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Spiel-Fakten:

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Genre: Familie
Erscheinungsjahr:
2015
Verlag: Libellud / Asmodee  ..i..
Autoren: Laurent Escoffier, David Franck
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Initiative 

leer
     
   
   

 

 
Loony Quest
 
Jump'n'Run auf dem Spieltisch
Dieses verrückte Zeichenspiel bringt das bekannte "Jump'n'Run"-Genre aus PC- und Videospielen aufs Spielbrett. In der Welt von Arkadia absolviert ihr 42 Levels.
 

     

Das Material ist aufgebaut wie ein Computerspiel. Es gibt einen Bildschirm (durchsichtige Folien) für jeden Spieler und einen zugehörigen, abwischbaren Folienstift. Es gibt einen Bildschirmhintergrund, der als Zeichenunterlage dient, mit einer weißen und einer bunten Seite. Es gibt eine Spielkonsole (Schachtelboden), in der immer neue Levels gezeigt werden, eine Punkteleiste, die um die Konsole herum verläuft und eine Sanduhr, die den Zeichenkünstlern (ja, Level werden in diesem Spiel durch "blindes" Zeichnen bestanden...) gerade mal 30 Sekunden Zeit lässt. Außerdem darf sich jeder Spieler einen Charakter aussuchen, der die Siegpunkte an der Leiste per Einstecken anzeigt. Und es gibt Bonus-Plättchen und Strafen.

Wurde das Spiel wie im Bild sichtbar aufgebaut, kann es losgehen, ganz nach Wahl normal oder schwer (Arcade). Dann wird der angesagte Level der ausgewählte Welt betrachtet. Die Welt besteht aus mehreren Missionen (Level). Die Phase 1 beginnt mit dem Ausspielen bereits vorhandener (im Spielverlauf eroberter) Streiche, die auf den Blitzmarkern zu finden sind.

Die Banane wird auf eine gegnerische Zeichenfolie geworfen und bleibt dort liegen. Der entsprechende Spieler kann nun nicht an dieser Stelle zeichnen und muss ggfs. seine Linie außen herum führen. Der Moskito wird an einen beliebigen Spieler übergeben und zwingt diesen nun den Moskito beim Zeichnen auf dem Stiftende zu balancieren. Der Besenstiel verschiebt ein eigenes Strafplättchen an einen Gegenspieler.

Die eigentliche Mission erfolgt, wenn die Aufgabenkarte in die Schachtelmitte eingelegt wurde. Während der Mission müssen alle Spieler ihre eingesammelten Strafplättchen ausführen. Auch hier gibt es einige interessante Auswirkungen: einäugig malen, die eigene Folie mit der bunten und verwirbelten Rückseite unterlegen, mit der nicht geübten Hand zeichnen, mit dem ausgestreckten Arm malen, den Stift zwischen Daumen und kleinen Finger halten.

Nun hat jeder genau eine Sanduhrlänge Zeit, die Aufgabe zu erfüllen, indem er die geforderten Formen auf seiner Folie freihand zeichnen. Dabei zeigt der untere Rand per Symbol die genaue Aufgabenstellung an.

Es gibt Linien, die vom Startpunkt zum Ziel durchgängig gezogen sein müssen. Es gibt Punkte, mit denen genau ein Objekt des Spielplanes markiert werden muss. Und es gibt geschlossene Kreise, die spezielle Objekte einhüllen müssen. Dabei dürfen sich die einzelnen Linien nie berühren. Auch eine Aufspaltung einer Linie ist nicht erlaubt. Beim Erkennen eines solchen "Deliktes" erhält der Spieler keinerlei Siegpunkte für diese Aufgabe. Außerdem stehen neben den Zeichensymbolen Zahlen, die die Anzahl der zu zeichnenden Kreise usw. angeben. Zu jeder Aufgabe gibt es deutlich voneinander abgegrenzt Missionen (grüner Hintergrund) und Gefahren (roter Hintergrund), z.B. bestimmte Gegenstände (beispielsweise die Mauer), die mit der Linie NICHTberührt werden dürfen. In den kleinen Sternen unter den Symbolen stehen die zu erreichenden Siegpunkte bzw. Minuspunkte.

Direkt im Anschluss wird also gewertet. Zur Kontrolle legen die Spieler nacheinander ihre Folien auf die Aufgabenkarte in der Schachtelmitte. Dazu werden die Aufgabenstellungen mit den erfolgten positiven und negativen Ergebnissen abgeglichen, die entsprechende Punktzahl auf der Siegpunktleiste gesetzt und die erworbenen Marker verteilt.

Beispiel-Auswertung: Lukas legt seine Folie auf die Aufgabenkarte in der Tischmitte. Es sollte mit einer durchgehenden Linie Start und Ziel verbinden. Dabei war es sein Ziel, so viele Siegpunktsterne wie möglich zu treffen, außerdem den Blitz einzusammeln und den Bomben, den Bienen und den Mauern aus dem Weg zu gehen. Sein Ergebnis wird nun überprüft. Er verband tatsächlich Start und Ziel mit einer Linie und erhält dafür 3 Punkte. Er hat mit seiner Linie vier Siegpunktsterne getroffen und erhält ebenfalls je Stern einen Punkt. Leider hat er eine Biene erwischt, was ihm drei Punkte Abzug beschert. Für den getroffenen Blitz erhält er einen Blitzmarker. In der Ecke trifft er noch einmal eine Mauer, die ihm noch einmal zwei Punkte abzieht. Übrig bleiben zwei Punkte, die er mit seinem Charakterstecker auf der Siegpunktleiste vorwärts setzt.


Alle Level im Überblick

Ein neuer Level wird gegen den alten der Schachtel ausgetaucht, übrigens im Winkel von 90 Grad  zum vorhergehenden, das Spiel geht weiter. Die Level steigen im Schwierigkeitsgrad an. Es kommen Käfige hinzu, die nur mit ebenfalls getroffenem Schlüssel ihre Siegpunkte freigeben oder Laser, die nur durchquert werden können, wenn vorher der Ausschalter getroffen wurde. Außerdem verstecken sich in einigen Aufgaben kleine Elfen. Trifft ein Spieler auf sie, darf er im Anschluss der Runde sofort eine Bonusrunde auf dem Schatzstrand oder der Menschenfressenden Mauer absolvieren. Dazu legt er seinen runden Charakterchip auf die entsprechend gewählte Karte und schnipst ihn vorwärts. Trifft er dabei ein Siegpunktsymbol, darf er es sofort einlösen. Rutscht der Chip vom Plan erhält er nichts.

Das Spiel endet, wenn die Mission mit dem Obermotz absolviert wurde. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten.

Im Arcade-Modus wird der oberste Straf-Chip aufgedeckt. Während des gesamten Spieles muss nun diese Erschwernis von allen Spielern eingehalten werden - mit ein bisschen Pech kommen dann im Spielverlauf weitere Strafen dazu. [go]

 
 ERKLÄRVIDEO

leer
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  PLUS:
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witzige, innovative Spielidee
außergewöhnliches Material

ENDE
  MINUS:
MINUS:
nicht für jedermann geeignet
Siegpunkteleiste etwas unpraktisch
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
   
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     

Gabi: Kinder bzw. Teenager und Computer, Computer und Loony Quest - das passt. Ja, das moderne und optisch trendige Design spricht vorrangig Kinder im Teenager-Alter und deren Eltern an. Das Teens manchmal ein gespaltenes Verhältnis zu Brettspielen haben und dieses oft genug lapidar als Kinderkram bezeichnen (man ist ja schon soooo erwachsen...) betrifft offensichtlich nicht nur deutsche Familien. Auch andernorts macht man sich Gedanken, wie das Brettspiel auf witzige Weise dem Computer entgegen gestellt werden kann. "Loony Quest" versucht es in einem Zeichenspiel, das auf faszinierende Weise an ein "Jump-and-Run"-Computerspiel erinnert.

Man wählt sich einen Charakter und lässt ihn über den Bildschirm hüpfen - mit dem Stift. Der Sprung wird stilisiert zur Linie, zum Punkt, zum Kreis. Aber aufpassen, bitte nicht auf gefährliche Kreaturen treffen und nicht gegen die Mauer rennen! Gemein ist die Tatsache, dass es eigentlich wie auf dem Computer eine vom Bildschirm getrennte Arbeitsfläche gibt und nur das Auge die Verbindung zwischen Maus und Mauszeiger hält. Sprich, man zeichnet auf einer Blanko-Folie den Weg, den der Mauszeiger im Spiel laufen würde, von Ecke zu Ecke, um Hindernisse herum, auf Boni zu. Erst am Ende, wenn nach 30 Sekunden der Lauf beendet sein muss, wird abgerechnet. Die nun mit Punkten, Linien oder Kreisen versehene Folie wird auf die Aufgabenkarte gelegt und abgeglichen. Was habe ich nun getroffen und was nicht? Was erhalte ich an Punkten und was der Gegenspieler?

Gespielt wird gleichzeitig. Es gibt kaum Wartezeiten. Die Spannung beim Werten ist angenehm und die Schadenfreude lebt auf, wenn die Gegner die Bomben, Bienen und Mauern treffen oder nicht durch den Laser kommen. Augen-Hand-Koordination, ein gutes Auge für Proportionen und ein wenig zeichnerische Fingerfertigkeit ist gefragt. Natürlich sind Begabte ein wenig im Vorteil, was aber nicht gleichzusetzen ist mit Handicaps. Einer unserer Spieltester hat eine einseitige Seheinschränkung, was ihn aber, dank seiner Übung in der räumlichen Wahrnehmung, eher unterstützte und er besser als so mancher andere Spieler mit den kleinen Fallstricken des Spieles umgehen konnte.

Auf dem Stift zu balancierende Marker, ausgestreckte Arme, Einäugigkeit und verkrampfte Finger erschweren das Spiel zusätzlich. Interessant ist die Wirkung auf unsere Testgruppen: "...schon zu Ende? Nee, noch mal! :)" Vor allem im Spiel zu zweit und zu dritt bleibt selten eine Anschlussrunde aus.

Insgesamt ist das Spiel durchdacht und kommt mit einer Flut an Material einher. Allein die 42 unterschiedlichen Aufgabenkarten wirken beeindruckend, v.a. zusammen mit dem beiliegenden Übersichts-Poster. Weniger gut sind die Charakterstecker für die Siegpunktleiste, die ich hier eher als unpraktisch empfinde. Die Symbolik auf den Aufgabenkarten muss erst verstanden werden. Hier ist es gut, sich das Regelwerk vor dem ersten Spiel durchzulesen, um stetes Nachsuchen zu vermindern.

Fazit: Loony Quest ist ein außergewöhnliches Zeichenspiel im "Jump"n"Run"-Stil für Teens, junge Leute und Junggebliebene, das allerdings thematisch nicht jeden so anspricht wie unsere Tester.
...
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
   
Ende
 
 
     

Tobias:

Positiv verrückt
Wie kann man dieses kleine Innovationsmeisterwerk nur "bekloppte Aufgabe" nennen? Weil es genauso ist! In einem humorvollen Szenario ist unsere Zeichenkunst gefragt. Jedoch kann ich alle Kunsthasser beruhigen, so manch großer Maler ist hier schon über seine eigenen Finger gestolpert.

Als ehemaliger Kunst-LK-Schüler habe ich eine begabte Kunstlehrerin (Viele Grüße an Deborah) mit einem Punkt Vorsprung geschlagen. Im nächsten Durchgang verlor ich dann in einer mir bekannten Welt gegen einen totalen Neuling. Wirklich jeder, der einen Stift halten kann, bekommt eine Chance in diesem Spiel.

Lange Loony Quests
Ich hatte im Vorfeld oft gehört, dass man mit Anfängern immer die erste Welt spielen sollte. Deswegen habe ich mich direkt mal nicht daran gehalten, und zu meinem Leidwesen gewannen fast immer umgehend die Anfänger. Vielleicht lag es auch an meiner leichten Überheblichkeit, aber ich denke, dass jede Welt von 1 bis 5 sich problemlos für Einsteiger eignet. Ab Welt 3 bieten diese, selbst beim X-ten Versuch, genügend Herausforderungen. Somit besitzt das Game viel mehr Langzeitspaß als zunächst vermutet. Dann wäre da ja noch der Arcade-Modus. Zudem können die weniger geschickten Spieler die Guten immer wieder durch die Blitz-Plättchen stoppen und einholen. Man muss also nicht Picassos Nachfahre sein, um in diesem Spiel eine Chance zu haben.

In den folgenden drei Abschnitten gehe ich auf die Vielfältigkeit von Loony Quest ein, um dann noch seine negativen Aspekte zu beschreiben und meine Zweitmeinung mit einem Fazit abzuschließen.

Durch tiefes Urwald-Dickicht und klirrenden Frost
Durch den Dschungel reisen unsere Helden, pflücken giftige Pflanzen um damit großmäulige, wilde Krieger abzuschießen, stibitzen antike Kostbarkeiten in uralten Ruinen, finden wertvolle Blumen und bewerfen am Ende einen riesigen Roboter mit Bomben.

Im ewigen Eis treffen wir auf Raketenpinguine, sammeln Vorratskisten mit Fisch auf, versuchen mit Dynamit gespickte Fallschirmbomben zu treffen, bevor sie uns auf den Kopf fallen, bergen versunkene Schätze und bringen das Boot feindlicher Pinguine mit herabstürzenden Eiszapfen zum Kentern.

Gleißende Hitze und versunkene Himmels-Städte
Durch die Wüste wandern unsere Abenteurer an gefräßigen Riesenkäfern und Kakteen vorbei, weichen Steinbrocken aus, suchen fremdartige Pyramiden und Sphinxen, bergen goldenen Schmuck und fliehen zwischen Löchern an einem imposanten Nashornkäfer, der von einem verrückten Pharao gelenkt wird, vorbei in eine Wolkenstadt, die gefräßigen Hunde bevölkern.

Nachdem wir es gerade so geschafft haben, Morgensternen auszuweichen, lassen wir zwischen weißen Marmorsäulen Unmengen rumliegendes Geld aus Schatzkästen mitgehen, schießen mit voller Lust auf die alten Gemälde der früheren Herren des Schlosses und vernichten den letzten Übriggebliebenen, welcher durch ein Ritual in seiner Skelettform weiter existiert, indem wir seinen Lasterstrahlen ausweichen und einen der Hunde auf das Knochenwesen loslassen.

Feuer-Reiche, Technikwelten, Untergrund und Arenakämpfe
In einer gefährlichen Lava-Welt weichen wir Elefantenschnecken und Feuerbällen aus oder beschießen erstere. Unsere Helden besiegen Feuergolems und ballern mit Geschick einen an Luftballons hängende Drachen seine Flughilfen weg. Weiter geht's in die mit Laserbarrieren ausgestattete Elektrizitätsstadt, wir lösen Schalterrätsel, hechten an Fließbändern vorbei und möchten dann ein in einer fliegenden Untertasse sitzendes Bärchen mit seinen eigenen Bomben zum Absturz bringen.

Zuletzt geht es tief in den Untergrund, an Fallen und versteckten Feinden vorbei, zum finalen Endkampf. In einer Arena, umgeben von tobenden Massen und zukünftigen Herrschern, duellieren wir uns, nur mit einem Schwert bewaffnet, mit einem riesigen Nashorn und stechen auf seine Schwachstellen zwischen der Rüstung ein.

Wie man erkennen kann, erzählt jeder Level seine eigene Geschichte, bietet unterschiedliche Herausforderungen, und diese sind abwechslungsreich gestaltet.

Künstlerische Schwächen
Negativ angemerkt werden muss jedoch, dass dieses Spiel sehr speziell und somit nicht für jeden geeignet ist. Etwa jedem fünften Spieler gefiel Lonny Quest überhaupt nicht. Junge Kinder mit motorischen Schwierigkeiten oder ältere Menschen mit zittrigen Händen werden ebenfalls ihre Probleme haben. Des Weiteren sind die Levels schnell durchgespielt. Ärgerlich kann der Königsmachereffekt durch die Blitzplättchen werden oder wenn jemand gewinnt, nur weil er ein 2-Erfahrungspunkteplättchen gezogen hat. Problematisch wird es, wenn Mitspieler beim Malen zu dick mit den Stiften drücken, da sie danach unter Umständen nicht mehr benutzt werden können. Zudem bekommt man irgendwann die Tinte mit den kleinen Schwammenden nicht mehr weg.

Fazit:
Loony Quest ist ein spritziges Originalitätsfeuerwerk, das Wenig- und Vielspieler ansprechen kann. Sowohl als Einstieg in den Abend, mit einer richtigen Kampagne oder als Absacker bringt Loony Quest Freude auf den Tisch. Wer überhaupt nicht gerne malt, Jump-and-Run Spiele nie mochte oder wer schlichtweg zittrige Finger hat, wird mit dem Spiel jedoch wenig anfangen können. Für jene ist die Wertung von 5 Punkten gedacht, alle anderen sollten das Spiel mit satten 9 Punkten genießen.
...
 
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