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Spiel-Fakten:

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Genre: Strategie
Erscheinungsjahr:
2013 (Original: 2012)
Verlag: Portal Games / Pegasus Spiele ..i..
Autor: Ignacy Trzewiczek
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: ca. 60-120 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   
   

 

 
Robinson Crusoe
Abenteuer auf der verfluchten Insel

 
Die Magie des Scheiterns

Gestrandet auf einer Insel, versucht ihr euer bestmögliches, um gerettet zu werden. Für Badeurlaub bleibt keine Zeit, denn die Insel ist euer größter Feind!  
 


     

So funktioniert's:
Vor Spielbeginn einigen sich die Spieler über eines der sechs verfügbaren Szenarien und ziehen zufällig je einen der vier verfügbaren Charaktere. Jeder Charakter ist sowohl als Frau als auch als Mann wählbar.

"Robinson Crusoe" ist ein kooperatives Abenteuerspiel, bei dem ihr die Rolle der Gestrandeten übernehmt. Eure Feinde auf der Insel sind schier endlos. Durch Ereigniskarten, welche in Phase 1 der insgesamt sechs Phasen einer Spielrunde ins Spiel kommen, erscheint ein sofortiges Ereignis. Auf dieses muss sofort reagiert werden. Schafft man die Aufgabe nicht, wird man mit Abzug der Lebensenergie seines Charakters bestraft. Dies gilt auch für jeden weiteren unerfüllten Bedarf im Spiel. Desweiteren zeichnet sich durch die Ereigniskarte ein bedrohendes Ereignis in naher Zukunft ab, auf welches sich die Spieler zusammen in Phase 4 vorbereiten müssen.

Zunächst wird jedoch in Phase 2 geprüft, wie es um die Moral der Gestrandeten steht. Der aktuelle Startspieler muss je nach Position auf der Moralleiste entsprechend viele Moralplättchen abgeben bzw. bekommt neue hinzu. Hier kann auch die Lebensenergie steigen oder sinken.

Phase 3 ist die Produktionsphase. In ihr wird überprüft, ob Ressourcen (Holz, Nahrung) auf Inselteilen des Spielplans verfügbar werden. Verfügbare Mittel werden auf das Feld "verfügbare Ressourcen" gelegt.

Nun kommt die bereits erwähnte Phase 4, die wichtigste Phase im Spiel. Die Aktionsphase. Die Spieler haben je zwei Aktionsscheiben zur Verfügung, die sie auf dem Spielplan einsetzen. Sie erlauben es die weitere Insel zu erforschen (neue Inselplättchen ins Spiel zu bringen), Gegenstände/Waffen/einen Unterschlupf/ein Dach/Palisaden zu bauen, auf die Jagd zu gehen, Ressourcen zu sammeln, das Lager aufzuräumen (hebt die Moral) oder sich auszuruhen, um Wunden zu heilen. Entweder man erledigt eine solche Aktion im Alleingang, oder man lässt sich dabei von einem Mitspieler unter die Arme greifen. Gemeinsam ausgeführte Aktionen gelingen in jedem Fall. Alleingänge werden mit drei Würfeln abgehandelt. Je nach Würfelglück, gelingt/misslingt die Aktion, erleidet der Spieler evtl. einen Schaden und erlebt bei der Aktion ein kleines Abenteuer. Letzteres wird über Abenteuerkarten gesteuert. Je nach gewähltem Szenario sind darüber hinaus noch weitere spezielle Aktionen möglich.  

Phase 5 wartet mit unterschiedlichen (Wetter-)Bedingungen auf, die zuvor mit einem Regen-, Winter- und Tierwürfel ermittelt wurden. Nun zeigt sich, ob sich die Spieler zuvor ausreichend gegen Sturm, Regen, Kälte und Angriffen von Tieren vorbereitet haben.

In der letzten Phase, Phase 6, können sich die Spieler durch Gegenstände, Schätze oder Entdeckungsplättchen heilen. Gleichzeitig müssen die Charaktere etwas essen. Ist nicht genügend Nahrung vorhanden, erleidet jeder betroffene Spieler 2 Wunden. Weiterhin besteht die Möglichkeit, mit dem erbauten Lager auf ein benachbartes Inselfeld zu reisen. Dies bietet im weiteren Verlauf des Spiels neue strategische Möglichkeiten die Insel zu erkunden und neue Nahrungsquellen zu erschließen.  

Das Spiel endet, wenn das Ziel des gewählten Szenarios erfüllt wurde (z.B. muss eine Stadt von Kannibalen zerstört werden, oder eine Freundin muss aus einer gefährlichen Situation befreit und mit einem Rettungsboot weggeschafft werden). Damit haben alle Spieler das Spiel gewonnen. Alle Spieler verlieren das Spiel, sollte die letzte Runde des Szenarios beendet und das Ziel nicht erfüllt worden sein. Auch das Ableben eines Charakters hat ein sofortiges Scheitern zur Folge. [sb]

 
  by Martin Klein* 

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Dieses Video gibt es auch in einer vergrößerten > XL-Ansicht
 
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    Checkpoint
Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
sehr atmospärisch
Thema wurde grandios umgesetzt
viel Abwechslung
auch in der Solovariante sehr gut
ENDE
  MINUS:
MINUS:
recht hohe Einstiegshürde
 
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     

Sebo: Daniel Dafoes Erfolgsroman und Vorlage dieses Spiels ist mit ca. 700 Seiten quantitativ sicherlich kein Leichtgewicht. Das knapp 300 Jahre später bei Pegasus veröffentlichte Spiel "Robinson Crusoe – Abenteuer auf der verfluchten Insel" kann mit knapp 40 Seiten Regelwerk qualitativ aufwarten.

Zugegeben, 40 Seiten Regeln erfordern mehrmaliges Lesen. Wer sich nicht auf ein solches Studium einlassen kann oder will, sollte sich am besten jemanden suchen, der die Spielregeln schon beherrscht. Bereits in der Schilderung des oben aufgeführten Spielablaufs konnte nur ein äußerst grober Eindruck über die mannigfaltigen Möglichkeiten des Spiels vermittelt werden. Eines kann ich jedoch bereits an dieser Stelle verraten. Der Aufwand wird durch langanhaltenden Spielreiz belohnt.

Was macht dieses Spiel zu einer neuen Referenz im Segment der kooperativen Spiele? Für mich sind es vor allem die vielen ineinander greifenden Mechanismen, die perfekt das Erleben von Abenteuern und widrigen Umständen simulieren. Zugegeben, Glück spielt da keine unerhebliche Rolle. Jedoch steht es jedem frei, sein Schicksal mit Würfeln zu besiegeln. Allerdings geht durch das sichere Abschließen einer Aktion zu zweit ein wichtiger Aktionspunkt verloren. Was ein jeder Spieler tut oder lässt, ist ihm freilich selbst überlassen.

Im Gegensatz zu anderen kooperativen Spielen verhält es sich so, dass ein vorheriges Absprechen der Handlungsstrategie bitter nötig ist, und kein Spieler die Führungsrolle an sich reißen sollte. Oftmals sind es die kleinen Ideen von eher stillen Spielern, die doch noch zu einem Sieg führen. Dieser schöne Umstand stellt sich allerdings erst nach der zweiten oder dritten Partie ein, da die Spieler vorher erst einmal an die imaginäre Hand des Erklärenden genommen und in einer Probepartie über die Insel geführt werden sollten. Aber auch die Solovariante kann ich nur wärmstens als Einstieg empfehlen, sollte mal kein Spieleerklärer um die Ecke wohnen.

Nach den ersten eher gemächlichen Runden werden die Spieler feststellen, wir irre brutal das Schicksal in diesem Spiel zuschlagen wird. Ich kann gar nicht sagen, was mir alles in einer Runde bereits widerfahren ist. Da wird man zunächst von einer giftigen Schlange in den Kopf gebissen, um im nächsten Moment nach einem Schatzfund bestialisch verflucht zu werden. Man gewinnt den Eindruck, dass die Insel wirklich zu einem ernstzunehmenden Gegner wird. Doch wenn der Zeitpunkt gekommen ist und die Lage schon ausweglos anmutet, scheint das Spiel diesen Umstand zu wittern. Und plötzlich wird man durch den Fund einer Nahrungsmittelquelle belohnt und der angedrohte Sturm bleibt auch noch aus. Nach einer Partie "Robinson Crusoe" hat man das Gefühl, ein echtes Abenteuer mit seinen Freunden überstanden zu haben. Und selbst wenn das Unterfangen misslungen ist, diskutiert man noch lange am Tisch, was schief gelaufen ist und was man beim nächsten Mal optimieren könnte - die Magie des Scheiterns! 

Der hohe Wiederspielreiz kommt zum einen über die großzügig bemessenen und abwechslungsreichen Ereigniskarten, sowie zusätzlichen durch die 90 Abenteuerkarten zustande. Ferner sind die sechs Szenarien äußerst abwechslungsreich und unterschiedlich schwer gestaltet.

Das Thema wird hervorragend durch die unverbrauchten Illustrationen eingekleidet, welche stark an die klassischen Zeichnungen aus dem Originalroman erinnern. Die gewählten Symbole sind zumeist eindeutig und verdeutlichen den Spielern, was in welcher Phase zu tun ist. Zusätzlich liegt dem Spiel eine Kurzübersicht über die sechs Phasen des Spiels bei.

Somit komme ich zur Wertung. Das wirklich toll umgesetzte Thema, das opulente Material und das einmalige Spielgefühl lassen mich persönlich zum ersten Mal die Spielkult-Bestwertung vergeben. Aktiv eintauchen in die Welt der Robinsonaden wurde durch "Robinson Crusoe – Abenteuer auf der verfluchten Insel" möglich gemacht, 10 Punkte!
    
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
     
 
     

Ingo: Wow, was für ein Spiel! Bei "Robinson Crusoe", das mir in der Originalversion von Portal Games vorliegt, stimmt für mich einfach alles; hier wird Spielen tatsächlich zum Abenteuer. Der Kampf ums Überleben auf der einsamen Insel wird großartig insziniert - und noch dazu ist, so wie es sich für ein kooperatives Spiel gehört, ordentlich Teamwork gefragt.

Doch auch mit erfahrenen Spielern ist jede Mission eine echte Herausforderung; wer nicht gern verliert, könnte in den ersten Partien etwas gefrustet sein, denn der Schwierigkeitsgrad, ein Szenario erfolgreich abzuschließen, ist happig. Für mich ist dieser Aspekt aber gerade Ansporn, so schnell wie möglich eine Wiederholungspartie zu spielen. Ein Glücksfaktor ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen (Ereignisse, Würfel), aber gerade dieser erzeugt hier eine knisterne Spannung.

Für mich ist "Robinson Crusoe" das beste Abenteuerspiel, das zurzeit (Stand: Juni 2014) auf dem Markt ist. Ich freue mich auf (hoffentlich) baldige Erweiterungen! :) Auch von mir gibt es 10 Punkte!
 

 
   KULTFAKTOR
      Zweitmeinung
 
Ende
 

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