www.spielkult.de  

Kontakt    Impressum

Suche

 
   START | SPIELETESTS | VIDEOS | EXTRAS | LINKS | SHOP
    Nachgefragt         Fiese Fragen          Spieletag           Favoriten  
 
  Zurück zu den Extras
 

Spielgenre

FamilieStrategie & AufbauWissen & RatenParty & KommunikationLogik & Kombination
KinderKartenWürfel & GlückAktion & GeschicklichkeitLernen

   
.SPIELKULT.de auch auf  
 

 

 
 

 

 
 
 
   
 
   
 
 
 
 
Spiel des Jahres 2017
 

SPIELKULT.de auf der Preiverleihung in Berlin



...
Wie jedes Jahr versammelt sich die Spiel des Jahres e.V. und der entsprechende Presseanhang im Berliner Swissotel. Am 17.07.2017 werden “Spiel des Jahres” und “Kennerspiel des Jahres” bekannt gegeben. Aber irgendwas ist anders dieses Jahr. Ich, Lutz, sitze nicht vorm Live-Stream, den ich heimlich im Büro höre, sondern ich bin live dabei. Nach 10 Jahren haben wir es endlich geschafft, Spielkultisten in die Veranstaltung zu schleusen. So sitzen wir, Sarah-Ann und Lutz, im Publikum und versuchen uns nonchalant zu geben.



Aber es ist schon beeindruckend, wenn die ganzen Autoren und Verleger des diesjährigen Jahrgangs hier sind. Autoren und Verlagsvertreter geben sich locker, aber Bruno Cathala vertraute mir noch eine Stunde vorher an, dass er total nervös ist. Nervöser als vor jeder Uniprüfung, sagt der Materialwissenschaftler. Er lebe seinen Traum. Es sei gar nicht so einfach darauf zu warten, dass jemand ein Urteil über etwas fällt, was ein Stück von einem selbst ist, meint der joviale Franzose. Trotz dieser Anspannung ist es leicht, mit den verschiedenen Leuten vor oder auch nach dem Event in Kontakt zu kommen. Jeder ist irgendwie freudig erregt.

 
Dann geht die Show los. Es gibt etwas Intro-Musik, bunte Lichter und ein paar Reden. Der showartige Aspekt wirkt etwas stark gewollt, aber gleichzeitig finde ich es gut, dass es keine dröge Verkündung ist. Das Prozedere ist den meisten Lesern wohl bekannt, wie uns auch, aber live im Saal ist es doch etwas aufregender. Also zunächst hält Tom Felber, Vorsitzender vom Spiel des Jahres, eine Rede zum diesjährigen Spielejahrgang. Er vergleicht die Klausurtagung des Spiel des Jahres mit einem Escape Room, um den aktuellen Trend der Spieleszene zu repräsentieren. Er weist die Presse darauf hin, dass nicht nur die Preisträger, sondern auch die anderen aktuellen Spiele erwähnt werden. Nun ja, ich denke, bei SPIELKULT.de und unseren Lesern rennt er offene Türen ein. Der aktuelle Jahrgang der Nominierten zeige außerdem, wie international Brettspiele sind, denn es sind nicht nur deutsche Autoren vertreten, sondern auch Autoren aus Frankreich, Neuseeland, Schweden und Dänemark.


Kennerspiel des Jahres


 
Aber jetzt geht es ans Eingemachte. Zunächst werden die nominierten Spiele fürs Kennerspiel präsentiert. Alphabetisch werden die Kandidaten vorgestellt. Jeder Kandidat wird mit einem kleinen Video vorgestellt und antwortet auf eine oder zwei Fragen auf der Bühne. Es beginnt mit den “Exit”-Spielen.



Dann kommen die “Räuber der Nordsee” und zum Schluss “Terraforming Mars”. Das Publikum reagierte besonders erheitert auf Jacob Fryxelius’ (Autor von “Terraforming Mars”) Aussage, dass wir schon seit 20 Jahren auf dem Mars wären, wenn die Weltraumforschung das Budget der US-Armee hätte. Den Wahrheitsgehalt dieser Nachricht zu überprüfen, ist natürlich nicht so leicht, aber “Forschung statt Krieg” ist doch ein Slogan, dem viele zustimmen würden.

 
Dieses Jahr wurden drei sehr gute Titel für das Kennerspiel nominiert und wir hatten schon sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wer gewinnen könnte oder wer unser Wunschkandidat wäre, allerdings hätte uns keiner der Titel als Gewinner traurig gestimmt. Die Fotografen und Kameramänner drängen sich dicht im Mittelgang des Auditoriums, um einen möglichst guten Blick auf die Enthüllung des grauen Pöppels zu erhaschen. Und als der große graue Vorhang fiel, stand der Sieger fest: "EXIT". Der Verlag springt auf und jubelt. Inka und Markus Brand feiern ihren Preis mit einem Kuss.



Die Brands stürmen mit den Redakteuren des Kosmos-Verlags die Bühne und lassen sich glückselig fotografieren. Auf die Frage, wie lange es mit der Exit-Reihe weitergehen soll, meint Inka, solange ihr das Rätsel entwerfen Spaß mache. Hier zeigt sich auch schon das Ungewöhnliche an diesem Sieg: Zum ersten mal wurde eine Spiele-Serie, bzw. drei Titel davon, als Repräsentanten, nominiert. Und dann gewinnt diese Extrawurst auch gleich... ;)

 

Spiel des Jahres


Nach diesem Höhepunkt erscheint es fast etwas langweilig, dass es nun wieder ganz gemächlich weiter geht mit der Vorstellung der Kandidaten des “Spiel des Jahres”. Wieder Videos und kurze Kommentare, diesmal zu “Kingdomino”, “Magic Maze” und “Wettlauf nach El Dorado”.

Bruno Cathala verkündet, dass er gerne etwas Altes mit etwas Innovativem verbinden wollte und so Kingdomino entstanden ist.



Kasper Lapps Motivation war die Lösung des Problems des Alpha-Spielers, also ein Spieler, der anderen vorschreibt, was sie in einem kooperativem Spiel zu tun haben.



Reiner Knizia meint scherzhaft, dass bisher alles Gold, welches wir gefunden haben, in einen 20 m mal 20 m mal 20 m Würfel passen würde, weswegen wir einfach alle öfter nach El Dorado, der Stadt aus Gold, suchen müssten.

 
Und wieder bauen sich die Spannung und die Fotografen auf. Der rote Vorhang fällt und Bruno Cathalas “Kingdomino” ist  das neue Spiel des Jahres. Jubelnd springt Bruno auf. Ein Mann, der seinen Traum lebt, und diesen jetzt zusammen mit allen anderen teilen kann. Bruno, die Repräsentanten von Blue Orange (dem französischem Ursprungsverlag) und Pegasus Spiele (als Verlag in Deutschland für das Spiel zuständig) bauen sich auf der Bühne auf. Bruno sieht glücklich aus und lächelt in die Kamera. Später gesteht er mir, dass er schon mit den Tränen kämpfen musste.

 

After-Show-Gespräche

So endet der Live-Stream für die Leute, welche die Verleihung live im Internet verfolgen. Wir haben das Glück noch etwas herumstromern, uns dank Catering stärken zu dürfen und vielleicht den ein oder anderen wichtigen Gast zu einem kleinen Gespräch überreden zu können. Gesagt, getan...



Bruno Cathala ("Kingdomino")
 
Bruno Cathala, überglücklich und ständig von allen belagert, nimmt sich trotzdem die Zeit mit allen zu reden und auch wir dürfen ein kurzes Interview mit ihm führen. Er war sehr glücklich beim Gang auf die Bühne und musste sich etwas zusammenreißen, nicht zu weinen, berichtet er. Für ihn ist es, als habe er ein Stück seiner selbst präsentiert und dies wurde entsprechend wohlwollend von der Jury bedacht. Deswegen wartet auch schon die Verlagsparty auf ihn und er plant alle wichtigen Leute, die zu “Kingdomino” beigetragen haben, zum Essen einzuladen. Also wer gerne französisches Essen mag, sollte sich überlegen, Bruno Cathalas Testspielgruppen beizutreten. Ein Spieleautor sein ist sein Traum und sein Leben, weswegen auch seine Spiele meist grafisch sehr ansprechend sind. Er stellt seine Spiele bei den Verlagen vor, von denen er weiß, dass sie seinen Stil und seine Vorstellung umsetzen.

 
Und was erwartet uns in der Zukunft vom Autor des Spiel des Jahres 2017? “Queendomino”, welches alleine oder mit “Kingdomino” kombiniert gespielt werden kann, ist ein wenig anspruchsvoller als das gerade ausgezeichnete Spiel des Jahres, da es Gebäude mit verschiedenen Siegpunktbedingungen geben wird. Weitere Erweiterungen sind für “Five Tribes” und “Jamaica” zu erwarten, aber auch ein neues Spiel kommt im Herbst. “Oliver Twist” ist ein Spiel über Waisen, die auf der Straße leben, frei nach dem Roman Oliver Twist. Allerdings wird es 2017 erst einmal nur in französischer Sprache erscheinen.

 
   .PLAY.    
 
   

Download

 
 

Markus Brand ("EXIT - das Spiel")
 
Als Stars des Tages sind Inka und Markus Brand natürlich auch von vielen Fans und Gratulanten umzingelt, aber trotzdem konnten wir zumindest Markus interviewen, ab und zu unterbrochen von Autorgrammanfragen. Obwohl das Ehepaar jetzt schon nach "Village" den zweiten "Kennerspiel des Jahres"-Preis abgeräumt hat, waren sie genauso aufgeregt, genauso ahnungslos vor der Verleihung und genauso glücklich nach Erhalt des Preises, gerade bei der harten Konkurrenz, die dieses Jahr vorlag.

 
Uns interessiert natürlich, wie die beiden die Menge und die Qualität ihrer Produktionen hochzuhalten gedenken. Markus stellt ganz klar, dass die beiden nur Spiele herausbringen werden, hinter denen sie auch stehen. Sollten die beiden der Meinung sein, Qualität und der eigene Spaß am Entwickeln geht verloren, dann werden sie eben kein weiteres Exit-Spiel rausbringen. Hierbei hilft es, dass Markus und Inka nicht zwanghaft versuchen Rätsel zu entwerfen, sondern die Ideen einfach nehmen, wenn sie kommen. Selbst auf dem Klo, gesteht Markus...
 
Neu in der "Exit"-Reihe ist im Herbst 2017 die Einführung von Schwierigkeitsniveaus. Besonders interessant wird hier das Einsteiger-Level für Familien sein, denn dieses soll es ermöglichen, dass auch Kinder mit ihren Familien zusammen die Exit-Spiele lösen können. Interessant sei daran, dass Kindern die Rätsel leichter fielen als den Erwachsenen, bemerkt Markus. Also wer jüngere Spieler von Exit begeistern möchte, der sollte nach "Der versunkene Schatz" und dem "???"-Exit-Spiel im Herbst Ausschau halten. Allerdings brauchen sich erfahrene Spieler nicht davor scheuen, auch dieses Spielniveau auszuprobieren.

 
Wem übrigens die Exit-Spiele etwas zu abstrakt daherkommen, der kann sich besonders auf das Exit-Spiel "Eine Leiche im Orient-Express" freuen. Da der Orient-Express eine besondere Leidenschaft von Markus ist, haben sich die Brands und die Kosmos-Redaktion viel Mühe gegeben, dass es hierbei richtig thematisch zugeht. Die Detektive unter unseren Lesern sollten sich also diesen Titel schon einmal vormerken. Und die Fans von drei ganz besonderen Detektiven, nämlich den "???", können auch beruhigt sein, denn auch hier sind Inka und Markus gut geschult und werden das Thema gut behandeln. Die beiden hören nämlich die Geschichten der drei Teenager-Detektive immer noch zum Einschlafen.
 
Wer allerdings zwar Brand'sche Spiele mag, aber nicht so viel für die EXIT-Reihe übrig haben, der darf sich auf weitere Spiele der Brands freuen, denn Nicht-EXIT-Spiele werden weiterhin parallel entwickelt. "Rajas of Ganges" erwartet uns im Herbst bei HUCH! und im Frühjar neue Kinderspiele. Auf die Frage, ob es weitere Spiele der beiden Kinder von Inka und Markus geben wird, welche mit "Mogelmotte" ihr Debut als Spieleautoren feierten, kommentiert Markus mit "Das könnte passieren"...
 
 
Karsten Reuter vom Schwerkraft-Verlag winkt schnell ab, nachdem er uns wissen ließ, dass er mit der Doppelnominierung schon gewonnen habe, wir sollen lieber die Autoren, die extra aus Schweden und Neuseeland angereist seien, interviewen. Dies ließen wir uns nicht zweimal sagen...


Shem Phillips ("Räuber der Nordsee")


Shem Phillips ist den weiten Weg aus Neuseeland für die Verleihung angereist. Er fühlt sich durch die Nominierung schon geehrt. Shem war selbst von dem Erfolg seiner Kickstarter-Kampagnen überrascht, welche es ihm erlaubten, eine komplette Wikinger-Trilogie zu veröffentlichen. Das Wikingerthema wurde durch die literarische und historische Welt der Wikinger inspiriert. Shem vergleicht seine Herangehensweise mit der von Asterix-Comics. Die sind auch historisch, aber nicht alles ist so ganz genau zu nehmen. Typische Archetypen wie die Schildmaid, und der Berserker faszinierten Shem, und er wollte gerne ein Spiel mit diesen Charakteren machen. Tatsächlich waren die Spiele nicht als Trilogie geplant und der Erfolg von "Shipwrights of the North Sea" führte zur Entwicklung von "Räuber der Nordsee". Wer sich für die anderen Spiele der Reihe interessiert, kann froh sein, dass beide Teile noch dieses Jahr bei Schwerkraft veröffentlicht werden sollen, wobei "Räuber der Nordsee" am stärksten an die klassischen europäischen Spiele mit Personaleinsatz erinnert. "Shipwrights" wird ein Kartenmanagement-Spiel sein mit sehr vielen Konflikten und direkter Spielerinteraktion. "Explorers of the North Sea" kommt dem Familienspiel am nächsten. Nach dieser Trilogie wird es wohl erst mal ein anderes Thema für Shems nächstes Spiel geben; wir dürfen gespannt sein.

 

Jacob Fryxelius ("Terraforming Mars")
 
Nachdem Karsten uns schon seine Autoren angepriesen hat, gehen wir zum Nachbartisch mit Jacob Fryxelius. Dort ausgebreitet lag wohl ein unter Vielspielern als absoluter Favorit geltender Kandidat: "Terraforming Mars". Jacob, ein großer Mann mit beeindruckender Gesichtsbehaarung, begrüßt uns freundlich. Obwohl der Verlag FryxGames aus 5 Brüdern besteht, sind heute nur zwei davon hier, aber trotzdem stellt sich die Frage, ob der Verlag in Familienhand die Spiele von Jacob stark beeinflusst. Er meinte, dies sei der Fall, da er bei FryxGames genau seine Spiele umsetzen kann. In einem anderen Verlag würde der Verlag das Thema diktieren. Es erschien mir doch recht ungewöhnlich, dass die fünf Brüder genau die verschiedenen Disziplinen erlernt haben, um einen Verlag zu gründen. Auf Nachfrage hin erfahre ich, dass Jacobs Generation der Fryxelius aus zehn Brüdern und sechs Schwestern besteht. Alle Brüder begeistern sich für Brettspiele und so ergab es sich, dass fünf von den Brüdern eben einen eigenen Verlag gründeten. Und dass der Verlag in Familienbesitz eine gute Umgebung für Jacobs Spiele ist, zeigt auch, in wie vielen Ländern "Terraforming Mars" lokalisiert wurde. Neben der englischen und deutschen Fassung gibt es eine japanische, koreanisch, chinesische, spanische, portugiesische, französische, niederländische, russische, tschechische, polnische, italienische und ungarische Version von "Terraforming Mars". Und dies ist für das erste Spiel mit internationaler Aufmerksamkeit sehr gut. Der Erfolg war für "Terraforming Mars" aber ein fast so langer Prozess, wie das Terraformen eben jenes Mars'. Fünf Jahre dauerte die Entwicklung des interplanetarischen Taktikspiels, besonders das Design der vielen, vielen Karten war da eine große Herausforderung. Jacobs Rohstoffmanagement-System erlaubt es ihm relativ gut, verschiedene thematische Vorgänge mechanistisch in seinem Spiel zu simulieren. Hierbei kommt zuerst die Idee für eine Karte und dann folgen, wie so oft, viele Testpartien.

 
Erweiterungen für "Terraforming Mars" sind schon in Arbeit und die erste wird zumindest in englischer Sprache für Essen erwartet. "Venus Next" wird es mit neuen Karten erlauben, auch die Venus zu terraformen, wobei die Venus ja viel zu heiß für Leben ist, also Leute, werft schon mal die Eismaschinen an. Weitere Erweiterungen sind geplant und wir dürfen gespannt bleiben.
 
"Terraforming Mars" und sein Vorgänger "Space Station" sind beides Science–Fiction-Spiele, die eine Vorliebe von Jacob widerspiegelen. Trotzdem wird sein nächstes Spiel in Essen ein Zombie-Spiel sein. Jacob geht einfach dahin, wo die Inspiration ihn hinträgt, sagt er.
 
Wer gut aufpasst, findet in den Spielregeln Hinweise auf Jacobs Glauben, also fragen wir ihn, ob er denn religiös sei. Er bejaht dies und erklärt uns, dass in seinem Glauben der Mensch intelligent geschaffen wurde, um mit all den Dingen, die Gott geschaffen hat, neue, nützliche Dinge zu schaffen. Nun, ein Mensch hat sicherlich schon mal etwas nützliches geschaffen mit "Terraforming Mars"...




Kasper Lapp ("Magic Maze")
 
Nach einem kurzen Lunch versetzt mit angenehmen Gesprächen mit den äußerst sympathischen Jurymitgliedern oder anderen Leuten aus der Brettspiel-Berichterstatter-Flotte haben wir es geschafft, ein Gespräch mit dem dänischen Durchstarter, welcher direkt mit seinem Debut zum Spiel des Jahres nominiert wurde, zu ergattern. Kasper Lapp ist ein offener und sportiver junger Mann, der den mutigen Schritt zum Vollzeitautor gegangen ist, ohne ein einziges Spiel auf dem Markt zu haben. Heute ist er ein wenig enttäuscht, da er nicht gewonnen hat, aber immer noch glücklich, überhaupt nominiert worden zu sein, und schließlich geht er immerhin mit einem Preis nach Hause, denn auf der BerlinCon bekam er am Sonntag den "Beeple Award" verliehen.
 
Der ganze Rummel um "Magic Maze" hilft Kasper viele neue Verbindungen zu knüpfen, was recht wichtig ist für einen Mann, der ein Vollzeitautor geworden ist, ohne Verbindungen in der Brettspielgemeinschaft zu haben. Er hatte beschlossen von seinen Ersparnissen zu leben, um die Zeit zu haben, um seinen Traum zu erfüllen, Kinderbuchautor zu werden. Zwei Kinderbücher sind in Dänemark erschienen, aber jetzt scheint Kaspers Schaffen doch mehr und mehr Richtung Brettspiele zu gehen.
 
Und alles begann mit einem Spaß für einen Wettbewerb. Es erschien Kasper witzig, dass jeder die Spielfiguren bewegen kann und da er schlechte Erfahrungen mit dominanten Spielern (Alpha-Playern) gemacht hatte, musste das Ganze "schweigend" absolviert werden. "Ich habe bei einer Partie Pandemic mit erfahrenen Spielern einfach das Gefühl gehabt, gar nicht zu spielen", meint Kasper. Was als kurzer Spaß gedacht war, liegt nun als Brettspiel vor uns.

 
"Magic Maze" wurde auch entscheidend vom SitDown!-Verlag, beeinflusst. Ein einfacheres Spiel wurde gewünscht und ein Fantasy-Kaufhaus statt des Original Science-Fiction-Themas. Auch die Rolltreppen wurden im Feedback mit dem Verlag eingeführt.
 
Um Nachschub müssen wir uns keine Sorgen machen, denn zwei von Kaspers Spielen erwarten uns bereits im Herbst, eins davon bei Amigo, und uns erwartet eine Erweiterung für Magic Maze. Zudem wird es eine Version von Magic Maze geben, die besonders auf Kinder zugeschnitten ist. Aber auch eine komplexere Version von Magic Maze wird wohl bald veröffentlicht, bei welcher wir uns durch eine Raumstation bewegen. Wobei Kasper seine Spiele lieber im Bereich der Familienspiele ansiedelt und aktive Spiele, wie zum Beispiel Echtzeitspiele, und kooperative Spiele bevorzugt. Kasper vermeidet Spiele, die die Gefahr der Analyse-Paralyse bieten. Kasper ist Teil eines regelmäßigen Autorentreffens in Kopenhagen und wird dort unter anderen von den erfahrenen Autoren Asger Harding Granerud (Flamme Rouge, Frog Riders) und Ole Steiness (Champions of Midgard) unterstützt. Brettspielen ist kein fester Bestandteil der dänischen Familie, aber die Brettspielszene in Dänemark wächst, verrät uns Kasper.
 
Kasper hatte auch noch eine wichtige Nachricht an alle "Magic Maze"-Spieler: Ihr könnt überall den Vortex benutzen, ihr müsst nicht auf einem Vortex-Feld stehen! Dies sei wohl der häufigste Spielfehler bei "Magic Maze"... ;)




Reiner Knizia ("Wettlauf nach El Dorado")
 
Leider reichte dann die Zeit nicht mehr, um auch noch Rainer Knizia zu interviewen, aber immerhin ein Foto mit dieser festen Größe in der Welt der Spielautoren über eine sehr lange Zeit, der dieses Jahr mit "Wettlauf nach El Dorado" ein schönes mittelkomplexes Familienspiel ablieferte,  wurde uns vergönnt.




Nach der Verleihung ist vor der Verleihung...

Als wir uns umschauen, stellen wir fest, dass sich die Mehrheit der Leute schon entfernt hat und die Stände abgebaut werden. Vorbei ist die ganze Veranstaltung und wir hatten ganz viel Spaß bei so einer geballten Ladung Brettspielexperten und Brettspielprofis und fragen uns, ob wir es nächstes Jahr wohl wieder schaffen werden, für euch (… und auch ein großes bisschen für uns) vor Ort zu sein. [ls]




Alle Preisträger, Nominierte und Empfehlungen

> Hier findet ihr noch einmal alle diesjährigen Preisträger, Nominierten und Empfehlungen der Fachjury (Spiel des Jahres, Kennerspiel des Jahres und Kinderspiel des Jahres) im Überblick mit Links zu unseren Rezensionen!

 
 
   > So testen wir
       
    Alle Spiele
von A bis Z:

 
Auswahl
# A B C
D E F G
H I J K
L M N O
P Q R S
T U V W
X Y Z #
 

 

 

 

 

 
 
 

 

         
     
(C) SPIELKULT.de ^^^