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Genre: Karten
Erscheinungsjahr:
2016
Verlag: 2F-Spiele  ..i..
Autor: Friedemann Friese
Grafik: Harald Lieske
Spieleranzahl: 3 bis 8
Alter: ab 7 Jahren
Spieldauer: ca. 15 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   

 

 
Futschikato
...

Kartenspieler aller Länder, vereinigt euch!

"Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!" - Halt! Nicht wegklicken! Ihr müsst euch jetzt hier keine Arbeiterkampflieder reinziehen, und das ist hier auch nicht der Blog der Bundeszentrale für politische Bildung. Ihr seid immer noch auf eurer Lieblings-Brettspielseite SPIELKULT.de...
 
 
Doch wer in "Futschikato" was reißen will, der muss sich - wie im richtigen Leben – auch schon mal mit seinen Mitspielern solidarisieren. Sonst bleibt man auf seiner Maloche seinen Karten sitzen, während die Großen schon ihre Sorgen los sind und faul in der Hängematte liegen…

 
So funktioniert's:
In der kleinen, grünen Schachtel stecken 90 Karten mit den Werten '2' bis '20'. Die kleinen Werte sind dabei allerdings weitaus häufiger anzutreffen als die hohen. So steckt die '2' als kleinster Wert gleich 16 Mal im Stapel und die '3' immerhin noch zwölf Mal. Je größer die Werte der Karten werden, desto seltener sind sie jedoch im Spiel anzutreffen. Einer '8' begegnet man daher beispielsweise nur fünfmal und eine '12' ist sogar nur noch zweimal vertreten. Ganz am Ende der Skala findet man dann nur noch Einzelkämpfer, denn die Werte '16' bis hoch zur '20' gibt es nur als Unikate im Deck.

 
Sobald jeder Spieler - abhängig von der Teilnehmerzahl - fünf oder sechs Karten auf die Hand bekommen hat, kann das Spiel auch schon losgehen. Der Spieler am Zug spielt immer eine beliebige Karte offen vor sich aus, zum Beispiel eine '6'. Anschließend spielt der nächste Spieler eine seiner Karten vor sich aus. Sollte diese Karte höher sein als bereits ausliegende Karten, so müssen die betroffenen Spieler ihre offen ausgespielten Karten auf den Ablagestapel werfen und sich eine neue Karte auf die Hand ziehen. Hätte also der zweite Spieler eine '8' gespielt, so müssten nun alle Spieler, die eine Karte mit einem Wert von '7' oder niedriger vor sich liegen haben, diese abwerfen und sich stattdessen eine neue Handkarte ziehen. Karten mit gleichen oder höheren Werten bleiben dagegen vor den Spielern liegen. In unserem Beispiel würden also alle Karten mit '8' oder höher auf dem Tisch bleiben. Liegt eine Karte zu Beginn des nächsten eigenen Zuges noch vor einem, so darf man diese nun abwerfen ohne eine Ersatzkarte ziehen zu müssen. Man hat sie sozusagen "durchgebracht". Nun hat man eine Handkarte weniger und ist dem Spielziel, alle Karten loszuwerden, ein Stück näher gekommen.

 
Bis hier her wäre das Spiel nun nichts wirklich Besonderes. Daher hat Autor Friedemann Friese seinem "Futschikato" auch noch einen kleinen Kniff verpasst. Spielt man nämlich eine Zahl, deren Wert schon vor einem oder mehreren Spielern auf dem Tisch liegt, werden diese addiert. Wird also beispielsweise eine '7' gespielt, während bereits eine weitere '7' auf dem Tisch liegt, so addieren sich diese Karten nun zu einem gemeinsamen Wert von 14. Alle offen ausgespielten Karten mit einem niedrigeren Wert als 14 müssten nun abgeworfen und durch neue Handkarten ersetzt werden. Für diese Aktion gibt es kein Limit. So können sich auch sechs ausgespielte '2er' zu einem Wert von 12 zusammentun. Gemeinsam ist man eben stärker. Netter Nebeneffekt einer solchen Gemeinschaftsanstrengung: hat ein Spieler seine "addierte" Karte durchgebracht, so dürfen alle anderen Spieler mit derselben Zahl diese auch - ohne Nachziehen - abwerfen. Im gerade genannten Fall dürften also alle sechs Spieler ihre ausgespielte '2' ersatzlos abwerfen, sobald der erste Spieler seine '2' durchgebracht hat.

 
Auf diese Art und Weise versuchen die Spieler, mal alleine und mal gemeinsam, ihre Handkarten durchzubringen und damit abzuwerfen. Sobald ein Spieler seine letzte offen liegende Karte durchgebracht hat, gewinnt er sofort, denn alle seine Karten sind "Futschikato"! [am]
 
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  PLUS:
PLUS:
schnell erklärt, schnell gespielt
am besten mit fünf
   oder mehr Spielern
nieder mit den Unterdrückern! Gemeinsam sind wir stark!
ENDE
  MINUS:
MINUS:
Verwaltungsaufwand durch ständiges Abwerfen
   und Ziehen macht das Spiel unübersichtlich ->
   besser: Geber moderiert!
in kleiner Besetzung zündet das
   gemeinsame Addieren selten
Karten müssen in der Hand gedreht werden,
   da Indizes nur auf einer Seite

leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
André: Ein kleines Kartenspiel für knapp unter 8 Euro? Im allseits bekannten Grün des 2F-Verlages? Von Autor Friedemann Friese? Spätestens jetzt habe ich ohne weiteres Zögern zugeschlagen. Die Mutter aller No-Brainer sozusagen. Der Name Friedemann Friese weiß in der Szene zu elektrisieren. Nicht alle Spiele aus seiner Feder sind unbedingt Spitzenklasse, aber jeder Titel macht aufs Neue neugierig, was das umtriebige Nordlicht mit den grünen Haaren denn nun wieder auf die Beine gestellt hat. Denn wie kaum ein zweiter überrascht Friedemann Friese in schöner Regelmäßigkeit die Spiele-Community mit neuen Ideen, ausgefallenen Mechanismen und ungewöhnlichen Marketing-Coups. Jetzt also mal wieder ein kleines Kartenspiel.
 
Die Regeln sind schnell erklärt und nicht wirklich kompliziert. Ich spiele eine beliebige Karte aus. Wurde nach mir eine höhere gespielt? Dann muss ich meine Karte abwerfen und nachziehen. Liegt meine Karte bei meinem nächsten Zug noch vor mir? Dann darf ich sie ersatzlos abwerfen und eine neue spielen. Dabei addieren sich gleiche Werte auf dem Tisch und schlagen so niedrigere. Eigentlich ganz easy. Trotzdem hat es in allen unseren Runden etwas gedauert, bis es bei allen Spielern am Tisch "klick" gemacht hat. Das mag vielleicht an dem schnellen Spielablauf liegen, der auch schon mal dazu neigt, chaotisch zu werden. Aber dazu später mehr.
 
War das Spielprinzip erst einmal verinnerlicht, nahmen unsere Partien zügig Fahrt auf. "Futschikato" ist ein schnelles Spiel und lebt hauptsächlich von der Spannung, ob man seine eigene Karte durchbringt, oder ob man es umgekehrt schafft, gemeinsam mit vielen niedrigen Karten eine hohe zu stoppen, bevor sie abgelegt werden darf und dessen Spieler dem Sieg einen Schritt näher ist. In großen Runden von fünf oder mehr Spielern macht das einen Riesenspaß, und es vergeht kaum eine Runde, in der nicht ein Spieler versucht mit einer kleinen Karte eine Revolution am Tisch anzuzetteln.
 
Hierin liegt allerdings auch das Manko, das "Futschikato" mit sich bringt. Sitzen viele Mitspieler am Tisch ist das Spiel klasse, denn mit mindestens fünf Teilnehmern können auch die kleinen Werte, von denen ja sehr viele im Stapel sind, eine große Karte schlagen. So können zum Beispiel fünf '2er' mühelos eine '9', und fünf '3er' sogar eine '14' vom Tisch nehmen. Theoretisch können sieben '3er' in Maximalbesetzung mit der '20' sogar die höchste Karte im Spiel schlagen. In kleiner Runde geht das alles nicht. Zu dritt sind die vielen '2er' im Spiel so gut wie wirkungslos, können sie doch (mit 2×'2') nur eine magere '3' übertreffen.
 
Nun besteht das Spiel aber zur Hälfte aus Karten mit den Werten '2', '3', '4' und '5'. Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr hoch dass man die ganze Partie über mit kleinen Karten bestreiten muss. Wenn diese aber weitestgehend unwirksam sind, weil sich zu wenig Spieler zusammentun können, läuft die Spielidee ins Leere und die Teilnehmer verspüren wenig Lust auf eine weitere Runde. So ist es auch in unseren kleinen Runden mit drei und vier Spielern häufiger vorgekommen, dass sich ein Spieler über den Verlauf der Partie beschwert hat, weil er nur kleine Werte auf die Hand bekommen hat und die hohen Werte schlicht und ergreifend zu dominant waren.
 
Ganz anders verlaufen da die Runden in voller Besetzung. Da wird gehofft, gejubelt, geflucht und gezittert, ob es eine angespielte '3' wirklich schafft: "3 ... 6 ... 9 ... nur noch drei weitere … ach Mist, Verena hat keine '3' ... 12 ... Ingo auch nicht ... 15! Jawoll!" Und schon muss Carsten seine '14' abwerfen. Der kontert sofort mit einer '17'. Ob die hält? Vor '2ern' muss er keine Angst haben, außerdem wollen die anderen ja auch mal ihre hohen Karten loswerden. Die Solidarität hält also meist nur bis zur nächsten Karte. Jetzt spielt Jürgen eine '11', und schon wird es wieder brenzlig. '11er' sind vier Mal im Spiel, und spielt noch jemand eine, ist die '17' Geschichte …
 
Wenn viele mitmachen, ist "Futschikato" packend und bleibt doch dabei ein lockeres, schnell gespieltes Spiel. Gerade Einsteigerrungen müssen dabei aber aufpassen, dass der Spielablauf nicht zu chaotisch wird. Dadurch, dass ein Spielzug ja "nur" aus dem Ausspielen einer Karte und dem unmittelbar folgenden Abwerfen kleinerer Werte besteht, sind die einzelnen Spielzüge in Sekundenschnelle absolviert und der Nächste ist am Zug. Dabei herrscht am Tisch - gerade bei vielen Spielern - nach jedem Zug ein fröhliches Durcheinander von Leuten, die abwerfen und nachziehen müssen. Wenn nicht wenigstens ein Spieler den Überblick behält, kann das schon mal etwas chaotisch werden; vor allem, wenn der nächste Spieler schon seine Karte ausspielt während noch nicht alle "geschlagenen" Karten abgeworfen wurden. Ingo hat eine '7' vor sich liegen und Carsten spielt eine '12'. Während alle Mitspieler mit niedrigeren Karten damit beschäftigt sind, ihre Karten abzuwerfen und nachzuziehen, spielt Dän seinerseits schon eine '7' aus weil er gemeinsam mit der '7' von Ingo Carstens '12' schlagen möchte. Dabei muss Ingos '7' aber noch abgeworfen werden, weil sie niedriger ist als die '12' …
 
Gerade mit vielen Teilnehmern empfiehlt es sich, dass ein Spieler am Tisch die Aufgabe bekommt, den Überblick zu behalten, geschlagene Karten im Zweifel anzusagen und die nachzuziehenden Karten auszugeben. Ähnlich eines Spielleiters oder eines Dealers am Pokertisch. In Runden mit „Futschikato“-Neulingen sollte das sinnvollerweise der Erklärbär sein. Nachher kann dieses Amt dann auch mit dem Kartengeber weitergegeben werden. Wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ein Spielleiter das Chaos in geregelte Bahnen lenkt und der Spielspaß für alle dann umso größer ist.
 
Auf den Punkt gebracht: "Futschikato" ist ein schönes, flottes Kartenspiel in der "Bier-und-Brezel"-Kategorie, das Ablegespiele um eine neue Facette bereichert. Die Grafik der Karten ist - trotz ihrer abstrakten Schlichtheit – ansprechend; allerdings verstehe ich nicht, warum die kleinen Indizes nur auf einer Seite der Karten angebracht wurden. So muss man Handkarten, die man verkehrt herum zieht, erst in der Hand umdrehen.
 
In großen Runden ab mindestens fünf Spielern fängt es an, richtig Spaß zu machen. Der "Sweet Spot" liegt eindeutig bei voller Besetzung mit acht Spielern. Mit vier oder weniger Spielern würde ich es dagegen nur auf den Tisch bringen, wenn gerade kein anderes Spiel in Reichweite ist.
..
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
 

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