Genre: Strategie
Erscheinungsjahr: 2011 Verlag: eggertspiele
..i.. Autor: Ulrich Blum Spieleranzahl: 2 bis 5 Alter: ab 12 Jahren Spieldauer: ca. 60 Min.
Einstiegslevel:
Glück
Taktik
leer
Anzeige
Grand Cru
Im Wein liegt
nicht nur die Wahrheit... ... sondern auch der
Profit! Bei diesem Spiel werden wir zu Winzern. Wir erwerben
Weinreben, führen die Weinlese durch und treiben Handel.
So funktioniert's:
Aufgabe der Spieler ist es, Wein auf dem eigenen
Weinberg-Tableau anzubauen, die Reben abzuernten und zu
verkaufen. Vor dem Spielbeginn werden zunächst die
Plättchen mit den Weinreben und den Ausbauten verdeckt
gemischt. Abhängig von der Spielerzahl, wird eine
bestimmte Anzahl an Plättchen über den
Versteigerungsfeldern des großen Spielplans ausgelegt.
Der
Gemeinschaftsspielplan ist in mehrere Bereiche
unterteilt.
Jeder Spieler
besitzt einen eigenen Weinberg in Form ein solchen
Tableaus.
Gespielt wird über mehrere "Jahre". Jedes Jahr besteht
aus 2 großen Phasen, der Ausbau- und der Jahresendphase.
Die Ausbauphase besteht aus mindestens 4 Runden,
in denen jeder Spieler jeweils genau 1 Aktion ausführt.
Zunächst erhält jeder Spieler Geld, indem er Kredite
aufnimmt. Jeder Kredit bringt dem Spieler 7 Francs,
kostet aber am Jahresende auch Zinsen!
Anzeige
Wer
an der Reihe ist, hat die Wahl zwischen folgenden 9
Aktionen:
(A1)
Der Spieler kann ein Gebot auf eine Weinrebe bzw.
ein Ausbauplättchen abgeben. Dazu legt er das gewünschte
Plättchen aus der Auslage auf ein freies
Versteigerungsfeld und platziert einen Marker seiner
Farbe aus dem Preis, den er bereit ist, dafür zu zahlen.
(A2)
Der Spieler kann ein Gebot erhöhen, indem er
einen eigenen Marker auf einen höheren Preis bei einem
bereits zur Versteigerung ausliegenden Plättchen setzt.
Der bisher Höchstbietende erhält dann seinen Marker
zurück.
(A3)
Der Spieler kann ein Plättchen ersteigern, wenn
er der Höchstbietende ist. Diese Aktion ist also erst zu
einem späteren Zeitpunkt möglich, da die vorbereitende
Aktion "Gebot abgeben" vorausgegangen sein muss.
Ersteigert ein Spieler ein Plättchen, zahlt er dafür den
gebotenen Preis. Das Plättchen legt er dann auf einen
freien Platz seiner Weinbergtafel. Ist es eine Weinrebe,
wird diese mit einem gleichfarbigen Weinklötzchen
belegt.
Auf dem eigenen Weinberg werden Reben angebaut.
Ausbauplättchen bringen dem Spieler bestimmte Vorteile.
(A4)
Wer nicht erst bieten möchte, kann für 7 Francs aus dem
eigenen Vorrat einen Direktkauf durchführen, sich
das gewünschte ausliegende Plättchen nehmen und auf
seine Weinbergtafel legen.
(A5)
Der Spieler kann die Nachfrage einer Weinsorte
erhöhen, indem er den entsprechenden Marker auf dem
Aktionsfeld des Spielplans um ein Feld nach oben zieht.
Dadurch können sich auf die Preise verändern, die man
mit diesem Wein erzielen kann.
(A6)
Der Spieler kann eine Weinlese durchführen,
sofern entweder die letzte Runde des Jahres erreicht ist
oder aber mindestens 2 Weinwürfel auf der eigenen Tafel
liegen. Für 1 Franc wird der Würfel der abzuerntenden
Weinrebe dann auf das erste freie Fass im eigenen
Weinkeller (unterer Teil der Weinbergtafel), ganz nach
links, gelegt.
(A7)
Der Spieler kann eine Weinsorte verkaufen. Dies
ist immer dann möglich, wenn sich ein Weinwürfel in
einem Fass des eigenen Weinkellers befindet, das die
gleiche Weinsorte zeigt. Nur in diesem Fall ist der Wein
reif und kann dann in das große Fass aus dem
Gemeinschaftsspielplan gelegt werden. Pro Würfel erzielt
der Spieler dann den Preis, den der Nachfragemarker
bestimmt, welcher danach dann um 1 Feld nach unten
rutscht.
Wird Wein verkauft, kommt er ins große Fass des Spielers
(auf dem Spielplan).
Für jeden
Weinwürfel erhält der Spieler den momentanen Preis
dieser Sorte.
(A8)
Der Spieler kann einen Ausbau nutzen, den er in
Form eines Plättchens auf seiner Tafel platziert hatte.
Ausbauten bringen Vorteile wie zusätzliche Aktionen oder
Geld. Ein Ausbau kann pro Jahr nur einmal genutzt
werden; das Plättchen wird dann vorerst auf die
Rückseite gedreht.
(A9)
Der Spieler kann passen, wenn er in diesem Jahr
keine weitere Aktion mehr ausführen möchte.
Anzeige
Das
Jahresende ist erreicht, wenn der Rundenmarker
das vierte Feld erreicht hat UND zusätzlich der erste
Spieler seine letzte Weinrebe abgeerntet hat ODER alle
Spieler, bis auf einen, gepasst haben. Jetzt folgen
weitere 6 Phasen, die nacheinander abgearbeitet werden.
(E1)
Die Plättchen der Auslage werden gegen neue
getauscht. Sämtliche Aktionsmarker wandern an die
Spieler zurück.
(E2)
Beim Weinfest erhält jeder Spieler, der den
meisten Wein einer bestimmten Sorte verkaufen konnte, 3
Prestigepunkt, der Zweitplatzierte 1 Punkt. Wurden die
Punkte für sämtliche Sorten vergeben und auf der
Weinleiste markiert, können sie jetzt, in der
Reihenfolge der Platzierungen, von den Spielern gegen
Sonderaktionen eingetauscht werden. Diese Sonderaktionen
kosten dabei unterschiedlich viele Punkte. Das Recht, in
der nächsten Runde Startspieler zu werden, ist
beispielsweise schon für einen einzigen Prestigepunkt zu
erwerben. Allerdings kann jede Sonderaktion immer nur
von einem einzigen Spieler belegt werden!
In der zweiten Jahresphase findet das Weinfest satt. Die
erlangten Prestige-Punkte bestimmen die Reihenfolge...
... in der
die Spieler sich die rot umrandeten Zusatzaktionen
erkaufen können.
(E3)
Jetzt folgt die Weinreife. Die Weinwürfel in den
Fässern des Weinkellers auf den einzelnen Spielertafeln
rutschen ein Fass weiter nach rechts. Achtung: Sollte
ein Weinwürfel über ein Fass hinausrutschen, das mit
seiner Farbe gekennzeichnet ist, ist dieser Wein
verdorben und kann nicht mehr verkauft werden.
Andererseits MÜSSEN einige Weinsorten erst reifen, um
überhaupt verkauft werden zu können!
(E4)
Jetzt werden die Finanzen geregelt. Jeder Spieler
muss von seinem Geld die Zinsen seiner Kredite zahlen.
Sollte das Geld nicht ausreichen, muss der Spieler einen
weiteren Kredit aufnehmen. Ein solcher Notkredit
beschert ihm dann jedoch nur 5 statt 7 Francs, zudem
erhöhen sich damit dann erneut die Zinsen in der
nächsten Runde. Wer hingegen genug Geld übrig hat, kann
Kredite auch für 7 Francs auslösen.
(E5)
Auch auf regulärem Wege können die Spieler in der
fünften Phase des Jahresende noch einmal Kredite
aufnehmen. Dann erhalten sie wieder die vollen 7 Francs
pro Kredit.
In den
Fässern des Weinkellers reift bei jedem Winzer der Wein.
Die Kredite sind
zentrales Element des Weinhandels.
(E6)
Zum Schluss füllt jeder Spieler noch seine abgeernteten
Weinrebenplättchen wieder mit neuen Würfeln auf.
Sollte der Würfelvorrat einmal zu Ende gehen, wird dem
Spieler stattdessen je 1 Franc ausgezahlt. Genutzte
Ausbauten werden wieder auf die aktive Seite gedreht.
Dann
beginnt ein neues Jahr, wieder zunächst mit mindestens 4
Runden der Ausbau- und den 6 Runden der Jahresendphase.
Spielende:
Sollte ein Spieler, nachdem er bereits seinen elften
Kredit aufgenommen hatte, einen Notkredit benötigen,
verliert er. Ansonsten endet das Spiel, sobald ein
Spieler alle eigenen Kredite zurückzahlen konnte. Nach
der Endabrechnung (5 Francs für jedes unterschiedliche
Plättchen im eigenen Weinberg, 1 Franc für jeden
Weinwürfel im eigenen Weinkeller, minus 7 Francs für
jeden evtl. noch offenen Kredit) gewinnt der Spieler,
der nun das meiste Geld besitzt. [ih]
eer
ERKLÄRVIDEO
leer
Dieses Erklärvideo gibt es auch in einer vergrößerten
>
XL-Ansicht
Ingo:
"Grand Cru" ist ein gelungenes
Wirtschaftsspiel mit einem ansprechenden Thema.
Besonders fällt einem die auf den ersten Blick
gute inhaltliche Einbindung der verschiedenen
Spielelemente auf. Jahr für Jahr bauen die
Spieler Wein an, ernten ihn, verkaufen ihn und
nehmen schließlich an einem abschließenden
Weinfest teil. Die spielerische Umsetzung
orientiert sich dabei an bekannte Mechanismen,
welche hier in einer großen Optionsvielfalt
angeboten werden.
Die enge Eingrenzung der Aktionen auf "4+x" in
jeder Runde macht es einem zu Beginn stark zu
schaffen, sinnvolle Kombinationen zu wählen.
Immer wieder kann es passieren, dass gewählte
Aktionen verpuffen, wenn die Mitspieler
entgegenwirken, z.B. durch Direktkauf von
Weinreben oder das Überbieten bei der
Versteigerung. Versteigerung? Ja, Weinreben
werden hier wie bei einer Auktion gehandelt.
Thematisch ist dies nur schwer nachzuvollziehen;
auch das abstrakte Verändern der Nachfrage, das
Erlangen von Prestigepunkten beim Weinfest oder
die wenig intuitive Bezahlung mancher Aktion ist
etwas unglücklich ins Thema eingebunden.
Einige Wiederholungspartien sollten auf dem
Programm stehen, um die verschiedenen
Möglichkeiten ausloten und umsetzen zu können.
Während die Rundenzahl der 1. Phase meist von
nur einem Spieler abhängt (der dabei
ärgerlicherweise absichtlich destruktiv spielen
kann), bestimmen die Spieler das eigentliche
Spielende mit dem Zurückzahlen ihrer Kredite
selbst. Hier schließt sich dann auch der
spielerische Kreis.
Wenngleich die einzelnen Aktionen und
Spielphasen für sich leicht zu verstehen sind,
ist es die Gesamtheit aller Möglichkeiten, die
das Spiel zu einem komplexen Ganzen machen. Die
Spieler sollten dabei unbedingt die gleichen
Spielerfahrungen besitzen. Spielt ein
Neuling mit einem Experten, wird er nur wenig
Chancen auf einen Sieg haben. Wer einmal weiß,
wie wichtig die Ausbauplättchen oder manche
Sonderaktionen sind, wird diese stets mit allen
Mitteln für sich beanspruchen und der
unerfahrenen Konkurrenz vor der Nase
wegschnappen.
Fazit: Insgesamt ist "Grand Cru" ein generell
funktionierendes, technisch gut durchdachtes
Strategiespiel, das jedoch ein wenig trocken
daherkommt. Die ständige, sich wiederholende
Verkettung von Aktionen und Spielphasen führte
bei mir nach einiger Zeit zu ersten
Ermüdungserscheinungen, welche auch durch die
nicht wirklich vorhersehbare Spieldauer
begünstigt wurden. Interessant bleibt das Spiel
dann auf Dauer zudem nur in Spielgruppen mit
gleichwertiger Konkurrenz. (>
Video)
KULT-FAKTOR
(Langzeit-)Spielreiz
Ende
Anzeige
Gefällt
Ihnen dieses Spiel?
Hier
können Sie es
kaufen!