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Spiel-Fakten:

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Genre: Karten
Erscheinungsjahr:
2016
Verlag: fobs
Autor: Fabian Zimmermann
Spieleranzahl: 4 bis 8
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 25 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   
   

 

 
Tiefe Taschen
 
Korruption ist Macht!
Das denken sich die Spieler als hohe Politiker. Warum also bei der Geldverteilung nicht ordentlich in die eigenen Taschen wirtschaften? Das schlimme ist… es funktioniert!
 

     

Zunächst nehmen sich die Spieler ihr farbiges Spielerset, bestehend aus fünf Aktionskarten, einer Figur und 2 Bestechungsmarkern. Außerdem gibt es ein Startgeld vom 9 Mio. Der Rest wird als gut gemischter, verdeckter Stapel in der Tischmitte bereit gelegt. Er gilt ab jetzt als Staatskasse. Die Karte "Staatsbankrott" wird in das unterste Drittel des Stapels geschoben. Sie bestimmt das Spielende.

Das Spiel verläuft über mehrere Runden, bestehend aus je vier Phasen.

Ein Präsident deckt so viele Geldkarten aus der Staatsasse auf wie Spieler mitspielen. Sollte er das Amt wegen des Rücktritts seines Vorgängers aufgenommen haben, muss erst das bereits aufgedeckte Geld des Ex-Präsidenten genutzt werden. Dann verteilt der Präsident die Scheine beliebig unter die Spieler.

Jetzt dürfen sich die Spieler entscheiden, welche Aktion sie wählen. Dazu suchen sie sich aus den eigenen Aktionskarten eine aus, die sie verdeckt vor sich ablegen. Die möglichen Aktionen sind "zustimmen", "ablehnen",  "in die Staatskasse greifen", "erpressen" und "Schutz vor Erpressung".

Außerdem darf jeder Spieler seine Figur (Schnüffler) vor einem beliebigen anderen Spieler platzieren. Verändert werden dürfen Karten und Schnüffler noch, bis jeder mit seinem Zug weitgehend zufrieden ist. In dieser Phase kann der Präsident auch, wenn er das für besser hält, Geld aus seinem Besitz verdeckt mit einem Bestechungsmarker (entsprechend seines Wunsches, was der Spieler dafür tun soll - beispielsweise zustimmen oder ablehnen usw.) einem Spieler gezielt zuschieben. Aber auch die anderen Spieler können sich untereinander noch bestechen, um die Wahl der Aktionskarten in ihrem Interesse zu beeinflussen. Vielleicht sind sie ja der Meinung, der Präsident muss weg! Im Gegensatz zum Präsidenten müssen die Bestechungsgelder der Mitspieler allerdings offen gespielt werden.

Dann werden, beginnend beim Präsidenten, die Aktionen ausgeführt. Jeder deckt reihum seine Karte auf und überprüft deren Situation. Zustimmung und Ablehnung wird zunächst nur zur Kenntnis genommen. Der Griff in die Staatskasse kann nur vom ersten Spieler ausgeführt werden, der diese Karte aufdeckt. Klar, zu viel fällt auf... Hat ein Spieler eine Erpressungskarte gespielt, darf er bei dem Spieler, bei dem sein Schnüffler steht, eine beliebige Geldkarte ziehen. Hat dieser Spieler einen Schutz gespielt, fällt diese Aktion für den Angreifer weg.

Als letztes werden die Abstimmungsergebnisse überprüft. Bei mehr Bestätigungen (grüne Häkchen) als Ablehnungen bleibt der Präsident in seiner Position erhalten. Jeder nimmt das von ihm erhaltene Geld in den persönlichen Vorrat. Bei mehr Ablehnungen als Bestätigungen wird der aktuelle Präsident abgesetzt. Dann muss jeder das von dem jetzigen Ex-Präsidenten erhaltene Geld wieder in die Tischmitte schieben. In diesem Augenblick darf der ausgeschiedene Präsident für den nächsten Umlauf nicht teilnehmen. Neuer Präsident wird der Spieler, der als erster die Ablehnungskarte gespielt hat. Das zurückgeschobene Geld wird vom neuen Präsidenten erneut verteilt. Je nach erfolgten Entscheidungen darf nun jeder Spieler das Bestechungsgeld annehmen und "einstecken" - oder eben nicht, wenn er die geforderte Aktion nicht gemacht hat. So verläuft das Spiel weiter, bis die Karte Staatbankrott erscheint. Erscheint die Karte gleich am Beginn der nächsten Runde, endet das Spiel sofort. Erscheint sie erst in Phase vier, wird die laufende Runde noch zu Ende gespielt.

Es gewinnt der Spieler mit dem meisten Geld. [go]
 
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Checkpoint
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PLUS:
interessantes Bluffspiel mit
   recht einfachen Regeln

ENDE
  MINUS:
MINUS:
Ausscheiden kann stören
Thema spricht nicht jeden an

leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     

Gabi: "Tiefe Taschen" – oder wie Politik funktioniert, aber nicht funktionieren sollte! Korruption ist ein Thema, auch in heutiger Zeit. Nein, ich bin keiner, der auf Verschwörungstheorien steht, aber ich denke, dass Politiker Menschen sind, die sich ihnen auftuenden Möglichkeiten gut zu nutzen wissen. Nein, gut finde ich das nicht, hat doch jeder das Recht auf ein anständiges Leben...

Doch zurück zum Spiel. In "Tiefe Taschen" werden wir zu korrupten Politikern, deren Ziel es ist, letztlich das meiste Geld zu besitzen. Das zunächst eher schlichte Material besteht aus Karten, Holzfiguren und beklebten Holzmarkern. Die Anleitung beschreibt verständlich, was geschehen sollte. Hat man es dann einmal verstanden, spielt sich das Spiel zügig reihum. Der Präsident verteilt Geld - logischerweise nach eigenem Belieben. Dabei hat er ein einziges Ziel im Blick: Präsident zu bleiben. Denn solange Chef auch Chef ist, darf er die erste Karte spielen, was meist der eigennützige Griff in die Staatskasse ist. Alle anderen entscheiden sich frei, was sie tun wollen. Wobei die freie Entscheidung eben doch von ganz uneigennützigen Geldspenden beeinflusst werden kann. Na, wenn mir einer 5 Mio. zuschieben würde - ich würde vielleicht auch schwach werden... Bloß gut, dass ich mit sowas in meiner realen Person nicht rechnen muss.

Nebenbei werden noch ein bisschen die anderen erpresst oder sich vor derlei Angriffen geschützt. Ich entscheide, was mir wichtig ist oder was mir meiner Meinung nach zum Sieg verhilft. Der reduzierte Ablauf macht Spaß und zieht schnell in den Bann. Einer Runde folgt rasch eine zweite. Kummer macht nur - und das auch nur kurz - wenn man als Präsident abgesetzt wird, aber irgendwie ist man da ja auch selber Schuld, oder? Der zweite Aspekt ist die Umsetzung eines Streitthemas, das, gut verarbeitet, doch für Kontroverse sorgt. Demokratie bedeutet nicht, dass alle zufrieden sind - ein treffender Spieluntertitel, den man auf der Verpackung findet.

Unsere Testgruppen spielten das Spiel immer wieder - zum Einstieg, als Absacker, aber auch als Zeitfüller in konzentrationsarmen Spielzeiten. Auf jeden Fall aber immer wieder gerne. Selbst politisch engagierte Spieler lassen sich vom Spiel begeistern. Mögen gerade sie auch in ihrer politischen Zukunft immer das Wohl der Menschen und nicht das der eigenen Tasche im Blick haben.

Fazit: "Tiefe Taschen" ist eine ungewöhnliche, aber gelungene spielerische Umsetzung eines allseits bekannten Medienthemas: Korrupte Politiker. Auf jeden Fall eine Empfehlung wert!
...
 
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