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Spiel-Fakten:

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Genre: Strategie
Erscheinungsjahr:
2018
Verlag: Queen Games 
Autor: Christoph Behre
Grafik: David Cochard
Spieleranzahl: 3 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 60 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
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Bastille
...

Französische Revolution in 60 Minuten

Wir schreiben das Jahr 1789, die französische Revolution hat begonnen und wir sind mittendrin! An den verschiedenen Orten Paris' üben wir möglichst viel Einfluss aus, heuern Verbündete an und sollten sie letztlich auch bewaffnen, denn nur dann können wir vorne mitmischen!
 

 
Der Spielplan zeigt - neben der Runden- und Punkteleiste - sieben Orte von Paris, jeweils mit zwei bis vier Einsetzfeldern. Zunächst wird der Plan mit "Versailles"-Plättchen, Personenkarten und Bonusplättchen (auf der Rundenleiste) bestückt. Fünf (im Spiel zu dritt) bzw. sieben (im Spiel zu viert) zufällig gezogene Waffenplättchen werden auf die Bastille gelegt.



Jeder Spieler erhält seine 20 Gefolgsleute (kleine Holzklötzchen in Spielerfarbe), seine ersten vier bzw. drei Wappenschilde (je nach Spielerzahl) im Wert von 1 bis 2, sowie Geld im Wert von 8. Weitere Schilde werden in den Vorrat gelegt, sie müssen erst eingetauscht werden. Zudem bekommt jeder Spieler einen ersten verdeckten Auftrag (blaue Auftragskarte).



Gespielt werden 8 Runden. Nach der 4. und der 8. Runde findet jeweils eine Wertung statt. In jeder Runde setzen die Spieler reihum ihre Schilde auf freie Einsetzfelder in den Orten von Paris, immer einen Schild pro Spielzug. Sobald alle Spieler alle Schilde gesetzt haben, folgt die Auswertung der Orte. Dabei gilt: Der Spieler mit dem höchsten Schildwert beginnt bei der Auswertung des Ortes und erhält einen Extra-Bonus. Setzen andere Spieler Schilde mit dem selben Wert ein, so reihen sie sich dahinter ein, d.h. die Auflösung erfolgt nach der Setzreihenfolge. Schilde mit niedrigerem Wert werden entsprchend ebenfalls erst danach ausgewertet, und dann auch wieder jeweils in der Setzreihenfolge.



Die Orte:
- In der Banque de Paris gibt es Geld. Der eingesetzte Schildwert des Spielers wird verdoppelt und in Münzen ausgezahlt. Als Extrabonus erhält der Spieler mit dem höchsten Schildwert den Startspieler-Marker.

- In Notre Dame wird der Schildwert des dort eingesetzten Schildes um 1 erhöht, d.h. der Spieler tauscht den eingesetzten Einflussmarker mit dem nächsthöheren aus seinem inaktiven Vorrat. Ab der nächsten Runde kann der aufgewertete Marker dann eingesetzt werden. Bonus: 1 Siegpunkt für den Spieler an erster Stelle.



- In Versailles sucht sich der erste Spieler eine von zwei Belohnungen aus, der ggf. zweite Spieler erhält dann das, was übrig bleibt.

- In den Catacombes wirft der erste Spieler zwei Gefolgsleute in den Stoffbeutel, der zweite Spieler immerhin noch einen.

- Auf dem Place Louis werden Verbündete angeheuert. Um eine der vier ausliegenden Personen zu "kaufen", zahlt der Spieler den angebenenen Münzwert der Person minus den Wert seines eingesetzten Schildes, heißt: eine Person im Wert von 11 kostet den Spieler bei einer eingesetzten "2" dann 9 Geld. Die gekauften Karten werden offen vor den Spielern gesammelt. Sie liefern Flaggen, Edelsteine, Kronen, Siegpunkte - und sind teilweise schon bewaffnet (weißer Hintergrund beim Waffen-Symbol), andere wiederum nicht (roter Hintergrund).



- In der Bastille rücken die Spieler entsprechend ihres eingesetzten Schildwertes Felder auf der Bastille-Leiste nach vorn, der erste Spieler erhält einen Extraschritt.

- In den États Generaux erhalten die Spieler eine neue Auftragskarte aus dem Stapel. Die Karte darf frei gewählt werden, allerdings darf jeder Auftrag von jedem Spieler nur einmal bessesen werden. Der erste Spieler erhält als Extrabonus 2 Geld.

Nach der Auswertung aller Orte wird zum Schluss noch der Rundenbonus vergeben. Der Spieler mit den meisten Flaggen auf seinen gekauften Karten (in der Erweiterung ggf. auch über eingesammelte Plättchen) erhält die größere Belohnung, der ggf. Zweitplatzierte noch die kleinere. Im Falle eines Gleichstandes entscheidet die Spielerreihenfolge, d.h. der Spieler mit dem Startspielermarker bzw. derjenige, der im Uhrzeigersinn als erster auf den Startspieler folgt, erhält dann die große Belohnung.



Nach Runde 4 findet eine Zwischenwertung statt. Nun gibt es Punkte für gesammelte Edelsteine auf den gekauften Karten, für die meisten Kronen, für die Positionen auf der Bastille-Leiste, und zudem werden fünf Gefolgsleute zufällig aus dem Beutel gezogen und die jeweiligen Besitzer entscheiden sich immer direkt für einen Sofort-Bonus, der dann für die folgenden gezogenen Gefolgsleute blockiert ist. Wer einen besseren Bonus wählt, erhält seinen Gefolgsmann nach dieser Wertung wieder zurück, wer einen schlechteren Bonus auswählt (wohlgemerkt immer noch ein Bonus, kein Malus!), wirft seinen Gefolgsmann zurück in den Beutel. Zudem werden in der Bastille ausliegende Waffen verteilt. Der vorderste Spieler auf der Bastille-Leiste wählt zwei Waffen für sich aus, um damit evtl. noch unbewaffnete eingekaufte Personen mit passenden Waffen auszustatten. Die anderen Spieler folgen in der Reihenfolge der Bastille-Leiste, wobei der letzte Spieler nur eine statt zwei Waffen erhält.



Nach Runde 8 erfolgt die Schlusswertung, die der Zwischenwertung gleicht. Allerdings gibt es nun noch zusätzliche Punkte für übriges Geld, für übrige Gefolgsleute im Beutel, für die gekauften Personen und für die Auftragskarten, die z.T. den Besitz des Maximums (bzw. noch den zweitbesten Wert) an bestimmten Dingen belohnen oder sich auf Personengruppen-Sets (also die gekauften Karten) beziehen.



An Personen gibt es im Spiel Bauern (grün), Adlige (orange) und Soldaten (blau) und dazu jeweils passende Waffen. Fackeln gelten als Joker-Waffen. Die Geistlichen (violett) können sich als Personen-Joker beliebigen Gruppen anschließen, um Sets zu vervollständigen, wenn es eine Auftragskarte erfordert. Sie müssen dann aber auch die passende Waffe der gewählten Gruppe besitzen. Achtung: Für jede unbewaffnete Person gibt es am Spielende Minuspunkte. Wer nach der Wertung die meisten Punkte auf sich vereinen konnte, gewinnt. [ih]
...
 
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    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
klassisches Worker-Placement-Spiel
   mit schönen taktischen Kniffen
spannende Mischung aus Taktik
   und ein wenig Glück
sehr gutes und funktionales
   Spielmaterial
ENDE
  MINUS:
MINUS:
Zusätzliche Plättchen für mehr
   Abwechslung müssen gesondert
   erworben werden
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Ingo: "Bastille" spielt zur Zeit der französischen Revolution, aber keine Sorge, falls ihr bei der Altersangabe "ab 10 Jahren" Bedenken habt: Das Spiel bleibt dabei sowohl optisch als auch spielerisch familientauglich. Gewalt? Nein. Dennoch Revolution als Thema. Aber ist das Spiel denn auch revolutionär? Das möchte ich vorab verneinen. Wer aber bereits einen Blick auf meine Kultfaktor-Wertung wirft, wird schon jetzt feststellen, dass das kein Kritikpunkt ist ...

Zunächst einmal stellt man nach dem Öffnen der Spielschachtel fest: Das Material hat die gewohnt sehr gute Queen Games-Qualität, alles ist aus fester Pappe bzw. Holz, die Karten sind stabil und die Ikonographie ist leicht zu verstehen und überaus funktional. Da gibt es keine unnötigen Schnörkel, alles ist auf das Wesentliche beschränkt, und das tut dem Spiel gut. Auch der große Spielplan ist gleichzeitig eine Spielerhilfe, denn die Symbole an den durchnummerierten Orten geben klar vor, was es hier zu holen gibt.  Das ist absolut vorbildlich, da man so ganz wie von selbst durchs Spiel geleitet wird, was aber nicht heißen soll, dass man vom Spiel gespielt wird. Im Gegenteil.

Spielerisch bewegt sich "Bastille" eher auf klassischen Pfaden. Ein Eurogame mit Worker-Placement-Unterbau, das dem Sammeln von Karten dient, die wiederum ein Set-Collecting-Element bzw. Mehrheitenwertungen mit sich bringen. Nun könnte man meinen, das sei ja alles schon etwas ausgelutscht. Klar, wie gesagt: Wer hier eine spielerische Revolution erwartet, ist bei diesem Spiel sicher nicht an erster Stelle. Doch wer "Bastille" einmal gespielt hat, wird schnell merken: Das Spiel ist absolut "rund", spielt sich fluffig und ist dennoch taktisch - und pfiffig noch dazu! Der Einsetzmechanismus der Worker bzw. hier der Schilde mit unterschiedlichen Werten ist das Herzstück des Motors, der dieses Spiel antreibt. Und das ist echt ein spannendes Element. Wohin setze ich meinen ersten Marker? Und gerade dann im späteren Spielverlauf stellt sich auch die Frage: Welchen Wert setze ich ein? Schnell werde ich nämlich übertroffen, wenn ich nicht hoch genug pokere. Manchmal aber ist ein Schild mit hohem Wert auch an manchem Ort Kanonenfutter, wenn ich gar keine Konkurrenz bekomme. Dann ist eine "4" mal einfach rausgeschleudert ... Das sind so die kleinen Stellschrauben, die "Bastille" für mich so reizvoll machen.

Apropos Konkurrenz: Das Spiel ist von der Spielerzahl her eingeschränkt. Es lässt sich nämlich NUR zu dritt oder zu viert spielen! Zu dritt besitzt man mehr Auswahlmöglichkeiten, da man vier Schilde pro Runde setzt und zudem mehr Felder frei sind. Im Spiel zu viert wird das Spiel knackiger. Einige Orte bieten halt nur zwei oder drei Einsetzfelder, und da kann es dann passieren, dass ich in einer Runde einen bestimmten Ort gar nicht aufsuchen kann. Dass man keine Spieler, die bereits ein Schild an einem Ort eingesetzt haben, wieder verdrängen kann, unterstreicht das familienfreundliche Spielprinzip. Egal, wo ich etwas platziere: Irgendwas kann ich auf jeden Fall bekommen und es gibt keine rein destruktive Spielmöglichkeit. Der Wert des eingesetzten Schildes ist aber dennoch enorm wichtig. Setze ich hier einen zu niedrigen Wert ein, bekomme ich u.U. nicht mehr das, was ich gern haben möchte. Hier ist auf jeden Fall schönes Taktieren möglich!

Die Familientauglichkeit macht sich dann auch an dem kleinen Glücksspiel bei den Wertungen bemerkbar. Das Ziehen der Gefolgsleute aus dem Beutel gleicht einer Tombola und sorgt für zusätzliche Spannung und Unterhaltung, die Hardcore-Strategen weniger mögen, aber letztere Gruppe ist auch weniger die Zielgruppe dieses Spiels. Auch hier wieder das Schöne: Es geht erst einmal nichts verloren. Selbst wenn ich nicht das bekomme, was ich möchte, so geben mir die eingesetzten "Lose" bei dieser Lotterie am Ende immerhin noch Siegpunkte. Punkte gibt es sonst für allerlei Symbole auf den Karten und erfüllte Aufträge, auch ein Voranschreiten auf der Bastille-Leiste ist nicht zu verachten. Trotzdem: Wer meint, er käme mit nur wenigen Verbündeten erfolgreich ans Ziel, wird es schwer haben. Das Sammeln der Karten sollte schon im Fokus der Spieler stehen.

Etwas schade ist die Tatsache, dass man bei den Bonusplättchen im Grundspiel keine allzu große Varianz besitzt. Wer das Spiel - wie ich - kennen und lieben gelernt hat, der wird auf die optional erhältlichen Queenies zurückgreifen, um auf Dauer noch mehr Abwechslung ins Spiel zu bringen. Kein Muss, aber auf jeden Fall ein lohnendes Add-On für Fans. Klar: Noch schöner wäre es gewesen, wären diese drei Mini-Erweiterungen bereits im Grundspiel integriert, aber mit knapp über 10 Euro sind sie dennoch erschwinglich.

Was - zugebenermaßen - für mich auf den allerersten Blick ein wenig trocken aussah, entpuppte sich bei der ersten Partie für mich direkt als echte Perle des aktuellen Spielejahrgangs. "Bastille" trifft so ziemlich genau meinen Spielgeschmack! Es ist ein klassisches Eurogame mit taktischen Elementen. Die Interaktion, die durch eine Art Versteigerung (durch Einsetzen verschiedener Schildwerte) an den einzelnen Aktionsorten entsteht, ist spannend und dennoch nie frustrierend, die kleine Glücktombala in der Mitte und am Ende des Spiels bestes Entertainment. "Bastille" lässt sich sowohl mit Gelegenheitsspielern als auch mit Vielspielern spielen, es ist ein - wie gesagt - familientaugliches Strategie- oder ein gehobenes Familienspiel - die Spiel des Jahres-Jury würde "Bastille" wohl als leicht zugängliches Kennerspiel einordnen. Und in diesem Genre macht es seine Sache wirklich sehr gut, ja nahezu perfekt, wenn man erprobte Mechanismen bevorzugt. In allen Testrunden konnte "Bastille" bei uns überzeugen; mich und einige meiner Mitspieler sogar so sehr, dass wir ungewohnt viele Wiederholungspartien in nur kurzer Zeit spielten. Langweilig wurde das Spiel nie. Und so erhält es von mir, wenn auch keine revolutionäre Höchstnote, doch nahezu perfekte 9 Kultpunkte! Wer klassisches Worker-Placement mag, der sollte sich "Bastille" unbedingt einmal näher ansehen, mich jedenfalls begeistert das Spiel, klare Empfehlung meinerseits!

Beachtet bitte auch unser > Video zum Spiel!
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   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
   KULTFAKTOR: TEAM-TREND 
....
   Birgit
   Ingo
   Andreas
   Anke
   Michael
Ende
 
 

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