Genre: Kommunikation
Erscheinungsjahr: 2011 Verlag:
Süddeutsche Zeitung Edition Autor: Peter Wichmann Spieleranzahl: 4 bis 8 Alter: ab 12 Jahren Spieldauer: ca. 60 Min.
Einstiegslevel:
Glück
Initiativé
leer
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Open End
Tatsachenbericht
oder Zeitungsente? Bei diesem
Kommunikationsspiel müssen die
Spieler Satzanfänge von
Zeitungsartikeln ergänzen.
Doch was stand
wirklich in der Süddeutschen
Zeitung?
So funktioniert's:
In
jeder Raterunde reißt der jeweilige Vorleser
hinter seinem großen Sichtschirm ein Blatt vom
Aufgabenblock ab und liest den dort angegebenen
Anfang eines Zeitungsberichts der Süddeutschen
Zeitung vor. Dann folgen zwei Spielphasen.
Das Genre des präsentierten Zeitungsbericht-Anfangs
kennt zunächst nur der Vorleser.
Beim Ressort-Raten werden immer drei
Zeitungsrubriken zur Auswahl gestellt.
Phase 1 - Ressort-Raten:
Der Vorleser stellt nun drei Ressorts zur
Auswahl, zu denen der Satzanfang passen könnte.
Die Spieler tippen auf das vermeintlich korrekte
Genre. Jeder, der auf das richtige Ressort
getippt hat, erhält 1 Punkt. Der Vorleser erhält
5 Punkte, wenn niemand das richtige Ressort
erraten hat, 3 Punkte, wenn die Minderheit und 1
Punkt, wenn die Mehrheit korrekt geraten hat.
Ist der Satzanfang, der Meinung des Vorlesers
nach, ZU eindeutig einem Ressort zuzuordnen,
kann auch freiwillig auf diese Phase verzichtet
werden.
In
der Kreativphase muss jeder Spieler ein eigenes Satzende
notieren.
Der Vorleser kennt die tatsächliche Lösung und
erhält noch einige Zusatzinformationen.
Phase 2 - Die Suche nach dem Satzende:
Jeder Spieler ergänzt den Anfang des
Zeitungsartikels nun mit einem passenden
Satzende. Dieses wird jeweils auf dem eigenen
Spielerblatt notiert. Die Zettel werden dann
anschließend vom Vorleser eingesammelt, hinter
dem Sichtschirm gemischt und durchnummeriert
(inkl. der tatsächlichen Lösung auf dem
Aufgabenblatt). Alle Lösungsvorschläge
werden von ihm vorgelesen. Die Spieler tippen
nun, welches Satzende tatsächlich zu dem
zitierten SZ-Artikel gehört. Für jeden Tipp
macht der Vorleser einen Strich hinter der
gewählten Lösung.
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Dann
wird ausgewertet. Jeder Spieler, auf dessen
(erdachtes) Satzende fälschlicherweise getippt
wurde, erhält pro fremdem Tipp 1 Punkt Belohnung
für seine gelungene Irreführung. Natürlich darf
niemand auf sein eigenes Satzende tippen - es
sei denn, die eigene Lösung kommt gleich zweimal
oder noch öfters vor. Gleich 3 Punkte erhalten
die Spieler, die das korrekte Satzende - also
das der SZ - enttarnen konnten. Sollte es jemand
geschafft haben, das gesuchte Satzende 1:1 zu
"kopieren", also es wortwörtlich auf seinem
Blatt notiert zu haben, erhält dieser Spieler
einen Extrapunkt.
Die
Aufgaben befinden sich auf einzelnen Zetteln des dicken
Abreißblocks. Ein zweiter Block dient für die Notizen
der Spieler.
Damit
niemand sieht, was die Mitspieler notiert haben,
sammelt der Vorleser die Antworten der Spieler
hinter dem großen Sichtschirm.
Sämtliche Punkte werden auf der Punkteleiste
markiert. Nach jeder Runde wechselt der
Vorleser. Gespielt werden insgesamt 8
Durchgänge. Wer dann die meisten Punkte sammeln
konnte, ist der Sieger. [ih]
Vielen Dank an Süddeutsche Zeitung Edition für
ein Rezensionsexemplar!
PLUS:
PLUS:
intelligentes Ratespiel
mit fundiertem Background
umfangreicher Fragenkatalog
ENDE
MINUS:
MINUS:
bekanntes Grundprinzip
Ressort-Raten oft glücksabhängig
leer
PUNKTE-CHECK:
SPIELIDEE
Originalität, Regeln
AUSSTATTUNG
Material, Umfang
SPIELABLAUF
Mechanik, Einfluss
Ingo: Das
Partyspiel
"Nobody is perfect" hat es vor vielen
Jahren vorgemacht; etliche ähnliche Titel
folgten dann aufgrund des großes Erfolges. Schon
damals mussten die Spieler kreative Sätze zu
Papier bringen und hinterher die wahre Lösung
herausfiltern. Während es bei "Nobody is perfect"
um meist unbekannte Wörter und ihre Definitionen
oder um Erklärungsversuche für verrückte
Tatsachen ging, dreht sich bei "Open End" nun
alles um belegbare schriftliche Zitate - um
Sätze aus Zeitungsartikeln. Das verwundert
nicht, denn Herausgeber dieses Spiels ist die
Süddeutsche Zeitung (bzw. deren Verlag).
Nun konnotiert der Name "Süddeutsche Zeitung"
nicht unbedingt das Genre "lockere
Boulevard-Unterhaltung". Dementsprechend höher
fällt dann auch der Anspruch an die Spieler aus.
Während das optionale Genre-Raten eher
glücksbehaftet ist, ist beim eigentlichen
Schwerpunkt dieses Spiels dann eine intelligente
Spontaneität vonnöten, wenn es darum geht, die
Anfänge von Zeitungsberichten der SZ ad hoc zu
ergänzen und die Mitspieler mit seinen
sprachlichen Ergüssen aufs Glatteis zu führen -
je mehr Spieler teilnehmen, umso interessanter
wird's.
Bei diesem Spiel geht es nicht darum, möglichst
witzig zu sein, nein, es gilt, den "Ton" der
Süddeutschen Zeitung zu treffen. Wird der eigene
erdachte Artikelanfang nämlich am besten gleich
von mehreren Kontrahenten für die richtige
Lösung gehalten, hagelt es Punkte. Ein gewisses
Maß an Allgemeinwissen bzw. Interesse am
Weltgeschehen sollte vorhanden sein, um an
Satzanfängen wie "Es sind hässliche Zahlen und
Grafiken, die Bodo Almert...." Spaß zu haben.
Das Material des Spiels ist umfangreich, von der
Gestaltung eher zweckmäßig, aber passend zum
Zeitungsthema. Dadurch, dass man einen
Abreißblock statt Spielkarten verwendet, lässt
sich die ansonsten vielleicht zunächst etwas
unübersichtliche Wertung dann strukturiert
abhandeln. Die vorgegebenen Satzanfänge reichen
für viele Partien ohne Wiederholung. Bei
ausreichendem Verkaufserfolg sollte es für den
Verlag zudem ein Leichtes sein, Nachrüstblöcke
mit neuen Aufgaben anzubieten.
Fazit: "Open End" empfiehlt sich für
interessierte Zeitungsleser und für all
diejenigen, die schon immer gern einmal ihrer
journalistischen Kreativität freien Lauf lassen
und eigene Schlagzeilen machen wollten. Wer
zudem über ein gutes Gespür für die deutsche
Sprache verfügt, hat bei diesem Ratespiel gute
Siegchancen. Haupt-Zielgruppe Bildungsbürger?
Vielleicht. Aber nicht zwingend. 7 Punkte, gut!
KULT-FAKTOR
(Langzeit-)Spielreiz
Ende
NO.1
Dieses Spiel wurde in der Datenbank Luding.org als
erstes von SPIELKULT.de getestet!
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