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Spiel-Fakten:

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Genre: Karten
Erscheinungsjahr:
2016
Verlag:  Spielemuseum.at
Autor: Andreas Prior
Spieleranzahl: 3 bis 5
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   

 

 
Potions Brew
...

Energydrink oder Schlummertrunk?

Auf verschiedenen Brauplätzen, in einem persönlichen Auslagebereich vor sich, versuchen die Spieler passende Karten auszulegen, um Tränke aus einer Gemeinschaftsauslage zu brauen.
 
 

"Potions Brew" besteht aus einem einzigen großen Kartendeck. Jede Karte hat jedoch zwei unterschiedliche Seiten: die eine Seite zeigt ein Rezept und eine Anzahl Amulett- oder Siegpunkte, die andere Seite zeigt eine Zutat und die zugehörigen Sammelregeln. Weiterhin wird eine Auslage aus sechs zufälligen Rezepten gebildet und jeder Spieler bekommt 4 Karten - mit der Zutatenseite für sich sichtbar - ausgehändigt. Dann geht es los, die Spieler spielen immer reihum.

Die Startaufstellung für 3 Spieler. In der Mitte befinden sich die zu brauenden Tränke sowie der Nachzieh - und Ablagestapel. Jeder Spieler hat 4 Handkarten und eine Übersichtskarte.

Jeder Spieler hat vor sich 5 gedachte Braustellen. Auf jeder Braustelle können Zutaten ausgelegt werden, um später die mittig ausliegenden Tränke fertig zu brauen und die damit verbundenen Siegpunkte zu erhalten. Die Zutaten werden immer offen und für alle sichtbar auf die Braustellen gelegt. Das ist wichtig, denn jeder Spieler darf maximal 8 Karten auf der Hand halten.

Ein Spielzug sieht grundsätzlich so aus: Der aktive Spieler zieht zwei Karten verdeckt vom Nachziehstapel und wählt eine davon aus, die er behalten möchte. Die andere Karte wird offen auf einen Ablagestapel gelegt. Anschließend darf der Spieler genau 1 Zutat aus der Hand auf eine seiner Braustellen legen. Hat ein Spieler mindestens 3 Zutaten in unterschiedlichen Braubereichen ausliegen, darf er ersatzweise für das Ausspielen einer Zutat, eine Zutat von einer Braustelle auf die vorderste Position einer anderen Braustelle verschieben. Schafft es ein Spieler in einer Braustelle alle Zutaten für einen der mittig ausliegenden Tränke zu haben, so darf der Spieler sich den Trank nehmen und vor sich ablegen, die Zutaten in der Braustelle kommen auf den Ablagestapel. Anschließend ist der nächste Spieler an der Reihe, bis ein Spieler 45 Punkte durch fertig gebraute Tränke erreicht. Dann endet das Spiel, der schnellste Spieler mit 45 Punkten hat gewonnen.

Der Clou an den ausgespielten Zutaten ist nun, dass die sechs verschiedenen Zutaten die Kartenaufnahme und Ablage (also die Sammelbedingungen) verändern. Sobald eine Zutat in einer Braustelle liegt, gelten neue Sammelbedingungen. Dabei haben die Zutaten eine Hierarchie, sodass immer die Sammelbedingung der Zutat mit der höchsten Priorität gilt. Das kling verwirrend? Ist es aber eigentlich gar nicht.

Zutatenübersicht - obere Reihe: Zutaten mit Veränderung der Sammelregeln in absteigender Priorität v.l.n.r., untere Reihe: Zutatenübersichtskarte sowie Zutaten für zusätzliche Regeln / Einschränkungen.

Folgendes sind die Veränderungen durch die ausgelegten Zutaten in absteigender Priorität:

- Fliegenpilz (rot): Die zwei, zu Beginn des Spielerzugs gezogenen, Karten dürfen nicht angesehen werden. Ein anderer Spieler zieht eine der Karten und darf diese behalten. Die nicht gezogene Karte geht an den aktiven Spieler.

- Mistelzweig (grün): Wie Fliegenpilz, nur dass die vom Mitspieler gezogene Karte auf den Ablagestapel kommt und nur der aktive Spieler eine Karte behält.

- Schlangengift (gelb): Gezogen wird eine Karte vom Nachziehstapel und eine Karte vom Ablagestapel. Beide Karten werden gemischt und eine zufällig von einem Mitspieler gezogene Karte kommt auf den Ablagestapel. Der aktive Spieler behält die andere Karte.

- Alraune (lila): Wie Schlangengift, nur dass der aktive Spieler sich eine Karte aussuchen und behalten darf und die andere Karte einem Mitspieler schenken darf.

Liegen vor einem Spieler in den Braubereichen also jeweils ein Mistelzweig, Schlangengift und Alraune, so gelten die Regeln des Mistelzweigs.

Beispiel für Sammelregeln: Die Auslage des Spielers beinhaltet drei besetzte Braustellen. 1. Braustelle: Mistelzweig und Schlangengift, 2. Braustelle: Alraune, 3. Braustelle: zweimal Mondstein. Für den Spieler gelten die Sammelbedingungen des Schlangengifts. Obwohl der Mistelzweig eine höhere Priorität hat, wird er durch das Schlangengift überdeckt und damit unwirksam gemacht. Die Alraune hat eine niedrigere Priorität und wird daher nicht beachtet. Zusätzlich darf der Spieler aufgrund des Mondsteins eine vom Gegner erhaltene Karte mit der obersten Karte des Ablagestapels austauschen.

Zusätzlich zu diesen Sammelregeln gibt es noch Regeln durch die Zutaten Spinnenbein und Mondstein, welche ergänzend zu den oben genannten Zutatenregeln gelten:

- Spinnenbein: Spinnenbeinbesitzer dürfen keine Karten ziehen oder geschenkte (zu behaltene) Karten annehmen. Zum Abwurf bestimmte Karten dürfen weiterhin gezogen werden.

- Mondstein: Bekommt ein Mondsteinbesitzer eine Karte von einem anderen aktiven Spieler, so darf diese Karte gegen die oberste Karte des Ablagestapels ausgetauscht werden.

Die fertig gebrauten Tränke geben den Spielern Siegpunkte. Wer als erster eine bestimmte Anzahl an Siegpunkten erreicht, gewinnt das Spiel. [sw]
 
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Sebastian: Wer auf der Suche nach einem Spiel mit unterschiedlichen Möglichkeiten zur Kartenaufnahme ist, der wird bei "Potions Brew" fündig. Denn die Kartenaufnahmebedingungen setzt das Spiel durchaus abwechslungsreich und einfallsreich um. Auch die Unterschiede in den Prioritäten der Zutaten ergeben diesbezüglich Sinn, da die Spieler somit überlegen müssen, welche Sammelbedingungen sie sich selbst 'auferlegen' möchten. Wer sich diesbezüglich inspirieren lassen möchte, sollte sich "Potions Brew" einmal anschauen. Leider hören meine positiven Argumente für das Spiel an dieser Stelle auch schon auf...

Zunächst einmal zum Kartendesign: Dieses ist zu Spielbeginn (und auch zwischendrin) äußerst verwirrend. Die Karten haben sehr viel redundante Informationen, wie die Ikonographien für die Sammelbedingungen auf jeder einzelnen Karte und die Prioritäten. Diese sind auf der beiliegenden Zutatenübersicht gut dargestellt und lenken im Spiel nur von den eigentlichen Kartenbedeutungen ab. Aber okay, da gewöhnt man sich schnell dran. Die Zutaten selbst sind nett gewählt, haben aber spieltechnisch keinerlei Bewandnis und Bezug. Hier könnten die Karten auch einfach nur unterschiedlich farbig sein. Dadurch wirkt das gesamte Thema des Spiels aufgesetzt und uninspiriert. Aber okay, da gewöhnt man sich schnell dran.

Kommen wir zum Spielgeschehen. Die ersten zwei Runden sind hierbei wirklich interessant, weil man die ganzen Sammelbedingungen kennenlernt und überlegen kann, was man wie legt. Ab der dritten und vierten Runde stellt man jedoch schnell fest, dass die Sammelbedingungen sich zwar unterscheiden, aber eigentlich immer zufällig Karten gezogen werden. Dadurch ist es total egal, welche Sammelbedingung man vor sich liegen hat, man bekommt einfach immer irgendwelche zufälligen Karten. Man muss nur darauf acht geben, wo man sie her bekommt. Wofür gibt es denn dann die Sammelbedingungen, wenn nicht zur Verwirrung?! Man legt dann aus, was man auslegen kann und irgendwann ist man mit einem Trank fertig. Das dauert einige Züge, da man ja immer nur eine Karte ausspielen darf. Und dann endlich ist der Trank nach 3 bis 5 Runden fertig. Hurra! Und dann stellt man fest: Mist, das waren grade einmal 5 Punkte. Das heißt, man muss das ganze Spielchen jetzt wieder von vorne starten, bis man 45 Punkte erreicht hat. Klar, es gibt Tränke mit mehr Punkten, aber die benötigen auch mehr Zutaten. Also Runde um Runde immer schön eine Karte ausspielen und irgendwann einen Trank fertig stellen.

Wer auf meditative, regelrecht einschläfernde Beschäftigungstherapie steht, der wird daran seinen Spaß finden. Ich habe jedoch in meinen Testrunden leider niemanden gefunden, der auch nur ansatzweise Spaß an "Potions Brew" empfunden hat. Zu zufällig ist das Spiel, zu belanglos die Spieleraktionen, zu wenig abwechslungsreich das Spielgeschehen und zu lang die Spieldauer für das, was das Spiel bietet. Dabei ist die Grundidee ja gar nicht so schlecht. Nur die sich ständig wiederholenden Spieleraktionssequenzen ohne das wirkliche Gefühl etwas zu machen, nehmen "Potions Brew" den Wind aus den grundsätzlich interessanten Ideen. Daher gibt es leider keine Empfehlung von mir.
 
Anmerkung:
Das Spiel hat den Spieleautorenwettbewerb 2016 der Wiener Spiele- Akademie gewonnen. Das war auch der Grund, weswegen ich auf das Spiel aufmerksam geworden bin, weswegen es mich interessiert hat. Und so ein Preisgewinn setzt dann die Erwartungen natürlich auch entsprechend hoch. Daher muss ich sagen, dass der Fall der Erwartungen dadurch umso größer war. Mir ist es ein Rätsel, welche Kriterien des Spiels hierbei zum Erringen des Preises führen konnten.
Eine Sache muss ich nun allerdings dem Österreichischen Spielemuseum wirklich zugute halten: Der Erlös aus "Potions Brew" ging zumindest auf der Spielemesse in Essen 2016 an eine wohltätige Organisation, deren Namen mir jedoch beim besten Willen nicht mehr einfallen will. Auch wenn das Spiel somit insgesamt nicht viel hergibt, so war der Erwerb des selbigen dennoch nicht umsonst. Ich finde, das ist eine schöne Geste.
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      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 

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