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Spiel-Fakten:

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Genre: Familie, Karten
Erscheinungsjahr:
2017
Verlag: White Goblin Games
Autor: Klaus-Jürgen Wrede
Grafik: Dennis Lohausen
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 45 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   

 

 
Bali
...

Indonesien statt Osterinseln

Was 2011 unter dem Namen "Rapa Nui" erschien, kehrt nun in einer überarbeiteter Neuauflage zuürck. Neues Setting des taktischen Kartenspiels ist Bali...
 

 
Die Bewohner Balis leben in ihrer eigenen Welt, die den Aberglauben zum Alltag macht. So ernten sie ihre Güter nicht nur für sich selbst, sondern opfern sie regelmäßig den Göttern....

Jeder Spieler erhält ein Startset an Karten, bestehend aus einem Steinmetz, den man offen vor sich auslegt sowie drei Bauern, die man auf die Hand nimmt. Jeder Bauer ist eindeutig einem der Güter (Reis, Erdnüsse, Bananen, Paprika) zugeschrieben, die sich sich als Opferkarten am Spielfeldrand befinden.



Die Spielkarten werden gemischt und als Stapel bereitgelegt. Nun wird der Dorfplatz eingerichtet, indem jeweils 4 Karten in 4 Spalten offen ausgelegt werden.
Der Startspieler erhält nun noch 2 Steine (Marker), alle nachfolgenden Spieler dann jeweils 1 Stein mehr. Dann geht‘s los.



Gespielt wird fortlaufend im Uhrzeigersinn. Wer am Zug ist, durchläuft 4 Phasen:
(1) Der Spieler darf sich eine Opferkarte aus dem allgemeinen Angebot nehmen, z.B. eine Bananen-Karte. So eine Karte kostet 5 Steine minus der Anzahl an Bauern dieses Typs, der der Spieler bereits offen vor sich liegen hat. Liegen also z.B. 3 Bananenbauern vor dem Spieler, kostet die Banenenkarte noch 2 Steine. Sobald ein Spieler 5 Bauern eines Typs vor sich liegen hat, erhält er die dazu passenden Opferkarten also umsonst.



(2) Der Spieler MUSS eine (!) Handkarte in seine Auslage spielen. Steinmetze und Priester sind kostenlos, ein Schrein muss mit 7 Steinen bezahlt werden. 1 Bauer ist kostenlos, jedoch darf ein zweiter oder gar dritter Bauer des selben Typs mit ausgespielt werden, der zweite Bauer kostet dann einen Stein, der dritte Bauer ggf. 2 Steine. Sollte in Spieler keine Karte spielen können, da ihm die nötigen Steine fehlen, legt er die Karte zurück in die Schachtel.



Sollte in Spieler einen Schrein in seine Auslage spielen, findet sofort eine Opferrunde statt. Im Uhrzeigersinn spielt jeder Spieler eine seiner ausliegenden Opferkarten (also Karten mit den Gütern) offen auf den Altar. Der aktive Spieler ist als letzter an der Reihe. Er spielt seine Opferkarte verdeckt auf den Alter und anschließend noch eine offene aus dem allgemeinen Vorrat. Karten auf dem Alter bestimmen am Spielende, wie viel Punkte eine bestimmte Güterart wert ist.



(3) Der Spieler muss nun so viele Karten vom Dorfplatz nehmen, bis er wieder 3 Handkarten besitzt. Meistens ist dies nur eine einzige Karte. Sind es jedoch mehrere Karten, kann der Spieler sich beliebig entscheiden, aus welcher bzw. welchen Spalten er die Karten nimmt, allerdings gilt: Immer nur von unten nach oben! Wurde eine Spalte geleert, kommen an diese Stelle sofort 4 neue Karten vom Stapel.

(4) Nun wird die Karte gewertet, die unter der Karte lag, die der Spieler in Phase 3 (zuletzt) an sich genommen hat. Was nun passiert, hängt davon ab, welche Karte in dieser Spalte nun komplett sichtbar geworden ist:
- Steinmetz: Jeder (!) Spieler erhält 1 Stein pro Steinmetz in seiner Auslage.
- Priester: Jeder (!) Spieler erhält 1 Siegpunkt pro Priester in seiner Auslage.
- Schrein: Jeder (!) Spieler erhält 1 Stein ODER 1 Siegpunkt pro Schrein in seiner Auslage.



Bei allen drei Kartenarten gilt: Wer die alleinige Mehrheit einer Kartenart besitzt (mindestens jedoch 2 Karten), erhält die Belohnung dieser Kartenart noch genau ein weiteres Mal, also z.B. einen (!) zusätzlichen Stein für seine Steinmetze.

- Bauer: Jeder (!) Spieler erhält EINE Opferkarte, wenn er mindestens einen Bauern dieses Typs in seiner Auslage besitzt. Hier wird also nicht pro Karte entlohnt. Jedoch erhält auch hier derjenige, der die alleinige Mehrheit an Bauern eines bestimmten Typs besitzt, eine weitere Opferkarte als Bonus.



Spielende: Gespielt wird, bis der Spielkartenstapel beim Auslegen der Karten aufgebraucht ist. Das Spiel endet sofort, und es findet die Schlusswertung statt. Alle Karten auf dem Altar werden nun nach den 4 Sorten sortiert und ausgezählt. Die Kartenart mit den meisten geopferten Karten ist 3 Siegpunkte wert, die zweitmeiste Kartenart 2 Siegpunkte und die drittmeiste Kartenart immerhin noch 1 Siegpunkt. Die Kartenart, die am wenigsten geopfert wurde, ist 0 Siegpunkte wert. Bei einem Gleichstand bringen die beteiligten Karten gleich viele Punkte, entsprechend ihrer Position. Nun bekommen die Spieler entsprechend viele Siegpunkte für jede Karte, die sie in ihrer Auslage besitzen. Wurde also z.B. Paprika am meisten geopfert, erhält jeder Spieler für jede Paprika-Karte in seiner Auslage 3 Siegpunkte.

Zu den Punkten von den Opferkarten erhält jeder Spieler nun noch Punkte für während des Spiels gesammelte Punktemarker (durch den Priester oder Schrein), für jeden Schrein 4 Punkte und für jeweils 5 Steine 1 Siegpunkt. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.



In der Variante "Orakel" kommen die Orakelkarten mit ins Spiel. Befindet sich eine solche Karte (oder auch mehrere) auf dem Marktplatz, werden sie entfernt und der aktive Spieler darf sich die obersten 4 Opferkarten vom Alter nehmen, eine davon offen in seine Auslage legen und die restlichen wieder zurück auf dem Altar platzieren.

In der Variante "Dämon“"sperrt die Dämonen-Figur in jedem Spielzug eines Spielers immer eine Spalte des Marktplatzes. Die Figur wird bei jedem ausgespielten Priester in die nächste Spalte verschoben, nach Spalte 4 zurück in Spalte 1. Aus einer gesperrten Spalte dürfen keine Karten genommen werden. [ih]

Hinweis: Bei diesem Spiel handelt es sich um eine 2017er-Herbstneuheit von White Goblin Games, deren fertige deutschsprachige Verkaufsversion wir noch vor offizieller Veröffentlichung in Deutschland erhalten durften. Wer sich für das Spiel interessiert, dürfte das Spiel spätestens ab ca. Ende Oktober (zur Spielemesse in Essen) im Handel käuflich erwerben können.
...
 
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    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
trickreiche Wertungsmechanismen
es sind immer alle Spieler am Spiel
   beteilgt, kaum Wartezeiten
ENDE
  MINUS:
MINUS:
läuft erst etwas schleppend an
sich wiederholender Spielablauf
suboptimale Anleitung
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Ingo: Zunächst einmal muss ich zugeben, dass mir das KOSMOS-Spiel "Rapa Nui" aus dem Jahr 2011 leider durch die Finger gerutscht ist... ja, sowas passiert uns SPIELKULTisten dann doch auch mal ;) ... Heißt: Ihr müsst mir verzeihen, dass ich keine direkten Vergleiche zum Original ziehen kann. "Bali" ist also die Neuauflage von "Rapa Nui" im neuen Setting. Die neuen Illustrationen der Karten sind dabei recht hübsch geworden. Etwas schade ist die Tatsache, dass die Währung des Spiels, die Steine, nur als Pappmarker im Spiel enthalten sind. Holzklötze wären hier natürlich noch schöner gewesen. Auch ist die Spielanleitung auf deutsch nicht optimal formuliert. Es verwirrt, dass in jeder Phase eines Spielerzuges immer von "den Spielern" (im Plural) gesprochen wird, obwohl nur ein Spieler am Zug ist und alle 4 Phasen am Stück absolvert, bevor der nächste folgt.

Dass mir das grundlegende Spielprinzip von "Bali" nun trotzdem bekannt vorkommt, habe ich zwei neueren Spielen zu verdanken. Eines davon, nämlich „Die Baumeister des Colosseum“ (> Testbericht), entstammt dabei ebenfalls der Feder von Klaus-Jürgen Wrede. Dieses beinhaltet exakt den selben Wertungsmechanismus, d.h. ich entferne eine Karte (bzw. ein Plättchen beim Colosseum) aus einer Spalte und werte nun das nächste offene Symbol für alle Spieler. Dass dieses Prinzip also bei den Baumeistern gar nicht neu war, erfahre ich erst durch "Bali"... sei es drum. Das Opfern von Karten, um damit wiederum Punkte für eigene Karten zu erspielen, kenne ich z.B. aus "Legends" (> Testbericht). Beide Spiele erschienen jedoch nach "Rapa Nui", sodass man "Rapa Nui" bzw. jetzt "Bali" nicht vorwerfen kann, man habe sich da mit fremden Federn geschmückt.

Das Spiel an sich lebt eben von den beiden zuvor beschriebenen Wertungsmechanismen. Diese sind durchaus tricky und ich muss immer versuchen, meine eigene Auslage zu füllen, aber auch darauf achten, dass die Opfergaben entsprechend meiner Vorstellungen gepusht werden bzw. Kartenwertungen so ausgelöst werden, dass sie mir auch bestmöglichen Ertrag liefern bzw. nicht zu sehr den Gegnern in die Hände spielen.

Nun kommt "Bali" erst im Laufe des Spiels richtig in Gang. Wenn die Spieler schon mehrere Bauern vor sich ausliegen haben, wenn immer mehr Erträge durch Steinmetze etc. generiert werden, dann läuft das Spiel flott und treibt auch zunehmend auf das Spielende hin. Zu Beginn hat man das Gefühl, alles sei ein wenig mühsam. Dadurch, dass immer reihum im Kreis mit den selben Aktionsphasen gespielt wird, hat man da schon einmal das Gefühl, man befindet sich in einer Wiederholungsschleife. Die ist aber nötig, um eben ein eigenes Kartenportfolio aufbauen zu können. Das kommt nicht bei allen Spielern gleich gut an, da es keine zweite Spielebene gibt. Mir persönlich gefällt aber dieser einfache, jedoch trickreiche Ablauf, gut - zumindest ab einer gewissen Rundenzahl, wenn man merkt, das das Spiel voran geht. Ein wenig macht sich anfangs ein Gefühl breit von "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen". Ich empfehle aber, nicht frühzeitig aus dem Spiel auszusteigen. Wer eimmal verstanden hat, wie die einzelnen Aktionen verzahnt sind, der spielt ab der zweiten Partie auch zielgerichteter. Dabei kann stets taktiert bzw. optimiert werden, sodass man immer eigene Entscheidungen treffen kann und muss und es so nicht langweilig wird.

Die beiden Varianten bringen für mich leider keinen Mehrwert. Ic spiele das Spiel daher lieber nur nach den Grundregeln. Und wenn ich auch "Rapa Nui" verpasst habe, so bin ich doch froh, es nun mit "Bali" kennengelernt zu haben. Es ist ein schönes taktisches Kartenspiel, das mit jedem Spielzug mehr und mehr an Fahrt aufnimmt. Was ruhig und eher schon fast schleppend beginnt, liefert zum Ende hin ein schönes Spieltempo mit vielen Ertragsmöglichkeiten für alle Spieler, die durch das Wertungssystem auch in jeden Spielzug der Mitspieler involviert sind, sodass es eine recht geringe Downtime gibt. Dafür gibt es von mir dann insgesamt schöne 7 Kultpunkte! Meine Empfehlung: Spielt das Spiel am besten in Vollbesetzung, um die beste Dynamik zu erzielen!
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      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 

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