Genre: Würfel / Taktik
Erscheinungsjahr: 2010 Verlag: Pegasus
..i.. Autor: Matt Leacock Spieleranzahl: 1 bis 4 Alter: ab 8 Jahren
(besser: ab 10 Jahren) Spieldauer: ca. 20 Min.
pro teilnehmenden Spieler
Einstiegslevel:
Glück
Taktik
leer
Anzeige
Im
Wandel der Zeiten
Das
Würfelspiel - Bronzezeit
Zivilisation
in der Antike Wie in der
Brettspielvorlage müssen die Spieler ihre eigene Zivilisation
entwickeln: Städte bauen, Monumente errichten, Bevölkerung
versorgen.
So funktioniert's:
Jeder Spieler erhält
1 Wertungsbogen sowie 1 Steckbrett, auf dem er die
Warenmarker (schwarzbraun= Holz, grau= Stein, braun=
Töpferware, blau= Stoff, orange= Metall) zu Beginn des
Spiels auf die jeweilige Position "0" einer Warenleiste,
sowie den Nahrungsmarker auf Position "3" der grünen
Nahrungsleiste steckt.
Jeder Spieler
besitzt ein solches Steckbrett. In Grün: Die
Nahrungsleiste mit Marker. Die restlichen Marker und
Leisten stehen für Waren.
Zu Beginn des Spiels besitzt jeder Spieler 3 Städte,
d.h. er würfelt mit 3 Würfeln. Links das Nahrungs-, in
der Mitte das Schädel- und rechts das Arbeitersymbol.
Gespielt wird über mehrere Runde. Dabei wechseln sich die
Spieler immer mit einem kompletten Spielzug ab. Zu
Spielbeginn besitzt jeder Spieler 3 Städte (markiert auf
dem Wertungsbogen), respektive 3 Symbolwürfel.
Ein
Spielzug besteht aus 8 Phasen, wobei das Würfelergebnis
darüber entscheidet, welche der Phasen vom Spieler genutzt
werden können.
In
Phase 1 wirft der aktive Spieler die Würfel. Er darf
bis zu 3 mal würfeln, wobei er stets einzelne Würfel
herauslegen oder auch neu werfen darf. Ausnahme bilden
die Würfel, die mit dem Schädelsymbol oben liegen. Diese
dürfen nicht mehr verändert werden! Nach maximal 3
Würfen steht also das Ergebnis fest.
In
Phase 2 heißt es: Waren einsammeln. Jeder Würfel mit
einem Krug bringt 1 Ware, jedes Schädelsymbol bringt
gleich 2 Waren. Waren werden auf dem Steckbrett
markiert. Dies geschieht mit den Markern, in
Einer-Schritten, von unten nach oben, d.h. die erste Ware
ist Holz, die zweite Ware ist Stein usw. Wurden mehr als 5 Waren
erwürfelt, beginnt die Verteilung nach dem "Metall" in
Reihe 5 wieder von vorn in Reihe 1 (Holz).
Die
Steckmarker werden entsprechend der mit den Würfeln
gewonnenen Waren oder Nahrung nach vorn gezogen.
Tipp:
Zu vielen Spielen präsentiert SPIELKULT.de kostenlose
Erklärvideos!
In
Phase 3 wird Nahrung eingesammelt. Jeder Würfel mit
Getreidesymbol bringt dem Spieler 3 Nahrungseinheiten.
Der Auswahlwürfel ("Nahrung oder Arbeiter") bringt 2
Nahrungseinheiten, wenn sich der Spieler für Nahrung
entscheidet. Der Nahrungsmarker wird entsprechend viele
Felder weit nach vorn gezogen.
In
Phase 4 muss der Spieler seine Städte versorgen. Für
jede Stadt (= für jeden geworfenen Würfel) muss er 1
Nahrungseinheit abgeben (Nahrungsmarker wandert zurück).
Rutscht der Marker unter die Marke "1", so verursacht
der Spieler eine Hungersnot (= 1 Katastrophe), falls er
eine oder mehrere Städte nicht versorgen kann.
"Katastrophen" werden auch in Phase 5
ausgewertet. Dazu werden die erwürfelten Schädelsymbole
gezählt. Ab dem 2. ausgelegten Schädelsymbol gibt es Katastrophenpunkte
(mal für den aktiven Spieler, mal für die Gegner).
Katastrophen werden mit jeweils einem Kreuz auf den
entsprechenden Feldern des Spieler-Wertungsbogens
gekennzeichnet.
In
Phase 6 kann der Spieler neue "Städte" oder
"Monumente" errichten. Jedes freie Feld des
Wertungsbogens muss zur Fertigstellung eines bestimmten
Bauwerkes bzw. einer Stadt mit Kreuzen gefüllt sein. Die
Größe des Bauwerkes impliziert auch eine größere Anzahl
an nötigen Kreuzen. Ein Kreuz bekommt man für jeden
Arbeiter auf den geworfenen Würfeln. Dabei gibt es 3
Arbeiter für jedes Arbeiter-Symbol und 2 Arbeiter für
jeden, optional eingesetzten, Auswahl-Würfel. Der Spieler kann die Arbeiter (=
Kreuze) beliebig verteilen.
Hat
ein Spieler ein Monument komplett mit Kreuzen gefüllt,
erhält er dafür Punkte. Als Erster gibt es die größere
der beiden Punktezahlen. Diese Punkte kann nur der
jeweils schnellste Spieler gewinnen. Die kleinere
Punktezahl erhalten all diejenigen, die das Monument zu
einem späteren Zeitpunkt fertig stellen.
Der Ausbau
der Zivilisation findet auf dem Wertungsbogen statt, von
dem jeder Spieler ein Exemplar besitzt.
Der Ausbau
der Monumente erfordert teilweise Geduld. Wer ein großes
Bauwerk fertig stellt, darf mit vielen Punkten rechnen.
Hat
ein Spieler eine der zusätzlichen Städte komplett mit
Kreuzen gefüllt, so erhält er in der nächsten Runde
einen zusätzlichen Würfel.
Maximal lässt es sich auf diesem Wege mit bis zu 7
Würfeln würfeln.
In
Phase 7 dürfen nun "Errungenschaften" (Liste auf dem
Wertungsbogen) gekauft werden. Diese bescheren dem
Spieler Siegpunkte und zudem je einen bestimmten Vorteil
(z.B. Bonuspunkte, zusätzlicher Würfelwurf, Extra-Waren
etc.). Um eine Errungenschaft kaufen zu können, benötigt
der Spieler Münzen.
Anzeige
Jedes
beim Würfeln heraus gelegte Münzsymbol beschert dem
Spieler 7 Münzen. Jede Ware bringt so viele Münzen, wie
der Warenmarker auf dem Steckbrett zeigt. Um Münzen zu
erhalten, kann der Spieler also Waren verkaufen und so
die entsprechende Anzahl an Münzen verwenden, um
eine Errungenschaft anzukreuzen (sofern die Münzen zur
Zahlung reichen!). Jede Errungenschaft kann nur 1 Mal
pro Spieler gekauft werden!
Sollte der Spieler zum Ende seines Spielzuges insgesamt
noch mehr als 6 Waren besitzen (= Anzahl der Felder, auf
denen der Warenmarker im Plusbereich steckt plus alle
Felder einer Leiste davor, außer Feld "0"), muss er die
Waren in Phase 8 auf dieses Limit reduzieren.
Welche Warenmarker er dabei wie weit zurück zieht, ist
dem Spieler überlassen. Der Kauf der Errungenschaft
"Karawanen" befreit den Spieler von dieser Aktion.
Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Auch er
absolviert die zuvor beschriebenen Phasen.
Für jede Katastrophe muss
der Spieler einen Minuspunkt verbuchen.
Der
Ablauf wiederholt sich solange, bis es einem Spieler
gelingt, seine fünfte Errungenschaft zu kaufen oder aber
jedes Monument mindestens 1 Mal vollendet wurde, egal
von welchem Spieler. Die laufende Runde wird dann noch
komplett zu Ende gespielt.
Das
Endergebnis eines Spielers wird bestimmt aus den
gesammelten Punkten für fertig gestellte Monumente bzw.
gekaufte Errungenschaften und eventuellen Bonuspunkten,
die mit bestimmten Errungenschaften einher gehen.
Jedes markierte Katastrophenfeld bringt dem Spieler nun
noch je einen Minuspunkt. Wer nun die größte
Gesamtsumme erzielt, ist der Sieger.
Varianten:
- Im Handelsspiel können zwischen Phase 5 und
Phase 6 Waren unter den Spielern getauscht werden.
- Im Solospiel spielt 1 Spieler über 10 Runden
und versucht jedes Mal, sein bisher bestes Endergebnis
zu übertreffen. [ih]
Vielen Dank an Pegasus
Spiele für ein Rezensionsexemplar!
Auszeichnung: "Im
Wandel der Zeiten: Das Würfelspiel - Bronzezeit"
wurde
nominiert
für
das
"Spiel
des
Jahres
2010".
Ingo: Die
Nominierung dieses Spiels zum "Spiel des Jahres
2010" veranlasste mich zu einem kleinen Test.
Auf der Straße fragte ich beliebige Leute nach
einem ihnen bekannten Würfelspiel. Das Ergebnis
war eigentlich vorauszusehen. Die "Top-Antwort"
lautete - Überraschung - "Kniffel"!
Spielbegeisterte Menschen wissen, dass
Würfelspiele aber auch mehr sein können als
pures Würfeln; "Heckmeck am Bratwurmeck" (>
Test)
lieferte zum Beispiel vor einiger Zeit den
Beweis.
Nun also der Versuch, ein komplexes
Strategiespiel wie "Im Wandel der Zeiten (>
Test)
familientauglich zu machen, ohne dabei die
Geschichte des Spiels zu verändern. Die
Entwicklung einer Zivilisation ist ein gern
gesehenes Thema in "Worker-Placement"-Spielen.
Mit Waren handeln, Arbeiter einsetzen, Gebäude
errichten - auf dem Spielbrett findet man doch
einige Varianten dieses Prinzips.
Hier setzt das "I.d.W.Z. Würfelspiel -
Bronzezeit" an: Alle bekannten
Strategie-Elemente sind auch in diesem "kleinen"
Spiel enthalten. Natürlich ist die
Ausgangssituation eines Spielers, wie bei einem
Würfelspiel nicht anders zu erwarten,
glückabhängig bestimmt. Dennoch ist es dem Autor
gelungen, den Spielern genügend viele, eigene
Optimierungs-Entscheidungen zu übertragen und
den Aufbaucharakter eines solchen Konzepts -
mithilfe der steigenden Anzahl eigener Würfel
(="Städte") - zu simulieren.
Spielerisch zeigt sich der Titel von der
solitären Seite. Die
Berührpunkte zwischen den Spielern beschränken
sich auf die Auswirkungen mancher Katastrophen
sowie das Wegschnappen von Gebäuden, bei denen
der Startspieler einen kleinen Vorteil besitzt.
Ansonsten spielt jeder Spieler seine 8 Phasen
allein. Dies kann, bei großer Teilnehmerzahl,
schon einmal zu kleinen Wartezeiten führen -
insbesondere bei Spielern mit hohem
"Grübelfaktor". Einmal verinnerlicht, ist ein
Einzel-Durchgang jedoch eigentlich unter einer
Minute zu schaffen.
Dass die Monumente und Städte diesmal nicht mit
Holzklötzchen auf einem Spielplan erbaut werden,
ist, dank der übersichtlich sowie ausreichend groß
gestalteten und in großer Anzahl beiliegenden Wertungsbögen, leicht zu verschmerzen. Die
Bögen zeigen sich als zeitsparende und
praktische Alternative. Auch das restliche
Material ist von guter Qualität - vieles ist aus
Holz gefertigt. Die Gestaltung wirkt allerdings
eher zweckmäßig.
Nun stellt sich die Frage nach der Zielgruppe:
Wenig- bzw. Gelegenheitsspieler, die beim
Anblick von Würfeln sofort an ihr bekanntes "Kniffel"
denken, müssen zunächst einmal mit den
aufeinander aufbauenden Handlungsschritten klar
kommen und sich zudem die zunehmend größere
Anzahl an bestimmten Vorteilen - gewonnen durch
den Kauf von Errungenschaften - merken. Diese
sind zwar in sich stimmig, trotzdem gilt es,
stets mehrere Faktoren gleichzeitig zu bedenken.
Ob zudem das eher trockene Thema zum Spontankauf
verleitet, ist fraglich.
Vielspieler, die "Im Wandel der Zeiten" kennen,
könnten wiederum den Würfeleinsatz als zu
beliebig einordnen und bei der großen Version
bleiben wollen. Bleibt also zu hoffen, dass die
"Spiel des Jahres"-Nominierung hilft, beide
Gruppen zu einem Probespiel zu verleiten, denn:
Es lohnt sich!
"Im Wandel der Zeiten: das Würfelspiel -
Bronzezeit" verbindet geschickt das komplexe "Worker-Placement"-
mit einem überschaubaren Würfelspielkonzept -
Daumen hoch! Empfehlen möchte ich es allen
Strategiefans, die eine nette Auflockerung für
Zwischendurch suchen, und allen Familien bzw.
Gelegenheitsspielern, denen "Kniffel" auf Dauer
zu simpel erscheint. Bei uns kommt es jedenfalls immer wieder gern auf den Tisch! (>
Video)