Genre: Taktik, Optimierung
Erscheinungsjahr: 2008 Verlag: Hans im Glück
..i.. Autor: Xavier Georges Spieleranzahl: 2-4 Spieler Alter: ab 12 Jahren Spieldauer: 60-90 Min.
Einstiegslevel:
Glück
Taktik
leer
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Palais Royal
Blaues Blut
und stumme Diener Adlige anwerben - darum
geht es in diesem Spiel. Und Adlige gibt es reichlich! Um sie zu
gewinnen, müssen die Diener gute Arbeit leisten.
"Palais Royal" besteht aus zwei Spielfeldern: Zum
einen wäre da der Schlossgarten, auf den 36 der 42
Adligenplättchen beliebig auf den freien Feldern
positioniert werden. Darunter werden die neun
Raum-Karten zu einem 3x3-Raster gelegt. Die
Anordnung ist ebenfalls beliebig; die Kombination
kann jedoch den Schwierigkeitsgrad des Spieles
beeinflussen; für Anfänger enthält die
Spielanleitung eine Vorlage für einen leichteren
Einstieg.
Im
Schlosspark tummeln sich zu Beginn 36 Adlige mit
unterschiedlichen Eigenschaften.
Die
Innenräume des Schlosses können in einem beliebigen
3x3-Raster angeordnet werden.
S
o funktioniert's:
Jeder Spieler erhält 18 Diener in seiner Spielfarbe.
Ziel ist es, möglichst viele Adlige aus dem
Schlossgarten anzuwerben.
Nun kosten die Adligen jedoch jeweils
unterschiedliche Gebühren - sie setzen sich zusammen
aus einer bestimmten Anzahl an Gold und Siegeln,
welche auf den Plättchen aufgedruckt ist.
Ein Spieler, der die entsprechende Forderung aus
seinem Vorrat bezahlt, bekommt anschließend das
Plättchen. Einige von ihnen bringen während des
Spiels zusätzliche Vorteile, alle jedoch Punkte für
die Endwertung. Wird ein Adligenplättchen aus einer
äußeren Reihe des Gartens entfernt, wird an dieser
Stelle ein Diener der eigenen Spielfarbe platziert.
Am Spielende gibt es für Mehrheitensiege auf den
Außenreihen noch einmal Zusatzpunkte.
Sobald ein Adligenplättchen aus dem Park "gekauft"
und damit entfernt wurde, verringert sich der
Goldpreis aller direkt angrenzenden Plättchen um 1
Goldstück. Sind mehrere angrenzende Felder nicht
mehr belegt, kann sich der Preis so bis auf 0 Münzen
herunterdrücken lassen.
Nun zum eigentlichen Spielablauf: Die zuvor
beschriebenen Aktionen können nur ausgelöst werden,
wenn ein Spieler Gold und Siegel besitzt. Um diese
zu erlangen, müssen die eigenen Diener taktisch klug
durch die Innenräume des Schlosses bewegt werden.
Zunächst sind nur 10 der 18 Diener im Spiel, weitere
können jedoch eingebracht werden.
Die
Privilegkarten bringen verschiedene Spielervorteile ein.
Werden im
Schlosspark Plätze frei, verringert sich der Preis der
angrenzenden Adligenplättchen.
Die unterschiedlichen Räume haben dabei bestimmte
Funktionen, die in jeder Runde geprüft werden. Hat
ein Spieler eine Mehrheit gegenüber seinen Gegnern
in einem Raum, erhält er größtenteils einen Bonus.
-
"Ehrenhof": Für jeden dort platzierten Diener erhält
der Spieler einen weiteren aus dem Vorrat und
platziert ihn am "Tor".
- "Treppenhaus": Die Anzahl der eigenen Diener dort
gibt an, wie viele Schritte der Spieler in diesem
Spielzug zur Verfügung hat. Die Diener können dabei
nur waagrecht oder senkrecht von Zimmer zu Zimmer
ziehen. Diagonale Bewegungen bzw. mehr Schritte als
eigentlich erlaubt sind nur doch Zusatzvorteile auf
bereits erworbenen Adligenplättchen oder
Privilegkarten möglich.
- "Münzerei": Jeder dort platzierte Diener bringt
eine Goldmünze ein.
- "Kabinett des Königs" bzw. "Madame Pompadour":
Jeder eigene Diener dort steht für ein
entsprechendes Siegel (blau beim König; violett bei
der Madame). Wird er zur Bezahlung eines Adligen
aktiviert, muss er anschließend zurück in den Vorrat
gelegt werden.
- "Hintereingang": Jeder Diener dort berechtigt zum
Ziehen einer Privilegkarte.
- "Kardinal": Jeder Diener dort gleicht ein
"Unentschieden" in einem Raum zu einer Mehrheit aus.
- "Schreibstube": Für jeden Diener in diesem Raum
darf der Spieler -wie bereits oben beschrieben-
einen Adligen anwerben.
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Wie ebenfalls schon erwähnt, können die Bewegungen
der Diener und der Goldgewinn durch Eigenschaften
der Adligen bzw. durch passende Privilegkarten
verbessert werden.
Sobald
nur noch 12 Adligenplättchen im Schlosspark liegen,
endet das Spiel. Die Gesamtpunktezahl jedes Spielers
setzt sich aus Mehrheitsverhältnissen im
Schlosspark, aus den erworbenen Adligen sowie aus
den Zusatzpunkten durch Privilegkarten zusammen. Der
Spieler mit den meisten Punkten ist
selbstverständlich der Sieger.
[ih]
Ingo:"Palais Royal" ist ein Optimierungs- und
Mehrheitenspiel mit mittelschwerem Zugang. Die
Atmosphäre ist durch das gelungene Spielmaterial
stimmig, die Möglichkeiten einen Spielsieg zu
erlangen, sind vielfältig.
Der Spielaufbau ist
durch die variablen Schlossinnenräume und die
beliebig zu platzierenden Adligenplättchen immer
wieder anders, wobei manche Raumkombination ein
leichteres Spiel, andere Kombinationen ein
schwierigeres Spiel verursachen. Dies liegt an
der eingeschränkten Bewegungsfreiheit der Diener
- liegen wichtige Räume weit auseinander, können
Spieler mit entsprechenden Vorteilskärtchen
einen schnellen Vorsprung erlangen.
Der
eigentliche Spielablauf ist beschränkt auf das
Hin- und Herziehen der Diener, deren Anzahl
knapp bemessen ist. Jeder Spieler muss bei jedem
Spielzug also stets eine passende Spieltaktik
entwickeln, um die Funktionen auszulösen, die
ihm in der aktuellen Situation helfen. Ob man
nun in einer Runde lieber Gold verdient, Siegel
erhält oder neue Adlige ins Spiel bringt, ist
dem Spieler frei überlassen.
Taktiert werden
muss auch bei der Anwerbung der Adligen:
Randplätze bringen am Ende wichtige Punkte; das
Herauslösen von Plättchen aus dem Park verhilft
den nachfolgenden Spielern jedoch sofort zu
einem Vorteil, denn nun sind die angrenzenden
Plättchen billiger. Dies macht sich besonders im
4-Personen-Spiel bemerkbar. Zu zweit lässt sich
"Palais Royal" ebenfalls gut spielen; ja, es ist
dann sogar noch eine Spur strategischer, da die
Spielfolge etwas planbarer wird als bei vier
Spielern.
Das ständige Hin- und Herziehen von
Spielfiguren über die neun Felder hat einige
unserer Testspieler auf Dauer gelangweilt, das "Billiger-werden"
der Adligen im fortgeschrittenen Spielverlauf
wurde von ihnen eher als eine Umkehr des
Spannungsbogens empfunden - andere Spieler
hingegen waren vom Konzept begeistert, sie
empfanden die Spielelemente als gut abgestimmt.
Fakt ist: Das Spiel setzt auf Strategie -
Glücksmomente sind minimiert. Für Strategiefans
kann es somit
durchaus interessant sein - alle anderen Spieler
sollten lieber Probe spielen.
KULT-FAKTOR
(Langzeit-)Spielreiz
Ende
Gabi:"Palais
Royal" - ein Spiel, das in den Winkelzügen
durchdacht werden muss wie eine Schachpartie und
bei dessen Erlernen man mit einigem Aufwand
rechnen muss. Kurz gesagt ein Spiel für
Strategen und Tüftler. Die Spielanleitung
erscheint teilweise nicht völlig verständlich
und lässt einige Fragen offen. Die reiche
Bebilderung hingegen erleichtert den
Spieleinstieg.
Die Übersichtskarten mit der
Zusammenfassung des Spielablaufs für jeden
Spieler sind äußerst nützlich; hier wäre aber
ebenfalls für jeden eine kleine Symbolerklärung
angebracht, um den Spielablauf ab dem ersten
Spiel an flüssig zu gestalten. Das Material ist
stimmig. Das Geld könnte etwas reichlicher im
Materialfundus enthalten sein.
Der Spielablauf
wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Der
unterschiedliche Aufbau der Raum-Karten und die
nicht vorhersehbare Lage der Adligen im Garten
können den Ablauf deutlich verändern. Bereits
erprobte Taktiken können wertlos werden. Neue
Strategien müssen entwickelt werden.
Geld macht
nicht glücklich und ist auch in diesem Spiel
nicht die einzige wirksame Möglichkeit, zu
gewinnen. Unsere Tester reagierten sehr
unterschiedlich auf das Spiel. Einige Spieler
empfanden das Regelwerk bereits zu umfangreich,
einige verloren nach fortgeschrittenem
Spielablauf die Ausdauer, für andere wiederum
gewann das Spiel mit jeder weiteren Runde an
Reiz.
Die Altersgrenze von 12 Jahren ist recht
knapp bemessen und fordert bereits ein gutes
Durchhaltevermögen und erfahrene Mitspieler.
Fazit: In der Gesamteinschätzung waren deutliche
Unterschiede zu erkennen, denn von 8 Punkten bei
Strategen bis maximal 5 Punkten bei ungeübten
Gelegenheitsspielern waren alle Wertungen
vertreten; daher von mir die durchschnittliche
Note von 7.
KULT-FAKTOR
Zweitmeinung
Ende
NO.1
Dieses Spiel wurde in der Datenbank Luding.org als
erstes von SPIELKULT.de getestet!