Genre: Strategie
Erscheinungsjahr: 2009 Verlag: alea
..i.. Autor: Stefan Feld Spieleranzahl: 2 bis 4 Alter: ab 12 Jahren Spieldauer: ca. 90 Min.
Einstiegslevel:
Glück
Taktik
leer
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Macao
Handel made
in China
Wir befinden uns an der Südküste Chinas im 17. Jahrhundert:
Reger Schiffsverkehr herrscht vor der Küste des Handelsposten
Macao...
In der Rolle von Abenteurern versuchen die Spieler
möglichst viele Prestigepunkte zu erlangen, indem
sie Rohstoffe verschiffen, sich in der Stadt
ausbreiten, Ämter einnehmen, Tribut zahlen, Gebäude
errichten und Personen für sich arbeiten lassen.
Der Spielplan zeigt die europäischen Häfen und rechts
die Stadtviertel Macaos. Am oberen und unteren Rand: Die
Ämterkarten.
Die Plättchen auf der Mauer zeigen die
Spielerreihenfolge an. Zurzeit: Orange, Gelb, Braun,
Weiß.
So funktioniert's:
Ein Spiel verläuft über 12 Runden, die sich
jeweils in 3 Phasen gliedern. Eine Runde
läuft folgendermaßen ab:
(1) Karten-Phase:
Zu den zwei Ämter-Karten werden 4 Karten vom
verdeckten Stapel, welcher aus Personen- und
Gebäudekarten besteht, aufgedeckt.
Entsprechend der Spielerreihenfolge, welche
auf der "Mauer" zu erkennen ist, muss sich
jeder Spieler eine Karte aus der Auslage
nehmen und diese auf sein Tableau legen.
(2) Würfel-Phase:
Es wird mit sechs Würfeln gewürfelt. Es
handelt sich hierbei um normale W6,
allerdings in sechs unterschiedlichen
Farben. Anschließend sucht sich der Spieler
zwei Würfel aus und nimmt sich, der Zahl und
Farbe entsprechend, Aktionssteine vom
Vorrat. Die Steine werden immer an die Seite
der eigenen "Windrose" gelegt, deren Zahl
mit der des Würfels übereinstimmt. Nachdem
jeder Spieler Steine von zwei
unterschiedlichen Farben genommen hat, wird
die Windrose im Uhrzeigersinn weitergedreht,
so dass der Pfeil nun auf die Aktionssteine
zeigt, die zuvor an der Seite mit der "1"
lagen.
Der aktuelle Wurf: Ein Spieler kann sich beispielsweise
fünf blaue und einen grauen Aktionsstein nehmen.
An der Windrose sammeln sich die Aktionssteine für
zukünftige Runden.
(3) Aktions-Phase:
Es wird wieder nach der Spielerreihenfolge
wie in Phase 1 gespielt. Der Spieler, der an
der Reihe ist, nimmt sich die Aktionssteine,
auf die nun der Pfeil der Windrose zeigt und
kann dann verschiedene Aktionen ausführen:
- Karten, die auf dem
Tableau eines Spielers liegen, müssen erst
aktiviert werden, bevor sie benutzt werden
können. Hierzu gibt der Spieler die auf der
Karte angegebene Zahl an Aktionssteinen ab
und legt sie neben sein Tableau. Die Karte
kann ab sofort jede Runde einmal verwendet
werden, es sei denn, sie hat einen
dauerhaften Effekt oder bringt nur bei
Spielende Prestigepunkte.
- Einmal pro Runde kann
ein Spieler einen Stadtteil Macaos in Besitz
nehmen, indem er die Aktionssteine, die auf
dem entsprechenden Stadtteil abgebildet
sind, abgibt. Er nimmt sich das
Rohstoffplättchen, welches auf dem Stadtteil
liegt und tauscht es gegen einen eigenen
Besitzmarker aus.
In Marseille kann Jade verschifft werden.
In dieser Runde können die Spieler für 4 Goldmünzen 7
Prestigepunkte kaufen.
- Um die so gesammelten
Rohstoffplättchen zu verschiffen, muss der
Spieler mit dem eigenen Schiff zu den
passenden Häfen fahren. Für jedes
zurückgelegte Feld muss ein Aktionsstein
abgegeben werden. Erreicht ein Schiff einen
Hafen, so kann der Spieler ein oder mehrere
passende Rohstoffplättchen abgeben und
erhält sofort die auf dem Hafen angegebenen
Prestigepunkte.
- Für 1/3/5...
Aktionssteine darf sich der Spieler seine
Scheibe auf der Mauer um 1/2/3... Felder
vorrücken. Wer auf der Mauer am weitesten
vorne steht, ist Startspieler der nächsten
Runde. Zieht der Spieler auf ein Feld, auf
dem bereits die Scheiben anderer Spieler
liegen, so legt er seine Scheibe einfach
"oben drauf". Bei einem Stapel von mehreren
Scheiben ist immer der oberste Spieler
zuerst an der Reihe.
- Einmal pro Runde darf
jeder Spieler den Tributwert zahlen. Hierzu
gibt er eine bestimmte Anzahl an Gold ab und
erhält dafür sofort Prestigepunkte. Der
Tributwert ändert sich jede Runde und wird
durch die 6 Karten, welche zu Beginn von
Phase 1 aufgedeckt werden, festgelegt.
Nicht verwendete
Aktionssteine müssen die Spieler am Ende
ihres Zuges abgeben.
Das Tableau bietet Platz für 5 Karten. Am linken Rand
befindet sich eine Rundenübersicht.
Die Stadt bei Spielende. Der weiße Spieler erhält 10
Punkte, da sein größtes zusammenhängendes Gebiet aus 5
Besitzmarkern besteht.
Es gibt 3 Fälle, die
einem Spieler "Strafmarker" einbringen:
- Muss ein Spieler in Phase 1 eine Karte
nehmen und hat keinen Platz mehr auf seinem
Tableau, erhält er sofort einen Strafmarker.
Danach kann er die Karte entweder abwerfen
oder gegen eine Karte vom Tableau
austauschen.
- Des Weiteren bringt jede Karte, die bis
zum Spielende nicht aktiviert wurde, ihrem
Besitzer einen Strafmarker.
- Besitzt ein Spieler zu Beginn der Phase 3
keinen Aktionsstein im eigenen Vorrat,
erhält er ebenfalls einen Strafmarker.
Jeder Strafmarker ist bei Spielende 3
Minuspunkte wert.
Nach der 12. Runde erhalten die Spieler noch Bonuspunkte
für die Stadtteile: Jeder Spieler erhält für sein
größtes zusammenhängendes Gebiet 2 Prestigepunkte pro
Besitzmarker.
Zuletzt können noch verschiedene Gebäude- oder
Personenkarten Bonuspunkte einbringen, sofern sie
aktiviert wurden.
Der Spieler mit den meisten Prestigepunkten hat
gewonnen. Bei Gleichstand gewinnt der Spieler, der auf
der Mauer weiter vorne liegt.
[cg]
Vielen Dank an alea / Ravensburger für ein
Rezensionsexemplar!
Chris:
Nach "Notre Dame" und "Im Jahr des Drachen"
(>
Test)
erscheint bei alea mal wieder ein typisches
Stefan Feld-Spiel.
Aber lohnt sich eine
Anschaffung, wenn man die genannten Spiele
schon besitzt?
Wer die aufgeführten Spiele bereits kennt, dem
werden die Parallelen sofort auffallen. Der
Mechanismus der "Mauer" wurde dabei sogar
1:1 aus "Im Jahr des Drachen" übernommen.
Allerdings bietet "Macao" auch einige neue
Elemente, wie z.B. die "Windrose" und die
Würfel. Gerade dieser Mechanismus ist
eigentlich das, was dieses alea-Spiel
ausmacht. Die Würfel sind dabei zwar ein starkes
Glückselement, allerdings erfordert deren
Auswahl auch sehr viel Planung.
Was mir außerdem sehr gut gefallen hat, ist
die große Anzahl an Personen- und
Gebäudekarten. Jede Karte besitzt eine
andere Funktion und die unterschiedlichen
Zusammenstellung eröffnen in jedem Spiel
neue Siegesstrategien. Regelverständlichkeit
und Materialqualität sind wieder einmal so,
wie ich es von alea gewöhnt bin:
einwandfrei.
Wie sieht es jedoch mit dem Thema aus?
Rohstoffe verschiffen, Prestigepunkte
sammeln, ist das nicht eigentlich schon ein
alter Hut? Man kann nicht bestreiten, dass
der Verlag thematisch klare Prinzipen hat
und daran auch festhält. Gestört hat mich
das zwar nicht, allerdings kann von mir aus
das nächste alea-Spiel auch ruhig einmal im
Weltraum spielen ;-)
Kann man von dem letzten Punkt absehen (und
das kann ich problemlos), dann verdient
"Macao" die Höchstwertung. Das gewählte
Thema wurde sehr gut umgesetzt, die
Mechanismen sind innovativ und funktionieren
tadellos. Ach, und um auf meine Anfangsfrage
zurückzukommen: Ja, definitiv!