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Spiel-Fakten:

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Genre: Strategie, Familie
Erscheinungsjahr:
2018
Verlag:
Schwerkraft Verlag
Autor:
Adam P. McIver
Grafik:
Jacqui Davis,
Adam P. McIver,
Anita Osburn
Spieleranzahl:
1 bis 4
Alter:
ab 12 Jahren
Spieldauer:
ca. 45 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
 

 

 
Ex Libris
...

"Gurken, Möhren und anderes Killergemüse"
Wenn ihr einen solchen Buchtitel in eurem Bücherregal stehen habt, könnt ihr nur ein Bibliothekar in einer verrückten Fantasystadt sein! Dort erschafft ihr euch nämlich aus über 500 skurrilen Werken in ständig sich in Luft auflösenden Orten eure eigene Sammlung, die sowohl stabil untergebracht als auch themenreich sein will! Doch nicht jedes Buch ist ein gutes Buch ...
 

 
Jeder Spieler erhält ein eigenes Standard-Bibliothek-Tableau und drei Assistenten.



Im Fortgeschrittenen-Spiel erhält jeder Spieler eine individuelle Bibliothek mit zwei Assistenten und einem passendem Spezialassistenten.



Vom gut gemischtem Bücherkartenstapel zieht jeder Spieler sechs Karten auf die Hand. Die Bücher auf den Karten sind in sechs verschiedene Genre eingeteilt. Die Genrekarten werden gemischt und je eine Karte zufällig aufs Spielbrett bei den "Beliebten Werken" und "Verbotenen Büchern" ausgelegt. Von den restlichen Karten zieht jeder Spieler eine Karte geheim auf die Hand.



Zu Beginn einer Spielrunde wird eine bestimmte Anzahl Ortsplättchen ausgelegt, bei drei Spielern z.B. stets drei. Auf den Ortsplättchen gibt es diverse Einsetzfelder für die Assistenten der Spieler, die diese nun reihum einsetzen (auch die eigene Bibliothek steht immer zum Einsetzen zur Verfügung). Beim Einsetzen eines Spezialassistenten (Foto unten) wird immer die Spezialfähigkeit berücksichtigt, die einzelne Regeln verändern kann.



Jeder Ort hat eine spezielle Aktion, die entweder sofort beim Einsetzen oder am Rundenende ausgeführt wird. 18 verschiedene Orte mit individuellen Aktionen gibt es insgesamt, die Regeln der jeweiligen Ortsaktion werden auf den Ortsplättchen und auf den Spielerhilfen genau beschrieben. Ohne jetzt auf alle einzelnen Aktionen eingehen zu wollen, geht es stets darum, dass die Spieler neue Bücherkarten auf die Hand bekommen, Karten austauschen oder abwerfen und Karten ins eigene Bücherregal stellen.



Sobald alle Spieler reihum immer so lange einen Assistenten eingesetzt haben, bis keiner mehr übrig ist, und sämtliche Aktionen ausgeführt wurden, endet eine Runde. Das ausliegende Ortsplättchen mit der niedrigsten Nummer (es gibt die Orte von 1 bis 18) wird nun dauerhaft auf den Spielplan verschoben, die anderen Orte werden durch neue vom Stapel ersetzt. Das wiederholt sich nach jeder Runde, d.h. es stehen immer die neu ausgelegten Orte und zusätzlich auch immer die wachsende Anzahl an Orten auf dem Spielplan (aus vorangegangenen Runden) beim Einsetzen der Assistenten zur Verfügung.



Gespielt wird, bis ein Spieler eine bestimme Anzahl an Bücherkarten in sein Regal gestellt hat, nach einer letzten Runde folgt dann die Schlusswertung.

Doch wie genau baut man sein Regal? Die erste Buchkarte legt man offen vor sich aus, jede weitere Karte dann jeweils waagrecht oder senkrecht angrenzend an eine bereits liegende Karte. Das eigene Regal darf beliebig breit werden, jedoch maximal drei Buchreihen hoch! Dabei sollten die Spieler die Buchkarten stets genau betrachten. Jede Karte zeigt eine bestimmte Anzahl und Genre-Kombination aus zwei bis vier Büchern. Oben links findet man den Anfangsbuchstaben der Buchtitel dieser Karte sowie die Nummerierung (z.B. Karte 2 von 10 mit dem Buchstsben H).



Die Spieler sollten stets bemüht sein, die Karten im Regal sortiert anzuordnen, A zum Beispiel idealerweise oben links, N eher in der mittleren Reihe und Z wohl am besten unten rechts, wobei es da keine Vorgaben gibt und die Anordnung natürlich auch von den dem Spieler verfügbaren Karten bestimmt wird. Innerhalb einer Buchstabengruppe müssen die Karten idealerweise auch noch nummerisch korrekt sortiert sein (z.B. 2/10 links von 4/10). Es dürfen Karten auch falsch sortiert ins Regal gestellt werden, sie gehen bei der Schlusswertung aber nicht in die Wertung einzelner Bücher ein. Auch darf der Spieler freiwillig vor der Wertung Karten umdrehen, um dadurch z.B. die Ordnung wiederherzustellen oder bestimmte Genre nicht werten zu müssen.



Bei der Abschlusskontrolle wird zunächst die Sortierung von oben links nach unten rechts kontrolliert. Nicht korrekt sortierte Buchkarten werden nun umgedreht. Die Bücher darauf zählen also bei der weiteren Wertung nicht mit. Dann wird die Stabiliät des Regals beurteilt. Das größte zusammenhängende Rechteck ohne Lücken (mind. 2x2 Karten von unten) wird bei jedem Spieler bestimmt. Die Anzahl der Karten entspricht dabei den Punkten, wobei auch umgedrehte Karten mitzählen.



Nun wird die Anzahl an Büchern für jedes Genre im eigenen Regal ermittelt. Wer die meisten "Beliebten Werke" besitzt, erhält 15, der zweite 9 und der dritte noch 4 Punkte. Jedes gesammelte verbotene Buch bringt einen Minuspunkt. Belohnt wird dann auch Themenvielfalt. So wird nur das Genre gewertet und die Anzahl der Bücher dieses Genres im Regal des Spielers verdreifacht, von dem der Spieler am wenigsten Bücher gesammelt hat; die "verbotene" Kategorie zählt dabei nicht mit! Und die eigene geheim gezogene Bonuskategorie verdoppelt schließlich noch die Anzahl an gesammelten Büchern dieses Genres und verwandelt sie ebenso in Siegpunkte. Wer nun über sämtlichen Teilwertungen insgesamt die meisten Siegpunkte gesammelt hat, gewinnt.



Varianten: Die Anleitung beinhaltet zudem auch eine Solospiel-Variante. [ih]

Hinweis: Wie alle Schwerkraft-Spiele, kann auch dieses Spiel wieder direkt beim Verlag bestellt werden [Link zum Shop].
...
 
 ERKLÄRVIDEO
 
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    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
einfache Regeln, kurze Spielzeit
gelungene Mischung aus Worker-
   Placement und Legespiel
abwechslungsreich durch immer
   neue Ortskombinationen
geniale Buchtitel als Illustrationen
schönes Spielmaterial
ENDE
  MINUS:
MINUS:
mitunter glücksabhängig
hat man einmal alle Buchtitel gelesen,
   fällt der Humorbonus weg

leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Ingo: Ich widme diese Rezension meinem Ex-SPIELKULT-Kollegen Dörk (ähm, Name aus Datenschutzgründen frei erfunden ...), der meine Liebe für Eurogames, nun, eigentlich die Liebe sämtlicher Spieler für Eurogames, stets mit der Klassifizierung "Eurogames sind Telefonbuchspiele" kommentierte und nicht selten einen Zusammenhang zur jährlichen Steuererklärung herstellte ... ;) Nun, lieber Dörk, jetzt gilt es, stark zu sein... Ich weiß, du wirst schreiend deine Ameritrash-Spiele samt angemalter Miniaturen vom Tisch fegen, wenn ich dir sage, dass man bei "Ex Libris" tatsächlich Karten nach Buchstaben sortiert und die Ablage erst perfekt ist, wenn auch die nummerische Sortierung stimmt. Da freut sich das Herz jedes Bürokaufmanns - oder, um im Thema zu bleiben - eben das Herz jedes Bibliothekars ;) Aber hey, so trocken das jetzt erstmal klingen mag - "Ex Libris" macht Spaß, und das sage ich nicht, um, nur aus Protest, die Eurogame-Fahne hochzuhalten. Im Gegenteil!

Ist "Ex Libris" ein Familien- oder ein Strategiespiel? Diese Frage sollte man vorab klären. Ich möchte das Spiel als "Kennerspiel" bezeichnen, heißt: Einfaches Strategie - bzw. gehobenes Familienspiel. Die Grundidee erinnert dabei teilweise an "Fabelsaft". Auch da poppten immer neue Orte auf, die ich im Worker-Placement-Stil besuchen konnte, um meine Kartenhand zu erweitern oder zu verändern. Die Orte sind bei "Ex Libris" eine Spur umfangreicher, was den Regeltext angeht. Die erste Partie wird daher etwas holprig ablaufen, da man erst einmal in jeder Runde jede neue Option erfassen muss - und so schnell mancher Ort ins Spiel kam, so schnell ist er dann auch schon weg. Ja, ja, das passt thematisch schon ... in einer Fantasywelt ist schließlich alles möglich ;) Hat man das Spiel öfters gespielt, weiß man aber direkt, wie jeder Ort funktioniert.

Dabei ist das Grundprinzip wirklich extrem simpel. Spielt man mit den Spezialassistenten, läuft das Spiel aufgrund einer jeweils individuellen Spezialfähigkeit asymmetrisch, wobei nicht jede Fähigkeit gleich gut erscheint. Zumindest war das bei einigen Spielern immer das schlagende Argument, wenn es darum ging, sich zu erklären, warum man nicht gewann ;) Ein kleines Highlight sind dabei aber die korrespondierenden Figuren - vom Schneemann bis zum Schleimwürfel. Das Material ist top - ja, es gibt sogar Luxusmaterial wie den Ablageplan oder die großen Spielerhilfen. Beides wäre zum Spielen in dieser opulenten Form gar nicht zwingend nötig gewesen, aber es verleiht dem Spiel einfach noch mehr Stil, wie auch das Formular für die Endwertung, das in Form eines beschreibbaren Klemmbrettes daherkommt. Das ist alles schon super gemacht!

Das Worker-Placement-Element allein würde mich jetzt nicht mehr wirklich überraschen, interessant wird das erprobte Konzept dann aber in Kombination mit dem Puzzle-/Legeelement. Das Konstruieren des Bücherregals mit möglichst durchweg korrekt sortierten Buchkarten ist schon eine kleine Herausforderung, die umso größer wird, wenn ich beispielsweise nach dem B einen großen Freiraum bis zum L lasse, was theoretisch ja echt Sinn macht (die Verteilung der Karten bzw Buchstaben ist übrigens als Spielerhilfe auf der eigenen Bibliothektafel zu finden) ... und ich dann prompt nur Bücher mit S, W und Z ziehe. Da gilt es dann, Pläne umzustellen, zu optimieren und nie die Möglichkeit außer Acht zu lassen, Buchkarten vor der Wertung umzudrehen, um mir dadurch im Idealfall sogar Vorteile zu verschaffen, auch wenn dann mal einige Buchtitel nicht in die unterschiedlichen Anzahl- und Mehrheitenwertungen eingehen. Verbotene Bücher kann ich so z.B. auch eliminieren. Und absichtliches Falschbauen kann manchmal echt vorteilhaft sein. So wird das Regal zumindest stabil, auch wenn die umgedrehten Karten dann nicht zur restlichen Wertung beitragen. Als Fan von Legepuzzlen trifft dieses Element definitiv meinen Geschmack.

Das alles ist gut. SEHR gut wird "Ex Libris" dann aber vor allem auch durch seine über 500 abstrusen Buchtitel, die die Karten schmücken. Klar, auch die Anleitung gibt offen zu, dass man die Buchtitel nicht zum Spielen braucht, aber diese NICHT zu beachten und nur auf die Symbole zu schauen, wäre schon fatal. Dann wären wir wirklich im Bereich der Steuererklärung, wenn ein Spieler hier nicht herzhaft lachen würde! Die Buchtitel wurden - wie auch im englischsprachigen Original - mit ganz viel Liebe ausgedacht, und wer sich in der "Szene" auskennt, wird sogar den einen oder anderen Titel entdecken, der explizit aufs Verlagsprogramm des Schwerkraft Verlages abzielt. Das alles ist schon ziemlich abgedreht und "geekig". Wann immer es einmal zu einer Wartezeit während des Spiels kommt, habt ihr also echt gut gemachte Unterhaltungslektüre. Dieser Effekt lässt zwar nach, je mehr Karten man von Partie zu Partie schon gesehen hat, dennoch: Bis man mehr als 500 Titel zu Gesicht bekommen hat, dauert es etliche Spielrunden, und auch danach verläuft ja keine Partie wie die andere, da sowohl die Orte als auch die Bücher in immer neuen Konstellationen ins Spiel kommen. Gut möglich, dass man im Erfolgsfall auch neue Buchkarten nachschiebt, ich wäre jedenfalls ein potentieller Käufer ;)

Und so hat mich, wie ihr sicher schon gemerkt habt, "Ex Libris" mit seinem ganz eigenen Charme in den Bann gezogen. Sicher, objektiv betrachtet gibt es innovativere Worker-Placement-Spiele, die mehr bieten. Und es gibt auch noch abwechslungsreichere Puzzlespiele. Aber bei "Ex Libris" stimmt in meinen Augen einfach das Gesamtkonzept, das sogar thematisch rund bleibt und trotz Fantasywelt nicht aufgesetzt wirkt. Okay, das Spiel begeisterte nach meinen Erfahrungen nicht ALLE Spieler in dem Ausmaß wie mich, das muss ich zugeben, aber solide bis gut fand es jedoch bislang ausnahmslos jeder Spieler in unseren Testrunden. Und wer, wie ich, das spezielle Flair und den überall vorhandenen Humor ähnlich aufsaugen konnte, der schließt sich dann auch meiner Meinung und meiner Punktewertung an. Für mich aufgrund der einfachen, aber dennoch herausfordernden Mechanismen, der schönen Gestaltung und den genial ausgedachten Buchtiteln (großes Lob hier noch einmal für die perfekte deutsche Lokalisierung!), "sehr gut"! Fabelsaft, Entschuldigung, fabelhaft für Familien mit etwas Spielerfahrung oder Vielspieler, die auch gern einmal etwas Lockeres spielen. Von meiner Seite "fantastische" 8 Kultpunkte!

Beachtet auch unser > Video zum Spiel!
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   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
   KULTFAKTOR: TEAM-TREND 
...
   Ingo
   Michael
   Ralf
   Lutz
   Jürgen
Ende
...
 

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