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Spiel-Fakten:

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Genre: Strategie
Erscheinungsjahr:
2017
Verlag: Plaid Hat Games / Asmodee
Autor: J. Arthur Ellis
Grafik:
Fernanda Suárez
Spieleranzahl:
1 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 45 bis 60 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
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Raxxon
...

Zombieapokalypse Now!

Es ist passiert. Es war abzusehen. Die Menschheit wird von einer Seuche überrannt. Die Infizierten verwandeln sich in aggressive humanoide Lebensformen, die darauf sinnen, intaktes menschliches Gewebe zu verspeisen. Gleichzeitig infiziert jeder Biss durch eine infizierte Person die gebissene Person ebenfalls. Kurz gesagt: im Spiel Raxxon herrscht Zombieapokalypse!
 
 
Der Pharmazeutikkonzern Raxxon soll Gerüchten zufolge für den Ausbruch der Seuche verantwortlich sein. Gleichzeitig hat er jedoch umfangreiche Ressourcen zur Bekämpfung derselben zugesichert. Ob da nicht doch irgendein anderer Hintergedanke oder eine Zielvorstellung bei den Konzernbossen Motivation und Triebkraft für die Handlungen ist?!

Das Spiel "Raxxon"
"Raxxon" ist ein rein kooperatives Spiel, gegen das bis zu vier Spielerinnen antreten können. Die Avatare der Teammitglieder versuchen in einer wild durchmischten Menschenmenge gesunde von infizierten Personen zu trennen. Die gesunden Personen müssen in einen sicheren Evakuierungsbereich überführt werden. Werden alle gesunden Personen erfolgreich evakuiert, gewinnen die Spieler das Spiel gemeinsam. Sie verlieren gemeinsam, wenn die Zahl der Infizierten in der Menschenmenge oder der Einfluss des Konzerns Raxxon zu groß wird.



Spielablauf
Der Rundenablauf unterteilt sich grundsätzlich in eine Tagphase (Spielerphase) und eine Abendphase (Brettspielphase).

Zu Spielbeginn wählt jeder Spieler einen Avatar. Es stehen hierfür sechs verschiedene Charaktere zur Verfügung. Allen Charaktere verfügen über sechs Aktionen, die sich in die Kategorien "untersuchen", "evakuieren", "kämpfen", "isolieren", "umsortieren" und "spezial" einteilen lassen. Außerdem verursacht jede Aktion im späteren Tagesverlauf Konsequenzen. Von allen Aktionen ist jedoch nur "untersuchen" von allen Charakteren gleichermaßen möglich. Die übrigen fünf Aktionen haben innerhalb ihrer Kategorien für jeden Charakter einen etwas veränderten Wortlaut und funktionieren daher auch jeweils unterschiedlich. Ebenso unterscheiden sich die Konsequenzen, die durch eine Aktion ausgelöst werden.



Das Spielfeld besteht aus einem Bereich mit Bevölkerungs-/ Personenkarten (die "Menschenmenge"), die verdeckt in einem Raster (je nach Spielerzahl) ausgelegt werden. Unter den Personen befinden sich sowohl infizierte als auch gesunde Individuen (Anzahl variiert je nach Schwierigkeitsstufe). Diese Menschenmenge wird von den Spielerinnen in der Tagphase untersucht, manipuliert und verändert. Außerdem hält ein kleines quadratisches Spielbrett noch Platzhalter für je einen Nachziehstapel für die Bevölkerung, Infizierte aus der Infektionsquelle und Raxxon-Ereigniskarten sowie Ablagebereiche für Bevökerungskarten und ausgelöste/nicht ausgelöste Raxxon-Ereigniskarten bereit.

Auf dem Spielbrett befindet sich ebenfalls die Evakuierungszone, in die gesunde Personen überführt werden müssen und zwei Quarantänebereiche für infizierte Personen. Außerdem wird in einer Zahlenleiste der aktuelle Einfluss von Raxxon festgehalten. Erreicht dieser Wert die Stufe 8, verlieren die Spieler sofort. Muss vom Infektionsquellen-Nachziehstapel gezogen werden, ohne dass dort noch Karten liegen, verlieren die Spieler ebenfalls sofort. Befinden sich alle gesunden Personen in der Evakuierungszone (die Anzahl variiert je nach Schwierigkeitsgrad), gewinnen die Spieler sofort.



Die Tagphase: Was passiert in der ersten Runde?
Reihum können die Spieler ihren Charakter einmal aktivieren. Jeder Charakter kann in seinem Zug eine Aktion ausführen. Dabei stehen dem Charakter generell alle Aktionen auf seinem Charakterbogen zur Verfügung. Der Spieler entscheidet sich für eine Aktion. "Untersuchen" ist immer kostenlos und unbegrenzt verfügbar. Alle anderen Aktionen erfordern das Auflegen eines Aktionsmarkers auf ein freies Feld im jeweiligen Aktionsbereich auf dem Charakterbogen und stehen demnach auch nur begrenzt zur Verfügung. Ist ein Aktionsmarker gelegt, kann die Aktion entsprechend der Beschreibung auf dem Charakterbogen durchgeführt werden. Nachdem alle Spieler ihren Charakter einmal aktiviert haben, geht es ohne Unterbrechung in die nächste Runde.



Was passiert in den folgenden Runden?
Vor der nächsten Aktivierung des eigenen Charakters kann jeder Spieler entscheiden, zu passen und den eigenen Avatar nicht zu aktivieren. Der Zug wird übersprungen, bis alle Spieler einmal gepasst haben.

Entscheidet sich ein Spieler den eigenen Charakter zu aktivieren, so werden zunächst alle Konsequenzen vorheriger Handlungen (Aktionen) ausgelöst. Dazu werden die Symbolfelder (die Symbole stehen natürlich für bestimmte Spielaktionen) über jedem Aktionsmarker auf dem jeweiligen Charakterbogen von oben nach unten abgehandelt. Das kann z.B. sein "eine Raxxon-Karte zu ziehen und gegebenenfalls auszulösen", "Personenkarten der Menschenmenge hinzuzufügen", "Personenkarten in der Menschenmenge umzudrehen" oder "eine Karte vom Infektionsquellenstapel auf den Bevölkerungsablagestapel zu legen".

Anschließend kann der Spieler wie zuvor seine Aktion durchführen.



Die Abendphase: Das Spiel macht böse Dinge
In der Abendphase werden verschiedene Spielelemente verändert und/oder in den Ausgangszustand versetzt. Dabei wird zum Beispiel die alte Menschenmenge entfernt und nach einigen Zwischenschritten eine neue Menschenmenge ausgelegt. Im Rahmen der Zwischenschritte werden alle Karten des Bevölkerungsablagestapels (in dem sich auch neue infizierte Personen / getötete Personen befinden können) in den Bevölkerungsstapel gemischt. Hierdurch wird durch neue infizierte Karten also die Menschenmenge bezüglich der gesunden Personen "verdünnt". Die Aktionsmarker von jedem Spielertableau werden entfernt und schon kann es in die nächste Tagphase gehen.



Die Menschenmenge
Eine häufig durchgeführte Aktion ist das "Untersuchen" der Menschenmenge. Dabei wird nach Spielerwahl eine Karte umgedreht. Die Karte zeigt dann entweder eine infizierte oder gesunde Person. Hierbei gibt es außer bei nett-gesunden Personen eine fiese Besonderheit: Je nach Anzahl der bereits aufgedeckten Karten muss der aktive Spieler möglicherweise eine Zusatzaktion durchführen (z.B. eine weitere Karte umdrehen, eine Karte der Menschenmenge hinzufügen, eine Raxxon-Karte ziehen und abhandeln) oder es wird sogar unfreiwillig die Tagphase beendet und die Abendphase eingeläutet. Generell lässt sich sagen: je mehr Karten eines Kartentyps bereits offen liegen, desto schlechter / negativer ist es für die Spieler, eine weitere Karte dieses Typs aufzudecken. Hier muss dann womöglich erst einmal durch Quarantäneaktionen oder sogar gezielte Tötungen die Menschenmenge von infizierten Individuen "bereinigt" werden.



Und so geht es weiter...
... bis eine der o.g. Bedingungen für Niederlage oder Sieg erfüllt ist. [sw]
 
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  PLUS:
P
schnell zu erlernende Regeln
guter Einsatz von Ikonografien
gutes Solospiel
immer wieder interessantes
   Gemeinschaftspuzzle
Online-Unterstützung
ENDE
  MINUS:
MINUS:
kann repetitiv werden
keine Alpha-Spieler-Gegenmaßnahmen
keine Szenarien im Grundspiel und kein
   Hinweis auf die u.g. Raxxon-Seite im
   Regelheft
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Sebastian: Neu und unverbraucht ist das Zombiethema ja nun wirklich nicht mehr. Etliche Spiele, Filme und Bücher behandeln diese Form Endzeitszenario aus allen denkbaren Perspektiven. Dennoch hebt sich das Spielthema in "Raxxon" insofern etwas von dieser Masse ab, als dass es (meines Wissens) relativ wenige Spiele gibt, die diese frühe Ausbruchsphase einer Zombieapokalypse implementiert haben und in der Spielerinnen aktiv partizipieren. In Kommentaren des boardgamegeek.com liest man häufig, das Spiel sei abstrakt und wenig thematisch. Diese Meinung teile ich jedoch nicht. Das Thema kommt für mich an diversen Stellen im Spielablauf (z.B. in den Spieleraktionen) gut zur Geltung. Zwar gibt es abstrakte / zusammenhanglose Schritte, vor allem in der Nachtphase, die einfach gemacht werden müssen, für mich trübt das jedoch nicht das Spielerlebnis. Es gibt thematisch viel ausgefeiltere Spiele, insbesondere bei diesem speziellen Thema Zombies, ja, "abstrakt" ist "Raxxon" jedoch nicht.

Die Spielbestandteile und Komponenten sind insgesamt recht übersichtlich gehalten. Es gibt fünf verschiedene Bevölkerungstypen (zwei gesunde, drei infizierte), die sich farblich gut unterschieden. Innerhalb jeder Bevölkerungsgruppe gibt es individuelle grafische Personendarstellungen. Fans des Spiels "Winter der Toten", das im gleichen Themenuniversum spielt, werden diese Personen-/ Charakterdarstellungen sofort wiedererkennen. Ikonografien, Kartentexte sind eindeutig und eingängig. Alles wirkt durchdacht und funktioniert tadellos. Auch die Spielanleitung lässt eigentlich keine Fragen offen, zumindest kamen in meinen Testrunden keine Unklarheiten auf, die nicht mit der Spielregel schnell beseitigt werden konnten. Hierdurch stellte sich auch das Erlernen der Regeln als unproblematisch heraus. Zwar ist es zuweilen verwirrend, dass jeder Charakter eigene Aktionen hat, und auch die Spieldynamik will erst nach einigen Tages-Spielphasen verstanden werden, die Regeln im Allgemeinen sind jedoch wirklich eingängig.

Ich empfehle das Spiel "Raxxon" daher Spielgruppen, die schon einige Erfahrung mit variablen Charakterfähigkeiten haben, und für die die korrekte Einhaltung bestimmter Spielphasen keine Probleme mehr bereitet.

Für kooperative Spiele ist es natürlich immer relevant, wie die Spielerinteraktion beschaffen ist. So zeigen einige kooperative Spiele z.B. durch den Einsatz von verdeckten Individualinformationen eine Minimierung des Alpha-Spieler-Problems. Dies beschreibt das Bestreben eines Mitspielers und die spielseitige Handlungsfreiheit für diesen Mitspieler, den anderen Spielern ihre besten Züge zu diktieren. Hier muss ich "Raxxon" leider einige Abzüge geben, da es ohne weiteres auch von einem Spieler und vier Charakteren alleine gespielt werden kann. So können sich neue Spieler in Kombination mit einem erfahrenen Spieler mit Alpha-Spieler-Verhalten sehr schnell überflüssig fühlen. Daher gilt es für Spielkundige in neuen Gruppen, zugunsten des Spielspaßes aller Mitspieler, umso mehr, Fehler zuzulassen und lieber einige Partien zu verlieren. Unter diesen Bedingungen sind allerdings dann auch alle Spieler gleichermaßen kontinuierlich ins Spielgeschehen involviert und müssen keine endlosen Wartezeiten erdulden.

Nach einigen Partien "Raxxon" und Ausprobieren verschiedener Schwierigkeitsgrade wird schnell auffallen, dass der generelle Spielablauf und die Dramaturgie des Spiels häufig recht ähnliche Formen annimmt. Die ersten ein bis zwei Tagphasen werden ein Klacks für die Spieler sein. Danach wird es jedoch zunehmend schwieriger und zum Teil quasi unmöglich die übrigen gesunden Personen zu finden und zu evakuieren. Die zunehmende Beimischung neuer infizierter Personen in den Bevölkerungsstapel (aus dem ja die Menschenmenge gebildet wird) erfordert von den Mitspielerinnen ein zunehmendes Maß an Optimierung ihrer raren Aktionen und eine geschickte Kombination der verschiedenen Charakterfähigkeiten. Wer sich hier aber hineinfuchsen kann, wird großen Spaß am gemeinsamen Lösen des Menschenpuzzles haben.

Wer jedoch nach einigen Spielen berechtigterweise sagt, dass die Partien sich irgendwie doch alle recht gleich anfühlen, der sollte sich einmal über eine kostenlose Anmeldung auf dem Internetportal von Asmodee (https://www.asmodee.net/) Zugang zur eigenen Internetseite zu "Raxxon" (https://www.myraxxon.com/) verschaffen. Hier finden sich nämlich fünf Szenarien, die Spielaufbau und Ablauf in sehr interessanten Varianten verändern. Allerdings sei gesagt: diese Szenarien gibt es bisher (Stand: Sommer 2018) nur in englischer Sprache. Sie lohnen sich aber!

Fazit: Alles in Allem zeigte sich das Spiel "Raxxon" meiner Meinung nach als äußerst solides kooperatives Spiel. Die Möglichkeit der Auswahl verschiedener Charaktere und Schwierigkeitsstufen schaffte in Grenze erwünschte Abwechslung von Partie zu Partie. Dabei ist das Spiel im Schwierigkeitsgrad "Einsteiger" im Gegensatz zu manch anderem kooperativen Spiel (z.B. hust.. hust.. "Ghost Stories".. hust..) sogar für Neueinsteiger gut schaffbar. Jede neue Niveaustufe schafft jedoch auch wirklich neue Herausforderungen und situationsabhängig nötige Strategie-/ Taktikentwicklungen. Die Zusatz-Szenarios waren für mich zudem eine wirkliche Bereicherung des Grundspiels, sind aber eben leider ausschließlich online und in englischer Sprache verfügbar. Hier fände ich eine Szenario-Erweiterung oder eine herunterladbare ausdruckbare Version der Szenarien / modifizierten Raxxon-Karten schöner.

Das Spiel und die Regeln sind eingängig und "Raxxon" daher für spielerfahrene Koop-Neulinge ein guter Einstieg, obwohl es mit der Zeit auch leicht repetitiv wird. Die Altersempfehlung von 14+ bezieht sich bei "Raxxon" meiner Meinung nach daher eher auf das Spielthema als den Spielverlauf. Für Koop-Liebhaber kann ich "Raxxon" aus zuvor genannten Gründen (Szenarios etc.) allerdings auch für einen Blick und die eine oder andere Partie empfehlen. Wie immer möchte ich an dieser Stelle allerdings auch Sam Healey der Dice Tower-Crew zitieren: "Always try before you buy". Selbst die Solo-Variante funktioniert super, und falls mich irgendwann das Bedürfnis überkäme alleine ein Brettspiel zu spielen, fiele meine Wahl aktuell wohl tatsächlich auf "Raxxon".
 
Zusammengefasst ist "Raxxon" für mich also ein nettes Spiel, wenn auch kein revolutionärer Kandidat.

Noch eine Anmerkung am Schluss für Kundige des thematischen Vorfahren "Winter der Toten": Ich habe hier mit Absicht keinen Vergleich zwischen "Raxxon" und "Winter der Toten" ausgeführt. Das liegt daran, dass sich die beiden Spiele - bis auf der geringfügig thematischen Verknüpfung - in jeglicher denkbarer Spielform, Spielmechanik und Komplexität unterscheiden. Es handelt sich um zwei vollkommen unabhängige Spiele, deren Vergleich in meinen Augen absolut unangebracht wäre.

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   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 

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