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Spiel-Fakten:

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Genre: Party, Karten
Erscheinungsjahr:
2019
Verlag: Hobby World
Autor: Till F. Teenck
Spieleranzahl:
2 bis 5
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 20-30
Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Kreativität 

leer
     
   
   

 

 
Artline
Hermitage
...
Ein Tisch voller Kunst
"Wenn du in allerlei Gemäuer hineinschaust, das mit vielfachen Flecken beschmutzt ist, oder in Gestein von verschiedener Mischung - hast du da irgendwelche Szenerien zu erfinden, so wirst du dort Ähnlichkeiten mit diversen Landschaften finden, die mit Bergen geschmückt sind, Flüsse, Felsen, Bäume, Ebenen, große Täler und Hügel in wechselvoller Art; auch wirst du dort allerlei Schlachten sehen und lebhafte Gebärden von Figuren, sonderbare Physiognomien und Trachten und unvermeidliche Dinge, die du auf eine vollkommene und gute Form zurückbringen kannst." (Leonardo da Vinci, etwa um 15xx)
 
 
PREVIEW-REVIEW! Das Spiel wird zur Essener Messe SPIEL 2019 erscheinen.

Okay, zugegeben. Leonardo hat dieses Spiel nicht erfunden. Aber er beschreibt es gut. Und tatsächlich ist er auch mit einem Gemälde in diesem Spiel vertreten (Madonna Benois, 1478). Aber der Reihe nach. Bei mir hatte sich schon vor längeren der Eindruck eingeschlichen, der Lehrermangel in Deutschland könnte damit zu tun haben, dass die Spieleverlage von Lehrern überrannt werden, um dort ihr Fachgebiet publik zu machen. Zuerst die Lateinlehrer mit ihrem "Forum Trajanum" bei HUCH!, die Biologen pushen bei Feuerland "Flügelschlag" und nun ziehen die Kunstlehrer mit "Artline" nach Hobby World. Aber Spaß beiseite.



Das Spiel ist rasend schnell aufgebaut. Alle Spieler bekommen verdeckt fünf Karten. Eine weitere Karte kommt mittig auf den Spieltisch. Im Spiel wird der Spieltisch ab sofort "das Museum" genannt. Die Spieler spielen je eine Karte im Uhrzeigersinn. Die zu spielende Karte sollte zu den bereits liegenden Karten passen. Wenn man keine Gemeinsamkeiten findet, darf eine Handkarte abgeworfen werden, danach wird eine neue Karte auf die Hand nachgezogen. Wie oder wann können Karten zueinander passen? Es folgt ein Beispiel. Es sei beim Setup Leonardos Madonna in die Tischmitte geraten. Spieler A legt seine Karte an. Bei der ersten Nachbarkarte hat man die Auswahl, wo sie liegen soll. Diagonales Anlegen geht nicht. Das Thema dieser Ausstellung darf sein "Frau mit Kind". Das Thema dürfte nicht sein "Mutter mit Kind". Nur ein kleiner Unterschied, aber letzteres ist nur eine Vermutung, es gelten nur die Bildinhalte, die man also tatsächlich sieht.



Spieler B legt eine Karte oberhalb der Madonna ab, sagt, dass dies die Ausstellung das Thema "Fenster" habe, und zieht – wie gehabt – eine Karte nach. Ein falsches Thema wäre hier "Haus". Es ist gut möglich, dass die Madonna sich gerade in einem Haus befindet, aber eben nur vermutlich. Spieler C hat großes Glück gehabt mit seinen Handkarten, und legt eine hervorragend passende Karte ab. Diese Karte liegt an einem Schnittpunkt (horizontal + vertikal). Für Karten die man hier ablegt, muss keine Karte nachgezogen werden. Spieler C hat nun vier Handkarten. Sobald ein Spieler auf null Handkarten kommt, gewinnt er das Spiel. Spieler C wählt als horizontales Thema "Häuser" und als vertikales Thema "Mann vor Haus"“.



Unser Museum sei gewachsen (Foto unten). Die Ausstellung "Frau mit Kind" hat mittlerweile vier Exponate, oberhalb davon müssen weiter "Häuser" gelegt werden, selbst wenn eine Reihe oder Spalte unterbrochen ist. Die Spalte ganz links braucht selbstverständlich auch ein Thema, sagen wir mal "blauer Himmel". Auf den leeren Platz der zweiten Spalte von links darf dann noch ein Gemälde mit Häusern, das mit der unteren Karte eine weitere Ausstellung "XY" beginnt. Ein wertvoller Platz, denn die hier abgespielte Karte muss von dem Spieler nicht ersetzt werden, wie oben beschrieben (Schnittpunkt). Themen dürfen sich nicht wiederholen. Wenn sich die Runde nicht einigen kann, soll einfach abgestimmt werden, bei einem Mehrheits-Nein nimmt der Spieler seine Karte einfach wieder auf, es ist keinerlei "Bestrafung" vorgesehen. Der Tisch bildet die Begrenzung der Spielfläche, alle Karten müssen "vollflächig" liegen können. Hat ein Spieler seine letzte Karte abgespielt, wird die aktuelle Runde noch ganz durchgespielt. Wenn danach mehrere Spieler null Handkarten haben, gibt es ein Unentschieden.



"Artline" richtet sich – wie auch die Regel noch mal bestätigt – primär an die fröhlicheren Spielrunden. Es soll nicht zu streng oder zu kompetitiv gespielt werden. Wenn dennoch etwas mehr Competition gewünscht wäre, schlägt die Regel eine Variante vor: Wenn ein Spieler keine Handkarte spielen kann oder will, muss er seine Handkarten seinem rechten Nachbarn vorzeigen, der darf dann mit einer dieser Karten versuchen, eine Ausstellung zu bilden, alle Mitspieler dürfen dabei helfen. Gelingt eine Ausstellung, zieht der Kartenbesitzer nichts nach, gelingt keinem eine Ausstellung, muss der Kartenbesitzer eine Karte abwerfen und neu ziehen. Dem Strategen alter Schule lockt diese Variante jedoch sehr wahrscheinlich auch nicht hinter den Ofen hervor ... [jr]
 
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  PLUS:
PLUS:
ästhetisches Spiel und Spielgefühl
leicht und schnell zu erklären und
   aufzubauen
es schlägt Brücken zwischen
   dem Spiel und der Kunst
ENDE
  MINUS:
MINUS:
den klassischen deutschen Tüftler und
   Punktesammler erreicht das Spiel null
es trägt auch die Familienspieler nicht
   durch einen ganzen Abend
eer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Javier: Dieses Spiel weckte Erinnerungen. Sehr verschiedene, aber auch sehr unterschiedliche. Einerseits fühlte man sich im Spielverlauf "gebildet"; hier ähnelte es dem Gefühl, das sich bei den erwähnten anderen Spielen einstellte ("Forum Trajanum", "Flügelschlag" u.a.) – und dass viele Jahre, nachdem sich die klassischen Quizspiele mit etlichen Fragen und Antworten ein wenig tot gespielt haben.

Andererseits erreicht es den Strategen gar nicht, oder wie ich früher mal schrieb: "Ich kann mir Spötter vorstellen, die sich lieber im Stuhlkreis an den Händen halten und Kumbaya singen ..."

Hobby World's andere Herbst-Neuerscheinung 2019, "Cassiopeia" (> Testbericht) war schon minimalistisch, aber bei "Artline" wurde das Material noch sparsamer, aber eben trotzdem sehr gut eingesetzt. Die Spielidee an sich finde ich sensationell, kann aber möglicherweise Museumsleiter eher ansprechen als so manche Spielrunde. Die Gemälde im vorliegenden Spiel kann man im Hermitage Museum in Sankt Petersburg bewundern. Denkbar, das irgendwann weitere Editionen herauskommen: Louvre, Prado usw. Letztlich würden die sich dann an der Museumskasse vermutlich besser an die Besucher verkaufen, als dem Hardcore-Spieler im Spielefachhandel.

Die Ausstattung, oder wie man hier sagen muss, die Spielkarten sind äußerst ansehnlich, geradezu ästhetisch, die Qualität wirkt solide und langlebig. Der Spielablauf kann präziser schon fast nicht mehr sein. Der Kultfaktor liegt dann aber letztlich aufgrund kleinerer Dellen im Wiederspielreiz im soliden, aber immer noch guten, erstrebenswerten oberen Mittelfeld.
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 
 

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