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Spiel-Fakten:

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Genre: Strategie
Erscheinungsjahr:
2016
Verlag: Fantasy Flight
Games / Heidelberger Spieleverlag  ..i..
Autor: Jordi Gené,
Gregorio Morales
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer:
30 bis 30 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   
   

 

 
Android: Mainframe
   
Käsekästchen für Hacker

Die Firewall des Servers der Titan Transnational Bank ist abgeschaltet, das ist deine Chance auf unendlichen Ruhm und vor allem Reichtum. Du hackst dich ins System und… Moment mal, was soll das? Hier schnüffeln noch andere User herum? Ach was soll's, zeig' den anderen, wer der beste Runner hier ist, erobere den Großrechner und nimm ihn auseinander, bis auch die letzten Daten abgespeist sind.
 
 

"Android: Mainframe" ist ein abstraktes Spiel, das auf dem Käsekästchen-Prinzip, welches sicher jeder irgendwann einmal in einer gähnend langweiligen Schulstunde oder in einer Kneipe beim Warten auf das nächste Bier gespielt hat, basiert.



Irrgarten der Termini, Leichtigkeit des Hackerseins
Während man beim Klassiker jedoch mit Stift und Papier hantiert, legen wir bei Mainframe im Universum des bekannten Living Card Games (LCG) "Android: Netrunner" (Testbericht) sogenannte Partitions-Stäbe (zu Deutsch: blaue Stäbchen) auf freie Pfade (schlicht Felder), mit deren Hilfe wiederum unsere Zugangspunkte (zu Deutsch: Plättchen, um Käsekästchen-Gebiete zu beanspruchen, die auf Knoten (schlicht Felder für die Programmpakete) gelegt werden, im besten Fall eine gesicherte Zone beherrschen. Das mag nun komplizierter klingen als es letztlich ist, nach ein, zwei Runden hat man den Dreh raus, die Begriffe können einem aber auch nach der dritten Partie immer wieder von der Festplatte rutschen, weshalb sie vielleicht gar nicht erst gelernt werden sollten. Aber dazu später mehr.



Der Android-Faktor
Was hebt Android Mainframe jetzt aber von seinem klassischen Vorbild ab? Zum einen wären da die bereits erwähnten Zugangspunkte, die in ungesicherte (noch offene) Zonen gelegt werden können, denn sobald eine Zone von blauen Stäbchen (ich bleibe jetzt der Einfachheit halber bei der plakativen Beschreibung) umschlossen ist und nur Zugangspunkte (das waren die Plättchen eines Spielers) eines Spielers sich innerhalb dieser befinden, ist diese gesichert und kann nicht mehr verändert werden. Sollten mehrere Zugangspunkte unterschiedlicher Spieler in dieser Zone sein, kann diese Zone weiterhin "besiedelt" werden, d.h. weitere Zugangspunkte können hineingelegt oder ausgetauscht werden.



Wie werde ich zum besten Runner der Stadt?
Der Spieler, der an der Reihe ist, kann eine von drei möglichen Aktionen ausführen. Die erste ist das Spielen eines generischen Programms. Von diesen liegen immer vier offen aus und sie erlauben es entweder ein bestimmtes Muster an blauen Stäbchen auf den Spielplan zu legen oder einen Zugangspunkt zu verschieben bzw. zwei solcher Punkte zu vertauschen. Die zweite Aktion besteht darin ein einzigartiges Programm von der Hand zu spielen, von denen jeder Spieler drei auf der Hand hält. Diese unterscheiden sich je nach gewähltem Runner und erlauben, ähnlich wie die generischen Programme, spezielle Aktionen auszuführen. Zuletzt kann sich der Spieler für das Auflegen eines Zugangspunktes entscheiden, dafür muss die oberste Karte des Programmstapels (= Nachziehstapel für generische Programme) abgelegt werden.

Sobald in einer von blauen Plättchen umschlossenen Zone nur Zugangspunkte eines Spielers liegen, werden diese umgedreht, die Zone ist damit gesichert und kann bis zum Ende des Spiels nicht mehr verändert werden.

Das Spiel endet, wenn entweder keine Programme gelegt werden können oder (was allerdings wenig bis gar nicht vorkommt) alle Spieler in Folge gepasst haben. Bei der Endwertung erhalten die Spieler für jeden eigenen verdeckten Zugangspunkt entsprechend der Felder der Zone, in der sich diese befinden, Punkte. So bekäme ich für einen Zugangspunkt in einer Zone mit 3 Feldern beispielsweise 3 Punkte, wären in dieser Zone 2 meiner Zugangspunkte, erhielte ich sogar 6 Punkte (2 Zugangspunkte x 3 Felder). Es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten, bei Gleichstand gewinnt der mit den meisten gesicherten Zonen. Sollte es weiterhin Unentschieden stehen, werden weitere Vergleichsaspekte genutzt, so etwa die größte gesicherte Zone usw. [dj]

 
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    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
für Fans von Käsekästchen eine
   mögliche Variante/Alternative
(eigentlich) schnell erklärt und gespielt
ENDE
  MINUS:
MINUS:
Die Android-typischen Fachbegriffe
   erschweren den Zugang (für den
   Erklärbären) unnötig
das Material haut nicht
   gerade vom Hackerhocker
aufgesetztes Thema
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Dän: Ich mag das Android-Universum. Auch wenn ich das LCG "Android Netrunner" nur wenige Male gespielt habe, gefallen mir das Spielprinzip und vor allem das Thema, das uns bei "Mainframe" natürlich wiederbegegnet. Hier setzt jedoch der erste Kritikpunkt an, der mich beim LCG auch schon extrem gestört hat. Sicher ist es eine feine Sache, wenn man ein Spiel mit Thema atmosphärisch aufladen will. Wenn das aber bedeutet, dass gängige Begriffe wie "Nachziehstapel" Begriffe erhalten, die das Regelstudium deutlich erschweren, dann erfährt die Vorfreude erstmal einen ordentlichen Dämpfer. Nun sind die Regeln von "Mainframe" deutlich übersichtlicher und schneller gelesen und gelernt. Und dennoch: Meinen Testrunden habe ich gar nicht erst die Begriffe "Partition" oder "Zugangspunkte" beigebracht, sondern schlicht und einfach von Plättchen und Stäbchen geredet. Das mag nun der Atmosphäre abträglich sein, aber wenn wir ganz ehrlich sind, bleibt "Mainframe" schlicht und ergreifend eine Käsekästchen-Variante, die auch gut ohne "Hackeratmosphäre" auskommt.

Ohne die umständlichen Begriffe war das Spiel dann auch meist in den ersten ein, zwei Spielrunden verstanden, die einzelnen Partien hatten einen zeitlich überschaubaren Rahmen, was das Spiel zu einem potentiellen Einstiegsspielchen macht bzw. als Absacker geeignet erscheinen lässt. Und doch wird es bei mir in Zukunft wohl eher selten auf den Tisch kommen, was daran liegt, dass es mich spielerisch nicht überzeugt hat. Da hat man stets das Gefühl "Nun ja, da könnte ich jetzt auch einfach Papier und Stift 'rausholen und loslegen", die einzelnen Charakterdecks wirken recht unausgeglichen, manche scheinen stärker als andere (weshalb ich empfehle, diese einfach ganz herauszulassen) und irgendwie spielt es sich mechanisch herunter. Was beim Original alle Jahre wieder auf irgendeiner Feier attraktiv wirkt und gespielt wird, um die Langeweile zu vertreiben, haut mich persönlich im Android-Universum jetzt nicht vom Hackerhocker.

Das Material wirkt – die Karten ausgenommen, die haben nämlich gewohnte Artwork-Qualität – recht lieblos, das Spielfeld besteht aus vier kleinen Plastikklötzchen, die Stäbchen erfüllen ihren Zweck, sind funktional, werden aber sicher nicht den Innovationspreis der internationalen Vereinigung für Partitionsstäbchen gewinnen. Und so mutet alles irgendwie hölzern und statisch an, was die Dynamik der unter Zeitdruck arbeitenden Runner so gar nicht wiederspiegelt – "Mainframe" bleibt ein abstraktes Legespielchen, das Thema wirkt (im Gegensatz zum LCG) letzten Endes recht beliebig.

Fazit: "Android: Mainframe" erfindet das Rad nicht neu, das altbewährte Käsekästchenprinzip wurde schlicht ein wenig aufgefrischt, ohne dabei allzu sehr vom Original abzuweichen. Android-Kennern sollte gesagt werden, dass hier das erfolgreiche LCG-Thema lediglich als Aufhänger benutzt wurde; wer auf taktische Tiefe wie bei "Netrunner" hofft, dürfte dahingehend eher enttäuscht werden (Kultfaktor 4). Wer hingegen Lust am Kästchenbilden hat und gerne eine Variante des Klassikers ausprobieren möchte, kann einen Blick riskieren (Kultfaktor 6).
...
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 

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