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Spiel-Fakten:

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Genre: Wissen
Erscheinungsjahr:
2016
Verlag: Goliath  ..i..
Spieleranzahl: 3 bis 6
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Wissen 

leer
     
   

 

 
Gefragt Gejagt
...

Das brillante Brettspiel zur TV-Show oder
Das Brettspiel zur brillanten TV-Show?

Um 18 Uhr ist Quiztime im Ersten. Neben "Quizduell" mit Jörg Pilawa und "Wer weiß denn sowas?" mit Kai Pflaume begeistert vor allem Alexander Bommes mit seinem Quiz, das hier als Brettspiel umgesetzt wurde. Die Jagd beginnt! 
 
 
Wie in der TV-Show versuchen die Spieler, so viel Geld wie möglich anzuscheffeln, um es in Runde 2 und - sofern sie es erreichen -  im Finale gegen den "Jäger" (einem Quizprofi) zu verteidigen. Jeder Spieler erhält eine Spielfigur und einen von ihm gewählten Jäger in der gleichen Farbe. Die Jäger (jeweils zweimal vorhanden) entsprechen mit ihren Konterfeis den TV-Jägern. Gespielt wird über 3 Runden.



Runde 1 (Vorrunde): Jeder Spieler beantwortet innerhalb von 60 Sekunden so viele offene Fragen (blaue Karten) wie möglich. Jede richtige Antwort ist 500 Euro wert. Nach Ablauf der Zeit (über einen elektronischen Timer geregelt) erhält der Spieler einen entsprechenden Geldchip, der seiner erspielten Summe entspricht. Auf der Rückseite des Chips befinden sich nun zwei alternative Geldangebote für Runde 2.



Runde 2 (Hauptrunde): Nun stellt jeder Spieler seine Figur auf die Fragenleiter. Der Spieler beginnt 3 Schritte von seinem (virtuellen) Jäger entfernt, wenn er um die exakte Geldsumme spielen möchte, die er in Runde 1 erspielt hat. Die Jägerfigur startet immer von der obersten Stufe. Entscheidet der Spieler sich jedoch für den höheren Betrag (Rückseite des Chips), hat der Spieler nur 2 Schritte Abstand vom Jäger. Bei der Wahl des geringeren Betrages (ebenfalls auf der Rückseite des Chips) hat der Jäger 4 Schritte Abstand.



Nacheinander werden den Spielern nun Multiple Choice-Fragen (rote Karten) gestellt. Bei einer richtigen Antwort rückt der Spieler mit seiner Figur einen Schritt nach unten. Der dazugehörige Jäger rückt ebenfalls einen Schritt nach unten, wenn sein Name ("Der Besserwisser", "Der Quizgott", "Der Bibliothekar", "Der Gigant") neben der entsprechenden Frage gelb markiert ist. Ist er weiß markiert, bleibt der Jäger stehen. Antwortet der Spieler falsch, bleibt dieser ebenfalls stehen. Gelingt es dem Spieler, das untere Ende der Leiter zu erreichen, ohne dass ihn sein Jäger einholt, erhält er seinen Geldbetrag - sonst scheidet er aus.



Runde 3 (Finale): Der Spieler mit dem höchsten Geldbetrag aus Runde 2 (und nur er!) spielt im Finale gegen nun erstmals "echte" Jäger, nämlich gegen 2 Mitspieler, die es nicht ins Finale geschafft haben. Der Spieler gewinnt, wenn er in 2 Minuten mehr offene Fragen (blaue Karten) beantworten kann als anschließend die Jäger in der gleichen Zeit. Das Besondere dabei: Wissen die Jäger eine Antwort nicht, kann der Spieler sie mit einer richtigen Antwort um einen Punkt zurückdrängen.



Spielen nur 3 Spieler, wird die Jägerrolle im Finale nur von einem einzigen Spieler übernommen. Wie auch in den Runden 1 und 2, in denen sich die Fragensteller abwechseln, ist nämlich auch in Runde 3 ein Fragensteller nötig. [ih]
 
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  PLUS:
PLUS:
fängt die Quizshow
   einigermaßen gut ein, weicht
   aber von den Regeln ab
optisch ansprechendes Material

ENDE
  MINUS:
MINUS:
unsinnige Jäger-Zufallsregel
auf Dauer zu wenige Fragen
Fragenqualität nicht mit der
   TV-Show vergleichbar

leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     

Ingo: Zunächst einmal für Alle, die es noch nicht wussten: Ich bin großer Fan von Fernseh-Spielshows. Früher, in den 80ern und 90ern, habe ich so ziemlich alles geguckt, was das Angebot hergab. Mittlerweile bin ich dann doch wählerischer geworden. Die sogenannte "Quizschiene" im Ersten, täglich um 18 Uhr, gehört zu den Sendungen, die ich überwiegend gern sehe. Mein Lieblingsformat ist da seit geraumer Zeit eindeutig "Gefragt Gejagt". Da lasse ich mir keine Folge entgehen, denn diese Quizshow ist anders als andere. Hat es sich in letzter Zeit immer mehr eingebürgert, dass Wissensshows betont lustig sein wollen, ist "Gefragt Gejagt" ein klassisches Quiz - größtenteils ohne Promis, dafür mit einem unglaublich rasanten Spieltempo, einem spannenden Konzept und vor allem, und das ist wirklich so lobenswert, mit einem absolut anspruchsvollen Fragenkatalog, der nur ganz selten mal von einer "Nonsensfrage" durchbrochen wird.

Irgendwie scheint die Redaktion des nun neu erhältlichen Brettspiels zur Auffassung gekommen zu sein, dass man das Fragenniveau der Show nicht als Spiel verkaufen kann. Anders lässt sich der - übrigens auf Dauer zu geringe - Fragenkatalog dieser TV-Umsetzung nicht erklären. Er enthält nur sehr wenige "schwere" Fragen, dafür viele Fragen, die man mit gesundem Allgemeinwissen beantworten kann und - und das ist wirklich total daneben, wenn man die TV-Show zum Vorbild hat - recht viele Fragen auf RTL-Gewinnspielniveau. Beispiel gefällig? "Was produzieren Bienen? (A) Honig, (B) Nutella oder (C) Leberwurst?" - Das ist eine solcher Fragen, die echtes Fremdschämen verursacht. Fast schon paradox ist da die eh schon fragwürdige Spielregel, dass es keinen "echten" Jäger gibt, sondern die Redaktion auf den Karten - offenbar nach dem Zufallsprinzip - neben den Fragen vorgibt, welche der vier Jäger sie korrekt beantwort haben sollen. Also sorry, aber wer die TV-Vorbilder kennt, wird nicht verstehen können, warum z.B. ein Holger Waldenberger oder ein Sebastian Jacoby (allesamt deutsche Profiquizzer) ernsthaft daran glauben sollten, Bienen produzieren Leberwurst oder Baumkuchen gäbe es im Gartencenter...

Hier stellt sich die Frage nach der Zielgruppe: Hätte man den Schwierigkeitgrad der Fragen wenigstens nach "einfach", "mittel" und "schwer" sortiert, hätten sowohl Kinder als auch Erwachsene - getrennt nach ihrem Wissensstand - Spaß an dem Spiel haben können. So aber ergibt sich eine Mischung, die nicht nur an der Zielgruppe der Fernsehshow vorbeischießt, sondern auch immer wieder mal sowohl Kinder an zu schwierigen, als auch Erwachsene an zu leichten Fragen verzweifeln lässt... Das drückt den Spielspaß des ansonsten eigentlich sehr hübsch ausgestatteten Spiels dann doch. Schade auch, dass man sich bei den Regeln nicht noch näher am Original orientiert hat. Eine Gruppe gegen einen echten Jäger - das, was die TV-Show ausmacht - hätte man auch im Brettspiel verwirklichen können. Insbesondere hätte man auch auf den stets nötigen inaktiven Fragensteller verzichten können, hätte man die richtigen Antworten einfach auf die Kartenrückseiten gedruckt und dafür eine kleinere Schriftart für mehr Fragen pro Karte verwendet...

So hinterlässt das Brettspiel zur Erfolgsshow leider einen etwas schalen Beigeschmack. Es scheint, man habe sich in unnötigen Regeln verzettelt und dabei das Wichtigste, was "Gefragt Gejagt" ausmacht, außer Acht gelassen: Das Fragenniveau und die daran geknüpfte Zielgruppe, die sich als Käufer dieses Merchandisingprodukts am ehesten angesprochen fühlt. Die Tatsache, dass sich der Sieger am Ende über einen erspielten virtuellen Geldbetrag freuen soll, ist dabei noch am ehesten verzeihlich. Das ist natürlich immer eine Krux von TV-Umsetzungen, bei denen Kandidaten im Fernsehen um echtes Geld spielen. So vergebe ich insgesamt dann nur 5 Kultpunkte für eine bemühte, in den Details aber schwächelnde Quizshow-Adaption, die die Stammzuschauer mit den derzeit beiliegenden Fragen sicher enttäuschen wird, es sei denn, man sucht keine Herausforderung, sondern freut sich darüber, den Großteil der Fragen ohne Probleme beantworten zu können. Hier könnte der Verlag ja vielleicht noch eine Experten-Fragen-Edition nachschieben und am Zufallsprinzip der Jäger-Antworten in Runde 2 feilen; dann wäre ich als Fan der Show versöhnt... Geplant ist das aber nach derzeitigem Kenntnisstand (Dezember 2016) bislang leider nicht.

Hinweis zur Ausstattung: Rein optisch sehr gut (8 Punkte, abweichende Wertung in gelb), der Inhalt der Fragekarten und der Umfang des Fragenkatalogs drückt die Wertung jedoch auf Durchschnitt.
...
 
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      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
 

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