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Genre: Karten
Erscheinungsjahr:
2015
Verlag: Kosmos Verlag  ..i..
Autor: Nathanael Mortensen
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 9 Jahren
Spieldauer: ca. 40 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Initiative 

leer
     
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Von Drachen und Schafen
 
Drachenmäßiges Design und schläfriges Schäfchenzählen
Wer zulange gegen Drachen kämpft, wird selbst zum Drachen. Für passionierte Spieler geht dieses Sprichwort nun in "Von Drachen und Schafen" in Erfüllung.
 
     

Als gefürchteter Drache stehst du selbstverständlich total auf prächtige Schätze und verzehrst gerne Schafe. Letztere sind zu ihrem Leidwesen ja bekanntlich auch noch sehr modisch bewusst und färben sich gerne ihre Felle mit den aktuellen Trend-Farben gelb, orange, rot, lila und blau. Ihre bunte Wolle stellen die hoffnungslos naiven Schafe auch gerne selbstbewusst auf der Weide zur Schau, sodass du sie praktischerweise auf dem Weg zu deiner Beute bequem auffressen kannst. Dass es keine weißen oder braunen Schafe gibt, liegt wohl daran, dass diese Wollknäule vor allem ein modisch bewusstes Schaf sein müssen, wenn sie ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein möchten.

Je mehr du als nimmersatter Drache von ihnen genüsslich verzehrst, umso weiter kannst du fliegen und umso wertvollere Kostbarkeiten kannst du finden. Am besten gefällt dir natürlich ein verwöhnter Prinz oder eine unschuldige Prinzessin. Aber auch vor Ringen, Goldmünzen oder Edelsteinen machst du natürlich nicht halt. Praktisch ist es, wenn du in der Nähe zu deiner Beute auch noch eine Höhle findest, denn da kannst du dein Vermögen lagern.

So funktioniert's:
Jeder Spieler erhält vier Karten, die jeweils auf einer Seite eines der fünf Schafe zeigen und auf der anderen einen Schatz, eine Höhle oder eine Aktion. Von den restlichen Karten werden vier auf ihrer Rückseite ausgelegt und der Nachziehstapel erreichbar platziert. Anschließend sind die Spieler nacheinander am Zug und ziehen zunächst eine Karte von Nachziehstapel oder aus der immer wieder nachgefüllt werdenden Auslage. Sie dürfen bis zu zwei Karten ausspielen. Es ist möglich einen Schatz oder eine Höhle auszulegen und/oder eine Aktionskarte einzusetzen. Schätze müssen entsprechend der Kosten mit eigenen Karten in der geeigneten Farbe bezahlt werden. Ein wildes Schaf gilt hierbei als Joker. Der Wert eines Schatzes gibt die Siegpunkte am Ende des Spiels an. Je nach Spieleranzahl dürfen stattdessen aber auch noch zwei bis fünf Höhlen ausgelegt werden. Durch sie erhält man am Ende des Spiels Punkte nach Anzahl der gleichen Farben bei den Schätzen.

Folgende sieben verschiedene Aktionskarten befinden sich unter den Karten:

Wütender Mob: Alle anderen Spieler müssen die Hälfte ihrer Karten ablegen.

Ritter: Ein beliebiger Spieler muss aussetzen.

Dieb: Stehle zwei Handkarten eines Mitspielers.

Hirtin: Ziehe zwei Karten vom Nachziehstapel.

Drache: Wehre eine negative Aktion gegen dich ab.

Zauberer: Er kann mit einer anderen Aktion (außer Drachen) ausgespielt werden, sodass diese auch gegen eine Drachenabwehr beibehalten wird.

Einhorn: Schützt dich eine Runde lang gegen alle Aktionen.

Sobald ein Spieler je nach Spielzahl acht bis zehn Schatzkarten ausgelegt hat, spielt man die Runde zu Ende und zählt die Punkte. Der Drache mit den meisten Siegpunkten gewinnt. [tb]

 
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    Checkpoint
Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
großartige Illustrationen
nettes 2-Personenspiel
Rückseiten auch wichtig
gemütlicher Spielablauf
kleine taktische Entscheidungen
klare Spielanleitung
thematisch durchdacht
geringer Preis

ENDE
  MINUS:
MINUS:
Aktionskarten lohnen sich meist nicht
3- und 4-Personenspiel weniger gut
öfters mal längere Wartezeiten
eintöniges Schäfchenzählen
Aktionen zu unspektakulär
viel Kartenglück
Schachtel doppelt so groß wie nötig
wenige schwierige Entscheidungen,
   da man zu viel durchs Spiel gespielt wird
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Tobias:
...
Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Töpfchen
Es war einmal ein Zweipersonenspiel namens „Von Drachen und Schafen“. Nun trug es sich aber zu, dass dieses Spiel auch für drei und vier Personen spielbar gemacht wurde. Das zumindest vermutet der sorgsame Schreiber dieser Rezension. „Ach Fallada, wenn meine Mutter wüsste“, rief er mit bedauernder Stimme aus, „dass die Erweiterung zu mehr Mitspielern überhaupt nicht funktioniert!“ Denn während die Kartendarbietung mit zwei Personen durchaus seinen Reiz hat, fällt der Spielspaß mit mehreren Personen deutlich ab.
...
Zwar werden gleich vier Spielmechaniken je nach Spieleranzahl angepasst, aber auch das bügelt die klaren Schwächen nicht aus. Während zum Beispiel bei zwei Leuten zehn Schätze gesucht werden müssen, sind dies bei vier Mitspielern immer noch acht. Weil naturgemäß die anderen „Drachen“ gegen den Führenden spielen, dauert „Von Drachen und Schafen“ somit fast doppelt so lang. Und nach der Hälfte der Spielzeit möchte man auch ausrufen: „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt: Mä! Mä!“, denn das Spiel wird dann langweilig.
 
Spieglein, Spieglein an der Wand…
… wer ist das schönste Kartenspiel im ganzen Land? „Von Drachen und Schafen“, du bist das schönste hier. Die gemäldeartigen Bilder sehen schlichtweg atemberaubend gut aus. Mein Mittester Andreas will sich das Spiel gar nur wegen der fantastischen Grafiken holen. Zwar ist die Schachtel doppelt so groß wie nötig, aber die Kartenqualität ist bestens, die Spielanleitung klar verständlich und so kann die Ausstattung wirklich vollends überzeugen.
...
Besonders gut kamen auch die witzig gestalteten Schafe, die auf einer Bandbreite von total selbstzufrieden, unbekümmert naiv bis zu ziemlich „bekifft“ (Zitat Svenja) alle Wesenszüge gleichzeitig ausdrücken. Robert Musli behauptete treffend „Zur Psychologie des Schafes: Der sichtbar gestaltete Ausdruck hoher Zustände ist dem der Blödheit nicht unähnlich.“ Egal ob strahlendes Einhorn, mächtiger Zauberer oder hinterlistige Wolfsdieb – Die Illustrationen verdienen das Prädikat Weltklasse. Die Symbole sind übrigens sprachneutral, und für alle Spieler gibt es eine Übersichtskarte mit den Fähigkeiten der Ereignisse.
 
Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinen Schäfchen?
„Was hast Du für große Augen?“ „Was hast du für einen großen Mund?“ „Tja, Leute, Wölfe sind von gestern. Ich bin ein verdammter Drache!“ Es fühlt sich thematisch in diesem Drachenabenteuer schon so an, dass ich als gewaltige Echse auf Reisen gehe und Schätze oder nach passende (Sesam öffne dich) Höhlen suche. Wenn ich weite Strecken fliege, muss ich zwischendurch zahlreiche Schafe verschlingen und kann mir halt die naheliegenden Kostbarkeiten (mit weniger Punkten) nicht rauben.
...
Zumindest, bis sich niemanden am Spieltisch denkt: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich hier einen Ritter hab und das ist der Beweis!“ Eigentlich müsste ich nun eine Runde lang gegen diesen Recken kämpfen und somit aussetzen. Aber „Lache nie über Drachen, solang sie lebendig sind“ wusste schon Bilbo Beutlin. Dieser mutige Krieger zahlt auch direkt seinen Preis, denn ich spiele eine Drachenkarte und fresse ihn mit einem Biss auf. "Ich zeige euch was Rache ist! Ich bin Feuer. Ich bin...der Tod." rief schließlich schon Smaug. Das kann man sich bildlich vorstellen und den Gegenspieler noch mit einem „mapfenden“ Geräusch etwas foppen.
 
Nicht hoffe, wer des Drachen Zähne sät, Erfreuliches zu ernten
Jedoch ist der Ärgerfaktor und dir Interaktionen wider Erwarten zwischen den Spielern relativ gering. Es geht mehr nach dem Motto: „Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind.“ Es wird vor allem gerechnet, was im Moment möglich und lohnenswert ist an Schatzkarten auszuspielen und macht dies vor allem mit sich selber aus. Die Aktionen hören sich spektakulärer an, als sie sind. Meistens haben sie nur geringe Auswirkungen.
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Grundsätzlich fehlen dem Spiel der Schwung und die Aha-Erlebnisse, die es zu etwas Besonderem werden lassen. Bis auf das man die Rückseiten mit den Schafen ebenfalls zum Spiel benutzt sind die Spielmechanismen älteste Standardkost (und auch ersteren Clou kennt man bereits). Zudem sind die taktischen Möglichkeiten meistens nur von sehr geringem Ausmaß und man wird mehr durch das Spiel gespielt.
...
Durch das Ziehen von Karten wird sozusagen unser Tischchen automatisch mit Schafen gedeckt. Doch es heißt natürlich auch, dass bevor du einen Prinz findest, musst du viele Schäfchen fressen. Hier gibt es das taktische Dilemma, viele kleine Schätze möglichst schnell auszuspielen oder zu warten und dabei zu riskieren, dass man bis zum nächsten Zug durch Mob oder Dieb wieder Schafe verloren hat. Es stellt sich auch die Frage, ob man eine Aktionskarte mit einem Zauberer spielen will oder besser später ein Schaf mehr auf der Hand hat. Diese Überlegungen machen das schöne Spielprinzip von dem Kartenspiel aus.
 
Von schwarzen Schafen
Die Entscheidungen hängen jedoch immer vom reinen Kartenglück ab und meistens ist die optimale Lösung recht eindeutig. Zudem ist es oft so, dass es besser ist, keine Aktionskarte zu spielen, sondern besser das Schaf dahinter zu nutzen. Zwar ist es zum Beispiel wichtig, einen Drachen auf der Hand zu haben, jedoch benutzt man den Zauberer meistens nur im Zweipersonenspiel, da er sonst zu teuer ist und man lieber das Schaf auf der Rückseite verwenden möchte.
...
Nur die Höhlen lassen einen wissen, wie man dem Gegner gezielt Schaffarben wegnimmt, doch dann ist (außer im Zweipersonenspiel) wiederum der Vorteil gegenüber den restlichen Spielern nicht gegeben. Hierdurch verzichtet man meistens auf das fokussierte Behindern bestimmte Mitspieler, da man so Karten für teure Schätze behält. Außer im Spiel zu zweit lohnen sich Aktionskarten daher meistens nicht. Das ist dann letztendlich der entscheidende Punkt, warum „Von Drachen und Schafen“ bei drei und vier Personen scheitert. Es gaukelt mehr sinnvolle Möglichkeiten vor, als es tatsächlich gibt. Gerade am Anfang ist ein einseitiges Blatt ärgerlich. Nach dem Motto: „Kikeriki, kikeriki, die faule Pechmarie ist wieder hie'“ kann das passieren, wenn man nur Aktionskarten auf der Hand hat, die man unter Umständen nicht mal sinnvoll einsetzen kann.
...
Zwar sind Rätsel für einen Drachen von unwiderstehlichem Reiz, wie unser Drachenkenner Bilbo Beutlin schon richtig feststellte, jedoch ist das Zählen am Ende des Spiels eher etwas mühsam und auch nicht rätselhaft. Immer mehr Punkte zu addieren macht mir bei anderen Spielen zum Schluss meistens sehr viel Spaß. In diesem Game bin ich davon jedoch immer leicht genervt, denn das fühlt sich nicht wie ein Erfolgserlebnis an. Es ist übrigens nicht notwendig, das Spiel selber zu beenden, sondern es genügt am Ende die meisten Siegpunkte erhalten zu haben.
 
Märchen für Zwei
Wahre Prinzen töten für dich keine Drachen, sondern lieben dich, wenn du mal einer bist. Vielleicht ist es wegen dieser romantischen Anekdote, dass bei zwei Spielern das Spiel viel besser funktioniert. Viele Kritikpunkte fallen dort nämlich nicht so ins Gewicht und zudem ist die Spielzeit hier angemessen und nicht zu lange. Die taktischen Entscheidungen sind reizvoller, weil man schneller wieder am Zug ist, und die schwachen Auswirkungen der Aktionskarten bündeln sich durch das vermehrte Ausspielen in kürzerer Abfolge zu interessanten Konstellationen.
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Wer hier ein gemütliches Spiel mit ein bisschen Interaktion sucht, ist bei „Von Drachen und Schafen“ genau richtig. Interessant wird hier auch die Dynamik. Zu Spielbeginn ist es meistens sinnvoller große Schätze zu erbeuten, während im letzteren Abschnitt viel mehr Aktionskarten im Spiel sind (da schon Schätze ausliegen) und so die Interaktion steigt. So erhöht sich der Nutzen kleiner Kostbarkeiten wesentlich am Ende, da man nicht mehr die Zeit hat, Große auszuspielen.
 
Ende
Beginnend mit einem Zitat von Friedrich Rückert begründe ich, warum „Von Drachen und Schafen“ sich am besten für ein Paar eignet, denn „Wo du streiten siehst zwei Drachen, tritt als Mittler nicht dazwischen; denn sie möchten Friede machen und dich selbst beim Kopf erwischen.“ Während das Zweipersonenspiel also zu gefallen weiß, fällt der Spielreiz bei drei Personen hingen auf sechs und bei vier gar auf fünf Punkte. Die Anpassungen der Regeln an die Spielerzahl funktionieren leider überhaupt nicht, da sich die Spieldauer einfach zu sehr verlängert. Somit rate ich nur zu der kleinsten Spielerzahl, denn da erhält man ein beschauliches Kartenspiel mit prächtigen Grafiken. Nur hier ist der Einsatz von Aktionskarten grundsätzlich sinnvoll, da man sich ansonsten im Mehrpersonenspiel durch die folglich abgegebenen Schafe zu oft selber schadet.
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Und wenn sie nicht gestorben sind, spielen zwei Personen dieses Spiel auch noch heute... ;)
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   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
 

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