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Spiel-Fakten:

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Genre: Karten
Erscheinungsjahr:
2018
Verlag:
Ediciones Primigenio
Autoren:
Israel Cendrero, Sheila Santos
Illustration:
Vanessa Gale Ambata
Spieleranzahl:
2 bis 5
Alter:
ab 8 Jahren
Spieldauer: c
a. 30 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     

 

 
Ramen
...

Es ist noch Suppe da!

Heiß, heißer, Ramen. Die in Japan äußerst beliebte und allgegenwärtige Nudelsuppe ist inzwischen auch in europäischen Gefilden immer häufiger anzutreffen. Nahrhaft, würzig und günstig kommt der traditionsreiche Eintopf daher. Und jetzt sollen wir uns daran machen, uns gegen die Konkurrenz am Tisch durchzusetzen und das allerbeste Ramen zu kochen. Hoffentlich verderben zu viele Köche nicht die Suppe!
 
 
"Ramen" ist im Grunde ein einfaches Gericht aus wenigen Zutaten, und so kommt auch das Spiel aus der Feder des spanischen Autorenpaares Israel Cendrero und Sheila Santos mit nur wenigen Karten aus. Herzstück des Spiels sind die Zutatenkarten, die sich gleichmäßig auf die fünf im Spiel befindlichen Zutaten verteilen: Eier (ajitama), Suppe (sūpu), Gemüse (yasai), Fleisch (chāshū) und Nudeln (nūdoru). Von jedem dieser fünf Zutaten gibt es je einmal den Wert 1 bis 9, sodass man auf insgesamt 45 Karten kommt.



Zu Beginn einer Partie erhält jeder Spieler acht zufällige Karten verdeckt auf die Hand. Pro Spieler wird dann noch eine Karte als Warenangebot offen in die Tischmitte gelegt. Bevor es losgehen kann, werden aber noch die fünf Rangfolgekarten, die ebenfalls je eine der fünf Zutaten zeigen, gemischt und ebenfalls offen in einer Reihe in die Tischmitte gelegt und oberhalb mit je einem Tip-Marker im Wert von 7 bis hinunter zu 3 Yen versehen. Diese Rangfolge gibt uns für die nun folgende Partie von links nach rechts an, welche Zutat gerade am wertvollsten ist und welche am günstigsten. So kann es sein, dass die Suppe ganz rechts als wertvollste (und stärkste) "Farbe" gilt und danach absteigend Gemüse, Fleisch, Nudeln und zuletzt Eier als preiswerteste (und schwächste) Zutaten folgen.



Eine Partie Ramen besteht aus mehreren Runden, in denen die Spieler jeweils eine beliebige ihrer Handkarten aussuchen und verdeckt vor sich ablegen. Haben so alle Spieler eine Karte gewählt, werden diese Karten gleichzeitig auf die offene Seite gedreht. Wer nun die höchste Karte ausgespielt hat, darf sich zuerst eine der Karten aus dem Warenangebot in der Tischmitte aussuchen und damit sein erstes offen ausliegendes Ramen beginnen. Grundsätzlich ist es im Spiel so, dass die Zutat (also "Farbe") immer Vorrang vor dem Zahlenwert hat. So wäre im obigen Beispiel eine Suppen-3 stärker als eine Gemüse-7 und eine Nudel-1 würde eine Eier-9 schlagen. Innerhalb einer Zutat ist dann der höhere Wert immer der stärkere. Dazu kommt, dass den 5er- und 1er-Karten jeder Farbe eine zusätzliche Funktion während des Ausspiels zufallen. Wer eine 5 ausgespielt hat, darf vor der ersten Auswahl aus dem Angebot zwei Rangfolgekarten tauschen und so die Wertigkeiten ein wenig durcheinanderwirbeln. So könnte er die Suppe mit den Nudeln tauschen und letztere zur neuen, wertvollsten Zutat machen, was sich natürlich auch unmittelbar auf die Rangfolge der ausgespielten Karten auswirkt. Eine ausgespielte 1 erlaubt es dem betreffenden Spieler hingegen, seine 1 gegen eine andere der gerade ausgespielten Karten zu tauschen. Werden mehrere 5er und/oder 1er in einem Durchgang gespielt, neutralisieren sich dagegen die Sonderfunktionen und es darf nichts getauscht werden.



Nachdem sich nun der Spieler mit der höchsten Karte eine Zutat aus dem Warenangebot ausgesucht hat, hat in absteigender Reihenfolge der ausgespielten Karten der nächste Spieler die Auswahl aus dem restlichen Angebot, bis jeder Teilnehmer eine Zutat für seine Ramen erhalten hat.

Für die nächste Runde wählt wiederum jeder Spieler verdeckt eine Karte, um in der selben Manier an weitere Karten aus dem Warenangebot zu kommen. Dabei bilden die ausgespielten Karten der vorherigen Runde immer das Warenangebot der neuen Runde. Spiele ich also in einer Runde eine Nudel-9, so weiß ich schon, dass eben diese Nudel-9 in der kommenden Runde im Warenangebot für die Suppentöpfe der Spieler landet. Für die Auslage der Spieler gilt grundsätzlich, dass in jedem Ramen jede der fünf Zutaten nur einmal vorkommen darf. Habe ich also in meinem ersten Ramen schon etwas Fleisch, darf ich dort keine weitere Fleischkarte anlegen. Bekomme ich trotzdem noch solch eine Karte, muss ich ein neues Ramen beginnen. Trotzdem können die Spieler die maximale Anzahl der Karten in einem Suppenschälchen noch erhöhen. Nimmt ein Spieler nämlich für seine Ramen eine Karte mit dem Wert 9 aus dem Angebot, bekommt er gratis noch ein Fläschchen Sojasauce dazu, mit deren Hilfe er seinen Punktestand am Ende noch aufbessern kann.



Das Spiel geht in dieser Weise weiter, bis alle Spieler ihre neun Handkarten ausgespielt haben. Im letzten Stich erhält jeder Teilnehmer neben einer Karte aus dem Warenangebot auch noch die soeben ausgespielte, die ebenfalls an eines seiner ausliegenden Ramen angelegt wird. Für je zwei Karten in einer Suppenschüssel dürfen die Spieler nun noch ein Sojafläschchen an ein Ramen anlegen – sofern sie welche ergattert haben. Nun wird abgerechnet: Zunächst wird die Anzahl der gültigen Ramen mit der Anzahl der Karten im größten Ramen multipliziert. Gültig sind dabei nur Schüsseln, die mindestens drei Zutaten haben. Weniger als drei Karten in einem Ramen sind also im wahrsten Sinne des Wortes zu dünn. Hat man beispielsweise zwei gültige Ramen und das größte hat sieben Karten (5 Zutaten plus 2 Sojasauce), so kommt man schon mal auf 2 × 7 = 14 Yen.

 Dann werden noch die Tip-Marker, die zu Beginn der Partie über den Rangfolgekarten ausgelegt wurden, vergeben. Den entsprechenden Tip von 7 bis runter zu 3 Yen erhält immer der Spieler, der den geringsten Gesamtwert (größer als 0) der entsprechenden Zutat in seinen gültigen Ramen aufweisen kann. Darüber hinaus gibt es noch je 1 Yen für jede Karte mit den Werten 6, 7 oder 8 in den eigenen Ramenschüsseln. Zu guter Letzt werden von diesem Ergebnis die Werte aller Karten abgezogen, die nicht zu einem gültigen Ramen gelegt werden konnten. Wer nun die meisten Yen auf seinem Zettel stehen hat, ist der größte Ramen-Koch im Reich der aufgehenden Sonne und gewinnt das Spiel. [am]
...
 
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    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
flottes kleines Kartenspiel
   mit Ärgerfaktor
schönes Thema abseits
   des Mainstreams
ENDE
  MINUS:
MINUS:
zwei der fünf Farben im Spiel
   sind zum Verwechseln ähnlich

leer
...
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
André: Kleine Kartenspiele gehen ja eigentlich immer, und ausgefallene Themen jenseits der Fantasy-mittelalterlich-ausgetretenen Zombie-Elfen-Alien-Piraten-Pfade sind ebenfalls immer willkommen. Also her mit den Suppenschüsseln und drauflos gekocht! Das Spiel selbst ist erfrischend schnell erklärt und nach nur wenigen, einleitenden Sätzen kann man auch schon loslegen: Eine Karte simultan auswählen, eventuell Rangfolge oder zwei ausgespielte Karten tauschen, eine Karte aus der Auslage auswählen und in seine eigene Auslage an eine vorhandene oder neue Ramen-Auslage anlegen. Das ganze neun Mal und schon ist die Runde rum. Das spielt sich schön rund und flott und macht auch Spaß. Gerade durch die Tauschfunktionen der 1er- und 5er-Karten kommt eine Portion Unwägbarkeit und Chaos ins Spiel, sodass man sich nie sicher sein kann, ob die eigene Kartenhand wirklich so stark ist, wie sie aussieht und vor allem – wie lange die starken Karten wirklich noch stark sind. Was nützt die schönste Gemüse-Flöte von oben, wenn einer meiner Mitspieler das Gemüse mit einer 5 in einem Handstreich abwertet, sodass meine tollen, vegetarischen Karten plötzlich nur noch Ramschstatus haben? Andererseits kann ich ja auch meine minderwertigen Nudeln mit so einer 9 im Handumdrehen in eine Edel-Zutat verwandeln. Und selbst eine kleine 1 kann sich durch einen Kartentausch noch in ein Schnäppchen verwandeln.

Trotzdem ist "Ramen" nicht ganz beliebig. Mit dem Kniff, dass die ausgespielten Karten die Auslage des nächsten "Stichs" bilden, lässt sich durchaus taktisch spielen. Zu richtigen Zeitpunkt ausgespielt, schafft man es so, Karten, die man gerne selber in seinem Ramen hätte, erst in die Auslage zu bringen um sie dann selber wieder einzufahren. Vorausgesetzt einer der anderen Köche spuckt mir nicht mittendrin mit einem Tausch in die Suppe.

Die Abrechnung am Ende einer Partie ist auch nicht wirklich komplex, und belohnt neben möglichst vollständigen Ramen auch diejenigen Spieler, die (vorausschauend oder ungewollt) eher die kleineren Werte gesammelt haben. Die 25 Yen, die insgesamt als Tip (Trinkgeld) vergeben werden, sind keinesfalls zu verachten! Trotzdem fühlt sich die Punktevergabe im Vergleich zum Spiel, etwas verkopft an. Zu einem flotten, kleinen Spiel wie "Ramen" würde eine ebenso einfache Punkteabrechnung à la "L.A.M.A." oder "Pearls" besser passen. Nichtsdestotrotz macht "Ramen" Spaß und bietet in einer kleinen Schachtel eine schöne Mischung aus Glück und Strategie, gewürzt mit einer Prise Ärgerfaktor für die Gegenspieler. Leider hatten wir in unseren Partien trotz guter Beleuchtung teilweise Probleme, die Karten der Gemüse- und der Eierfarbe auseinanderzuhalten. Das Spinatgrün der einen und das Petrolblau der anderen Farbe sind zum Verwechseln ähnlich, und die Werte sind auf den Karten leider so gedruckt, dass man beim Auffächern auf der Hand entweder nur den Zahlenwert oder aber das Icon der Zutat sehen kann. Hier hätten deutlichere Farben und vor allem ein Index mit Zahl und Zutat auf beiden Seiten der Spielbarkeit deutlich auf die Sprünge geholfen.

Abgesehen davon ist "Ramen" ein schönes, kleines Kartenspiel, das zwischen durch gerne serviert werden darf. Mit 7 Kultpunkten liegt es genau da, wo man auch seinen Namensgeber verortet: Nahrhaft, würzig und günstig. Keine Drei-Sterne-Küche, aber ein solides Essen für jedermann. Itadakimasu!

Zum Zeitpunkt der Rezension (Juni 2019) lag das Spiel als spanische Version mit einer englischsprachigen Regel vor. Ob es eine deutsche Ausgabe geben wird, war nicht bekannt.

 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 

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