Genre: Strategie
Erscheinungsjahr: 2006 (Orignal 2000, alea) Verlag: Pro Ludo
..i.. Autoren: Wolfgang Kramer,
Jens Christopher Ulrich Spieleranzahl: 2-5 Spieler Alter: ab 12 Jahren Spieldauer: ca. 90 Min.
Einstiegslevel:
Glück
Taktik
leer
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Die
Fürsten von Florenz
Geld, Gaukler
und Gelehrte Italien, 16.
Jahrhundert: In der Blütezeit der Renaissance sind die Adels-
Familien darauf aus, möglichst viel Ruhm und Ansehen zu
erlangen.
6 Jahre nach der Ersterscheinung im Jahr
2000 bei alea kehrte der beliebte Klassiker
im Jahr 2006 dank ProLudo zurück. Die
Neuauflage bietet neben einem neuen Design
zwei Erweiterungen sowie Regeln für 2
Spieler.
Die Spieler schlüpfen in die Rolle
verschiedener Adelsfamilienoberhäupter und
müssen ihren Hof ausbauen, um anschließend
Künstler und Wissenschaftler zu sich zu
holen. Denn nur diese können die Werke
vollbringen, die einen Spieler zum Sieg
führen.
Personenkarten
Ein fast vollständig bebauter Hof
So funktioniert's:
Zu Beginn erhält jeder Spieler 3
Personenkarten sowie 3500 Florin Startgeld.
Das Spiel besteht aus 7 Runden. Eine Runde
gliedert sich in die Phasen A und B.
Phase A - Versteigerung:
Es gibt 7 verschiedene Objekte, die in Phase
A versteigert werden können. Der
Startspieler wählt eines der Objekte aus,
auf welches anschließend geboten wird. Die
Spieler erhöhen das Gebot reihum so lange,
bis der vorletzte Spieler gepasst hat. Der
Gewinner erhält das entsprechende Objekt,
für ihn ist Phase A nun beendet.
Der
Startspieler (oder sein linker Nachbar,
falls der Startspieler die erste Auktion
gewonnen hat) wählt nun ein neues Objekt,
auf das die Spieler bieten. Hierbei ist zu
beachten, dass in jeder Phase A jedes Objekt
nur einmal versteigert werden darf. Es gibt
so viele Auktionen, wie Spieler teilnehmen.
In der letzten Auktion kann sich der einzige
beteiligte Spieler eines der übrigen Objekte
für das Startgebot kaufen.
Folgende 7 Objekte werden versteigert:
-Park/See/Wald: Die Plättchen werden sofort
auf den eigenen Hof gelegt. Sie erhöhen die
Werkzahl für die passenden Personen um 3.
-Gaukler: Jeder Gaukler erhöht die Werkzahl
für jede Person um 2.
-Baumeister: Er bringt verschiedene Vorteile
für das Bauen in Phase B.
-Prestigekarte: Sie bringt Siegpunkte am
Spielende für bestimmte, erfüllte
Bedingungen. Der Spieler zieht die obersten
5 Karten vom Stapel und sucht sich eine
Karte aus.
-Abwerbekarte: Mit dieser Karte kann man
eine Personenkarte, die ein anderer Spieler
bereits ausgespielt hat, auf die Hand
nehmen.
Der Spieler will ein Werk mit der rechten
Personenkarte vollbringen.
Die
sechs Charakterkarten kommen mit der Erweiterung
hinzu.
Phase B - Aktionen:
Phase B wird reihum, beginnend beim
Startspieler, für jeden Spieler einzeln
abgehandelt. Jeder Spieler hat zwei Aktionen
zur Verfügung.
Diese Aktionen gibt es (in den Klammer
stehen die Kosten und mögliche Anzahl der
Aktion):
-Personenkarte kaufen (300 Florin, 1x)
Der Spieler zieht die obersten 5 Karten vom
Personenstapel und sucht sich eine Karte
aus. Die restlichen Karten werden wieder
unter den Stapel geschoben.
-Eine Freiheit erwerben (300 Florin, 1x)
Es gibt 3 verschiedene Freiheiten (Religion,
Reise & Meinung), welche nach dem Erwerb auf
dem eigenen Tableau abgelegt werden. Eine
Freiheit erhöht bei den passenden Personen
die Werkzahl um 3.
-Eine Bonuskarte kaufen (300 Florin, 2x)
Der Spieler zieht die obersten 5 Bonuskarten
vom Stapel und sucht sich anschließend eine
aus. Bonuskarten können mit einer
Personenkarte zusammen ausgespielt werden,
um die Werkzahl zu erhöhen.
-Ein Gebäude bauen (700 Florin, 2x)
Der Spieler wählt ein Gebäude und legt es
anschließend auf seinen Hof, hierbei ist zu
beachten, dass sich Gebäude an ihren Seiten
niemals berühren dürfen. Nur die
Landschaftsplättchen (Park-, See- und
Wald-Plättchen) dürfen direkt an Gebäude
angrenzen. Ein Gebäude bringt dem Spieler,
der es errichtet hat, sofort 3
Prestigepunkte ein.
Besitzt ein Spieler 1, 2
oder 3 Baumeister, so hat dies folgende
Auswirkungen:
1. Baumeister: Das Errichten eines Gebäudes
kostet ab sofort nur noch 300 Florin
2. Baumeister: Die Bauregel darf ab sofort
vernachlässigt werden (Gebäude dürfen sich
nun auch an den Seiten berühren)
3. Baumeister: Das Errichten eines Gebäudes
ist ab sofort kostenlos.
Des Weiteren bringt das Ersteigern eines
zweiten und dritten Baumeisters dem
entsprechenden Spieler sofort 3
Prestigepunkte ein.
Beim kooperativen Bauen werden die Rückseiten der
Tableaus so aneinander gelegt, dass die Höfe
aneinander grenzen.
Tipp:
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Erklärvideos!
-Ein Werk vollbringen (keine Kosten, 2x)
Der Spieler legt eine Personenkarte von
seiner Hand vor sich aus und errechnet nun
seine Werkzahl. Auf jeder Karte ist eine
bestimmte Kombination aus einem Gebäude,
einem Landschaftsplättchen und einer
Freiheit abgebildet.
Die Werkzahl errechnet
sich folgendermaßen:
-Hat der Spieler das entsprechende Gebäude
gebaut, erhöht sich die Werkzahl um 4.
-Besitzt der Spieler die entsprechende
Freiheit, oder das passende
Landschaftsplättchen, erhöht sich die
Werkzahl jeweils um 3.
-Jeder Gaukler erhöht die Werkzahl um 2.
-Jede eigene Personen- und Abwerbekarte
erhöht die Werkzahl um 1 (hierzu zählen
sowohl die Handkarten, als auch die bereits
ausgelegten Karten)
-Wenn der Spieler eine Bonuskarte zusammen
mit der Personenkarte ausspielt, erhöht sich
die Werkzahl um einen bestimmten Wert.
In jeder Runde gibt es eine Mindestwerkzahl,
also eine Angabe, wie viele Punkte das Werk
mindestens wert sein muss, damit es
überhaupt ausgespielt werden darf. Dieser
Wert erhöht sich mit jeder Runde.
Ausgespielte Personenkarten bleiben bis zum
Spielende vor den Spielern liegen.
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Nachdem der Spieler seine Werkzahl mit
seinem Marker auf der Punkteleiste markiert
hat, wird die Werkzahl nun von der Bank
ausbezahlt. Jeder Punkt ist hierbei 100
Florin wert. Allerdings kann der Spieler
gleich eine gewisse Anzahl an Florin in
Prestigepunkte eintauschen, hierbei
entsprechen 200 Florin einem Prestigepunkt.
(Beispiel: Die Werkzahl beträgt 19. Dem
Spieler stehen somit 1900 Florin zur
Verfügung. Er entscheidet sich für 900
Florin und 5 Prestigepunkte)
Am Ende einer Runde erhält der Spieler, der
in dieser Runde das wertvollste Werk
vollbracht hat, 3 zusätzliche
Prestigepunkte.
Jederzeit während des Spiels kann ein
Spieler seine bereits erreichten
Prestigepunkte in Florin eintauschen.
Hierbei geht er mit seiner Figur auf der
Leiste entsprechend viele Felder rückwärts
und erhält für jeden Schritt 100 Florin.
Wer nach der 7. Runde die meisten
Prestigepunkte besitzt, ist der Gewinner.
Erweiterung 1: Prinzessin und Muse
Es kommen 6 neue Charakterkarten hinzu, für
die nun eine neue Phase ins Spiel kommt,
Phase A2. In dieser Phase können die Spieler
reihum ein Gebot für eine Charakterkarte
nach folgendem Prinzip abgeben: Jede
Charakterkarte zeigt Felder von 3 bis 15,
was 300 bis 1500 Florin entspricht
(Ausnahme: Bankier, dieser zeigt nur die
Felder 0 bis 6). Reihum setzten die Spieler
ihren Marker auf ein beliebiges Feld einer
Charakterkarte und geben somit ein Gebot ab.
Wird ein Spieler überboten, so erhält er
seinen Marker sofort zurück und kann ihn
beim nächsten Mal auf eine andere oder die
gleiche Charakterkarte setzen. Kommt ein
Spieler an die Reihe und sein Marker liegt
noch immer auf einer Karte (sprich: er wurde
nach einem Durchgang von niemandem
überboten), so bezahlt er sein Gebot und
erhält die Karte. Dies geht so lange, bis
alle Spieler eine Charakterkarte erworben,
oder gepasst haben. Eine Charakterkarte kann
nur eine Runde lang behalten werden.
Spätestens zur nächsten A2-Phase muss sie
wieder in die Tischmitte gelegt werden.
Die Charaktere (Kardinal, Prinzessin,
Kaufmann, Professor, Bankier) bringen dabei
unterschiedliche Vorteile (Geldvorteil,
zusätzliche Aktionen, Prestigepunkte etc.).
Spielt man mit dieser Erweiterungen, so ist
es nicht mehr erlaubt, bereits erlangte
Prestigepunkte in Florin einzutauschen.
Erweiterung 2: Kooperativ bauen
Die Spieler benutzen die Rückseite der Tableaus
und legen diese so aneinander, dass alle Höfe
aneinandergrenzen. Will ein Spieler nun ein
Gebäude errichten, so kann er auch seinen beiden
Nachbarn anbieten, das Gebäude
grenzüberschreitend zu bauen. Der finanzielle
Beitrag des Mitspielers wird ausgehandelt. Wurde
ein Gebäude grenzüberschreitend gebaut, so
erhalten beide Spieler alle Vorteile dieses
Gebäudes.
Regeln für 2 Spieler:
Das Startgeld wird verringert, der Grundpreis
bei den Versteigerungen wird erhöht. Des
Weiteren werden die Landschaftsplättchen bei der
Versteigerung nun wie ein Objekt behandelt. Man
bietet als auf die Landschaftsplättchen
allgemein. Wer die Auktion gewinnt, hat nun die
Wahl, oder einen Park, einen See oder Wald bauen
möchte. Außerdem stehen den Spielern insgesamt
nur 5 Freiheiten zur Verfügung, als 2
verschiedene Freiheiten jeweils zweimal und die
dritte nur einmal.
PLUS:
PLUS:
gutes
Spielprinzip
Erweiterungen sorgen
für mehr Abwechslung
ENDE
MINUS:
MINUS:
Materialdesign aus funktioneller
Sicht nicht optimal
überflüssige 2-Spieler-Regel
PUNKTE-CHECK:
SPIELIDEE
Originalität, Regeln
AUSSTATTUNG
Material, Umfang
SPIELABLAUF
Mechanik, Einfluss
Chris: "Die Fürsten von Florenz"
erschien bereits im Jahr 2000 bei "alea".
Für diejenigen, die das "Original" bereits
kennen, möchte ich erst einmal die
Unterschiede der beiden Auflagen betrachten.
Da wäre zunächst das neue Design: Das Spiel
sieht jetzt eindeutig schöner aus,
allerdings ist das neue Design
spieltechnisch keine Verbesserung, im
Gegenteil: Die Funktionalität musste leider
darunter leiden: Die Schrift ist schlecht
lesbar, im Schachteleinsatz finden die
Gebäude keinen Platz und bei den
Personenkarten verdeckt beispielsweise die
Zahl "3" das Symbol, um nur einige
Kritikpunkte zu nennen.
Die Erweiterung
"Prinzessin und Muse" halte ich dann jedoch
für eine große Bereicherung für das Spiel.
Die verschiedenen Eigenschaften der
Charaktere und der Bietmechanismus machen
den Ablauf abwechslungsreicher und
interessanter. Einziges Manko ist auch hier
wieder die Schrift auf den Karten. Zu Beginn
des Spiels muss man sich jede Runde die
Karten genau ansehen, um sicherzugehen, dass
man nicht auf die falsche Karte bietet. Eine
deutlichere Kennzeichnung wäre absolut
wünschenswert gewesen.
Die zweite Variante
ist in meinen Augen nicht so gut wie die
erste, aber trotzdem interessant: Die
Grenzen zu den beiden Nachbarn sind schnell
zugebaut, was dazu führt, dass das
kooperative Bauen keinen so maßgeblichen
Einfluss auf das Spiel hat wie die
Charakterkarten. Die Regeln für 2 Spieler
sollte man eigentlich ignorieren. Trotz
kleiner Regeländerungen funktioniert das
Spiel zu zweit nach wie vor kaum, was
hauptsächlich an der witzlosen
Versteigerungsphase liegt.
Betrachte ich das Spiel im Gesamten, so muss
ich sagen, dass das Spiel zweifelsfrei sehr
gut ist - allerdings bekommt es von mir
keine Bestwertung. Vielleicht liegt es
daran, dass ich auch anspruchsvolle Spiele
sehr gerne aus dem Bauch heraus spiele. Hat
man in seiner Spielrunde jedoch einen
"Rechner", der seine kompletten Züge schon
nach Runde 2 oder 3 geplant hat (und das ist
bei diesem Spiel wirklich nichts
besonderes), hat man mit der intuitiven
Spielweise kaum Chancen auf Sieg.
Bei der
Spielanzahl kann ich nur das Maximum
empfehlen. Erst hier entbrennt ein richtiger
Kampf um die sehr knappen Personenkarten und
auch die Abwerbekarten werden erst hier
wirklich reizvoll.
Sind
die Grundvoraussetzungen jedoch gegeben,
erhält man mit den "Fürsten von Florenz" ein
sehr gutes Strategie- und Aufbauspiel. Ich
vergebe insgesamt 8 Punkte.