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Spiel-Fakten:

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Genre: Familie, Taktik
Erscheinungsjahr:
2015
Verlag: Bombyx / Asmodee  ..i..
Autoren: Bruno Cathala, Christian Martinez
Grafik: Jérémie Fleury
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 45-60 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     

 

 
Hoftheater
...

Royale Stimmungsschwankungen

Der König leistet sich ein eigenes Theater. Jeder von euch bewirbt sich mit einem eigenen Ensemble, das aber erst einmal zusammengestellt werden will. Die Gaukler helfen euch, doch die Laune des royalen Oberhauptes schwankt...
 

 
Spielplan in die Mitte legen, Begegnungskarten verdeckt mischen, in jeder der 8 Städte eine Karte offen auslegen, jedem Spieler 8 Reisekarten (passend zu den Städten) und Karavellen sowie 3 Impresarios geben, dazu 3 Ecu Startkapital und los geht's. Stopp! Fast! Zunächst wird noch eine der Münzen geworfen, um zu bestimmen, ob der König gerade gut oder schlecht gelaunt ist. Dazu wird die Bühne entsprechend eingestellt.



Jeder Spieler wählt verdeckt eine Reisekarte, um die Stadt zu bestimmen, zu der er reisen möchte. Dann decken alle ihre Karten auf und jeder Spieler stellt seine Karavelle zum gewählten Ort.



Hat ein Spieler eine Stadt als Einziger gewählt, erhält er die dort liegende Karte. Für "Almosen" gibt's Geld, ein Gaukler wird offen vor dem Spieler ausgelegt. Einmal pro Spielzeit (2 Spielzeiten werden gespielt) kann er jeden gesammelten Gaukler einsetzen, um seine besondere Fähigkeit zu nutzen. Dadurch werden bestimmte Dinge beeinflusst, z.B. kann der Spieler gleich zu 2 Orten reisen, die Stimmung des Königs verändern etc.



Einen Schauspieler kann der Spieler in sein Ensemble legen oder ihn abwerfen, um auch hierüber die Stimmung des Königs zu verändern. Im späteren Verlauf kann es sein, dass ein Spieler in einer Stadt gleich mehrere Karten abstaubt. Die werden zunächst mit ihren Aktionen der Reihe nach abgehandelt - einen Schauspieler abwerfen darf man aber trotzdem nur einmal, auch wenn man mehrere in einem Spielzug erhält. Die Schauspieler gibt es in gelb (Komödie) und rot (Tragödie) mit den Werten von 1 bis 5. Jeder Wert beeinflusst nicht nur ggf. die Stimmung des Königs um entsprechend viele Schritte in eine Richtung (wenn die Karte abgeworfen wird), sondern birgt auch noch jeweils, wie schon erwähnt, eine Aktion in sich (Reisekarten zurück auf die Hand nehmen, Geld stehlen, einen Impresario auf die Bühne stellen und so viele Ecu erhalten, wie dann Impresarios auf der Bühne stehen etc.).



Sollte die Stimmung kippen (Komödie <> Tragödie und umgekehrt), wird die Rückwand der Bühne gedreht und alle auf der Bühne befindlichen Impresarios gehen zurück an die Spieler.



Haben mehrere Spieler die gleiche Stadt gewählt, werden die dort liegenden Karten jedoch direkt abgeworfen. Die Stimmung des Königs wird aber entsprechend aller abgeworfenen Karten verändert. Die Spieler hingegen erhalten statt der Karten und ihrer Aktionen jeweils einen geheimen Auftrag auf die Hand ("geheime Bitte"), der am Spielzeit-Ende Geld einbringen kann.



Wurden alle gewählten Orte abgehandelt, wird in jeden Ort eine neue Begnungskarte gelegt. So können dann an bestimmten Orten mit der Zeit auch mehrere Karten liegen. Wieder wählen die Spieler eine Reisekarte aus (aus den noch verbliebenen). Erst, wenn ein Spieler nur noch eine einzige Reisekarte auf der Hand hält, erhält er alle Karten zurück und hat dann wieder die volle Auswahl.



Sind keine Begegnungskarten mehr da, um die Auslage komplett aufzufüllen, wird die letzte Runde dieser Spielzeit gespielt. Dann wird gewertet. Jeder Schauspieler eines Spielers, der der momentanen Stimmung des Königs entspricht, bringt 1 Ecu. Hat der Spieler - gemessen an den Stufen der einzelnen Schauspieler - eine der Stimmung entsprechenden stärkere Schauspielergruppe, gibt es dafür 3 Ecu (5 nach Spielzeit 2). Gleich 6 Ecu (bzw. 10 in Runde 2) bekommt derjenige, der die größte Differenz zwischen beiden Gruppen (Komödie / Tragödie; Werte der Schauspieler im eigenen Ensemble jeweils addieren) aufweist, sofern die stärkere Gruppe eben der momentanen Stimmung des Königs entspricht. Ein Auftrag kann zusätzliches Geld bringen; jeder Spieler darf pro Spielzeit aber nur einen (!) Auftrag neu ausspielen.

Während die Ensemble der Spieler und die noch ausliegenden Begegnungskarten für die zweite Spielzeit keinen Bestand haben, verbleiben die Gaukler in neuer Frische bei den Spielern. Dann beginnt die 2. Spielzeit nach den gleichen Regeln wie die erste. Wer nach Spielzeit 2 (jede der beiden Spielzeiten besteht aus max. 6 Runden) das meiste Geld gesammelt hat, gewinnt. [ih]
 
 ERKLÄRVIDEO

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Dieses Erklärvideo gibt es auch in einer vergrößerten > XL-Ansicht
 
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    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
locker-flockiges Familienspiel
   mit taktischen Elementen
sehr schönes Material
   (die Bühne!!!)
lebt vom "Ich denke, dass
   du denkst, dass ich denke..."-
   Faktor
ENDE
  MINUS:
MI
Glücksabhängigkeit kann
   zu Frustmomenten führen


leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Ingo: Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, ist vieles oft mehr Schein als Sein. In der Welt der Brettspiele wiederum gibt es immer wieder Spiele, die mit einer grandiosen Optik zu überzeugen wissen, sich dann aber als spielerische Blender erweisen. Was nun, wenn ein Spiel mit Theaterthema nun auch noch fantastisch aussieht? "Hoftheater" ist genau so ein Spiel. Aber ihr solltet jetzt nicht zu früh falsche Schlüsse ziehen...

Ja, das Material - keine Frage, das ist 10 Punkte wert. Da gibt es keinerlei Diskussion. Allein die kleine drehbare Bühne ist ein echter Hingucker und auch die Illustrationen der Fantasy-Theaterwelt sind allesamt Augenschmeichler. Dazu gibt's noch geprägte Plastikmünzen und kleine Miniaturen. Also, wer da meckert, der WILL meckern!

Doch nun zum eigentlichen Spiel. Zäumen wir das Pferd von hinten auf, so kann man sagen, "Hoftheater" ist durchaus ein taktisches Spiel. Die richtigen Aktionen, die hilfreichen Gaukler, das Bestehlen der Gegner, der Einfluss auf die Stimmung des Königs und damit die eigenen Gagen für die zum Ensemble zugefügten Schauspieler, das Risiko, für mehr Geld sich z.B. auf die Kommödie zu konzentrieren, mit der Gefahr, bei einer Tragödie leer auszugehen, die geheimen Aufträge - all das klingt in der Theorie wirklich gut und spricht auch Vielspieler an. Dann gibt es aber ein "ABER" - und das ist der zugrunde liegende Spielmechanismus. Dieser beruht auf dem aus anderen Spielen bereits bekannten "Ich denke, dass du denkst, dass ich denke"-Prinzip. Und so wählen wir verdeckt unsere Reiseziele - in der Hoffnung, dann auch alleine in der Stadt zu stehen. Dummerweise kommt es meist anders, als man denkt. Je mehr Spieler mitspielen, umso größer ist die Gefahr, sich eine Stadt mit anderen Spielern zu teilen und so keine der dort ausliegenden Karten zu erhaschen. Auch wenn es dafür einen geheimen Auftrag as Trostpflaster gibt, so fehlt an dieser Stelle doch ein "Fangnetz"...

In unseren Testpartien kam es vor, dass Unglücksraben immer und immer wieder neue Aufträge erhielten, da sie Runde um Runde die selbe Stadt wie die Kontrahenten wählten. Ja, irgendwann wird der Bann meistens durchbrochen, trotzdem hält das auf. Da können Glückspilze in der Zwischenzeit schon ein ganzes Ensemble zusammengestellt haben, während man selber immer noch nicht einen einzigen Schauspieler für sich gewinnen konnte. Zur Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass dieses Spielgefühl zwar schon mal ein wenig frustig erscheinen kann, sich aber über die Länge von zwei Spielzeiten dann doch wieder einigermaßen ausgleicht - über die Vorteile der Gaukler, über die Aufträge und eben mit einer Portion Glück zur rechten Zeit.

Dass das Spiel aber auch gar nicht den Anspruch zu haben scheint, überaus fair zu sein, zeigen auch die verschiedenen Auftragsarten. Manche sind leicht, andere sind schwer zu erfüllen. Alles wirkt immer wieder zufallsbestimmt, bisweilen chaotisch. Für Hardcore-Strategiespieler also der blanke Horror... Doch jetzt kommt das zweite ABER: "Hoftheater" ist ein Familienspiel - und es macht als solches tatsächlich Spaß! Man freut sich, man ärgert sich, Emotionen entstehen. Und mit dem Gefühl, trotzdem noch eigene taktische Entscheidungen treffen zu können, entsteht dann insgesamt ein versöhnlicher, ja, durchaus kurzweiliger Ablauf. Das Spiel ist zudem schnell erkärt und ebenso schnell gespielt. Mehr als eine Stunde benötigt man wirklich nicht, meistens endet eine Partie schon früher. Und da kann ich mit dieser zentralen Glücksabhängigkeit doch gut leben. Die ideale Spielerzahl würde ich auf 3 Spieler beziffern, mit 4 Spielern läuft es auch noch recht gut, mit 5 Spielern wird es dann doch schon oftmals ZU chaotisch-frustig. Zu zweit spielt man mit einigen Sonderregeln.

Kommen wir nun zum letzten Akt, der finalen Bewertung: Für mich ist "Hoftheater" ein locker-flockiges Familienspiel, dessen taktische Züge jedoch öfters von der Glücksabhängigkeit überlagert werden. Wer damit umgehen und auch über sich selbst lachen kann, der erhält insgesamt ein kurzweiliges Spiel, das man zwischendurch sicher gern mal auf den Tisch bringen kann, besonders auch unter Gelegenheitsspielern. Und wenn es nur die putzige Bühne ist, die die Leute an den Tisch bringt - ohne falsche Erwartungen bekommt man (abseits der grandiosen Optik) durch und durch solide Spielkost geboten. Von mir gibt es daher insgesamt gute 7 Kultpunkte! (> Video)
...
 
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      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
 

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