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Genre: Würfel
Erscheinungsjahr:
2015
Verlag: Pegasus Spiele  ..i..
Autor: T.C. Petty III
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 20-40 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
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VivaJava
 
Würfeln mit Verwöhn-Aroma
Das waren noch Zeiten! Damals, als die ganze Werbefernsehen-Hochzeitsgesellschaft lange Gesichter zog und halbvolle Tassen zurückgehen ließ, weil der Kaffee nicht schmeckte...
 
     

... Was für ein Glück, wenn dann zufällig auch Frau Sommer unter den Gästen war und diese im Handumdrehen ein Päckchen Premiumkaffee mit Verwöhn-Aroma aus dem Ärmel zog und damit die Situation und die ganze Feier rettete!Heutzutage können wir das Kaffeerösten selber in die Hand nehmen und mit etwas Glück und einer Prise Taktik unsere eigene "Beste Bohne" herstellen, die uns unsere Gäste aus den Händen reißen werden! Denn wir kennen uns aus, in der aufregenden Welt des Würfelkaffees!

Zu Beginn des Spieles werden zwei runde Untersetzer mit den verfügbaren Mischungen "Beste Bohne" und "Bunte Mischung" sowie ein Forschungsuntersetzer in der gewünschten Schwierigkeitsstufe ("sanft" oder "würzig") in die Tischmitte gelegt. Dazu gesellen sich zehn weiße Kaffeewürfel und fünf schwarze Aromawürfel, die den gemeinsamen Vorrat bilden. Während die sechsseitigen Kaffeewürfel Bohnen in aufsteigendem Röstgrad von weiß (1) bis schwarz (6) zeigen, haben die schwarzen Aromawürfel die Röstgrade weiß (1) bis grün (5) sowie eine Jokerseite zu bieten. Sobald jeder Spieler mit einem Wertungsblatt, das hier "Forschungslabor" genannt wird, ausgestattet wurde, kann das Spiel beginnen.

Ist ein Spieler am Zug, nimmt er sich fünf weiße Kaffeewürfel aus dem Vorrat in der Tischmitte und wirft diese. Nun hat er die Auswahl, das Ergebnis entweder für die Forschung oder für das Herstellen neuer Mischungen zu verwenden. Zu Beginn unserer Karriere in der VivaJava Kaffee & Co. KG sind unsere Handlungsmöglichkeiten noch recht eingeschränkt, denn wir müssen zunächst mit dem Ergebnis aus dem einen Wurf leben, ohne dieses in irgendeiner Weise zu unseren Gunsten verändern zu können. Mit jedem Würfel, den man im Verlauf des Spieles in die Forschung investiert, erhöhen sich aber die Einflussmöglichkeiten auf das Würfelergebnis. Denn wenn sich ein Spieler dazu entscheidet, seinen Wurf in die Forschung zu investieren, darf er sich von einer geworfenen Bohnensorte (Farbe) alle Würfel dieser Farbe als sogenannte Forschungsfortschritte auf der entsprechenden Leiste seines Wertungsblattes markieren. Wird auf diesem Weg in einer Leiste das „1ד-Feld erreicht, darf der Spieler von nun an die entsprechende Fähigkeit nutzen. So erlaubt es beispielsweise die Fähigkeit in der weißen Leiste beliebig viele Würfel einmal neu zu würfeln. In der gelben Kategorie wird es möglich, einen Würfel um einen Röstgrad nach oben zu drehen, und die Fähigkeit der roten Bohnen besteht sogar darin, eine Fähigkeit eine Runde lang für alle Mitspieler zu blockieren. Erreicht man zu einem späteren Zeitpunkt im Spiel das „2ד-Feld einer Forschungsleiste, darf man die entsprechende Fähigkeit sogar bis zu zweimal pro Runde einsetzen. Alle Fähigkeiten sind kumulativ, d.h. man darf im eigenen Zug jede freigeschaltete Fähigkeit nutzen.

Eine Sonderrolle kommt den schwarzen Bohnen zu, denn für den stärksten Röstgrad gibt es keine Forschungsleiste auf dem Wertungsblatt. Entscheidet sich ein Spieler, die schwarzen Bohnen zu erforschen, so erhält er für jede rausgelegte Bohne für die darauffolgende Runde einen der begehrten schwarzen Aromawürfel. So ausgestattet kann er im nächsten eigenen Spielzug auch mit mehr als den üblichen fünf Würfeln werfen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, vor allem wenn man bedenkt, dass die Aromawürfel statt der schwarzen Bohne eine Jokerseite haben, die man für jede beliebige andere Farbe einsetzen kann.

Doch wofür soll die ganze Würfelei eigentlich gut sein? Ziel des Spieles ist es, 21 Siegpunkte, die in "VivaJava" Genusspunkte heißen, zu sammeln. Dies ist zwar auch auf dem Wege der Forschung möglich, denn wenn man das achte und letzte Feld einer Forschungsleiste ankreuzt, hat man diese Reihe abgeschlossen und erhält dafür (in der „sanften“ Variante) je nach Bohnensorte drei oder vier Siegpunkte. Doch sollte das letzte Kreuzchen in einer Forschungsleiste mit Bedacht gemacht werden, denn sobald eine Leiste abgeschlossen ist, kann die dazugehörige Sonderfähigkeit nicht mehr genutzt werden.

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Also ist Mischen die Devise! Statt seine Würfel in die Forschung zu stecken, hat der aktive Spieler auch die Möglichkeit, neue Mischungen auszuprobieren und den Gaumen der kaffeeschlürfenden Kundschaft von den erlesenen Produkten der Viva Java Kaffee & Co. KG zu überzeugen. Nachdem der Spieler seine Würfel geworfen und eventuell durch freigeschaltete Fähigkeiten verbessert hat, kann er sich an die Herstellung einer der beiden Verkaufsschlager unserer Würfelrösterei machen. Für die „Bunte Mischung“ werden lediglich fünf unterschiedliche Bohnenfarben benötigt. Gelingt dieser Wurf, wird der Spieler zunächst mit dem dazugehörigen Untersetzer und einem Sieg-, pardon, Genusspunkt belohnt. Die Herstellung der „Besten Bohne“ ist etwas anspruchsvoller und verlangt mindestens zwei Würfel einer Bohnenfarbe. Je mehr gleichfarbige Bohnen man verwendet, desto stärker ist die Mischung und je höher der Röstgrad (die Farbe) der Bohnen ist, desto besser ist die Mischung. Auch hier wird man bei Erfolg zunächst mit dem passenden Untersetzer und einem Siegpunkt belohnt. Sollte man es jedoch schaffen, eine der erfolgreich auf den Markt gebrachten Mischungen zu Beginn des nächsten eigenen Zuges noch vor sich liegen zu haben, gibt es weitere Siegpunkte. Die „Bunte Mischung“ bringt in jeder weiteren Runde zwei Siegpunkte, die „Beste Bohne“ sogar deren drei. Kundentreue zahlt sich eben aus. Dummerweise schläft die innerbetriebliche Konkurrenz aber nicht. Sobald ein anderer Spieler eine neue „Bunte Mischung“ oder eine noch bessere „Beste Bohne“ zusammenmischt, muss man den hart erarbeiteten Untersetzer an diesen Spieler abgeben. Die Längste Handelsstraße lässt grüßen.

Zu allem Überfluss ist der fleißig umworbene Kunde ein launisches Wesen. Die „Bunte Mischung“ wird immer aus den Supermarktregalen gerissen und belohnt den Spieler mit diesem Untersetzer in jeder Runde mit 2 Siegpunkten. Zusätzlich darf dieser Spieler aber wie gewohnt in jeder Runde Würfeln und die Ergebnisse in die Forschung oder in die „Beste Bohne“ investieren. Letztere bringt zwar zunächst mehr Punkte pro Runde, wird allerdings mit fortschreitender Marktpräsenz immer uninteressanter für den Kunden. Deswegen muss der Spieler, der die „Beste Bohne“ mischt, seine fünf Würfel auf dem Untersetzer ablegen und in jeder folgenden Runde, in der er diese Mischung weiter behalten will, einen Würfel davon ablegen. Je länger er die „Beste Bohne“ also auf dem Markt hält, desto schwächer wird sie. Die Geschmäcker ändern sich halt.

So folgt Runde auf Runde, in denen die Spieler versuchen, immer bessere Mischungen zu komponieren um sich dieselben gegenseitig wieder abzujagen. Gleichzeitig versucht man, die eigene Position mittels Forschungsfortschritte immer weiter zu verbessern. Wer auf diesem Wege zuerst 21 Genusspunkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel und darf sich "Mitarbeiter des Monats" der VivaJava Kaffee & Co. KG nennen! 

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Varianten: Aber halt! Das war noch nicht alles. Wer schon ein paar Runden "VivaJava" hinter sich gebracht hat und neue, koffeinhaltige Herausforderungen sucht, der kann den Forschungsuntersetzer auf die würzige Seite drehen und damit andere Fähigkeiten ins Spiel bringen, mit denen man den Mitspielern teilweise gehörig in den Kaffee spucken kann. Und wenn man noch mehr Anregung haben möchte, kann man zur "Al Gusto"-Erweiterung greifen, die bereits mit im Grundspiel enthalten ist. Diese Erweiterung wartet mit 24 Fähigkeitenscheiben auf, die auf einem modularen Untersetzer platziert werden. So kann man sich die gewünschten Fähigkeiten für jede Runde "VivaJava" neu aussuchen. Und als Milchschaumhäubchen auf dem Cappuccino ist auch noch eine Solo-Variante enthalten. In diesem Kaffeepaket steckt mehr drin, als man vermutet! [am]

 
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  PLUS:
PLUS:
hochwertiges Material
schöne Würfel, die auch für
   Farbfehlsichtige konzipiert
   wurden
hoher Wiederspielreiz durch viele
   Varianten und Module

ENDE
  MINUS:
MINUS:
Wertungsblöcke grafisch sehr
   ansprechend gestaltet,
   aber z.T. etwas unübersichtlich
Spielregel teilweise etwas umständlich

...
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     

André: Zunächst sticht bei "VivaJava" die Optik ins Auge: die Schachtel ist wie eine Kaffeedose im tollen 50er-Jahre-Look gestaltet, und auch das Design der Spielregel und der anderen Komponenten wie z.B. die Spielerübersichten oder die Forschungsuntersetzer sind stimmig mit qualitativ hochwertigem Material in Szene gesetzt worden. Besonders herausheben muss man auf jeden Fall auch die Würfel, bei deren Gestaltung man auf die Belange farbfehlsichtiger Spieler Rücksicht genommen hat. Die einzelnen Seiten der Würfel sind neben einer farbigen Kaffeebohne noch mit einem bis fünf kleinen Punkten (und einem Kreis für die "Sechs") versehen worden, sodass auch Spieler mit einer Farbsehschwäche problemlos mitspielen können. Respekt!

Leider ist das Design der Wertungszettel ("Forschungslabore") der einzelnen Spieler etwas unübersichtlich geraten. Die farbliche Abstimmung passt zwar gut zum Thema, erschwert den Spielern aber – gerade in voller Besetzung – zu erkennen, welche Fortschritte die einzelnen Mitspieler bereits haben. In unseren Runden haben wir uns immer darauf geeinigt, die Bohnen auf den Wertungszetteln ganz auszumalen oder zumindest dicke Kreuze zu verwenden. Ein einfaches Kreuz mit Kugelschreiber ist auf weiterer Entfernung teilweise schwer zu erkennen. Darüber hinaus sind die doppelseitigen Wertungszettel in der Schachtel mit 50 Stück recht sparsam bemessen.

"VivaJava" ist schnell erklärt und die beigefügten Spielübersichten lassen kaum Fragen offen. Nur die Regelpassagen über die korrekte Verwendung der Marker mussten wir uns mehrfach durchlesen. Die Semantik mit dem "Entfernen eines Markers", wenn man eigentlich doch einen einsetzen will, ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Der Spielablauf ist kurzweilig und bis zum Schluss spannend, denn auch in voller Besetzung bleibt die Downtime durch die schnelle Abwicklung der einzelnen Spieleraktionen gering. Vordergründig habe ich als Spieler nur zwei Optionen in meinem Zug: investiere ich Kaffeebohnen in die Forschung, um mir für spätere Züge Vorteile zu verschaffen, oder setze ich auf das Mischen und versuche so, direkt schnell Siegpunkte zu ergattern? Doch jede dieser beiden Optionen eröffnet weitere Entscheidungsmöglichkeiten. Versuche ich eine "Bunte Mischung" zu werfen, die zwar pro Runde einen Punkt weniger bringt, mich aber weiterhin volle Züge machen lässt? Oder investiere ich in die "Beste Bohne", die mir zwar von Runde zu Runde einen Würfel mehr wegnimmt, mich aber dafür mit satten Punkten belohnt? Oder gehe ich verstärkt in die Forschung, um mir teilweise starke Vorteile zu sichern und am Ende mit abgeschlossenen Leisten die Punkte einzufahren?

Für ein Würfelspiel bietet "VivaJava" enorme Entscheidungstiefe bei kurzen Einzelzügen, ohne das Spiel künstlich aufzublähen. Es bedarf etwas mehr Einarbeitung als zum Beispiel ein "Qwixx", belohnt aber dafür mit mehr taktischen Möglichkeiten. Es ist kein abendfüllendes Spiel, aber mit einer Spieldauer von 20 bis 40 Minuten (je nach Spieleranzahl) kann man es gut für eine Aufwärmrunde am Spieleabend oder für das "Spiel zwischendurch" auf den Tisch bringen.

Das Thema Kaffeerösten ist erfrischend unverbraucht, wenngleich bei Würfelspielen die Thematik naturgemäß etwas dünner aufgetragen ist als bei "großen" Spielen. Im Fall von "VivaJava" hängt das aber teilweise auch damit zusammen, dass die US-amerikanische Version ein Spin-off des Brettspieles "VivaJava: The Coffee Game" ist und dort den prägnanten Titel "VivaJava: The Coffee Game: The Dice Game" trägt. Stimmig bleibt die Erzählung aber trotzdem. Wir sind eben kleine Angestellte in einer großen Rösterei und stecken in dem Dilemma, entweder den Kundengeschmack zu treffen oder den Durchbruch in der Kaffeeforschung zu machen.

Das Spiel ist kurzweilig, spannend, in jeder Besetzung gut spielbar und in unseren Runden wurde immer gerne nach der ersten noch eine weitere Partie verlangt. Würfeln mit Verwöhn-Aroma - Frau Sommer wäre begeistert!
---
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
 

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