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Genre: Karten, Taktik
Erscheinungsjahr:
2016
Verlag: Lookout Spiele  ..i..
Autoren: Matthias Cramer
Spieleranzahl: 2
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   
   

 

 
Kampf um den Olymp
 
Nur Fortuna blieb daheim
Die Götter haben den Olymp verlassen - vermutlich um Kriege anzuzetteln, Leute zu verführen oder zu verfluchen, was der antike Gott Griechenlands eben so machte. Zwei Feldherren haben die großen Helden zusammengescharrt, um die Gunst der Stunde zu nutzen und den Olymp zu erobern.
 

     
In diesem Spiel duellieren sich zwei Spieler mit Hilfe von antiken Helden in Kartenform und versuchen als erster verschiedene Siegbedingungen zu erfüllen. Das Spiel ist relativ schnell vorbereitet. Legt den schmalen Spielplan horizontal zwischen die Spieler. Legt den roten, grünen, blauen und gelben Spielstein auf die Stadt in der Mitte des Spielplans. Das ist Delphi. Dann legt den violetten Stein auf die 0 der Siegpunktleiste, die sich beim Olymp befindet. Die violetten Scheiben werden als Schadensmaker bereitgelegt. Alle Karten werden gemischt und 20 zufällige Karten aus dem Spiel genommen. Jeder Spieler erhält 6 Karten und der restliche Stapel wird gegenüber der Siegpunktleiste bereit gelegt, hier befindet sich Troja. Und schon geht es los.

 
Die Spieler machen abwechselnd ihre Züge. Ein Zug besteht aus den drei Phasen: Karten spielen, Angriff und Karten ziehen. Der Startspieler muss im ersten Zug auf eine der drei Phasen verzichten. Danach werden immer alle drei Phasen gespielt, bis eine Endbedingung erreicht ist. Die Endbedingungen erklärte ich weiter unten.
 
Beim Kartenspielen gibt es drei unterschiedliche Gruppen in 4 verschiedenen Farben (Rot, Grün, Blau und Gelb). Karten zeigen immer eine hübsche Illustration, einen Namen, eine Farbe, eine der drei Gruppen (Held, Soldat oder Ausrüstung), ihre Kosten, einen Wert in Angriff und einen in Verteidigung sowie einen Text, der den besonderen Effekt der Karte beschreibt.

 
Will ein Spieler eine Karte spielen, so braucht er einen freien Platz am Spielplan, außer bei den Ausrüstungskarten und muss die Kosten der Karte bezahlen. Es gibt für jeden Spieler je 6 Plätze für Karten: 3 beim Olymp, 2 in Delphi und 1 in Troja. Am linken Rand jeder Karte finden sich die Kosten der Karte in Form von mehreren farbigen Vierecken. Der Spieler muss für jedes Viereck eine Karte von seiner Hand in der entsprechenden Farbe abwerfen, um die Karte zu spielen. Es gibt einige Karten, die alle vier Farben zeigen. Der Spieler kann so viele Karten spielen, wie er möchte, solange diese bezahlt und platziert werden. Soldaten sind meist recht günstige, aber schwache Truppen. Diese Karten werden auf einen freien Platz gelegt. Helden sind teurer als Soldaten, aber dafür stärker und mit besseren Fähigkeiten ausgerüstet. Diese Fähigkeiten können einmalig oder wiederkehrend sein. Auch sind sie recht unterschiedlich, so fügt ein Held allen Truppen (eigenen und gegnerischen) je einen Schaden zu, andere erlauben es Karten zu ziehen, andere verhindern Schaden usw. Ausrüstungen sind Gegenstände (Helm, Schwert oder Schild) und werden beim Ausspielen an eine andere Einheit angelegt. Die Ausrüstung nimmt dann die Farbe der Einheit an und der Angriff sowie die Verteidigung der Ausrüstung werden zu denen der Einheit addiert.

 
Und weil das eine schöne Überleitung ist, schauen wir doch direkt, was im Kampf passiert. Beginnend beim Olymp greifen alle eigenen Einheiten der Reihe nach an, bis Troja abgehandelt wurde. Greift ein Trupp einen Ort an, wo auf der Gegenseite keine Karte des Gegners liegt, so erhält der Spieler die Ortsbelohnung. Diese Belohnung ist bei Plätzen des Olymps ein Siegpunkt. Hier wird der Siepunktstein auf der Leiste ein Feld näher zu sich gezogen. Erreicht der Stein die 7, so gewinnt der Spieler mit 7 Siegpunkten. In Delphi darf der Spieler einen der bunten Steine aus der Mitte nehmen. Beim Bezahlen von Kartenkosten darf der Spieler auch einen dieser Steine abgeben statt einer Karte derselben Farbe. In Troja darf der Spieler eine Karte nachziehen.
 
Befindet sich aber unverschämter Weise eine gegnerische Karte auf der anderen Spielplanseite, fügt die eigene Karte der gegnerischen Karten Schaden in Höhe des Angriffs zu. Wird dabei der Verteidigungswert überschritten, muss die Karte abgelegt werden, sonst wird der erhaltene Schaden mit den violetten Scheiben markiert.

 
Als letztes zieht der Spieler 2 Karten nach, egal wie viele Karten er oder sie gespielt hat.
 
Das Spiel endet, sobald ein Spieler 7 Siegpunkte erreicht hat. Dieser Spieler gewinnt das Spiel. Das Spiel endet auch, wenn ein Spieler zu Beginn seines Zuges alle 6 Plätze seiner Seite des Spielplans belegt hat. Wird die letzte Karte des Nachziehstapels gezogen, so wird gegebenenfalls der Zug noch zu Ende ausgeführt und der Spieler gewinnt, auf dessen Seite sich der Siegpunktstein befindet. [ls]
 
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Checkpoint
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PLUS:
tolle Grafik
viele literarische Charakter
schnell erklärt
ENDE
  MINUS:
MINUS:
glückslastig
z.T. frustrierend
Karten nicht ausgewogen
leer
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   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Lutz: Und als die Götter gerade den Olymp verließen, vielleicht um Schiffe zu versenken oder Leute zu entrücken, da dachten sich zwei große Feldherren: Wir könnten jetzt auf den Olymp klettern und dann sind wir die Götter. Klar, da kommen die Götter dann wieder und sagen: "Oh jetzt sitzt ihr ja schon hier. Das ist ja doof. Dann gehen wir mal sterblich sein." Vielleicht wissen die Feldherren ja etwas von Ambrosiavorräten auf dem Olymp? Dieser scheint aber nur für eine Armee zu reichen. So kloppen sich jetzt zwei Feldherren um den Olymp.
 
So fadenscheinig die Hintergrundgeschichte auch ist, das Spielmaterial und die Grafik von Kampf um den Olymp bieten eine umso dichtere Spielatmosphäre. Alle Materialien sind von guter Qualität und die Grafiken sind wirklich schön anzusehen. Auch sind Symbolik und Kartentexte sehr eindeutig. Ich war ehrlich gesagt überrascht, dass es schon ein umfangreiches FAQ zu diversen Karten gibt, weil bei uns keine Fragen zu den Karten aufkamen. Die Regeln sind auch sehr klar formuliert und so spielt man schon bei der ersten Partie mit wenig Rückfragen.
 
Lookout Spiele hat sich scheinbar Mühe gegeben, dass der nächste Teil ihrer 2-Spieler Reihe es mit der "Patchwork"-Qualität aufnehmen kann. Leider kann aus meiner Sicht der "Kampf um den Olymp" nicht mithalten. Das Spiel ist ein kleines Kartenspiel, bei dem ihr das Ausspielen von Karten mit anderen Handkarten bezahlen müsst. Dies ist ja bereits bekannt aus Spielen wie "San Juan" und "Race for the Galaxy". Dies ist immer ganz spannend und fordert ständig unangenehme Entscheidungen vom Spieler.

In "Kampf um den Olymp" ist die Kartenzufuhr begrenzt und gleichzeitig fordern die meisten Karten spezielle Kartenfarben, um gespielt werden zu können. Oft passt also eure Hand nicht zu euren Kosten. Oft so, dass nicht eine einzige Karte gespielt werden kann. Jetzt muss ich mich fragen, liegt dies an meinem schlechten Management oder eher an der Zufälligkeit der Karten? Zunächst wollte ich glauben, dass es eine Managementfrage ist. Stürzt sich ein Spieler zuerst auf die Siegpunkte und ein anderer auf die Kostenreduktion durch Delphi und die Extrakarte durch Troja, so wird letzterer Spieler vermutlich gewinnen. Solche Situationen entstehen aber maximal in der ersten Partie. Danach ist beiden Spielern klar, dass es auf ein Gleichgewicht ankommt.

Eine weitere wichtige Entscheidung ist, ob ich viele schwache oder einzelne starke Helden in den Krieg schicken möchte. Ich möchte korrigieren: Es sollte eine Entscheidung sein. Nur die Starthand am Anfang erlaubt einem Spieler die Entscheidung. Danach muss man nehmen, was man kriegt, denn oft können die mächtigeren Helden einfach nicht bezahlt werden. Die mächtigen Helden scheinen sich im Schnitt nicht auszuzahlen. Es ist aufwendig, diese zu spielen und sie besitzen meist alle Farben. Nun muss der Gegner nur einen Charakter haben, der immun gegen Schaden einer Farbe ist, dann ist er auch immun gegen den Helden. Somit habt ihr 5 oder 4 Karten bezahlt für eine Karte die von einer Karte, welche nur 2 bis 3 Karten gekostet hat, blockiert wird.

Auch scheinen unter Karten, die die gleichen Kosten haben, die Fähigkeiten alles andere als ausgewogen zu sein. Bei einigen Karten sind mir starke Kombinationen aufgefallen, die entsprechende Preise rechtfertigen könnten, bei vielen anderen aber nicht. Aber selbst, wenn mögliche mächtige Kombinationen der Grund für teure Karten ist, dann ist es doch Fortuna, die bestimmt, ob diese Karten zusammen auf eurer Hand landen und ob ihr euch diese dann leisten könnt.
 
Während ich im Laufe meiner ersten Partien die Beschwerden meiner Mitspieler, dass das Spiel zu zufällig sei, nicht ernst nehmen wollte, musste ich doch mit zunehmender Partienzahl erkennen, dass es eben doch zufällig ist. Zu viele Faktoren bestimmen, ob ich eine Karte ausspielen kann und dann kann auch eine mächtige Karte manchmal leicht besiegt werden, sodass oft der Spieler mit mehr billigen Karten im Vorteil ist, da dieser auch flexibler ist. Oft saßen ich oder mein Gegner da und waren einfach frustriert, weil nichts auf der Hand zusammen passen wollte. Jeder Zug war eher ein Notstopfen. Meines Erachtens hatte Herr Cramer Fortuna deutlich besser in Dynasties implementiert.
 
Hier möchte ich aber einmal die gewählten Helden, Soldaten usw. loben. Diese wurden nicht nur aus der 08/15-Mythologie entlehnt, sondern auch aus den klassischen Tragödien. So findet sich neben Herkules, Minelaos, Theseus, Achilles, Paris auch Elektra, Laodike, Andromache und einige Charaktere, die den ein oder anderen zum Nachlesen animieren werden, im Kartenstapel.
 
Fazit: "Kampf um den Olymp" ist für ein kurzes, lockeres Kartenspiel zu planungslastig und für ein strategisches 2-Personen-Spiel zu zufällig, trotzdem ist es sehr hübsch anzusehen.
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   KULTFAKTOR
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