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Spiel-Fakten:

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Genre: Familie, Taktik
Erscheinungsjahr:
2017
Verlag: iello / im Vertrieb von Hutter Trade  ..i..
Autor: Richard Garfield
Grafik: Paul Mafayon
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 45 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
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Bunny Kingdom
...

Königliche Kaninchen kriegen Karotten

Durch Kartenauswählen und Weitergeben (engl. Draften) erweitern wir unser Einflussgebiet, um möglichst viele Punkte zu bekommen. Das klingt relativ bekannt? Aber diesmal spielt ihr mit Hasen! Und die sind doch sooooo niedlich...
 
 
Ihr sollt eure Lehen stark und wohlhabend machen, sowie nebenbei noch des Königswünsche erfüllen. Damit es hierbei kein Chaos gibt, wurde das zu erschließende Land auf dem Spielbrett mit einem Koordinatensystem versehen, sodass jedes Gebiet durch einen Buchstaben und eine Zahl eindeutig definiert ist, wie beim "Schiffe versenken". Liegt das Brett flach auf dem Tisch, so können die Spieler auf jede abgebildete Stadt eine der kleinen Plastikstädte mit einem Turm setzen. Jeder Spieler erhält die Hasenfiguren seiner Spielerfarbe und eine Übersichtskarte (Rechenhilfe). Alle Karten werden gemischt. Die restlichen Gebäude werden neben dem Spielplan bereit gelegt.



Die Spieler erhalten 10 (bei 4 Spielern) oder 12 (bei 3 Spielern) Karten. Bei zwei Spielern gibt es ein paar Sonderregeln, die ich am Ende erläutere. Zunächst werde ich die Runden erläutern und danach, wie die Karten sowie Wertungen funktionieren.

Es werden 4 Runden gespielt, in denen alle Handkarten aller Spieler ausgespielt werden. Zunächst sucht sich jeder Spieler zwei Karten aus seinen Karten aus. Dies geschieht verdeckt und gleichzeitig. Dann decken alle Spieler ihre zwei Karten auf und arbeiten diese ab, was meist auch gleichzeitig geschieht. Dann wandern die übrigen Handkarten an den linken Nachbarn. Von rechts erhält der Spieler natürlich Karten, da er ja für seinen rechten Nachbar der linke Nachbar ist. Von diesen Karten suchen sich die Spieler wieder zwei Karten aus, welche dann gespielt werden. Die Karten werden wieder weitergegeben usw., bis alle Handkarten weg sind. Dann folgt eine Wertung der Lehen.



Dies wird viermal wiederholt, wobei nicht der ganze Kartenstapel verbraucht wird, und deswegen einmal gespielte Karten in einer Partie nicht wieder auftauchen können. Nach der vierten Wertung der Lehen werten die Spieler noch ihre Schriftrollen und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Jetzt, da ihr euch voller Spannung fragt, wie denn nun Lehen und Schriftrollen in den Besitz der Spieler kommen, will ich euch ein wenig über die Karten erzählen. Es gibt verschiedene Kartenarten. Es gibt Gebietskarten, Gebäudekarten und Schriftrollen. Eine Gebietskarte zeigt die Koordinaten eines Gebiets. Spielt ihr eine Gebietskarte, so wird sofort eine eurer Hasenfiguren auf das Gebiet gestellt. Es gibt verschiedene Gebiete. Meere, Äcker, Berge, Wiesen und Städte finden sich auf dem Brett. Während Äcker Karotten produzieren, Meere Fisch enthalten, Wälder Holz und Städte immer Städte mit einem Turm sind, sind Wiesen und Berge leer. Wofür Waren und Städte gebraucht werden, folgt gleich.



Zunächst schauen wir uns die Gebäude an. Wird eine Gebäudekarte gespielt, so legt der Spieler das entsprechenden Gebäude auf diese Karte und wartet, bis alle Karten dieser Runde gespielt wurden. Dann darf der Spieler alle seine Gebäude bauen. Ein Gebäude darf auf ein Gebiet mit eigenem Hasen ohne anderes Gebäude gebaut werden. Manche Gebäude haben auf ihren Karten bestimmte Landschaften vermerkt, auf welchen sie gebaut werden müssen. Es gibt verschiedene Gebäude. Städte haben 1, 2 oder 3 Türme und erhöhen die Punkte, die ein Lehen ausschüttet. Es gibt Gebäude, welche die drei Basisrohstoffe produzieren (Fisch, Holz oder Karotten), und Gebäude, welche Luxusgüter (Perlen, Gold, Gewürze u.v.m.) produzieren. Auch Waren erhöhen die Punkte, die ein Lehen bringt. Riesentürme erlauben es zwei weit entfernte Gebiete so zu behandeln, als ob sie benachbart wären. Lager erlauben es irgendein Gebiet mit einem Hasen zu belegen, bis ein Spieler dieses Gebiet mit der Gebietskarte beansprucht.



Da die Lehen so oft erwähnt werden, wird es Zeit mal zu klären, was Lehen sind. Lehen sind zusammenhängende benachbarte Gebiete, welche vom selben Spieler besetzt sind. Jede Runde werden diese gewertet, indem die Anzahl der Türme im Lehen mit den verschiedenen Waren, welche dort produziert werden, multipliziert werden. Als Beispiel: Befinden sich sowohl eine Stadt mit 1 Turm als auch eine Stadt mit 2 Türmen im Lehen und im Lehen werden Karotten und Holz hergestellt, so sind dies (3 mal 2) 6 Punkte.



Die letzte Kartenart sind Schriftrollen. Diese Karten werden beim Ausspielen nicht gezeigt, sondern bis zum Spielende geheim gehalten. Am Spielende bringen die Schriftrollen Punkte entsprechend ihrer Beschreibung, z.B. 1 Punkt pro eigenem Wald, 10 Punkte, wenn 9 Städte besetzt sind, etc.

Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.



Solltet ihr nur zu zweit spielen, so bekommt jeder Spieler 10 Karten auf die Hand und 10 Karten als Stapel vor sich. In jedem Zug ziehen die Spieler eine Karte vom Stapel auf die Hand und wählen dann eine Karte, welche abgeworfen und eine, die gespielt wird. Dann werden die Handkarten getauscht. Alles andere läuft genau wie bei 3 oder 4 Spielern ab. [ls]
 
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    Checkpoint
  PLUS:
P
sehr schöne Grafik / Gestaltung
leicht zu erlernen
ENDE
  MINUS:
MINUS:
zu viert sehr zufällig
Gebiete zu klein
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Lutz: Bonbonhafte Bunnies bringen uns das Koordinatensystem und das kleine Einmaleins bei. So könnte ich das Spiel sehr pädagogisch betiteln, was allerdings dem Spiel nicht ganz gerecht wird. Allerdings sind die bonbonhaften Bunnies, also die bunten Hasenfiguren, die kleinen Plastikstädte und die tolle Grafik der Karten sicherlich ein Hingucker, sodass es kein großes Problem ist, Mitspieler für "Bunny Kingdom" zu finden. Da passt es gut, dass die Einstiegshürde auch nicht besonders hoch ist. Das "12+" auf der Schachtel ist bestimmt auch eher den verschluckbaren Kleinteilen geschuldet als der Schwierigkeit...

Der Ablauf ist relativ einfach. Alte Spielhasen kennen das Draften, also Auswählen von Karten und den Rest weitergeben, schon. Truant hat diesen Mechanismus in "Fairy Tale" (2004) als zentralen Mechanismus gewählt und kurze Zeit später wurde er durch das Kennerspiel des Jahres 2011, "7 Wonders", bekannt. Neue Spieler verstehen aber auch schnell, was sie machen müssen: 2 Karten auswählen, die Karten ausführen, Handkarten weitergeben. So geht das Spiel relativ flott, auch wenn ab und an kurz was gelesen werden muss oder jemand eine Entscheidung fällen muss. Alle Spieler dürfen ihre Entscheidungen und Aktionen zeitgleich ausführen. Das spart natürlich Zeit, sodass das Spiel selbst mit 4 Spielern durchaus in 45 bis 60 Minuten zu spielen ist.

Und trotzdem empfehle ich das Spiel nicht mit 4 Spielern zu spielen. Mit 4 Spielern seht ihr jede Kartenhand in einer Runde nur einmal. Von dieser dürft ihr je 2 Karten aussuchen. Ihr könnt nicht planen, welche Karten vielleicht noch diese Runde kommen. Dies ist z.B. in "7 Wonders" möglich, da für eine Spieleranzahl die Karten eines Zeitalters immer gleich sind. Bei "Bunny Kingdom" kommen einige Karten gar nicht erst ins Spiel, sodass einfach genommen werden muss, was kommt. So eine hohe Unplanbarkeit ist mir einfach zu wenig Spiel. Bei 3 Spielern sehe ich jede Kartenhand dreimal in der Runde und kann somit darauf spekulieren, welche Karten die anderen Spieler wählen werden und welche nicht. Mit 3 Spielern hat mit "Bunny Kingdom" am meisten Spaß gemacht. Mit zwei Spielern funktioniert "Bunny Kingdom" auch gut, wird aber dann schon recht strategisch, zumindest über die Runde hinweg. Es kann gut geschätzt werden, welche Karten der Gegner wählen wird und welche man selbst wählen sollte.

Beim Kartenauswählen hilft die Gestaltung der Karten sehr. Nicht nur findet sich die Ware, die eine Landschaftsart produziert, als Symbol auf der Karte, sondern auch das große Bild der Landschaft zeigt klar, um welche Landschaft es sich handelt und was diese produziert. Für Leute, die nicht so gerne kopfrechnen, gibt es eine Rechenhilfe in Form einer Tabelle für jeden Spieler. So können, denke ich, auch 10- jährige "Bunny Kingdom" schon bewältigen. Gebäude wurden so gestaltet, dass sie nicht die Symbole auf dem Spielbrett verdecken sollen… zumindest nicht ganz. Städte neigen dazu, Waren auf ihren Feldern zu verdecken. Dies ist beim Werten der Lehen recht unübersichtlich. Die knallbunten Häschen helfen schon beim Unterscheiden, zu wem welches Gebiet gehört, aber das ganze wäre etwas handlicher, wenn das Spielbrett nur ein bisschen größer wäre. Dafür wäre auf dem Spieltisch und in der Schachtel sicherlich noch Platz gewesen. Dies hat der Verlag, iello, auch erkannt und so wurde die zweite Edition mit einem größerem Spielbrett ausgestattet.

Besonders innovativ ist einfaches Kartenauswählen nicht und das Bilden von zusammenhängenden punkteträchtigen Arealen auf einem Brett auch nicht. Das hinter der Hasengestaltung auch nur ein sehr gewöhnliches Thema (mittelalterliches Königreich aufbauen) steht, hilft da auch nicht. Zum Glück gibt es die Schriftrollenkarten, um das Spiel zu würzen. Schriftrollen können von den Gegnern nur geschätzt werden, da diese bis zum Spielende verdeckt gehalten werden. Die Karten geben meist Punkte unter bestimmten Bedingungen (produziere 8 Holz) oder geben Punkte für bestimmte Spielelemente (2 Punkte pro produziertem Holz). Sie machen "Bunny Kingdom" nicht nur interessanter, weil es geheime Punkte am Spielende gibt, sondern stellen den Spieler plötzlich vor die Entscheidung, ob er Karten passend zu seinen Schriftrollen wählen oder eher seine Lehen erweitern sollte, damit diese mehr Punkte bringen. Beide Strategien können ein Weg zum Sieg sein. Somit bietet "Bunny Kingdom" mehr wichtige Entscheidungen, als es zunächst den Anschein hat.

Ein Spiel, welches gut mit "Bunny Kingdom" verglichen werden kann, ist "Schatzjäger" (> Testbericht). Es stammt vom selben Autor und basiert auch auf Draften. "Schatzjäger" hat mir besser gefallen, weil die Spieler nicht so schrecklich viel rechnen müssen. Sicher, bei "Bunny Kingdom" fällt das Rechnen nur an, wenn gewertet wird, aber dies ist eine recht trockene Buchhaltung und macht "Bunny Kingdom" etwas zu aufwändig. Ich bin wirklich kein Zahlenmuffel, aber besonders die Rechenorgien am Spielende waren doch schon etwas lästig. Dies steht im Gegensatz zum eher flott dahinfließenden Rundenablauf.

Fazit: "Bunny Kingdom" ist sehr schön anzusehen und hat gut durchdachtes imposantes Spielmaterial. Mit 2 und 3 Spielern ist es ein einfach zu lernendes Spiel, welches auf Kartenauswahl (Draften) basiert. Ohne große Schnörkel unterhält es gut und bietet auch etwas Spieltiefe, obwohl es familientauglich ist - vorausgesetzt, man scheut sich nicht vor etwas Kopfrechnen. Dafür gibt es noch 7 Kultkarotten. Mit 4 Spielern ist das Spiel so unplanbar, dass es von mir dafür eher 5 Schlappohren gibt.
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   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 

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