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Genre: Strategie, Karten
Erscheinungsjahr:
2017
Verlag: Hans im Glück  ..i..
Autor: Stefan Dorra
Grafik: Klemens Franz
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer:
ca. 20 Min. pro Spieler

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   
   

 

 
Valletta
...

Hire and Fire

Im Spiel "Valletta" errichten die Spieler Gebäude in der gleichnamigen Stadt auf Malta. Dazu spielen die Spieler Handkarten aus, um Güter zu erhalten und mit diesen Gebäude zu errichten.
 
 
Zunächst legt man die Punkteleiste, Straße genannt, in die Tischmitte. Darauf werden Fassplättchen (über den Punktezahlen), die Jean de la Vallette-Figur (am Anfang der Straße und 25/50- bzw. 75/100-Plättchen (am Ende der Straße) gelegt. Ebenso kommt für jeden Spieler eine Spielfigur an den Anfang der Straße. Dann werden die Gebäudekarten entlang der Straße platziert. Dazu werden je nach Spielerzahl 20 bis 30 Karten ausgelost, die in dieser Partie gebaut werden können. Dabei gibt es Vorgaben, wie häufig die drei Farben (grün, blau, gelb) vorkommen müssen. Anschließend mischt man die gewählten Karten und legt sie immer in Reihen (Zeilen) von 5 Karten abwechselnd oberhalb oder unterhalb der Straße aus. Danach wird noch auf jede Gebäudekarte die passende Personenkarte (erkennbar am kleinen Buchstaben auf den Karten) gelegt.

 
Jeder Spieler erhält eine Spielerablage, 8 Startkarten, 8 Häuser und einen Satz Güter (Gold, Holz, Stein und Ziegel). Nach der Auslosung des Startspielers darf sich jeder Spieler, beginnend beim Spieler rechts neben dem Startspieler und dann entgegen dem Uhrzeigersinn, eine zusätzliche Ressource nehmen, wobei keine Ressource doppelt vergeben wird. Danach mischen alle Spieler ihre Startkarten und ziehen davon 5 Karten auf die Hand.
 
Die restlichen Ressourcen und die vier neutralen Karten Baumeister werden neben dem Spielfeld bereit gelegt.
 
So funktioniert's:
Der Startspieler beginnt das Spiel und macht einen kompletten Zug. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe, seinen Zug durchzuführen. Dies geht so weiter, bis eine der drei Endphasenbedingungen eingetreten ist. Anschließend geht das Spiel so lange weiter, bis jeder Spieler alle seine Karten noch einmal ausgespielt hat.
 
Der Spielzug des Spielers:
Der aktive Spieler spielt nacheinander Handkarten aus und macht die auf der Karte beschriebene Aktion. Dies macht er so lange, bis er drei Karten gespielt hat. Anschließend legt er die gespielten Karten auf den Ablagestapel und zieht wieder auf 5 Karten auf. Hat er nicht genügend Karten in seinem Zugstapel, zieht er die restlichen Karten und mischt den Ablagestapel zu einem neuen Zugstapel.

 
Nun, was machen also die Karten? Die meisten Startkarten geben einfach ein Gut. Mit Ausnahme der Magd (ein beliebiges Gut) ist bei jeder Karte festgelegt, welches Gut man erhält. Zusätzliche Güter kann man über den Lehrling erhalten, der die zuletzt gespielte Karte kopiert, solange sie rot oder grün ist. Dann gibt es noch die Karte "Jean de la Vallette". Zuerst zieht man die entsprechende Figur ein Feld auf der Straße weiter und deckt das Fassplättchen auf, das auf diesem Feld liegt. Man nimmt sich das angegebene Gut. Anschließend darf man eine Karte von der Hand zu den neutralen Baumeistern legen und somit aus dem Deck entfernen. Oder man nimmt sich eine der ausliegenden Karten (z.B. einen neutralen Baumeister). Und der Baumeister? Nun, er ermöglicht, wie der Name schon sagt, dass man ein Gebäude bauen darf. Jede Gebäudekarte hat links oben Güterkosten abgebildet, die man zum Bauen abgeben muss. Man sucht sich also ein ungebautes Gebäude aus, bezahlt die Kosten, stellt ein Haus auf die Karte und nimmt die darauf befindliche Personenkarte auf die Hand. Hat man bereits ein oder mehrere Gebäude benachbart, reduzieren sich die Baukosten jeweils um ein Gold.
 
Alternativ kann man mit dem Baumeister ein bereits gebautes Gebäude einmalig aufwerten. Dazu muss man noch mal die Güter bezahlen (ohne Gold) und dreht anschließend die Gebäudekarte um. Die aufgewerteten Gebäudekarten zeigen zwei (statt einem) Gütersymbole und der Punktwert ist verdoppelt. Unabhängig davon, ob man ein Gebäude baut oder aufwertet, erhält man zwei Punkte, wenn die Figur "Jean de la Vallette" in derselben Spalte steht wie das Gebäude.

 
Und was machen diese neuen Karten? Das kommt auf die Farbe an:
- Grüne Karten geben Güter. Dabei ist die Menge aber nicht auf eins begrenzt, sondern abhängig von der Zahl der Symbole dieses Gutes, die man auf seinen Gebäuden hat.
 
- Gelbe Karten geben Punkte. Je nach Karte eine feste Anzahl, abhängig von bestimmten Gebäuden, die man gebaut hat, oder man muss Güter abgeben, um Punkte zu erhalten.
 
- Blaue Karten haben unterschiedliche Funktionen. Manche erlauben es, Güter von anderen Spielern zu erhalten. Andere erlauben es ein Gut zu verkaufen oder einen Satz Holz, Ziegel und Stein zu kaufen oder zwei beliebige Güter zu erhalten. Der Vorarbeiter wirkt wie eine grüne Karte, jedoch darf man sich das Symbol aussuchen. Und der Kämmerer gibt einem Geld für jedes grüne Gebäude, das man gebaut hat. Und es gibt Karten, die wie ein Baumeister wirken, jedoch einen Rabatt auf ein gewisses Gut bieten.

 
So endet das Spiel:
Wenn während eines Zuges Jean de la Vallette das letzte Fassplättchen erreicht, ein Spieler die Punktzahl 25 erreicht oder überschreitet (in dem Fall nimmt man sich ein 25-Plättchen und setzt seine Figur wieder am Anfang der Straße ein) oder wenn ein Spieler sein achtes Haus platziert hat, dann wird das Spielende eingeläutet. Jeder Spieler mischt Ablage- und Zugstapel zu einem neuen Zugstapel. Nun spielen alle Spieler weiter ihre Züge. Ist der Zugstapel aufgebraucht, wird der Ablagestapel nicht gemischt. Man spielt nur noch seine verbliebenen Handkarten. Hat man im letzten Zug weniger als drei Karten, spielt man nur eine oder zwei Karten aus. Haben alle Spieler ihre Karten komplett ausgespielt, endet das Spiel.
 
Zu den bereits während der Partie gewonnenen Punkte addiert jeder Spieler noch die Punkte auf seinen Gebäuden. Und für je drei Güter gibt es auch noch einen Punkt.
 
Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der mehr Gebäude gebaut hat.

 
Varianten des Autors:
Stefan Dorra hat auf seiner Homepage [Link] zwei Varianten veröffentlicht. Bei der ersten Variante wird den Spielern zu Spielbeginn keine zusätzliche Ressorce gegeben. Dafür darf der Startspieler nur eine Karte in seinem ersten Zug spielen und der nachfolgende Spieler nur zwei Karten. Alle nachfolgenden Züge werden normal ausgeführt.
 
Die zweite Variante betrifft das Spiel zu zweit. Hier werden zu Spielbeginn nur auf die ungeraden Punktefelder Fassplättchen gelegt. Wird Jean de la Vallette gezogen, geht er immer zum nächsten Fass. [jk]
 
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  PLUS:
PLUS:
einfaches Prinzip mit großen
   taktischen Einflussmöglichkeiten
variabler Spielablauf durch
   veränderte Kartenauslage
auch zu zweit gut spielbar
ENDE
  MINUS:
MINUS:
verhältnismäßig langer Spielaufbau
für Neulinge unübersichtlich
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Jürgen: Mit "Valletta" ist mal wieder ein eher klassisches "Hans im Glück"-Spiel von dem Münchner Verlag auf den Spielemarkt gebracht worden. Dies betrifft zum einen das Thema: wir befinden uns in einer europäischen Stadt vor mehreren Jahrhunderten und helfen, diese Stadt weiter auszubauen (Carcassonne und Brügge lassen grüßen). Aber auch die eigentlich einfachen Spielmechanismen (Karten spielen, Güter sammeln, Gebäude bauen), die eigenen Möglichkeiten im Laufe des Spiels erweitern zu können, ohne zu sehr den Ablauf zu beeinträchtigen, und dass man die Glücksfaktoren mit taktischen Mitteln begrenzen kann, sind für den Verlag recht typisch.
 
Allerdings hat das Spiel auch ein paar Hürden. Die erste Hürde ist dabei der Spielaufbau. Dies betrifft die Gebäude- und Personenkarten. Während die Gebäudekarten recht schnell ausgewählt, gemischt und ausgelegt sind, folgt dann ein lustiges Suchspiel. Denn die Personenkarten, die mitspielen, müssen auf die passenden Gebäudekarten gelegt werden, die man jeweils an ziemlich kleinen Buchstaben auf den Karten erkennt. So recken dann meist 2 bis 4 Leute ihre Hälse, während dabei Konversationen ablaufen wie z.B. "Ich hab hier G. Wo ist G?" - "G seh ich nicht."  - "Da drüben ist H!". Dieser Suchspaß dauert meist so 3 bis 5 Minuten. Außer man vergisst am Spielende die Personenkarten wieder nach Buchstaben zu sortieren. Dann ist der Spaß bei der nächsten Partie länger.
 
Die zweite Hürde gibt es dann bei der Erklärung. Während der eigentliche Ablauf und die Startkarten schnell erklärt werden können, müssen dann noch alle ausliegenden Personenkarten erklärt werden, was insbesondere bei den blauen und gelben Karten doch einige Minuten dauert. Dies spiegelt sich übrigens auch in den Regelheften wieder. Während Zug des Spielers, Endphase, Spielende und Wertung auf 3 Seiten erklärt sind, gibt es noch ein Extraheft mit Kartenerklärungen, das 7 Seiten lang ist.
 
Die letzte Hürde ist dann Erkennen der Personenkarten im Spiel. Während man die Gebäudekarten mit Symbolen in ordentlicher Größe versehen hat, und somit alle relevanten Informationen schnell erkennen kann, ist dies bei den Personenkarten deutlich schwieriger. Die Karten sind nämlich ungefähr halb so groß wie die Gebäudekarten, damit man sie aufeinander legen kann, ohne dass Informationen abgedeckt werden. Da das Textfeld auch nur ca. ein Drittel der Personenkarte belegt ist und die Texte durchaus bis zu knapp 20 Worte haben, ist die Schrift entsprechend klein ausgefallen. Dies hat man teilweise versucht mit Symbolen zu vereinfachen. Aber es gibt auch Karten, die bei 2 Spielern zusätzliche Regeln haben. Diese zusätzliche Informationen sind dann noch mal kleiner abgebildet worden. So kann es also vorkommen, dass ich in knapp einem Meter Entfernung eine Karte auf dem Tisch liegen habe, deren Informationen teilweise in Schriftgröße 5 gedruckt sind. Dies ist natürlich gerade für Neulinge recht schwierig zu erkennen und kann schon mal zu etwas Verzögerungen führen, bevor die Spieler sich beispielsweise entscheiden, welches Gebäude sie bauen wollen.
 
Während die ersten beiden Hürden bei diesem Spiel kaum zu verhindern sind und auch nicht wirklich stören, empfinde ich die letzte als störend, da sie den Spielfluss verzögert und man sie zumindest hätte mindern können. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man entweder die Personenkarten in gleicher Größe gemacht hätte wie die Gebäudekarten (und leicht versetzt übereinander legt) oder man die Informationen komplett mit Symbolen darstellt. Zumindest ein größeres Textfeld wäre nötig gewesen.
 
Also alles nur Hürden und das Spiel taugt nichts? Mitnichten! Denn das Spiel selbst geht größtenteils sehr flüssig von der Hand und lässt einem genug Entscheidungen:
 
Welche grünen Karten (zusätzliche Güter) sind interessant, welche gelbe Karten (Punkte machen) passen zu meinem Deck, kann ich beim Bauen die Zusatzpunkte von Jean de la Vallette nutzen, kann ich angrenzend bauen und somit Gold sparen, wie viele Baumeister benötige ich, neues Gebäude bauen oder erst anderes aufwerten? Die Liste ließe sich noch verlängern, und da die Auslage in jedem Spiel anders ist, kann man die Fragen auch nicht immer gleich beantworten. Es gibt auch durchaus in einer Partie unterschiedliche, erfolgversprechende Wege. Man erkennt allerdings recht schnell, dass ein Bauen um des Bauens Willen meist nicht zum eigentlichen Ziel führt: Punkte machen. So bekommt man nämlich beim Bauen von grünen Gebäuden keine Punkte (Ausnahme Bankier) dazu, da man auch Güter im Wert von einem Punkt abgibt. Allerdings braucht man natürlich zusätzliche Rohstoffe das ganze Spiel über, sodass man ohne grüne Karten wohl kaum gewinnen kann.

Was teilweise in den ersten Partien auch vernachlässigt wird, ist die Möglichkeit über Jean de la Vallette Karten wieder abzugeben und somit das Deck schlanker zu machen. Auch die blauen Karten können sehr stark sein, da man mit ihnen recht flexibel Güter erhalten kann oder auch direkt die Mitspieler schädigen kann. Allerdings habe ich auch Spieler mit vielen blauen Karten scheitern sehen. Was die blauen Karten auch bewirken, ist, dass kein Spieler allzu viele Güter horten kann. Da fast immer Karten im Spiel sind, die den Mitspielern Güter klauen können, ist eine derartige Strategie meist erfolglos. Außer man hat selbst diese Karten erworben.
 
Im Spiel zu zweit hat man theoretisch mehr Platz, da dann 10 Gebäude pro Spieler ausliegen (zu viert nur 7,5). Da dann aber auch mehr Karten komplett aus dem Spiel genommenund die grünen Karten häufig nur einmal im Spiel sind, gibt es auch mehr Kampf um begehrte Karten. Ich würde auf jeden Fall auch die Variante des Autors bezüglich der Fassplättchen empfehlen, da ansonsten ein Spieler ein großen Vorteil haben kann, wenn er hauptsächlich in den ersten beiden Reihen von links gebaut hat und sich Jean de la Vallette ohne die Variante nicht sehr weit bewegt.
 
Es gab wohl auch viel Diskussionen über einen möglichen Startspielervorteil bei den Originalregeln des Spiels. Theoretisch kann er zuerst ein begehrtes Gebäude der linken Reihe bauen, zuerst angrenzend bauen, und wenn er durch den Bau des achten Gebäudes die Endphase einläutet, vier Aktionen mehr haben als alle anderen Spieler. Dies hat Hans im Glück zu einem Statement bezüglich der Strategien des Spiels auf der Verlags-Homepage veranlasst. Und zum anderen wurde auch auf die Variante von Herrn Dorra verwiesen, wonach der Startspieler zu Beginn nur eine Aktion hat. Auch wenn ich oben darauf hingewiesen habe, dass das Spiel nicht nur einen Weg kennt, hat sich diese Variante bei uns bewährt und durchgesetzt.
 
Insgesamt ist "Valletta" ein recht leicht zu erlernendes Spiel mit vielen taktischen Möglichkeiten, das in all unseren Runden gut angekommen ist. Kein Hirnverzwirbler, aber auch nicht banal. Und auch zu zweit gut spielbar. Wer allerdings ein stark eingebundenes Thema sucht, sollte weiter suchen. Und wer die Zeitung in 10 Zentimeter Entfernung liest, sollte vielleicht eine Lupe mitnehmen.
.
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
   KULTFAKTOR: TEAM-TREND 
...
   Ingo
   Jürgen
   Karsten
   Carsten
   Matthias
   Ulf
Ende
 
 

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