Genre: Strategie, Taktik
Erscheinungsjahr: 2011 Verlag: Le scorpion masqué / Ystari Plus
..i.. Autoren: Philippe Beaudoin, Pierre
Poisson-Marquis Spieleranzahl: 2 bis 5 Alter: ab 13 Jahren (im Standardspiel auch
früher) Spieldauer: ca. 60-90 Min.
Einstiegslevel:
Glück
Taktik
leer
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Québec
Oh, wie bunt
ist Kanada...
In der
französischen Wiege Kanadas
errichtet ihr die Stadt Québec,
indem ihr Architekten
losschickt, um Häuser zu bauen
und so Einfluss zu gewinnen!
So funktioniert's:
Zunächst wird der Spielplan mit den farbigen
Bauplättchen belegt. So entstehen 16 farblich
getrennte Stadtbezirke. Jedes Bauplättchen
verfügt über 3 Bauplätze und ist einem von vier
Jahrhunderten zugeordnet. Alle Plättchen mit
Jahrhundert 1 (1608-1708) werden in Runde 1 mit
einer blauen Markierungsscheibe versehen.
Der Spielplan wird mit den bunten Bauplättchen
belegt.
Die Plättchen des aktiven Jahrhunderts sind mit
den blauen Scheiben markiert.
Jeder Spieler erhält einen Architekten (Pöppel
in Spielerfarbe) und - je nach Spieleranzahl -
zwischen 20 und 25 Arbeiterfiguren, ebenfalls in
Spielerfarbe. 3 von ihnen muss er direkt
aktivieren, indem er sie auf sein "Hand"-Tableau
stellt. Nur aktive Arbeiter dürfen in die Stadt
zum Gebäudebau verwendet werden (es sei denn,
Sonderaktionen erlauben Ausnahmen).
Ziel
des Spiels ist es, Mehrheiten in den
Machtzentren Religion, Politik, Handel und
Kultur zu erlangen. Jedes Machtzentrum wird
repräsentiert durch eine farbige Ecke des
Spielplans und dazu farblich passende Bauplätze
(die zuvor verteilten Bauplättchen). Keine
eigenen Bauplätze besitzt zudem die Zitadelle.
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Wer
am Zug ist, hat stets vier Möglichkeiten:
(1) Aktion "Bau eines Gebäudes beginnen":
- Ist der eigene Architekt bislang noch nicht
auf dem Spielplan, so stellt der Spieler ihn auf
einen beliebigen freien Stadtteil des aktuellen
Jahrhunderts (also ein Plättchen mit blauer
Scheibe, welche dann entfernt wird).
Anschließend aktiviert er 3 neue Arbeiter, indem
er sie aus seinem Vorrat auf sein Hand-Tableau
stellt.
- Ist der eigene Architekt bereits auf einem
Bauplättchen so finden, so kann er jederzeit auf
ein anderes weitergezogen werden (ebenfalls nur
auf freie, markierte Plättchen!). Dies vollendet
gleichzeitig das Gebäude und das Bauplättchen
wird auf die Rückseite gedreht. Die
Fertigstellung des Gebäudes markiert der Spieler
mit einem Marker seiner Farbe, der 1 bis 3
Sterne zeigt. Je mehr Sterne er zeigt, umso
weiter war das Gebäude bereits ausgebaut (siehe
Aktion 2), d.h. war nur 1 Baufeld des Plättchens
mit Arbeitern belegt, so gibt es dementsprechend
auch nur 1 Stern; bei 2 belegten Baufeldern 2
Sterne, bei 3 dann entsprechend 3 Sterne.
Die dort befindlichen Arbeiter werden allesamt
in das farblich passende Machtzentrum (Ecke des
Spielplans) gestellt, wo sie bis zur Wertung
verbleiben. Dies können eigene, aber auch fremde
Spielfiguren sein. Nach der Aktion
aktiviert der Spieler dann wieder 3 neue
Arbeiter.
Auf jedem Baufeld mit Architekten (hier z.B.
orange) können Arbeiter eingesetzt werden. Pro
Baufeld werden 1 bis 3 Arbeiter benötigt!
Arbeiter können sich auch am Bau der Zitadelle
beteiligen, allerdings nur über Zusatzaktionen,
denn eigene Baufelder besitzt sie nicht.
(2) Aktion "Baustufe eines Gebäudes errichten":
Entscheidet man sich für diese Aktion, so nimmt
man Arbeiter vom Handtableau, wählt einen
Bauplatz mit Architekten und belegt dort dann
ein freies Baufeld. Die Anzahl der Arbeiter, die
auf dieses eine Baufeld (= Ausbaustufe) gestellt
werden müssen, gibt immer das Infofeld des
gewählten Bezirks auf dem Spielplan an (zwischen
1 und 3 Arbeitern pro Feld).
- Baut man bei seinem eigenen Architekten,
passiert an dieser Stelle sonst nichts. Der
Nächste ist dran.
- Baut man bei einem fremden Architekten, so
darf man nun die Sonderaktion nutzen, die das
dieses Bezirks angibt (z.B. neue Arbeiter
aktivieren, passive Arbeiter in Einflusszonen
schicken, Gebäudewerte erhöhen, Siegpunkte
erhalten für bestimmte Voraussetzungen etc.).
(3) Aktion "Arbeiter in die Einflusszone
schicken":
Hat man gerade nichts besseres zu tun oder hält
es für sinnvoll, seine Präsenz in einer der vier
farbigen Einflusszonen zu verstärken, so kann
man auch einfach einen einzelnen aktiven
Arbeiter auf ein solches Machtzentrum schicken.
Im
Fortgeschrittenenspielgibt es zwei zusätzliche
Spielelemente: Zum einen wird zu Beginn einer
Runde immer eine Ereigniskarte aufgedeckt, die
einem Vor- oder Nachteile einbringt bzw. eine
Aufgabe stellt. Diese Ereigniskarte gilt immer
für alle Spieler.
Zum
anderen werden in jeder Runde 5 Leader
ausgelegt, die einem einen individuellen Vorteil
während dieser Runde verschaffen (z.B. einen
zusätzlichen Architekten, Siegpunkte für
vollendete Gebäude etc). Deshalb gibt es nur in
dieser Version auch: (4) Aktion "Einen Leader
nehmen":
Der Spieler wählt eine Leaderkarte und legt sie
vor sich ab. Gleichzeitig aktiviert er so viele
Arbeiter, wie bereits Karten vergeben wurden.
Der erste Spieler aktiviert also keinen
Arbeiter, hat aber dafür die freie Auswahl.
Jeder Spieler darf pro Runde immer nur einen
Leader besitzen.
Im Fortgeschrittenenspiel
kommen die Leader zum Einsatz.
Eine
Runde (= Jahrhundert) endet, sobald ein Spieler
keine Arbeiter mehr in seinem Vorrat und auf
seinem Hand-Tableau besitzt ODER wenn ein
Spieler seinen Architekten weiterzieht, ohne
dass noch ein Bauplättchen mit einer blauen
Scheibe markiert ist. In diesem Fall erfolgt
eine Wertung, dann werden die Bauplättchen mit
dem nächsthöheren Jahrhundert mit den blauen
Scheiben belegt und das Spiel setzt sich fort.
Wertung: Nach jeder Runde zählt jeder
Spieler seine Arbeiter in den Einflusszonen (den
Ecken des Spielplans). Wir erinnern uns: Diese
Arbeiter wurden durch das Weiterziehen von
Architekten, also dem Fertigstellen von
Gebäuden, oder durch Zusatzaktionen dort
eingebracht. Jeder Arbeiter beschert dem Spieler
einen Siegpunkt, der Spieler mit der Mehrheit in
einem Bereich erhält die abgerundete Hälfte
seiner Arbeiterzahl dort noch einmal als Bonus
(maximal 5!).
Im
Fortgeschrittenenspiel ist die Wertung
trickreicher. Hier beginnt die Auswertung immer
(!) bei der Zitadelle. Danach werden die vier
Machtzentren im Uhrzeigersinn abgehandelt, wobei
in jedem Jahrhundert immer ein anderes
Machtzentrum beginnt. Wieder erhält jeder
Spieler immer so viele Siegpunkte, wie er dort
eigene Arbeiter platziert hat.
Zusätzlich wird
der Spieler, der die Mehrheit besitzt, die
abgerundete Hälfte seiner Arbeiter dort "kaskadieren",
d.h. sie in die nächste Einflusszone der
Reihenfolge rücken, wo sie erneut Siegpunkte
bringen und auch zur Mehrheitsfindung
hinzugerechnet werden. Das Prinzip setzt sich
einmal "um den Spielplan" fort. Im letzten
Einflussgebiet der Runde erhält der Spieler mit
der Mehrheit die abgerundete Hälfte seiner
Arbeiter dort als aktive Arbeiter auf sein
Hand-Tableau. Die anderen Arbeiter nehmen die
Spieler zurück in ihren Vorrat (inaktiv).
Bei der Wertung werden die Arbeiter in den
Einflusszentren gezählt.
Zum Schluss bekommt man Punkte für jedes
errichtete Gebäude (mit Sterne-Marker).
Nach
Runde 4 erfolgt dann noch einmal eine
zusätzliche Schlusswertung. Punkte gibt
es nun noch einmal für Arbeiter auf nicht
fertigen Bauplättchen sowie für aktive Arbeiter.
Jeder Spieler bekommt außerdem für ein von ihm
fertig gestelltes Gebäude (also ein umgedrehtes
Gebäudeplättchen mit einem Sterne-Marker) so
viele Siegpunkte, wie das Plättchen Sterne
zeigt. Je mehr Ausbaustufen also ein Gebäude
erreicht hat, bevor man es durch den Wegzug des
Architekten fertigstellt, umso mehr Punkte gibt
es.
Im
Fortgeschrittenenspiel bilden die Plättchen eine
Ausnahme, die zur sogenannten Hauptgruppe eines
Spielers gehören (unmittelbar
aneinandergrenzende eigene fertiggestellte
Gebäude mit Sterne-Marker). Hier werden statt
der Sterne dann die (höheren) Punktewerte
berechnet, die sich unter den Sternen befinden!
Wer die meisten Punkte machen konnte, gewinnt.
[ih]
ERKLÄRVIDEO
leer
Dieses Erklärvideo gibt es auch in einer vergrößerten
>
XL-Ansicht
PLUS:
PLUS:
unverbrauchtes Spielprinzip
ideal für Fans von eigentlich
abstrakten Taktikspielen
interessante Wertung im
Fortgeschrittenenspiel
ENDE
MINUS:
MINUS:
Standardregeln eher langweilig
bunte Farbgestaltung wirkt
mitunter unübersichtlich
auf Dauer zu wenig Variabilität
leer
PUNKTE-CHECK:
SPIELIDEE
Originalität, Regeln
AUSSTATTUNG
Material, Umfang
SPIELABLAUF
Mechanik, Einfluss
Ingo:Ob
nun Québec, Quito oder Quakenbrück - letztlich
ist es egal, wohin ich meinen Architekten
schicke, um mit meinem Gebäudebau Einfluss in
den städtischen Machtzentren zu gewinnen. Ja,
das schöne Kanada-Thema, das uns auf der
Spielschachtel entgegenstrahlt, ist aufgesetzt.
"Québec" ist eigentlich ein abstraktes Taktik-
und Mehrheitenspiel ohne weiteren inhaltlichen
Bezug zum beliebten Auswandererland.
Wer sich nicht zur Gruppe der absolut
Spielunerfahrenen zählt - und das werden die
Wenigsten sein, die sich dieses Spiel zulegen
- sollte direkt mit den Fortgeschrittenen-Regeln
spielen. Das Standardspiel ist sehr simpel,
eignet sich zum Kennenlernen des
Grundmechanismus', wird aber dann recht schnell
langweilig. Die Expertenversion hingegen bietet
mit den Ereignissen und den Leadern zusätzliche
strategische Elemente. Allem voran ist hier aber
die Wertung am Ende einer Runde besonders
interessant. Das "Kaskadieren", das Weiterrücken
von Mehrheiten, gefällt.
Der gesamte Mechanismus ist
eingängig und gleichzeitig unverbraucht.
"Québec" ist ein Spiel für all diejenigen, die
gern taktieren - Runde für Runde. Hier wird
nichts "großes" aufgebaut; hier wird einfach Zug
um Zug Einfluss in den vier (bzw. sogar fünf)
großen Machtzentren der Stadt generiert.
Besonders das Fremdbauen ist dabei von
entscheidender Wichtigkeit, um die vielen
Sonderaktionen nutzen zu können.
Die Sonderaktionen sind allerdings fest auf dem
(übrigens sehr bunten und daher leicht
unübersichtlichen, dafür qualitativ
hochwertigen) Spielplan aufgedruckt und gelten
auch für alle 4 Runden. Somit passiert in jeder
Spielrunde das Gleiche - und da wird eine Partie
dann schon einmal ein klein wenig lang,
besonders, wenn mit Grüblern gespielt wird.
Etwas mehr Variabilität (z.B. in Form
wechselnder Positionen der Zusatzaktionen bzw.
ein Hinzufügen weiterer Aktionen in jeder Runde)
hätte dem Spiel gut getan, um dauerhaft für mehr
Abwechslung zu sorgen.
Dennoch: Wer taktische Mehrheitenspiele mag,
erhält mit "Québec" einen interessanten
Vertreter dieses Genres, den ich immer wieder
gern einmal spiele, allerdings nur in der
Fortgeschrittenenversion!
(>
Video)
Hinweis zum Kultfaktor: 7 Punkte, gut, im
Fortgeschrittenenspiel / die Standardregeln sind
nur für Wenigspieler oder Familien mit Kindern
interessant; allerdings ist das Spiel dafür dann
etwas zu lang geraten (hier nur maximal 6
Punkte).
KULT-FAKTOR
(Langzeit-)Spielreiz
Ende
NO.1
Dieses Spiel wurde in der Datenbank Luding.org als
erstes von SPIELKULT.de getestet!
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