www.spielkult.de  

Kontakt    Impressum

Suche

 
   START | SPIELETESTS | VIDEOS | EXTRAS | LINKS | TREFF
    Themen          A bis Z          Neuheiten          Verlage          History  
 
 
Zurück zur Übersicht

Spiel-Fakten:

FamilieStrategie & AufbauWissen & RatenParty & KommunikationLogik & Kombination
KinderKarten
Würfel & GlückAktion & GeschicklichkeitLernen

Genre: Familie
Erscheinungsjahr:
2015
Verlag: Z-Man Games / in Deutschland im Vertrieb von Asmodee  ..i..
Autor: Carey Grayson
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 14 Jahren (spielerisch auch bereits ab
ca. 8 Jahren möglich)
Spieldauer: ca. 30 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Initiative 

leer
     
   

 

 
Pandemie:
Die Seuche
...

Die Viren sind los!

Die Menschheit steht mal wieder am Abgrund. Fünf tödliche Viren haben es darauf abgesehen, Städte auszulöschen und ganze Erdteile zu entvölkern. Zwischen ihnen und dem millionenfachen Dahinsiechen der Bevölkerung steht... nichts.
 
 
Die mutigen Helden, die sich sonst jedem übermächtigen Feind entgegenwerfen, haben schon längst die Bühne verlassen. Freie Bahn also, um so viele Metropolen wie möglich dahinzuraffen. Denn wir sind die Viren. Und es gibt keine Heilung.

So funktioniert's:
"Dein Ziel als Spieler ist es, das Spiel mit den meisten Todesopfern (Punktestand) zu beenden und so zu gewinnen."

Wie bitte?!? Wer die meisten Menschen umbringt, gewinnt? Ja, ihr habt richtig gelesen. "Pandemie: Die Seuche" ist das schwarze Schaf in der "Pandemie"-Familie. Während wir in allen anderen Spielen der Reihe versuchen, die Menschheit zu retten und die Welt vor dem Untergang zu bewahren, sollen wir in "Die Seuche" genau das Gegenteil machen und werden dafür auch noch belohnt. Klingt ziemlich krank…

 
… und damit liegen wir auch gar nicht mal so falsch. In "Die Seuche" sind wir kein Team von Spezialisten, die ihr geballtes Know-how zur Rettung der dahinsiechenden Weltbevölkerung in die Waagschale werfen. Vielmehr verkörpert jeder Spieler ein tödliches Virus, das mit allen Mitteln versucht, die Menschheit auszulöschen. Damit wird gleichzeitig klar, dass die Teilnehmer in diesem Spiel, ganz Pandemie-untypisch, gegeneinander um den Sieg kämpfen. Denn Viren sind, wie die Regel leicht zynisch anmerkt, nun mal nicht kooperativ!
 
In der Praxis am Spieltisch sieht das dann so aus, dass jeder Spieler ein Virentableau und die Virenwürfelchen einer Farbe an sich nimmt. In der Tischmitte liegen je nach Spieleranzahl zwischen sechs und zehn Städtekarten aus. Dazu kommt ein Stapel mit zwölf Ereigniskarten (inklusive „WHO-Karten“), von denen pro Runde eine aufgedeckt wird, welche dann den aktuellen Zug der Spieler positiv oder negativ beeinflusst. Zu guter Letzt bekommen alle Spieler vier Seuchenkarten auf die Hand. Das hört sich schlimmer an, als es tatsächlich ist, denn die Seuchenkarten zeigen jeweils nur eine von sechs Farben. Diese Farben finden sich auf den Städtekarten wieder und korrespondieren mit dem Kontinent, auf dem diese Stadt liegt.

 
Für die nächsten 20 bis 30 Minuten versucht man nun Punkte zu erlangen, indem man mit seiner Spielerfarbe in möglichst vielen ausliegenden Städten die Mehrheit der dort ausliegenden Virenwürfel stellt oder aber doch zumindest mit dort vertreten ist. Dazu hat jede Stadtkarte drei Zahlenwerte, wobei die höchste Zahl die ungefähre Bevölkerungszahl dieser Stadt in Millionen angibt (mal von Essen abgesehen). Gleichzeitig ist dies auch die maximale Anzahl Virenwürfel, die in dieser Stadt liegen dürfen.
 
Ist ein Spieler nun am Zug, darf er zweimal eine von drei möglichen Aktionen ausführen. Mit der Option "Karten ziehen" erhält man so viele Seuchenkarten vom Stapel, wie es der Inkubationsrate des persönlichen Tableaus entspricht (diese ist zu Beginn des Spieles auf Stufe 1). Möchte man eigene Virenwürfel auf eine Stadtkarte legen, so kann man dies mit der Aktion "eine Stadt infizieren" tun. Dazu legt man eine oder zwei Seuchenkarten der Farbe der Stadt, die man infizieren möchte, ab. Ist eine Stadt noch frei vom eigenen Virus, kostet es zwei Karten, ist sie bereits von der eigenen Farbe infiziert worden, hat es das Virus leichter und es wird für das Einsetzen nur noch eine Karte fällig. Nun darf man so viele Virenwürfel in die Stadt legen, wie es der individuellen Infektionsquote entspricht (auch diese liegt zu Beginn bei 1). Der jeweils erste Spieler in einer Stadt legt seine Würfel dabei in die oberste Reihe der Karte, jeder weitere Spieler legt die seinen dann entsprechend in die nächste, noch freie Reihe.

 
Als dritte und letzte Option neben "Karten ziehen" und "eine Stadt infizieren" gibt es dann noch die Möglichkeit, gegen Abgabe von Seuchenkarten die Schlagkraft des eigenen Virus durch "Mutation" zu erhöhen. Dabei kann das Virus jedes Spielers auf drei verschiedene Arten mutieren. Eine höhere Inkubationsrate ermöglicht es, mehr Karten nachzuziehen, wogegen eine höhere Infektionsquote die Anzahl der Virenwürfel, die man mit einer Aktion in eine Stadt legen darf, um eine Stufe erhöht. Will man sich besser gegen Ungemach aus dem Ereigniskartenstapel schützen, lässt man die Resistenz des eigenen Virus nach oben klettern.
 
Nach diesem schnell erlernten Schema laufen nun die insgesamt zwölf Runden ab: erst wird ein Ereignis, das alle Spieler betrifft und während des jeweiligen Zuges ausgeführt wird, umgedreht, dann führt jeder Spieler zwei Mal eine der drei Aktionen (Karten ziehen, Stadt infizieren, Virus mutieren) aus. Die Spielregel erklärt uns dabei in ihrer ganz eigenen Art, dass jeder Virenwürfel, den ein Spieler in eine Stadt setzt, eine Million infizierte Personen repräsentiert. Tritt nun während des Zuges eines Spielers der Fall ein, dass die Anzahl der Virenwürfel auf einer Stadtkarte die dort angegebene Bevölkerungszahl erreicht, so wurde die Stadt ausgelöscht und die Viren können sich über Siegpunkte freuen. Dabei bekommt der Spieler mit den meisten Würfeln (sprich: den meisten Toten) die höchste Punktzahl auf der Stadtkarte, derjenige mit den zweitmeisten Würfelchen die mittlere und der Virus mit den drittmeisten Würfeln die niedrigste Zahl. Gleichstände werden dabei durch die Position der Würfel auf der Karte entschieden: wer zuerst da war (also höher steht), bekommt die bessere Punktzahl. Bevor die Karte der zur Freude der Viren-Spieler ausgelöschten Stadt aus dem Spiel entfernt wird, bekommt derjenige, der den letzten Virenwürfel in die Stadt gelegt und somit die komplette Vernichtung der Stadtbevölkerung ausgelöst hat, zur Belohnung noch die Sonderaktion die auf dieser Stadtkarte angegeben ist.

 
Abgesehen von der Punkteausschüttung bei totaler Auslöschung einer Stadt gibt es im Laufe einer Partie „Die Seuche“ auch noch eine bis drei Zwischenwertungen, die im Regeljargon als „Todesopfer-Wertungen“ bezeichnet werden. Hierfür sind auf machen der Ereigniskarten, welche immer zu Rundenbeginn aufgedeckt werden, ein Totenkopfsymbol zu sehen. Wird der zweite, vierte oder sechste Totenkopf aufgedeckt, werden sofort alle infizierten Städte gewertet, wobei allerdings nur der bestplatzierte in jeder Stadt die niedrigste Punktzahl der betreffenden Karte erhält.
 
Das Spiel endet nach der Runde, in der die letzte Ereigniskarte aufgedeckt wurde. Alternativ kann auch Schluss sein, wenn nur noch zwei Städtekarten offen in der Mitte liegen. Zusätzlich zu den im Laufe des Spieles bereits getöteten Menschen erlangten Punkten gibt es nun noch die Gesamtzahl der erreichten Mutationsstufen als Punkte. Wer nun die meisten Opfer auf seinem Gewissen Punkte hat, gewinnt "Pandemie: Die Seuche". [am]
 
Links
 Folgen Sie SPIELKULT.de:
   Facebook     Twitter
     
    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
schnell erlernte Regeln,
   kurze Spieldauer
keine lange Downtime
   zwischen den Zügen
Variante für zwei Spieler
   gut spielbar (keine "Krücke")
ENDE
  MINUS:
MINUS:
gewöhnungsbedürftiges (für manche
   möglicherweise anstößiges) Thema
Schriftart der Bonusaktion auf den
   Städtekarten nur schwer zu entziffern
kaum Spannungsbogen
Altersangabe auf der Schachtel mit 14
   (wohl produkthaftungsbedingt) zu hoch,
   spielerisch eher ab 8 Jahren
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
André: Wenn man "Die Seuche" mit etwas Abstand vom Thema betrachtet, bietet uns die kleine Schachtel mit den riesigen Viren auf dem Cover ein lupenreines Mehrheiten-Spiel. Es ist schnell erklärt (und verstanden!) und spielt sich auch genau so flott, sodass die angegebene Spieldauer von 30 Minuten meist nicht überschritten wird. Dabei dürfte die Altersangabe von 14 Jahren eher den strengen Produkthaftungsgesetzen der USA geschuldet sein denn einer vermeintlichen Komplexität. Achtjährige Kinder sollten von "Pandemie: Die Seuche" im Regelfall nicht überfordert werden.
 
Im Spielablauf selbst ist man als Spieler die meiste Zeit damit beschäftigt, Virenwürfelchen in die eine oder andere Stadt zu legen. Die Abwägung, ob man lieber einen bereits vorhandenen Vorsprung in einer Stadt absichert oder doch schnell noch ein paar Würfel in eine Stadt kurz vor der Auslöschung legt, um mit wenig Aufwand ein paar Punkte abzustauben, hat dabei durchaus seinen Reiz. Allerdings ist es schade, dass die Interaktion zwischen den Spielern damit auch schon wieder aufhört. Mit den verfügbaren Aktionen während eines Zuges kann man andere Spieler nicht direkt angreifen oder beeinflussen. So kann man z.B. keine fremden Würfel entfernen, Reihenfolgen verändern oder Punkteverteilungen manipulieren. Selbst die Ereigniskarten und sogar die Bonusaktionen ausgelöschter Städte bleiben hier zurückhaltend. Die Effekte der Karten betreffen, im Guten wie im Schlechten, bis auf eine einzige Karte im Städte-Kartenstapel ausschließlich die eigene Spielsituation.
 
Die größte Abwägung während eines eigenen Zuges ist die, ob es lohnender ist Würfel in die Städte zu bringen, oder ob man besser die Schlagkraft des eigenen Virus erhöht, um sich in späteren Runden umso stärker auszubreiten. Nicht weniger, aber auch nicht wirklich viel mehr. Für die wirklich knackig kurze Dauer des Spieles ist das ganz okay, viel mehr Tiefgang darf man aber dann doch nicht erwarten. Die Variante für zwei Spieler, in der in jeder Runde ein Virenwürfel einer neutraler Farbe durch Ziehen einer Seuchenkarte in eine korrespondierende Stadt gelegt wird, spielt sich erstaunlich gut und flüssiger, als man es von anderen "Krücken" für Minimalbesetzungen kennt. Wer unbedingt möchte, kann diese Variante sogar für höhere Spielerzahlen einsetzen.
 
Das tadellose Material im gewohnten "Pandemie"-Design lässt kaum Wünsche offen. Allerdings sind die Bonusaktionen auf den Städtekarten in der gleichen unseligen, viel zu kleinen "Digitalschrift" gesetzt, die uns auch schon in den anderen Spielen der "Pandemie"-Reihe heimgesucht hat. Das mag atmosphärisch toll sein, leserlich ist es nicht.
 
Rein spieltechnisch ist "Pandemie: Die Seuche" also ganz okay, aber was ist mit dem Thema? Auch nach einigen Runden sind bei mir zwei große Fragezeichen geblieben. Da wäre zum einen die Sache mit den Todesopfern. Ein Spiel, dessen ausdrückliches Ziel ist, "das Spiel mit den meisten Todesopfern zu beenden und so zu gewinnen"? Ein Spiel, das mich durch das "Auslöschen einer Stadt" und zwischendurch eingestreuten "Todesopfer-Wertungen" belohnt? Hat das Brettspiele-Universum darauf gewartet? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass für manch einen hier schon Schluss ist und das Spiel mit spitzen Fingern wieder ins Kaufhausregal zurückgeschoben wird.
 
Sicher - das Thema ist im vorliegenden, im Grunde völlig abstrakten Spiel sowas von hauchdünn aufgetragen, dass man es im Spielverlauf selbst nicht wahrnimmt. Man möchte die meisten Würfelchen möglichst überall haben, um dafür Punkte zu erhalten. Ende. Das hätte auch genauso gut (oder sogar noch besser) ein Piratenkapitän in einer Hafenspelunke auf der Suche nach fähigen Crewmitgliedern oder ein Kunstsammler auf der Jagd nach wertvollen Gemälden sein können.
 
Womit wir beim zweiten Fragezeichen wären. Wie schon gesagt, liegt das Thema in "Pandemie: Die Seuche“ nur ganz knapp über der Nachweisbarkeitsgrenze. Wir setzen zwölf Runden Würfelchen ein und schauen dann, wer am Ende die meisten Punkte hat. Das mag vielleicht nett sein, ist aber das absolute Gegenteil dessen, was "Pandemie" eigentlich ausmacht. Alle anderen Titel der "Pandemie"-Reihe verdanken ihren verdienten Erfolg vor allem der Tatsache, dass die Spieler in einem packenden Spiel gemeinsam versuchen, die Welt zu retten. Sowohl im klassischen Brettspiel "Pandemie" als auch im nicht minder starken Würfelspiel "Die Heilung" (Links siehe unten) steigert sich die Spannung von Runde zu Runde, und meist wird das Spiel erst in einem dramatischen Showdown in den letzten Runden entschieden. Sieg oder Niederlage. Weltrettung oder Armageddon. Das ist es, was "Pandemie" ausmacht. (Und da haben wir noch nicht über den absoluten Knaller "Pandemie: Legacy" gesprochen!)
"Die Seuche" liegt hier diametral weit von den anderen Titeln entfernt, und es drängt sich doch mehr als nur ein wenig der Eindruck auf, als hätte da jemand auf ein paar schnelle Extra-Dollars geschielt und dafür im Handumdrehen ein durchschnittliches Spiel mit einer "Pandemie"-Lizenz versehen und auf den Markt geschmissen.
 
Was immer auch die Beweggründe für "Die Seuche" gewesen sein mögen: wer kurze, einfache Mehrheiten-Spiele mag oder einfach das "Pandemie"-Thema toll findet, der kann hier sicherlich zugreifen. Er erhält dafür ein solides Spiel, das man als ein Lückenfüller oder Absacker durchaus auf den Tisch bringen kann. Sollte dagegen jemand der Meinung sein, dass er von einem Spiel mit "Pandemie" im Titel mehr Spannung und ausgefeiltere Spielmechanismen erwartet hätte, so bliebe mir nichts anderes übrig, als demjenigen zuzustimmen.
...
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
 
 
Wen's interessiert...    
> Pandemie   > Pandemie - die Heilung
Ende
 

   > So testen wir
       
    Alle Spiele
von A bis Z:

 
Auswahl
# A B C
D E F G
H I J K
L M N O
P Q R S
T U V W
X Y Z #
 

 

 

 

 
 

 

         
     
(C) SPIELKULT.de ^^^       Impressum       Datenschutz