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Spiel-Fakten:

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Genre: Strategie
Erscheinungsjahr:
2017
Verlag: TMG
Autor: Kuro
Grafik:
Scott Hartman, Iro
Spieleranzahl:
3 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 100 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
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Lemuria
...

Ist der Platz noch frei?

Wie so viele Brettspielstädte, will Lemuria gerne um einige Gebäude und Bewohner erweitert werden, aber die Rohstoffe gibt es nicht einfach so. Mit Hilfe der Sterne, Zeitmanipulation und der universellen Materia-Substanz müssen Rohstoffe besorgt werden, und das geht am schnellsten, wenn man sich zu den Gegnern setzt.
 
 
Um in der Stadt Lemuria mit Hilfe des Sternenaltars Rohstoffe zu erzeugen und diese für Gebäude und Personen zu verwenden, muss das Spiel zunächst aufgebaut werden. In die Mitte des Spielbretts wird das Sternenaltarplättchen gelegt. Die Gebäudekarten werden gemischt und 5 werden offen auf der Trendleiste ausgelegt. Der Rundenmarker kommt auf die 1 der Rundenanzeige. Die Spieler bekommen 8 Gebäudeplättchen ihrer Farbe, eine Scheibe, welche direkt auf die 0 der Siegpunktleiste kommt, einen Pöppel und je 2 pflanzliche und mineralische Materia-Steine (Würfel und Kristall). Die Personenkarten werden gemischt und 3 an jeden Spieler verteilt. Jeder Spieler wählt eine Karte und gibt diese nach links weiter. Nachdem die Spielerreihenfolge ausgelost wurde, werden die Pöppel auf die passenden Eckfelder gestellt und es geht los.



Das Spiel wird in 12 Runden gespielt, wobei Runde 4, 8 und 12 eine Festivalrunde sind. Jede Runde hat 4 Phasen, die die Spieler gemeinsam durchlaufen.

In Phase 1 wird zunächst geschaut, wer die Mehrheiten in den vier Gebäudearealen besitzt. Dies sind Bereiche, in die Spieler nach dem Bau eines Gebäudes ein Gebäudeplättchen legen. Hat ein Spieler zu Beginn einer Runde die alleinige Mehrheit in einer Region gibt es einen Bonus, je nach Region ein Gold, eine Nahrung, 3 Punkte oder Rabatt auf High-Trend Gebäude.

Dann wird die Spielerreihenfolge bestimmt. Der Spieler mit den wenigsten Punkten wird Startspieler und die anderen Spieler folgen aufsteigend. Damit kann auch schon Phase 2 kommen.



Phase 2 gibt es ab Runde 4. Der Sternaltar wird um ein Feld weitergedreht. Danach darf der Startspieler ein Gold bezahlen, um den Alter ein weiteres Feld zu drehen oder zurückzudrehen.

In Phase 3 werden dann die Aktionen abgehandelt. Die Spieler kommen in Spielerreihenfolge an die Reihe. Jeder Spieler muss in seinem Zug entweder Materia ernten oder säen. Beides geht nicht, aber eines davon muss sein. Gesät wird Materia auf leere Plätze des Sternaltars. Der Altar ist in Segmente und diese wiederum in Felder unterteilt. In ein Feld kann ein Materia gelegt werden, allerdings darf sich in einem Segment nur die gleiche Art, also Pflanze oder Mineral, befinden. Der Spieler kann eine, mehrere oder alle seine Materia säen. Er kann auch Materia auf ein Feld der Spielerreihenfolge säen, um dieses zu reservieren.



Will ein Spieler ernten, so braucht er ein volles Segment, das mindestens eine eigene Materia enthält. Der Spieler erhält den Rohstoff, der in dem Drittel des Sternenaltarzentrums für seine Materiaart angezeigt wird. Die Menge an Rohstoffen entspricht der seiner Materia plus Füllmateria. Wie letztere aufs Brett kommen, klären wir später. Alle anderen Spieler erhalten auch diesen Rohstoff, aber sie bekommen einen Rohstoff für jede eigene Materia und je 2 Füllmateria in diesem Segment. Das erste Segment kann gratis geerntet werden. Jede weitere Ernte des Spielers in diesem Zug kostet je ein Gold. Geerntete Materia kommen zurück zum Spieler.



Ein Spieler darf in seinem Zug auch bauen. Er wählt eines der offen ausliegenden Gebäude und bezahlt die darauf angegeben Rohstoffe. Er bekommt die auf dem Gebäude und vielleicht die auf dem Platz des Gebäudes angezeigten Siegpunkte. Die Gebäudekarte legt er vor sich ab. Weiterhin platziert der Spieler eines seiner Gebäudeplättchen in einem der vier Gebäudebereiche (Religion, Politik, Handel oder Landwirtschaft).



Zudem darf ein Spieler so viele Karten spielen, wie er hat und bezahlen kann. Jede Karte hat einen Effekt und einen Preis in Brot. Der Spieler zahlt den Brotpreis und führt den Text der Karte aus. Gibt es dann ein freies Gebäude in der Auslage des Spielers, kann die Person auf der Karte in das Gebäude einziehen. Die bringt Siegpunkte, und wenn die Farbe des Gebäudes und der Person übereinstimmen, so gibt es mehr Punkte. Eine weitere Aktion, die beliebig oft gemacht werden kann, ist das Kaufen von Karten. Eine Karte kostet so viel Gold, wie der Spieler Karten auf der Hand hat.



Haben alle Spieler ihre Aktionen abgeschlossen, so beginnt Phase 4. Hier bekommt jedes nicht volle Segment auf dem Altar mit mindestens einer Materia ein Füllermateria. Die Gebäude werden aufgefüllt.

In den Festivalrunden gibt es auch noch Punkte für bewohnte Gebäude. Es gibt einen Punkt für jedes bewohnte Gebäude. Hat ein Spieler eine Mehrheit an bewohnten Gebäuden in einer Farbe, so erhält er 2 Extrapunkte pro Gebäude dieser Farbe.

Am Ende des dritten Festivals, also der 12. Runde, endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Punkten ist der beste Sternenaltarpriester aller Zeiten.



Lemuria liegen zudem Sonderkarten (Abb. oben) bei, die optional mit ins Spiel genommen werden können, um den Spieler Sonderaktionen zu bescheren.


Hinweis: Lemuria liegt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes (Herbst 2018) nur in englischer Sprache vor. Uns sind keine Pläne für eine deutsche Lokalisierung bekannt. [ls]
 
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  PLUS:
P
interessante Rohstoffgewinnung
Manga-Stil
Interaktion
ENDE
  MINUS:
MINUS:
zufällig
Begriffe nicht eindeutig
zu lang fürs Gebotene
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Lutz: Nachdem ich beim letzten Spiel aus dem Verlag Tasty Minstrel Games (TMG) zu dem Schluss kam, dass es sich um Tiny Epic Agricola handelt, hatte ich nach dem Lesen der Regeln hier die Frage im Kopf, ob es sich um Tiny Epic Tzolkin handelt. Es gibt auch einen Altar und der dreht sich und … na ja, ich werde hier nicht erklären, wie ich auf Tiny Epic Agricola oder Tiny Epic Tzolkin gekommen bin, denn es handelt sich nicht um Tiny Epic Tzolkin, wie später klar wird. Wen es interessiert, woher meine wirren Bezeichnungen kommen, der kann schnell mal bei meinem Bericht zu Harvest (> Testbericht) vorbeischauen.

Aber wo wird ja schon irgendwie dabei sind, so bleiben wir doch beim Dreh- und Angelpunkt: Dem Sternenalter. Dieser ist das Besondere an Lemuria. Er bestimmt, wie viele Rohstoffe ein Spieler wann ernten kann und fördert Spielerinteraktion. Einsetzen ist ja noch einfach, aber ernten eher nicht so. Idealerweise muss der Spieler nur eine Ernte durchführen, denn jede weitere kostet wertvolles Gold. Also wer sich geschickt platziert, wird vielleicht durch den Gegner seine Ernte einfahren - dass diese etwas geringer ausfällt, macht dabei nichts. Zum Einsetzen muss man noch nicht einmal höfflich sein und fragen, ob der Platz frei sei. Ewig warten sollten die Spieler mit ihrer Ernte allerdings nicht, da der Sternenaltar sich dreht und irgendwann ein Feld einen ganz anderen Rohstoff als geplant abwirft. Vielleicht wartet euer Gegner nur darauf, dass es andere Rohstoffe für die gesäten Materia gibt. Zu lange will man aber auch nicht warten, denn die Materia soll wieder schnell gesät werden. Es muss also ständig abgeschätzt werden, wann wer wo erntet und wie man da noch was mitnehmen kann. Dies sorgt natürlich für ein hohes Maß an Interaktion in der Weise, dass die Spieler versuchen, sich gegenseitig zu lesen und manchmal in einem bildlichen Armdrücken landen. Deswegen macht das Spiel mit 4 Spielern auch am meisten Spaß. Leider bringen aber Rohstoffe keine Punkte, sondern Gebäude und Bewohner. Diese gibt es für Rohstoffe, also sollten so schnell wie möglich viele Rohstoffe besorgt werden, die dann auch noch zu den Gebäuden passen.

Leider sorgt der Sternenaltar auch dafür, dass das Spiel recht lange dauert. Jeder überlegt sich, wie er seine Materia positioniert und welche er erntet. Meist dauern die Züge nicht lange, aber im Schnitt länger, als es dem Spiel gut tut. Es dauerte in der Regel etwas länger als die auf der Schachtel angegeben 100 Minuten, aber selbst diese Spieldauer fand ich eigentlich für das Spiel zu lange. Dies empfanden meine Mitspieler und ich so, weil es doch recht viele Zufalls- oder Glückselemente gibt. Dadurch erscheinen die eigenen Entscheidungen nicht so wichtig, was bei Spielen dafür sorgt, dass die Spieldauer nicht zu lang sein darf. Dass die Roll-and-Write-Spiele wie "Qwixx", "Noch mal", "Ganz schön clever" etc. nur 30 Minuten dauern, hat eben seinen Grund...

Die meisten Punkte werden bei Lemuria mit dem Bau von Gebäuden erzielt. Da dies auch noch weitere Vorteile ermöglicht, ist das Bauen wirklich wichtig. Jede Runde bringt das Gebäude, welches gerade erst aufgedeckt wurde, die meisten Punkte. Je länger ein Gebäude im Spiel ist, desto weniger Punkte bringt es, weil es die Auslage entlang wandert. Es gibt keine Möglichkeit, dieses Gebäude vor dem Aufdecken zu sehen. Wer also zufällig die richtigen Rohstoffe parat liegen hat, der kriegt die meisten Punkte. Dies ist wieder eine Motivation, einfach so viele Rohstoffe anzuhäufen wie möglich. Wer lange auf ein Gebäude hinarbeitet, dem wird dies vermutlich vor der Nase weggeschnappt und es gibt nicht einmal viele Punkte.

Dann gibt es noch die Handkarten. Die Effekte dieser Karten sind zum Großteil eher ganz nett, und situationsbedingt auch mal sehr hilfreich. Werden die Karten aber als Bewohner in Häuser untergebracht, dann gibt es mehr Punkte für passende Farben. Auch dies fühlt sich recht zufällig an. Wer mit zwei blauen Handkarten startet, der wird sich ärgern, wenn kaum blaue Gebäude aufgedeckt werden. Rohstoffe sammeln und dann in Siegpunkte umtauschen habe ich da schon besser gesehen. Es ist nicht ganz unplanbar, aber es kann eben durch eine glückliche Fügung mal eben 6 Punkte mehr geben, was bei einem Endpunktestand von unter 80 Punkten schon nicht zu vernachlässigen ist.

Ich muss gestehen, ich hätte mir die Karten auch irgendwie raffinierter vorgestellt und vielleicht auch gehofft, etwas aufbauen zu können. Leider fühlt es sich meist nicht so an. Ich habe die Gebäude, vielleicht sogar bewohnt, aber ich habe nicht das Gefühl, mein Viertel mit außergewöhnlichen Fähigkeiten bedacht zu haben. Ich muss dabei immer wieder an Brügge von Stefan Feld denken (> Testbericht), welches das Ganze einfach in weniger Spielzeit besser auf die Kette bekommt. Ach ja, und an Tzolk'in (> Testbericht) ist da natürlich gar nicht zu denken, da sich - bis auf die Tatsache, dass sich etwas am Spielplan dreht - kaum eine Gemeinsamkeit findet.

Dabei ist das Material recht schön ausgefallen. Die Karten haben eine sehr hohe Qualität. Die Symbole auf dem Altar sind gut gewählt, um den Unterschied zwischen den Materia-Typen zu zeigen. Die Gebäude haben eine clevere Anzeige für die benötigten Rohstoffe und die Handkarten sind so gestaltet, dass die bewohnten Gebäude nochmal besser aussehen. Die Bewohnerkarten sind im Manga-Stil gestaltet, schließlich kommt das Spiel ursprünglich aus Japan. Dies sorgt natürlich immer für gespaltene Lager, ich mag diesen Stil. Einzig die Spielerreihenfolgeleiste, die ja mit Hilfe von Materia beeinflusst werden kann, wurde ungeschickter Weise in die Ecken des Spielfeld verbannt. Diese hätte sich näher am Sternenaltar besser gemacht.

Wer noch ein bisschen mehr möchte, kann noch ein paar Sonderkarten ins Spiel nehmen, welche es einem Spieler erlauben, einmal pro Spiel eine Sonderaktion auszuführen. Diese sind recht unterschiedlich und geben dem Spieler noch eine zusätzliche Möglichkeit in seinem Zug. Dies ändert nicht viel am Spiel, gibt aber noch eine weitere Komponente, bei der sich Spieler gegenseitig belauern, welche Sonderaktion von wem gewählt wird.

Fazit: Lemuria hat einen neuen Mechanismus, der die Interaktion der Spieler fördert. Leider erscheint mir die Umwandlung von Rohstoffen in Siegpunkte recht zufällig. Das japanische Design gefällt mir gut, ist aber natürlich Geschmackssache. Wem die einen oder anderen vom Glück geschenkten Punkte nichts ausmachen, der kann / sollte sich Lemuria einmal genauer ansehen.
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Ende
 
 

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