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Spiel-Fakten:

FamilieStrategie & AufbauWissen & RatenParty & KommunikationLogik & Kombination
KinderKarten
Würfel & GlückAktion & GeschicklichkeitLernen

Genre: Kommunikation
Erscheinungsjahr:
2011
Verlag:
Aktuell-Spiele-Verlag  ..i..
Autoren: Henri Guttmann, Uschi und Franz Scholles
Spieleranzahl: Familien (Eltern und Kinder)
Alter: ab 6 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Initiative 

leer
     
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Familiengeflüster
 
Wünsch dir was!
Dieses Kommunikationsspiel bringt Familien zum Reden. Jeder darf hier spielerisch Wünsche äußern - egal, ob die Kinder oder die Eltern.
 

     

So funktioniert's:
Die beiliegenden Karten werden sortiert nach "Elterngeflüster", "Kindergeflüster", "Bestimmer", "Familienbande", "Glück", "Pech", "Nachtisch", "Pause" und "Päckchen". Die Kinder bzw. das Kind erhalten/erhält den Kartenstapel mit dem "Kindergeflüster", während der „Elterngeflüster“-Stapel an die Eltern geht.


Die "Kindergeflüster"-Karten
   
Die "Elterngeflüster"-Karten
   

Der aktive Spieler würfelt als erster mit dem Farbwürfel. Mit dieser Farbe kann er sich nun aus dem ihm zugehörigen Kartenstapel (Eltern  oder Kinder) die Karten heraussuchen, deren Rückseite ein Paar Stiefel (bzw. Liegestühle) in der gewürfelten Farbe zeigt. 7 Karten gibt es für jede Farbe. Eine dieser Karten wählt der Spieler aus, nimmt einen Sticker und beschriftet ihn mit den fehlenden Angaben, z.B. Ort, Zeit und Person, mit dem das "Gewünschte", das die Karte vorgibt, ausgeführt werden soll. Wie wäre es also mit einem Ausflug in die Eisdiele mit Oma am Montag? Allerdings muss die natürlich auch mitspielen...


Mal gibt's Aufgaben, die man selber erfüllen muss - mal werden sie von anderen Spielern erfüllt.

Der "Wünscher" gibt nun die Karte an denjenigen weiter, der den Wunsch erfüllen soll, den "Bestimmer". Der liest den Kartentext laut vor und sucht sich aus den Luftballonkarten eine Karte der erwürfelten Farbe aus. Beide Karten gehen nun zurück an den Wünscher, der nun seinerseits die Antwort des Bestimmers vorliest.

Nun dürfen alle einschätzen, wie sie die Antwort des Bestimmers finden.  Die Faust wird geschwungen und bei "1, 2, 3" wird der Daumen in die entsprechende Richtung gereckt - nach oben heißt "toll";  bei einer nicht so guten Antwort bleibt der Daumen wo er ist. Neigt sich nun mindestens die Hälfte der Daumen nach oben, erhält der Bestimmer eine Belohnungskarte, die bei Kindern als "Päckchen" und bei den Erwachsenen als "Pause" gekennzeichnet ist.


Mit dem Finger müssen ein Symbol auf den Rücken eines Mitspielers gemalt werden.

Nun ist wieder der Wünscher, also der aktive Spieler, an der Reihe. Er hat die Antwortkarte mit den Luftballons zurück erhalten und darf nun die "Malrunde" durchführen. Dazu zeichnet er das Motiv auf der Ballonkarte mit seinem Finger auf den Rücken seines linken Nachbarn. Dieser wiederum malt das erkannte Symbol auf ein Blatt Papier. Und? Haben beide gut miteinander gearbeitet? Wurde das Motiv erkannt, erhält der Fühler eine Karte "Nachtisch" zur Belohnung und der Maler darf sich die oberste "Glückskarte" ziehen. Wurde die Zeichnung nicht erkannt, erhält der Fühler nichts und der Zeichner muss eine "Pechkarte" (eine zu erfüllende Aufgabe) nehmen.


Der Fahnenhalter
   

Nun besitzt der "Wünscher" also schon drei Karten, die er dann an seinen Fahnenhalter steckt. Als nächstes nimmt sich der Spieler die Familienbande-Karten, die er gemütlich durchsucht, während nun der nächste Spieler zum aktiven Spieler wird.  Beim erneuten Wechsel geht der Stapel an den nächsten Spieler.

Waren alle Spieler einmal "Wünscher" und haben sich alle Spieler eine Familienbande-Karte ausgesucht, wird die "Familienbanden"-Runde gespielt. Alle lesen der Reihe nach ihre Karten vor und legen sie in die Tischmitte. Jeder wählt nun im Stillen seinen Favoriten (außer den eigenen Vorschlag). Beim Aussprechen des Satzes "Der allerbeste Vorschlag ist…" schwenken sie ihren Zeigefinger durch die Luft und zeigen dann gleichzeitig auf ihren Favoriten.

   

Der Vorschlag mit den meisten Stimmen wird die nächste Zeit zum "Schlagwort" und gehört vielleicht ans schwarze Brett - oder eine andere gut sichtbare Stelle. Damit endet das Spiel und alle legen ihre Fahnenhalter mit ihren Wünschen und Aufgaben an gut sichtbare Positionen. Wurden alle Karten im Laufe einer verabredeten Zeit (zum Beispiel eine Woche oder ein Monat) eingelöst, findet die nächste Spielrunde statt. [go]

Vielen Dank an den Aktuell-Spiele-Verlag für ein Rezensionsexemplar!

 
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    Checkpoint
Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
fördert die Kommunikation
hier gibt es letztlich nur Gewinner
eignet sich zu Therapiezwecken
ENDE
  MINUS:
MINUS:
erinnert nur begrenzt an ein echtes "Spiel"
setzt eine entsprechende soziale Kompetenz
   voraus, was die Zielgruppe einschränkt
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     

Gabi:  Da hat man's mal wieder - irgendwie behaupten alle immerzu, sie kämen zu kurz. Immer nur werden die Wünsche der Anderen erfüllt und man selbst bleibt auf der Strecke. Doch ist dem wirklich so? Oder entwickelt man dieses Gefühl manchmal auch zu Unrecht? Das zu ergründen fällt oft nicht leicht. Mit "Familiengeflüster" hat man nun die Möglichkeit, zu schlichten und innerhalb der Familie Gespräche zu führen - nicht mit dem Satz "Wir müssen jetzt darüber reden!", sondern mit einem Spiel.

In der kleinen Verpackung sind Ideen enthalten, wie man einander Zeit widmen kann. Das Regelwerk sorgt dafür, dass jedes Familienmitglied gleichermaßen "ausführt" und "erhält". Drei Dinge müssen jedoch vorab geklärt werden, da die Anleitung sie nicht beantwortet. Erstens sollte in einer Runde jeder nicht mehr als einmal Wünsche erfüllen müssen. Sonst kommt es dazu, dass Oma dann mit allen drei Kindern Eis essen geht (wobei das allerdings trotzdem eine Idee wäre...) und die Kind die ganze Zeit nur absahnen, was auf Dauer ein wenig kontraproduktiv wäre.

Zweitens sollten große Wünsche auch auf eine Zeitbegrenzung hin bearbeitet werden. Manche teuren Wünsche neigen stark zu steten Wiederholungen, wobei hier anzumerken ist, dass auch ein leider nicht deutliches "Nein" trotz der dann nicht erhaltenen Belohnung erlaubt und sinnvoll sein könnte. Da beide, sowohl Wünscher als auch Erfüller (Bestimmer), keine Belohnung erhalten, sollte hier ein Anreiz geschaffen werden, auch mal über die Wunschqualität zu reden. Bauchschmerzen sollten die zu erfüllenden Wünsche niemandem machen, oder? Vergnügungsparkbesuche sind halt in vielen Familien nur begrenzt finanzierbar und auch Haustiere sind nur eingeschränkt als Wunsch tauglich - das müssen auch Kinder zu verstehen lernen! Grundlegende Familienregeln dürfen also nicht abrupt eingerissen werden, allerdings findet man ja vielleicht im Gespräch einen gemeinsamen Kompromiss.

Drittens muss fair gespielt werden. Auch wenn Kinder im Allgemeinen zu einer erstaunlichen Fairness im Spiel neigen, sollte trotzdem noch einmal darauf hingewiesen werden. Gespräch ist halt für vieles gut und lässt sich im Spiel oft einfach generieren. Was gefällt, was ist gut in unserer Familie, was könnten wir ändern, wie machen wir das? Aber ist das dann noch ein Spiel oder schon eher Familientherapie? Ich glaube, die Übergänge sind fließend. Und seien wir doch mal ehrlich, lernen wir nicht bei jedem Spiel ein wenig? Auch über uns und die anderen? Das zu nutzen, kann als Chance betrachtet werden.

Das Material ist ansprechend gestaltet und lässt durch die Verwendung der Aufkleber noch Raum für eigene Ideen, wobei beschichtete Karten und Folienschreiber auf Dauer günstiger gewesen wären. Die Nutzung der Fahnen als "Erinnerung" ist eine originelle Idee, allerdings hätte ein kleiner Fahnenständer dem Ganzen noch ein wenig Perfektion gebracht.

Nichts desto trotz macht es Spaß. Die Malrunden fördern Zusammenarbeit und Wahrnehmung. Das gemütliche Aussuchen der Familienbande verhindert Wartezeiten. Das ganze Spiel fühlt sich rund an - und das ist bei einer solchen Spielidee gar nicht so einfach. Allerdings kommen Wiederholungsrunden nur dann zustande, wenn sich die Eltern bereits im Vorfeld die Anleitung durchlesen und das Spiel mit Überzeugung vermitteln können. Kinder, denen sowieso schon jeder Wunsch von den quengelnden Lippen abgelesen wird, werden dann trotzdem vermutlich nur wenig Freude beim Spiel empfinden. Altersmäßig sollten die Kinder übrigens schon sicher lesen können (ab ca. 8 Jahren), damit das Aussuchen der Karten nicht zu lange dauert, sonst zieht sich der Ablauf dann doch in die Länge.

Und so kann ich das pädagogisch und familientherapeutisch wertvolle Spiel all jenen empfehlen, die gemeinsam mit ihrer Familie lernen und sich vielleicht auch selbst bzw. gegenseitig neu kennenlernen zu wollen.

Hinweis zum Kultfaktor: Als Familientherapie gute 7 Punkte; als reines "Spiel", wenn es als solches erwartet wird, ist der Wiederholungswunsch bei vielen Teilnehmern auf Dauer nur durchschnittlich groß.
 

 
   KULT-FAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
     
 
     

Ingo: Familientherapie für den Hausgebrauch - diesen Eindruck hinterlässt "Familiengeflüster" auf den ersten Blick. Das ist aber keineswegs negativ zu sehen. Das Spiel ist pädagogisch wertvoll und kann Eltern und Kinder tatsächlich näher zusammen bringen - sowohl über die Aussprache von Wünschen als auch "körperlich" über die Malrunde.

Der einzige Haken ist dabei für mich, neben den von Gabi bereits angesprochenen manchmal nicht  erfüllbaren Wünschen, die Zielgruppe. Wer dieses Spiel aus eigenem Antrieb kauft, der hat es oftmals gar nicht so dringend nötig, denn in so einer Runde hat man sich bereits Gedanken gemacht; hier funktioniert "Familie" doch meist recht gut - trotzdem kann das Spiel zumindest neue Impulse setzen - und vielleicht sogar Wünsche offenlegen, die man vorher nie so bewusst wahrgenommen hat.

Familien, die dieses Spiel aber weitaus dringender benötigen würden (weil einfach zu selten miteinander gesprochen wird), gehören wiederum weitaus weniger zu der Gruppe, die sich so ein Spiel aus eigener Motivation zulegen würden. Noch schwieriger ist es (übrigens auch schon in unproblematischen Verhältnissen), überhaupt alle Familienmitglieder an einen Tisch zu bekommen. Wünschenswert wäre es sicher - die Realität ist dann doch oft ein andere.

Eine gewisse Sozialkompetenz und auch ein wenig pädagogisches Geschick sind somit eine Grundvoraussetzung, damit "Familiengeflüster" auch ohne professionellen Antrieb seinen Zweck erfüllt und nicht nach dem ersten Spiel schon wieder in der Ecke landet, was schade wäre. Die Bestimmung einer Zielgruppe (außerhalb dem wirklich zu empfehlenden Einsatz zu professionellen Therapie-Zwecken) ist daher ein wenig schwierig; rein vom pädagogischen Standpunkt aus ist ein Kauf dieses kleinen Spiels (evtl. mit einigen individuellen Anpassungen) für viele Familien auf jeden Fall ratsam - ob es dann dort allerdings immer gleichermaßen gut funktioniert,
muss jeder für sich selbst abschätzen - oder es einfach einmal ausprobieren.

Hinweis zum Kultfaktor: Für therapeutische Zwecke "gut", 7 Punkte. In Familien, die dieses Spiel privat kaufen, ist der Spielreiz hingegen von vielen Faktoren abhängig und lässt für mich sich nicht in Form einer Gesamtnote bestimmen.
 

 
   KULT-FAKTOR
      Zweitmeinung
 
Ende
 

 NO.1   Dieses Spiel wurde in der Datenbank Luding.org als erstes von SPIELKULT.de getestet!

 

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