konkret auf die Tat abzielen? So ist es für die Punktewertung dann am besten, möglichst viele Karten abzuwerfen und sich an sämtliche Informationen zu erinnern, um nicht in die Gefahr zu geraten, eine falsche Karte in die Tischmitte zu spielen ... Das weiß man dann aber der zweiten Partie. Dazu muss man allerdings sagen, dass uns die Wertung im Grunde auch gar nicht als so wichtig erschien. Eigentlich ist es das gemeinsame Lösen des Falles, das hier Spaß bereitet.

Für mich sind das sehr gute 8 Kultpunkte, wobei die Altersangabe "ab 8 Jahren" auch für mich sehr fragwürdig ist, da es doch teilweise um gewalttätige Straftaten geht. Ich würde hier die Altersangabe mindestens (!) auf 12 Jahre erhöhen, was aber nur dem Thema des Falles geschuldet ist. Und auch wenn jeder Fall nur einmal spielbar ist, da man dann die Lösung kennt, kann man die Spiele anschließend gut weiterverschenken, da nichts vom Spielmaterial zerstört wird wie in den vergleichbaren "Exit-"Spielen. Zudem ist jeder einzelne Fall in der kleinen Minischachtel mit rund 7 Euro auch wirklich erschwinglich für 60 Minuten Krimispaß. 
 

 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
 
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