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Spiel-Fakten:

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Genre: Würfel
Erscheinungsjahr:
2020
Verlag: Schmidt Spiele
Autoren:
Ulrich Blum, Jens Merkl
Spieleranzahl:
1 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer:
30 bis 45 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
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Man muss auch gönnen können
...
Würfeln, planen, Punkte machen
Die Spieler müssen Aufgaben erfüllen, um Karten zu vervollständigen - mal sind das Bonuskarten, die im Spiel Vorteile liefern, mal sind es Wertungskarten, für die es am Ende Punkte gibt, wenn man sie taktisch klug in seine Auslage gebracht hat! Doch Vorsicht! Würfelt man nach, macht man den Mitspielern ein Geschenk! 
 

 
Der Marktstreifen wird in die Mitte gelegt und 4 Wertungs- sowie 4 Bonuskarten offen angelegt.



Jeder Spieler erhält 2 Wertungs- und 2 Bonuskarten vom Stapel, von denen er eine Karte abwerfen muss. Die anderen 3 Karten sind die ersten Karten der eigenen Auslage, die als 3x3-Raster angelegt wird. Karten müssen sich entweder an Kanten oder an Ecken berühren.



Die beschreib- und abwischbaren Karten zeigen verschiedene Felder, die gefüllt werden müssen, um die jeweilige Aufgabe zu erfüllen. Vorgebene Zahlen bzw. Rangfolgen oder Summen müssen da entsprechend angekreuzt bzw. eingetragen werden. Dabei gilt: Ist das Feld weiß, darf eine beliebige Würfelfarbe verwendet werden, ist es farbig, MUSS der für dieses Feld verwendete Würfel die entsprechende Farbe aufweisen - gleiches gilt für leere bzw. Zahlenfelder.



Der aktive Spieler wirft alle 5 Würfel und hat danach die Möglichkeit, beliebig viele Würfel auf der Baustelle zu sichern bzw. beliebig viele Würfel neu zu werfen. Insgesamt darf der aktive Spieler zweimal nachwürfeln. Der aktive Spieler darf Felder auf Karten nur füllen, wenn er damit eine Karte komplett (!) füllen kann. Dann wird ein Haken gesetzt und der Bonus bzw. die Wertung ist freigeschaltet.



Boni können die Spieler jederzeit im Spiel einsetzen, um Würfel für sich zu verändern bzw. mehr Freiheiten zu haben - dafür müssen bei fast allen B-Karten dann Kreise abgekreuzt werden; jeweils 3 Kreise stehen da erst einmal zur Verfügung, sobald die Aufgabe der Karte erfüllt wurde. Boni können beliebig kombiniert und auch in passiven Zügen genutzt werden.



Der aktive Spieler darf jeden Würfel nur einmal verwenden, um Aufgaben zu erfüllen. Zudem kann er gleiche Würfelzahlen zusätzlich (oder alternativ) zum Kauf einer neuen Karte vom Markt verwenden.

Sollte der aktive Spieler nach dem dritten Wurf weder eine Karte füllen noch eine neue Karte kaufen können / wollen, hat er zwei Chance-Optionen:
- Er darf eine zufällige B- oder Wertungskarte vom Stapel ziehen und sie entweder direkt in die eigene Auslage legen oder sie abwerfen ODER
- Er darf zwei beliebige Felder seiner Karten füllen mit dem Würfelergebnis des dritten Wurfes, unabhängig davon, ob die Karte damit gefüllt wird oder nicht.



Nun zeigen viele Karten mehr als 5 Würfelfelder. Somit kann so eine Karte also gar nicht "in einem Rutsch" gefüllt werden. Über die Chance-Option kann sich ein Spieler da vorarbeiten, noch interessanter ist jedoch die Regel, dass die passiven Spieler immer dann ein Feld ausfüllen dürfen, wenn der aktive Spieler nachwürfelt. Die nachgewürfelten Würfel geben die Auswahl für die passiven Spieler vor. Jeder Spieler entscheidet individuell, welchen Würfel er nutzen möchte bzw. ob er dies überhaupt tun möchte. Maximal zwei Felder können passive Spieler also im Normalfall im Zug eines anderen Spielers füllen, wenn die Würfelaugen passen (mit freigeschalteten Boni sind auch mehr Felder möglich). Würfelt der aktive Spieler kein einziges Mal nach, erhalten die restlichen Spieler nichts.



Sobald ein Spieler seine 9. Karte in das eigene 3x3-Raster legt, wird die laufende Runde noch zu Ende und dann eine letzte weitere Runde gespielt. Dann wertet jeder Spieler seine freigeschalteten Wertungskarten aus. Sie geben Punkte in Abhängigkeit der eigenen Kartenauslage (z.B. für jede angrenzende gelbe Karte, für Sets oder erfüllte Reihen etc.). Wer die meisten Punkte sammeln konnte, gewinnt.



Das Spiel kann auch solo gespielt werden; da steigert sich dann der Schwierigkeitsgrad zunehmen, wenn eine bestimmte Punktezahl mit immer weniger Versuchen erreicht werden muss. [ih]
 
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  PLUS:
PLUS:
interessante Mischung aus
   Glücks- und taktischem
   Legespiel
alle Spieler sind stets beteiligt
immer wieder neue Karten-
   Auslagen
ENDE
  MINUS:
MINUS:
erste Auflage mit Material-
   Unstimmigkeiten
man würde sich noch mehr   
   unterschiedliche Aufgaben wünschen
Ablauf ein wenig hakelig
eer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Ingo: Ein Roll-and-Write-Spiel ohne festen Spielzettel bzw. festes Tableau - das ist doch mal was Neues. Die Spieler stellen sich ihr Blatt hier also selbst zusammen. Dabei kommt es nicht nur darauf an, welche Karten jeder Spieler wählt, sondern auch wie er die Karten auslegt. 3x3 virtuelle Felder gilt es da zu belegen, und was einmal liegt, bleibt auch liegen. Das ist ein ganz trickreiches Element, denn bestimmte Wertungen beziehen sich auf bestimmte Kartenformationen. So muss man dann zusehen, sich keine punkteträchtigen Plätze zu verbauen und gleichzeitig muss man auch zusehen, überhaupt die passenden Karten für lukrative Lücken zu erhalten (schließlich wird der Markt zufällig gefüllt) . Das Legeelement ist also taktisch, flexibel, und es gefällt mir echt gut.

Im Spiel gibt es Bonus- und Wertungskarten. Die Boni liefern einem wichtige Möglichkeiten, die Würfel zu manipulieren. Dies ist oft nötig, da man ansonsten doch sehr stark dem Glück ausgeliefert ist. Um am Ende Punkte zu erhalten, benötigt man jedoch auch möglichst abgestimmte Wertungskarten - und auch die gilt es erst einmal zu aktivieren. Das Aktivieren beider Kartenarten läuft über Würfelaufgaben, die man erfüllen muss. Diese sind unterschiedlicher Natur, wobei ich mir hier auf lange Sicht noch mehr Abwechslung gewünscht hätte. Da wären noch weitere Ideen möglich gewesen, auf welche Weise man Würfel kombinieren muss, aber vielleicht hat man die sich ja auch einfach für eventuelle Erweiterungen aufgespart ;)

Um Aufgaben zu erfüllen, benötige ich also Glück. Ich würde sogar sagen: Das Spiel ist anfangs noch glückslastiger als "Kniffel", da die Würfelaufgaben einen teilweise doch stark in den Entscheidungen einschränken und man als passiver Spieler auch abhängig davon ist, ob der aktiver Spieler "Gustav Gans" heißt und ihm stets ein einziger Würfelwurf genügt oder ob er oft zweimal nachwürfeln muss und dadurch viele Geschenke verteilt.  Wer einen Glücksfaktor also generell verteufelt, wird hier eher falsch sein.  Das Spiel mit dem Glück gehört hier aber zum Konzept, denn mit erfüllten Bonuskarten lassen sich die Würfel mehrfach manipulieren, durch mehre Karten mit zunehmend mehr Auswahl, nur Grübler bringen da den Spielfluss schon mal etwas aus dem Takt, denn schließlich gelten die Boni auch für passive Spielzüge, heißt: Nach jedem Nachwürfeln muss der aktive Spieler warten, bis sich alle passiven Spieler entschieden haben, etwas zu tun, bevor er weiterwürfeln darf. Das lässt den Ablauf nicht ganz so smooth wirken wie bei "Dizzle" oder "Ganz schön clever" (aus der gleichen Reihe).

Hinzu kommt hier das Phänomen, dass man als aktiver Spieler einfach gewillt ist, so schnell wie möglich sein Ergebnis zu optimieren, weil man es einfach aus anderen Spielen so kennt. "Halt, lass die Würfel liegen, ich bin noch nicht so weit", ist wohl ein Satz, der immer wieder anfangs am Tisch fallen wird. Dass die Würfel, die quasi auf dem "Silbertablett" präsentiert werden (diesmal ist es die "Baustelle"), für die Mitspieler tabu sind, erfordert ebenfalls zunächst ein Umdenken, wenn man sonst "Ganz schön clever" / "Doppelt so clever" in Dauerschleife gespielt hat. Es scheint intuitiver zu sein, dass die Würfel auf der Baustelle das offene Angebot darstellen, sind sie aber nicht. Man muss als passiver Spieler also auf die anderen Würfel achten, die weniger exponiert auf dem Tisch landen!

So offenbaren sich dann in der praktischen Umsetzung also kleine Schwächen, die sich insbesondere dann bemerkbar machen, wenn man das Spiel mit Wenigspielern spielt, die mit der zunehmenden Optionsauswahl oft schon überfordert scheinen, oder mit Grüblern, die so die angegebene Spieldauer auch mal verdoppeln. Aber keine Sorge: Das Spiel an sich bleibt auch dann noch interessant, und wenn alle Spieler erst einmal alle Möglichkeiten verinnerlicht haben, läuft das ganze auch schon deutlich runder als bei einer Erstpartie. Die Altersangabe "ab 8 Jahren" ist dennoch optimistisch gewählt, denn das Spiel verlangt von den Spielern stets volle Aufmerksamkeit, wenn sie Punkte nicht leichtfertig verschenken wollen.

Ein paar Worte noch zum Material: Die Karten sind gut beschichtet, lassen sich also auch gut wieder abwischen, die Stifte gehen in Ordnung, haben allerdings keine Premium-Plus-Qualität. Sie verwischen doch leicht und werden mit zunehmenden Partien auch jetzt schon etwas blasser, sodass man davon ausgehen kann, dass man hier doch recht schnell für Ersatz sorgen werden muss, wenn man das Spiel öfters spielt. Ein wenig beschleicht mich das Gefühl, dass man dieses Spiel noch schnell zur Nürnberger Spielwarenmesse 2020 fertigstellen wollte. In der Anleitung bleiben teilweise manchmal kleine Fragen offen, die sich erst im Spiel klären (z.B. wie ich mit 5 Würfeln überhaupt mehrere Karten auf einmal kaufen kann, wenn sie doch mindestens 3 Würfel kosten), an anderer Stelle wird plötzlich von "Plättchen" statt von "Karten" gesprochen - und Besitzer der Erstauflage werden etwas verwundert geschaut haben, warum der Marktstreifen zu klein geraten ist; die dort vorgezeichnete Kartengröße entspricht nämlich nur dem farbigen Innenmaß der bedruckten Karten, der äußere weiße Rand wurde hier nicht einberechnet, sodass man die Karten nicht bündig anlegen kann. Das macht zwar spielerisch nichts aus; es ist aber trotzdem ein wenig ärgerlich, dass dieser Fehler in der Produktion durchgerutscht ist. So legt man die Karten also dadurch immer etwas versetzt aus. Ich gehe davon aus, dass dieser Fehldruck in kommenden Auflagen behoben sein wird.


Ist "Man muss auch gönnen können" eher Familien- oder eher Kennerspiel, fragte mich ein Follower auf Instagram. Diese Frage zu beantworten ist jetzt gar nicht mal so einfach. Die eigentlichen Würfelaufgaben sind eher einfacher Natur, noch leichter als z.B. bei "Kribbeln", was sich definitiv mehr an Wenig- und Gelegenheitsspieler richtete. Das Planen einer punkteträchtigen Kartenauslage macht das Spiel aber deutlich taktischer, der ganze Ablauf mit all seinen Optionen auch teilweise fehleranfälliger. In Kombination würde ich dann doch schon sagen wollen, man könne dies als "einfacheres Kennerspiel" deklarieren, zumindest aber als "gehobenes Familienspiel". Es ist ein Spiel, das zunehmend mehr Spaß macht, wenn man es bereits kennt und sich etwas reingefuchst hat. In der Erstpartie werden immer wieder mal Fragen aufkommen, die das Spiel zusätzlich unterbrechen. Wenigspieler, so war es meine Erfahrung, werden hier besser von Spielern, die das Spiel schon kennen, herangeführt.  

Mir persönlich macht "Man muss auch gönnen können" Spaß, und es würde mir sogar noch mehr Spaß machen, wenn der Ablauf irgendwie noch eine Spur flüssiger wäre und es zudem keine theoretische Möglichkeit gäbe, dass ein unbelehrbarer Spieler das Spiel crasht, indem er einfach stets nur auf Kartenkauf spielt und so das Spielende herbeiführt, bevor überhaupt jemand auch nur zwei Wertungskarten gefüllt hat. So ist mir die Grundidee von "Man muss auch gönnen können" durchaus 8 Punkte wert; gespielt wird das Spiel auch in Zukunft auf jeden Fall noch öfter, da bin ich mir ganz sicher. Ich mag das Spiel, aber es dauert nach meinen Erfahrungen etwas, bis alle Spieler den (technischen) Ablauf verinnerlicht haben und eine Partie wirklich reibungslos abläuft und sich nicht mehr "hakelig" anfühlt, was bei unseren Erstpartien tatsächlich der Fall war, obwohl wir ja doch erfahrene Spieler sind. Mit den kleinen Schwächen ergibt das dann im momentanen Zustand noch keine absolute Spitzen-Wertung, aber dennoch gute, ja, wirklich sympathische 7 Kultpunkte. Und wenn ein Spiel trotz Kritikpunkten gern wieder auf den Tisch kommt, macht es ja auch vieles richtig.
 
Beachtet bitte auch unser > Video zum Spiel!
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Ende
 
 
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