www.spielkult.de  

Kontakt    Impressum

Suche

 
   START | SPIELETESTS | VIDEOS | EXTRAS | LINKS | TREFF
    Themen          A bis Z          Neuheiten          Verlage          History  
 
 
Zurück zur Übersicht

Spiel-Fakten:

FamilieStrategie & AufbauWissen & RatenParty & KommunikationLogik & Kombination
KinderKartenWürfel & GlückAktion & GeschicklichkeitLernen

Genre: Familie
Erscheinungsjahr:
2017
Verlag: Schmidt Spiele  ..i..
Autoren:
Lena und Günter Burkhardt
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   
   

 

 
Die Gärten
von Versailles

   
Puzzeln für den König

Nach und nach gestaltet ihr in diesem Spiel euren eigenen Schlosspark. Wer dabei die größten Flächen zusammenpuzzelt, bekommt auch den größten Lohn - zumindest so lange, bis ein anderer Spieler es noch besser macht...
 
 
Irgendjemand ist auf die Idee gekommen, wir hätten Talent für das Anlegen des berühmten Schlossparks von Versailles - König Ludwig XIV., um genau zu sein. So steht er vor der ersten Kolonne an Parkverschönerungen, die aus so vielen Teilen besteht wie es der Spielerzahl verlangt (4 bei 4 Spielern, 3 bei 3 oder 2 Spielern). Sieben solcher Plättchengruppen liegen pro Runde aus, man kann also schon sehen, welche Plättchen im Laufe der Runde im Angebot sind. Jedes Plättchen besteht dabei aus vier Parkfeldern, mal gleichfarbig, mal verschiedenfarbig...



Nun erhalten die Spieler 10 zufällig gezogene Handkarten, die Zahlen von 1 bis 55 zeigen. Bei jeder der sieben Plättchengruppen spielt jeder Spieler verdeckt eine Karte aus, dann wird aufgedeckt. Der Spieler, der die niedrigste Karte gespielt hat, bekommt das erste Plättchen der Gruppe. Das ist das, das dem König am nächsten liegt. Die anderen Spieler folgen in aufsteigender Reihenfolge ihrer gewählten Karten. Wird nur zu zweit gespielt, spielt "Ludwig" als virtueller dritter Spieler mit. Für ihn werden ebenfalls Karten aufgedeckt - und dementsprechend Plättchen aus dem Angebot entfernt; einen eigenen Park legt er natürlich nicht.



Nach jeder vergebenen Plättchengruppe legt jeder Spieler sein neu erhaltenes Plättchen in seine Auslage. Ab dem zweiten Plättchen muss angrenzend an mindestens ein vorhandenes Plättchen angelegt werden (auch versetzt, aber nie Eck-an-Eck). Jeder Spieler bastelt also seinen eigenen Schlosspark.



Die Farben der Parkfelder müssen dabei nicht zwingend passend aneinander gelegt werden, allerdings bekommt der erste Spieler, der in einer der fünf Farben mindestens 4 Felder aneinander gelegt hat, das Wertungsplättchen dieser Farbe (3 Punkte in der ersten Runde). Erst, wenn ein anderer Spieler ihn in der Anzahl übertrifft, wechselt das Plättchen. Das kann auch mehrfach passieren, sodass die fünf Plättchen mitunter munter durchgetauscht werden.



Nach sieben vergebenen Plättchen pro Spieler erfolgt eine Zwischenwertung. Punkte gibt es für jedes Wertungsplättchen, das ein Spieler besitzt sowie für die zwei größten zusammenhängende Gebiete eines Spielers (1 Punkt pro Feld). Dann folgt eine zweite Runde nach dem gleichen Prinzip. Diesmal gibt es am Ende für die Auslage aus 14 Plättchen 5 Punkte pro Wertungschip, außerdem werden nach den zweiten sieben Plättchengruppen auch noch die Zweitplatzierten jeder Farbe mit 3 Punkten entlohnt. 3 Punkte bekommt auch der Spieler mit der größten Brachfläche, die in Runde 1 nichts wert war. Und es gibt dann noch einmal Punkte für die drei größten eigenen Flächen (wieder 1 Punkt pro Feld).



Wer die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt. [ih]
 
 Folgt SPIELKULT.de:
   Facebook     Twitter
     
    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
einfaches Legespiel mit
   kleinen taktischen Möglichkeiten
ENDE
  MINUS:
MINUS:
oft entscheidet das Glück
die Gestaltung ist doch sehr dröge
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     

Ingo: Wenn ich ein neues Spiel auf den Tisch gelegt bekomme (als Cheffe macht man das nicht mehr selbst... naja... irgendwie doch... aber pssst...), achte ich zunächst auf folgende Kriterien: Das Spiel muss gut funktionieren, es sollte einen Spannungsbogen besitzen, auch nach mehreren Partien noch Spaß machen, originell sein und eine hübsche Gestaltung haben - das Auge spielt bekanntlich mit.

Spiele, bei denen man Farbfelder aneinander legt, um große Flächen entstehen zu lassen, gab es schon öfters. Doch gerade im aktuellen Jahrgang scheint dieses Spielprinzip wieder neu entdeckt worden zu sein. Da wäre das einfache "Kingdomino" (> Testbericht), das durch seine schlichte Eleganz auch direkt zum Spiel des Jahres nominiert wurde. Hier wurde das klassiche Dominoprinzip in ein Legepuzzle verwandelt, das ganz tricky, zum anderen aber auch sehr simpel daherkommt und auch noch hübsch aussieht. Ideal also für Familien, für Wenig- und Gelegenheitsspieler. Das Pendant für Vielspieler wäre dann wohl das raffinierte "Honshu" (> Testbericht), das eine ordentliche Schippe drauflegt. Hier wird das Puzzlen und Erschaffen von Landschaftsflächen zur echten Herausforderung; hinzu kommen variable Aufträge, sodass sich jede Partie auch anders anfühlt.

Genau in diesen Spielsektor fällt auch das vorliegende "Die Gärten von Versailles", was ja durchaus für Erfolgchancen spricht, doch das Spiel hat in meinen Augen gleich mit mehreren Problem zu kämpfen. Zum einen ist es das Spiel, das von den genannten am spätesten erschien. Spielererfahrene Spieler kennen also die beiden zuvor genannten Spiele bereits und ziehen dementsprechend Vergleiche. Spielerisch zeigt sich das Schmidt'sche Spiel dann auch recht glückslastig, obwohl der Anschein erst ein anderer ist, da man die Auswahl aller Plättchen einer Runde offen ausliegen hat. Das Problem: Anders, als bei "Kingdomino" oder "Honshu", hat der Erste einer Runde keineswegs die freie Auswahl an den zur Verfügung stehenden Plättchen, stattdessen werden diese nach ihren Positionen vergeben. Wer nun keine 1 oder 55 auf der Hand hält, weiß also nie mit 100 Prozent Sicherheit, was er bekommt. Die äußeren Plättchen (erstes und letztes) lassen sich mit Karten zum einen oder anderen Extremum noch durchaus gezielt ansteuern; wenn ich jedoch ein Plättchen aus der Mitte haben möchte, ist es mehr oder weniger Zufall, ob mir das mit meiner gewählten Karte gelingt oder nicht.

Dem entgegen spricht dann die Tatsache, dass es meistens aber auch völlig egal ist, ob ich ein Wunschplättchen erhalte oder nicht... Die Legeregeln sind bei den "Gärten von Versailles" nämlich sehr, sehr locker. Im Grunde darf ich jedes Plättchen hinlegen, wo ich möchte, so lang es an ein anderes grenzt. Ja, natürlich möchte ich Farbflächen vergrößern, aber das gelingt doch sehr oft wie von selbst, da oftmals immer irgendwo was passt, ohne dass ich mir endgültig allzu viel verbaue. Der Spannungsbogen ist dementsprechend erst mal nicht allzu hoch, vielmehr handelt es sich um das, was ich oft als "Wohlfühlspiel" bezeichne, heißt: Ich baue etwas auf, ohne mich allzu sehr zu ärgern... Für ein Familienspiel also eigentlich ja ganz nett.

Aber: Natürlich gewinnt am Ende der Spieler mit den meisten Punkten. Dadurch, dass man das Spiel maximal zu viert spielen kann, ist also für jeden erst einmal eine Farbe da, auf die er spielen kann, ohne dass einem ein Mitspieler in die Quere kommen muss, es sei denn, alle spielen auf Angriff. Unsere Spielerfahrung hat gezeigt, dass es zum einen Partien gibt, bei denen die Wertungschips dauernd hin- und herwandern, da die Spieler sich abwechselnd immer um 1 oder 2 Felder übertreffen - zum anderen gibt es Partien, bei denen ein Spieler mit einer Farbe derart schnell nach vorn prescht, dass es für die anderen Spieler gar keinen Sinn mehr macht, ihm hinterherzuhecheln... Besonders wird das im 2-Spieler-Spiel deutlich. Wer sich da in 3 Farben mit mehr als 2 Feldern Vorsprung abhängen lässt, wird fast keine Chance mehr haben, den Führenden einzuholen, es sei denn, der Spieler baut eine extrem große einfarbige Fläche, um den Punkteverlust auch nur annähernd ausgleichen zu können. In 9 von 10 Spielen Zweierspielen scheint der Sieger aber schon vorzeitig festzustehen. Je mehr Spieler also antreten, umso mehr kommt der Wettkampf-Mechanismus zum Tragen, umso interessanter ist der Wettbewerb um den besten Schlosspark.

Schlosspark? Nun, wenn ich an Versailles denke, dann denke ich an adligen Prunk. Prunkvoll sieht das, was man in diesem Spiel vor sich auslegt, aber leider nicht aus. Die Gestaltung der Plättchen ist - anders als das atmosphärische Schachtelcover - zweckmäßig, ja, aber auch ziemlich seelenlos. Alles wirkt leider sehr langweilig, wie aus dem Clipart-Vorrat eines Computers geniert, was einem dann auch nicht zu diesem Gefühl verhilft, man habe etwas wirklich Tolles erschaffen. Das haben "Kingdomino" und "Honshu" grafisch echt besser, einfach liebevoller, hinbekommen...

Und so fällt "Die Gärten von Versailles" in diesem Spielejahrgang doch bei wohl vielen Spielern durchs Raster. Gäbe es die Konkurrenz nicht, hätte ich dem Spiel größere Chancen auf einen kleinen Erfolg versprochen. So aber ist dieser Titel - aus oben genannten Gründen - für mich der schwächste der drei im Wettbewerb stehenden Spiele. Es ist spielbar, es ist auch nett, aber es hat kein Alleinstellungsmerkmal, das für mich wirklich besser (oder sagen wir unterhaltsamer, spannender) wäre als bei den anderen Titeln dieses Genres. Wer noch keines dieser Spiele besitzt, wird auch Vergnügen an den "Gärten von Versailles" haben können. Aber es geht eben besser. Ach, wäre doch wenigstens die Illustration der Plättchen liebevoller, dann könnte ich auch "Versailles" lieber mögen... So aber kommt das Spiel bei mir nicht über die Einstufung "besserer Durchschnitt" hinaus - heißt: 5 bis 6 Punkte, je nach Spielerzahl. Mehr kann ich aufgrund der zu starken Konkurrenz im Vergleich nicht vergeben. Der König möge es mir versaillen, ähm, verzeihen...
...
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 

   > So testen wir
       
    Alle Spiele
von A bis Z:

 
Auswahl
# A B C
D E F G
H I J K
L M N O
P Q R S
T U V W
X Y Z #
 

 

 

 

 
 

 

         
     
(C) SPIELKULT.de ^^^       Impressum       Datenschutz