www.spielkult.de  

Kontakt    Impressum

Suche

 
   START | SPIELETESTS | VIDEOS | EXTRAS | LINKS | SHOP
    Themen          A bis Z          Neuheiten          Verlage          History  
 
 
Zurück zur Übersicht

Spiel-Fakten:

FamilieStrategie & AufbauWissen & RatenParty & KommunikationLogik & Kombination
KinderKartenWürfel & GlückAktion & GeschicklichkeitLernen

Genre: Strategie, Familie
Erscheinungsjahr:
2017
Verlag: White Goblin Games
Autor: Rüdiger Dorn
Grafik:
Klemens Franz
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 45 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   

 

 
Montana
...

Siedeln auf Speed - arbeiten, ernten, bauen!

Die Spieler erschließen im 19. Jahrhundert die noch karge Landschaft von Montana. Dazu benötigen sie Rohstoffe aller Art, die sie mit ihren Arbeitern heranschaffen müssen! Schnell entbrennt ein Wettstreit, wer der Schnellste ist!
 

 
Jeder Spieler erhält ein Spielertableau, erste Ressourcen, Geld, ein Rind, eine bestimmte Anzahl an Siedlungen (Hexagon-Plättchen) sowie vier Arbeiter, deren Farbe durch das Drehen am "Glücksrad" bestimmt wird (Die Farbe "weiß" zählt dabei stets als Joker für beliebige Farben).


Das Spieletableau im fortgeschrittenen Spielverlauf


Ziel des Spiels ist, alle Siedlungen auf dem nach dem Zufallsprinzip angeordneten Landschaftsplan zu verbauen. Dazu werden Ressourcen benötigt, die man sich auf dem Hauptspielplan besorgen kann.


Der Landschaftsplan im fortgeschrittenen Spielverlauf


Wer an der Reihe ist, hat die Wahl aus einer (!) der folgenden drei Optionen, dann ist der nächste Spieler dran.



(1) Neue Arbeiter rekrutieren: Jeder Spieler hat auf seinem Tableau Platz für 8 Arbeiter. Wer diese Option wählt, dreht, wie vor Spielbeginn, am Rad, und nimmt sich die beiden erdrehten Arbeiter in seinen Vorrat. Zwei weitere Arbeiter darf sich der Spieler nehmen, wenn er den Zeiger des Rades auf ein anderes Feld schiebt. Jedes Feld - ausgehend vom erdrehten Feld - kostet ihn dann jedoch die Abgabe von je 1 Getreide.



(2) Arbeiter einsetzen:
Der Spieler setzt beliebig viele farblich passende Arbeiter von seinem Tableau in die einzelnen Gebiete des Hauptspielplans. Gegen Abgabe von Geld können dann Ressourcen eingekauft werden. Eine zusätzliche Ressource bekommt man kostenlos, wenn man das Nebenfeld eines Aktionsfeldes auch passend mit einem Arbeiter belegt. Jedes Aktionsfeld darf nur einmal belegt werden - erst, wenn alle Felder eines Gebietes gefüllt wurden, kommen die Arbeiter zurück in den allgemeinen Vorrat und die Spieler können die Felder neu belegen. Wichtig: Hat ein Spieler einmal keinen farblich passenden Arbeiter, kann er auch zwei beliebige andersfarbige einsetzen. Die Nebenfelder dürfen nur in Kombination mit einem Haupt-Aktionsfeld belegt werden!


Je mehr Geld ich ausgebe, umso mehr Ressourcen erhalte ich- vorausgesetzt, die Einsetzfelder sind frei.

Neben den Ressourcen kann man sich in der Bank Geld holen (erfordert den Einsatz von 1 bis 3 beliebigen Arbeitern) oder seinen der Spielerfarbe entsprechenden Assistenten in die Stadt schicken. In vier Reihen gibt es hier weitere Ressourcen oder wichtige Aufwertungen (kleiner Stein > großer Stein etc.). In der Stadt sind immer ALLE Spieler beteiligt. Jeder Spieler darf, sobald ein Spieler in die Stadt geht, seinen Assistenten einsetzen. ABER: Pro Reihe bekommt nur derjenige die Belohnung, der am weitesten rechts steht.  Nun kostet jedes Feld aber eine bestimmte Anzahl an Kürbissen, die der Spieler abgeben muss - je weiter rechts, umso mehr Kürbisse - wenn er den Zuschlag erhält.


Pro Reihe erhält nur der am weitesten recht stehende Spieler (grün in Reihe 1, blau in Reihe 2 und rot in Reihe 4) die jeweilige Belohnung, wenn er die oben angezeigte Anzahl an Kürbissen abgibt.

(3) Siedlungen bauen: Ausgehend vom Startfeld und später angrenzend an beliebige bereits gebaute Siedlungen, darf der Spieler 1 bis 3 Felder mit seinen Siedlungen belegen. Jedes Feld erfordert die Abgabe einer bestimmten Kombination von Ressourcen aus dem Spieler-Vorrat. Manche Felder erwarten große Ressourcen, die man sich nur durch die Stadt-Aktion ertauschen kann!



Baut ein Spieler eine Siedlung auf einem Feld mit Rind, so erhält er dieses. Rinder können jederzeit eingesetzt werden, um bestimmte Dinge zu erhalten (Ressourcen, Arbeiter,...). Baut ein Spieler eine Siedlung auf einem Feld neben einem See, erhält er die dort ausliegende Wasserflasche, die ihm, wenn sie eingesetzt wird, einen zusätzlichen Spielzug beschert. Seen und Gebirge dürfen nie bebaut werden. Auf Feldern mit einem Doppel-Siedlungssymbol darf der Spieler direkt zwei Siedlungen errichten.



Und schafft es der Spieler, die vierte Siedlung seiner Farbe in einer geraden, zusammenhängenden Linie zu bauen, darf er auf das vierte Feld eine weitere Siedlung kostenlos platzieren.



Spielende: Sobald ein Spieler seine letzte Siedlung gebaut hat, wird die laufende Runde noch zu Ende gespielt. Ist er der einzige Spieler, dem das gelang, ist er der Sieger. Ansonsten entscheidet ein Tiebreaker über den Sieg. [ih]

Hinweis: Bei diesem Spiel handelt es sich um eine 2017er-Herbstneuheit von White Goblin Games, deren fertige deutschsprachige Verkaufsversion wir noch vor offizieller Veröffentlichung in Deutschland erhalten durften. Wer sich für das Spiel interessiert, dürfte das Spiel spätestens ab ca. Ende Oktober (zur Spielemesse in Essen) im Handel käuflich erwerben können.
...
 
 Folgt SPIELKULT.de:
   Facebook     Twitter
     
    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
klassisches Worker Placement mit
   Wettrennen-Charakter
eingängige Spielregeln
schönes Spielmaterial
ENDE
  MINUS:
MINUS:
das Glück spielt manchmal mit
insbesondere mit Grüblern und in
   voller Besetzung lange Wartezeiten
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Ingo: Wie oft habe ich in meinem Spielerleben nun schon Spielfiguren zur Arbeit geschickt, Geld in Getreide getauscht und mit Ressourcen Gebäude errichtet? Ich kann es wohl gar nicht mehr zählen. Bei "Montana" macht man genau das. Einen Innovationspreis wird das Spiel im Jahr 2017 also damit nicht mehr gewinnen, aber, und damit greife ich dem Fazit schon vorweg: "Montana" macht Spaß!

Zunächst einmal fällt das wertige Spielmaterial auf. Große, stabile Spielertableaus, modularer Spielaufbau, Ressourcen in Warenform (keine bloßen Holzklötzchen). Das weiß schon mal alles zu gefallen, wenngleich uns beim Öffnen der noch jungfräulichen Schachtel ein starker Räuchergeruch aus den Figuren-Tüten entgegenkam. Offenbar ist der produktionsbedingt. Ein wenig durchlüften wirkt da Wunder. Ja, ansonsten gibt es an der Ausstattung nichts zu mäkeln.

Spielerisch haben wir es hauptsächlich mit klassischem Worker Placement zu tun. Die Verknüpfung der Arbeiterfarben mit den entsprechenden Bereichen  erfordert ein wenig Vorausplanung, wobei die Rekrutiering neuer Arbeiter über einen Glücksmechanismus gesteuert ist, der jedoch, genau wie der Einsatz der Arbeiter, manipuliert werden kann, wenn man bereit ist, dafür kleine Opfer zu bringen. Die Mischung aus Taktik, Glück und Optimierung ist ausgewogen, sodass sich das Spiel sehr angenehm runterspielt und sowohl mit Viel- als auch mit Gelegenheitsspielern funktioniert. In dem "Runterspielen" liegt auch schon die größte Stärke von "Montana": Es ist ein Wettrennen. Es gibt keinerlei Siegpunkte, es gibt keine Aktionskarten, die den gradlinigen Spielverlauf aufhalten. Es geht darum, als Erster alle Siedlungen gebaut zu haben. Heißt: Arbeiter besorgen, Rohstoffe einsacken, die Vorteile der Stadt nutzen und dann schnell Landschaftsfelder bebauen. Diese Regeln sind sehr eingängig, schnörkellos, ohne dass das Spiel dabei banal wäre.

Da alle Spieler letztlich überall bauen können (die Legeregeln vorausgesetzt), sollte man die Rohstoff-Vorräte der Gegner stets im Auge behalten, um vorausschauend die nötigen Ressourcen für bestimmte Felder und auch immer Alternativen in petto zu haben, wenn einem ein Spieler gerade ein Feld vor der Nase wegschnappt. Hier gibt es grundlegend zwei Strategien: Schnell einzelne Siedlungen bauen und dadurch im besten Fall Vorteilsfelder mit Rindern oder Wasserflaschen für sich gewinnen - oder aber Ressourcen horten, um dann mit einem Schlag 3 bzw. gleich 4 Siedlungen bauen zu können, wenn es die Gegner erlauben und einem nicht vorzeitig Wege kappen, die zu einer gerade Reihe (und damit zum Bonus) führen könnten.

Gleiches gilt auch für das Einsetzen der Arbeiter. Hier muss ich beobachten, wie viel Geld (oder Kürbisse in der Stadt) ich für noch freie Felder benötige - und was wohl meine Gegner vor mir machen werden. Insgesamt ist also immer Timing gefragt, wann ich welche Aktion wähle. Fehlen dem Gegner nötige Ressourcen und er beschafft sich in der laufenden Runde erst einmal nur neue Arbeiter, so kann ich mit dem Bauen wohl noch bis zur nächsten Runde warten, da mir nichts weggeschnappt werden kann. Besitzt ein Spieler nur 2 Geld und 3 Arbeiter und die kleinen Bankfelder sind alle belegt, kann ich mir sicher sein, dass ich wohl das Einsetzfeld in der Kupfermine, das 6 Geld verlangt, mein Eigen nennen kann... Alles greift hier gut ineinander und da stets mit offenen Karten gespielt wird, gibt es - außer beim Drehen am Glücksrad - fast keine verdeckten Informationen.  Natürlich wird das Spiel trotzdem ein wenig unkalkulierbarer, je mehr Leute mitspielen, da es mit Zusatzaktionen oder der Stadt-Aktion, an der alle beteilgt sind, zumindest kleine Unsicherheitsfaktoren gibt, die das Spiel aber gut verkraftet, da man immer irgendetwas machen kann, und sei es, als Notlösung, aber dafür als Vorbereitung für den nächsten Spielzug.

Da die Anzahl der zu bauenden Siedlungen an die Spielerzahl geknüpft ist, leidet die Spieldauer somit erst einmal nicht an mehr Mitspielern. In gut 45 bis 60 Minuten hat man eine 4-Spieler-Partie beendet, was in diesem Spielgenre eine Seltenheit ist. Zumindest theoretisch. Wenn mehrere Spieler hintereinander die "Arbeiter einsetzen"-Aktion wählen und dann auch noch ins Grübeln kommen, ist die Downtime mitunter schon ziemlich hoch. Zu langes Nachdenken im eigenen Spielzug bremst das gesamte Spieltempo wirklich stark aus, wenngleich die anderen Spieler zumindest in der Stadt-Aktion auch aktiv ins Spielgeschen eingreifen können, wenn sie nicht selber an der Reihe sind. Als bester Spielerzahl haben wir trotzdem 2 bis maximal 3 Spieler empfunden. Mit 4 Spielern würde ich "Montana" nur bedenkenlos empfehlen, wenn ich wüsste, dass niemand am Tisch exzessiv Analyse-Paralyse betreibt... Sind mehr "Bauch-Spieler" am Tisch, läuft das Spiel auch zu viert flüssig ab.

Wer, wie ich, Fan von einfachen Worker Placement-Spielen und einem schnörkellosen Spielverlauf im typischen "Eurogame"-Setting ist, erhält mit "Montana" auf jeden Fall einen grundsoliden, guten Vertreter dieses Genres im gehobenen Familienspiel- / einfachen Strategiespielbereich. Dafür gibt es von mir insgesamt gute 7 Punkte mit einer kleinen persönlichen Tendenz zur 8, wenn alle Spieler schnelle Spielzüge beherrschen ;)
.an>
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
   KULTFAKTOR: TEAM-TREND  
...
   Ingo
   André
   Markus
Ende
 
 

   > So testen wir
       
    Alle Spiele
von A bis Z:

 
Auswahl
# A B C
D E F G
H I J K
L M N O
P Q R S
T U V W
X Y Z #
 

 

 

 

 
 

 

         
     
(C) SPIELKULT.de ^^^