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Spiel-Fakten:

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Genre: Karten, Bluff
Erscheinungsjahr:
2011
Verlag: éditions lui-même /
im Vertrieb von Asmodee  ..i..
Autor: Hervé Marly
Spieleranzahl: 3 bis 6
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 15-45 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

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  Skull & Roses
 
Wenn Biker knobeln...
... geht es darum, wer neuer Anführer der Gang wird. In diesem Kneipen- Bluffspiel können die Spieler beweisen, wie stark ihre Nerven sind.
 


     

So funktioniert's:
Jeder Spieler erhält ein Set aus vier Bierdeckeln im Design seiner Bikergang. Die Rückseiten der Spielerkarten sind dagegen alle identisch: je 3 Karten eines Sets zeigen Rosen, eine Karte zeigt den "Skull" - den Totenkopf.


Jeder Spieler besitzt ein Bierdeckel-Set aus vier Karten - 3 Rosen, 1 Totenkopf.
   
Bis zu sechs Spieler können mit jeweils eigenem Kartenset teilnehmen.
   

Reihum legt nun jeder Spieler eine seiner, vor den Blicken der Mitspieler verdeckten, Handkarten auf seine Ablagetafel. Danach hat immer der Spieler, der gerade an der Reihe ist, die Wahl, ob er eine weitere Karte auf seinen Ablagestapel legt oder ob er eine Herausforderung startet.

Startet er eine Herausforderung, so nennt er nun eine Anzahl an Karten, die er vermutet, aufdecken zu können, ohne dass ein "Skull" zu sehen ist. Dabei ist es Pflicht, zunächst den eigenen Kartenstapel komplett aufzudecken. Danach können beliebige Karten der Mitspieler umgedreht werden - allerdings muss bei einem gewählten Stapel immer die aktuell oberste Karte aufgedeckt werden.

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Gibt der Spieler ein Gebot ab, können die anderen Spieler der Reihe nach überbieten, wenn sie mögen. Der Höchstbietende muss dann sein Gebot erfüllen. Wer also selber bereits einen Skull in seinen Stapel gelegt hat, sollte keinesfalls Höchstbietender werden, da er diese Herausforderung somit auf jeden Fall verliert, da er ja zunächst sämtliche eigenen Karten aufdecken muss! Natürlich kann man aber auch mit eigenem Skull mitbieten, in der Hoffnung, die anderen Spieler fallen auf diesen Bluff hinein.


Wer "Roses" aufdeckt, bleibt bei einer Herausforderung im Rennen.
   
Sobald ein Skull sichtbar wird, ist die Herausforderung verloren.
   

Sobald ein Spieler eine Challenge ausführt, und einen Skull aufdeckt, verliert er diese also. Er muss eine seiner Karten in die Spielschachtel zurücklegen. War es ein eigener Skull, der zum Verlust führte, so darf der Spieler selbst entscheiden, welche Karte er abgibt.

War es der Skull eines Mitspielers, so darf dieser eine Karte ziehen und sie ungesehen in die Schachtel legen. Der Spieler, der die Herausforderung verloren hat, spielt also nun mit einer Karte weniger.

Erfüllt ein Spieler bei einer Herausforderung hingegen sein Gebot und deckt keinen einzigen Skull auf, so darf er seine Ablagetafel nun von der "Skull"- auf die "Roses"-Seite drehen und das Spiel geht weiter. Spielziel ist es, zwei eigene Herausforderungen zu bestehen. Wer das schafft, ist der neue Oberboss der Bikergang. Wer hingegen vorzeitig alle Karten verliert, scheidet aus. [ih]

 
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    Checkpoint
Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
unkompliziertes Bluffspiel
schneller Ablauf
*Hicks*! ;)
ENDE
  MINUS:
MINUS:
absolut glücksabhängig
keine Spieltiefe
Design ist gewöhnungsbedürftig
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     

Ingo:  Jeden Dienstag Abend trifft sich ein kleiner, erlesener Kreis in einem netten (alkoholfreien!) Café zum SPIELKULT.de-Spieleabend. Als ich "Skull & Roses" auf den Tisch bringe, sind wir zu sechst - 5 Jungs, 1 Mädel. Angekündigt habe ich dieses kleine Spiel als das, was es ist: "Spiel des Jahres 2011". Okay, nicht bei uns, aber in Frankreich. Aber selbst in Deutschland hat es das Spiel auf die Empfehlungsliste zum "Spiel des Jahres" geschafft. Irgendein Spielreiz muss also vorhanden sein...

Das Regelstudium ist schnell absolviert. Auch wenn in der Anleitung oft von Taktik geredet wird, so handelt es sich bei "Skull & Roses" um ein nahezu reines Glücksspiel. Und das ist wirklich extrem simpel. Karte ablegen, später Karte hinzulegen oder Herausforderung starten. Was so wichtig klingt, ist im Grunde das, was man seit Jahren beim Streichholzknobeln macht: Vorhersagen, gewinnen oder verlieren.

Hier nun tippt man also auf die Anzahl an Rosen-Bierdeckeln, die die Spieler vermutlich vor sich abgelegt haben. Betonung liegt auf vermutlich, denn Anhaltspunkte gibt es nicht wirklich. Einziger Bluff-Faktor ist der Totenkopf im eigenen Stapel und das damit verbundene Bietverhalten.
Wer hoch pokert und einen Skull im eigenen Stapel liegen hat, weiß direkt, dass er diese Herausforderung verliert. Gewinnen kann man also nur, wenn man hoch pokert, keinen Totenkopf ablegt und dann noch viel Glück bei den Mitspieler-Stapeln besitzt.

"Ab 10 Jahren" ist dieses Spiel empfohlen - im Grunde können auch schon 6- oder 7-jährige mitspielen, wenn sie bis zur Anzahl der im Spiel befindlichen Karten zählen können (maximal 24). Ja, mit niedlichen Zootieren wäre dieses Spiel sogar ein schönes Kinderspiel geworden. Das Bikerdesign hingegen ist nun überhaupt nicht kindertauglich. Nein, "Skull & Roses" möchte anscheinend vornehmlich ein Männerspiel sein. 

Und da offenbart sich erstmals eine Schwäche unseres Spielecafés. Es gibt, wie bereits erwähnt, keinen Alkoholausschank. Als Trinkspiel wäre "Skull & Roses" ein echter Bringer; ja, dann könnte es schnell richtig witzig werden, wenn jede Runde ein neuer Skull sichtbar wird. Wobei ich natürlich an dieser Stelle vor übermäßigem Alkoholkonsum warne...! Spielt man das Spiel jedoch in nüchternem Zustand und stellt auch nur annähernd Anspruch auf etwas spielerischen Einfluss, so floppt dieses Spiel nahezu auf ganzer Linie.

"Skull & Roses" ist ein reines Spaßspiel, ein Spiel, bei dem man nicht nachdenken muss - und es auch gar nicht ernsthaft sollte, denn sonst könnte man am Ende auf die Idee kommen, doch einfach wieder mit Streichhölzern zu knobeln, als 15 Euro für düster gestaltete Bierdeckel auszugeben.

Wer hingegen auf Spiele mit hohem Schadensfreude-Faktor steht, der sollte erwägen, schnell nach Frankreich zu ziehen. Die Franzosen scheinen solche Spiele ja besonders zu mögen, wenn sie dieses Spiel sämtlichen anderen Neuheiten des Jahres vorziehen... Ich vergaß: In Frankreich ist es ja auch durchaus üblich, bereits mittags ein Glas Rotwein zu trinken, oder? (> Video)

Hinweis zum Kultfaktor: Für taktische Spieler max. 2 oder 3 Punkte Langzeitspielreiz, für reine Spaßspieler 7 Punkte - damit als Durchschnittswert 5 Punkte.
 

 
   KULT-FAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
 
 
     

Chris: "Skull & Roses" könnte man problemlos auch mit jedem beliebigen Kartenspiel nachspielen. Aber warum macht man es nicht? Ganz einfach: Wegen des Materials. Die kunstvoll gestalteten Bierdeckel sehen einfach klasse aus und waren der Hauptgrund, warum ich "Skull & Roses" auch noch gerne ein zweites oder drittes Mal gespielt habe.

Dies soll im Gegenzug jedoch nicht heißen, das das Spielprinzip hingegen nichts taugt. Dieses ist zwar äußerst simpel, aber dennoch ungewöhnlich, so dass es schwierig ist, sich das Spiel vor der ersten Partie in der Theorie vorzustellen. "Hä, wie jetzt - das ist alles?" scheint der anfängliche Standardgedanke zu sein. Doch schon nach ein oder zwei Runden ist der Groschen gefallen und das Spiel offenbart seine Raffinessen.

Natürlich braucht man - wie bei jedem anderen Bluffspiel auch - in erster Linie Glück um zu Gewinnen, allerdings ist ein gutes Pokerface deutlich von Vorteil, wenn ich meine Mitspieler beispielsweise durch hohe Gebote dazu bewegen will, den obenauf liegenden Totenkopf meines Stapels aufzudecken.

Was in der Theorie also ungewohnt erscheint, ist in der Praxis äußerst kurzweilig. Als kleiner Auflockerer für Zwischendurch unbedingt empfehlenswert.

 

 
   KULT-FAKTOR
      Zweitmeinung
 
Ende
 

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