Genre: Familie / Taktik
Erscheinungsjahr: 2010 Verlag: Quines Games /
Huch & friends
..i.. Autor: Günter Burkhardt Spieleranzahl: 3 bis 5 Alter: ab 8 Jahren Spieldauer: 45- 60 Min.
Einstiegslevel:
Glück
Taktik
leer
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Chocolatl
Opfer für die
Götter Der Aztekengott
Quetzalcóatl, kurz Chocolatl, wacht über die Kakaofrucht.
Die Spieler müssen ihre Handkarten geschickt einsetzen, um zu
siegen.
Die Spieler
leben im Land der Azteken. Sie bauen den wertvollen
Kakao an und ernten ihn. Dann bauen sie mit an der
großen Pyramide. An insgesamt sechs Stationen können
Punkte erwirtschaftet werden. Der Spieler, der dem
Schokoladen-Gott Quetzalquatl schließlich das
wertvollste Opfer bringt, gewinnt das Spiel.
Der schön
illustrierte Spielplan ist unterteilt in einzelne
"Stationen".
Jeder Spieler besitzt ein Kartenset mit den Zahlen von 0
bis 12.
So
funktioniert's: Der Spielplan wird gut erreichbar in der Tischmitte
platziert. Die 12 Aufbesserungskarten werden anhand der
Rückseiten getrennt gemischt und als zwei verdeckte
Stapel auf den Kartenfeldern 6 und 3 platziert.
Jeder
Spieler erhält eine Übersichtstafel ein Kakao-Karten-Set
(0-12), einen runden Siegpunktmarker und 9
Markierungssteine in seiner Spielerfarbe.
Zunächst
erbringen die Spieler ein "Opfer für die Götter".
Dazu legt jeder Spieler eine seiner Kakao-Karten in die
Mitte des Tempels. Die Karten verbleiben dort bis zum
Spielende und werden dann als Siegpunkte angerechnet.
Zusätzlich erhält der Spieler, dessen Karte den höchsten
"Opferwert" zeigt, 3 Bonuspunkte als Dank.
Das Spiel
verläuft über max. 7 Runden, in denen immer alle 6
Stationen abgearbeitet werden. Je Runde legen die
Spieler 2 ihrer Kakao-Karten passend an die
Übersichtstafel an.
Das Spiel
beginnt. Jede Runde wird wie folgt vorbereitet:
A: Die 3 weißen Würfeln („Ernte“) werden geworfen und
auf die drei Felder zwischen Station 1 und Station 2
gesetzt.
B: Ein schwarzer Würfel wird geworfen und auf das
Brunnenfeld der Station 3 in die Spielplanmitte gelegt.
C: Der weißen Rundenmarker wird auf das erste Feld der
Station 5 gelegt.
D: Die jeweils oberste Karte des Aufbesserungsstapels
wird aufdeckt.
Auf dem Übersichtsstreifen
sind alle sechs Stationen in Kurzform erklärt.
Bietphase:
Jetzt bieten die Spieler, d.h. sie legen 2 Karten ihres
Sets ab. Dabei müssen Regeln eingehalten werden, die von
dem Siegpunktmarker bestimmt werden, dessen Spieler
gerade auf der Siegpunktleiste am weitesten vorne liegt:
- Goldenes
Feld: Es wird für jede der sechs Stationen einzeln
geboten, d.h. alle Spieler wählen aus ihren Handkarten
zwei Karten aus und legen sie verdeckt zur Station 1.
Haben alle Spieler die Karten abgelegt, werden sie
gemeinsam aufgedeckt und ausgewertet. Dann wird bei
allen nachfolgenden Stationen ebenso verfahren.
- Rotes
Feld: Alle Spieler teilen Ihre sämtlichen Handkarten den
verschiedenen Stationen zu (je 2). Diese werden nach und
nach aufgedeckt und gewertet.
- Grünes
Feld: Alle Spieler teilen sämtlichen Stationen nur eine
Karte zu. Diese werden anschließend aufgedeckt. Erst
danach folgt die Ablage der zweiten Karte.
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Und dies
sind die einzelnen Stationen:
Station 1
(Chocolatl):
Der Spieler mit dem höchsten Gebot erhält die
Chocolatl-Figur. Damit bekommt er sofort einen
Siegpunkt. Solange die Figur vor einem Spieler steht,
gewinnt dessen aktueller Besitzer jeden Gleichstand!
Der Spieler
mit dem niedrigsten Gebot erhalt die Figur „Alter Mann“.
Damit erhält er an der Station 1 einen Bonuspunkt beim
Bieten, muss aber an allen weiteren Stationen der Runde
jeweils einen Punkt von seinen Geboten abziehen!
Bei
Gleichstand ohne Figurbesitz gewinnt der Spieler, dessen
Siegpunktemarker auf der Leiste weiter hinten steht.
An Station 1
werden die "Chocolatl"-Figur und die Figur des "alten
Mannes" ausgespielt.
Bei der
Kakaoernte an Station 2 gewinnt der Höchstbietende
die Punkte des Würfels mit der höchsten Augenzahl.
Station 2 (Kakao-Ernte):
Der Spieler mit dem höchsten Gebot erhält so
viele Siegpunkte, wie der Würfel mit der
höchsten Augenzahl anzeigt. Er setzt seinen
Siegpunktemarker weiter.
Der
Spieler mit dem zweithöchsten Gebot erhält die
zweithöchste Punktezahl.
Der
Spieler mit dem dritthöchsten Gebot erhält die
dritthöchste Punktezahl.
Station 3 (Die Stadt Tenochtitlan):
Der
Spieler mit dem höchsten Gebot hat die Wahl. Er
darf...
- eine Hütte bauen (d.h. einen Holzwürfel der
eigene Farbe im Dorf platzieren; in jeder
weiteren Runde gilt das Gebot des Spielers "+1".
Er erhält einen "+/-1 Chip" und legt ihn offen
vor sich ab).
oder
- den schwarzen Bonuswürfel nehmen, der in einer
anderen Runde gewürfelt werden kann. Die Zahl
des Wurfes kann dann einmalig zum Gebot
hinzugerechnet werden)
Der
Spieler mit dem zweithöchsten Gebot darf nun die
jeweils andere Aktion ausführen. Die anderen
Spieler gehen leer aus.
Der
Bonuschip "+/-1" wird verschieden gewertet. Auf
Station 3 wird dem Besitzer ein Punkt vom
aktuellen Gebot abgezogen, an allen anderen
Stationen erhält er einen Punkt zum Gebot hinzu.
An Station 3 können die Spieler entweder eine Hütte in
der Stadt bauen oder den schwarzen Würfel gewinnen.
Interessantestes Element des Spiels ist Station 4,
die Pyramide. Wer eine Reihe beendet, erhält Punkte.
Station 4 (Die Pyramide Cholula):
Die
Pyramide baut sich von unten nach oben auf.
Ebenso können die Steine nur reihenweise
angefügt werden.
Der
Spieler mit dem höchsten Gebot darf an der
Pyramide bauen. Er darf 2 Steine setzen, wenn
sein Gebot mindestens 3 Punkte höher ist, als
das des zweithöchsten Bieters.
Hat
der Spieler mit dem zweithöchsten Gebot nur eine
Differenz von einem oder zwei Punkten zum
Höchstbieter, dürfen beide nur je einen
Pyramidenstein Ihrer Farbe setzen. Der
Höchstbieter darf dann aber bestimmen, wer
zuerst einsetzt.
Sofortwertung: Hat ein Spieler eine Reihe
beendet, erhält der Spieler, der am meisten
Steine in der Reihe besitzt, sofort die links
neben der Reihe befindliche Zahl als Siegpunkte.
Bei Gleichstand gewinnt der Besitzer der
Chocolatl-Figur bzw. der Spieler mit den
wenigsten Siegpunkten.
Station 5 (Der Kakaotrunk):
Hier
gibt es direkt Punkte für den Höchst- und den
Zweithöchstbietenden zu gewinnen, z.B. 8 / 4,
dann 7 / 3 ...
An Station 5 wird der Kakaotrunk hergestellt.
Im Tempel
befinden sich die Opferkarten der Spieler.
Station 6 (Tachli):
Hier
kommen die beiden Kartenstapel auf dem Spielplan
zum Einsatz. Der Spieler mit dem höchsten Gebot
darf sich die Karte mit der höheren Zahl wählen
und gegen eine Karte mit niedrigem Wert aus
seiner Kartenhand tauschen. Der Spieler mit dem
zweithöchsten Gebot darf sich die andere Karte
wählen und ebenfalls tauschen. Die beiden
getauschten Karten werden zurück in die
Schachtel gelegt.
Nach
Station 6 beginnt eine neue Runde!
Spielende:
Das Spiel kann auf mehrere Arten enden:
- Die Pyramide ist fertig gebaut (komplett mit
Steinen belegt).
- Ein Spieler überschreitet auf der
Siegpunkteleiste die Zahl 40.
- Ein Spieler verbaut seinen letzten
Markierungsstein.
Schlusswertung:
Nach dem Beenden dieser letzten Runde gibt es
nun noch einmal Siegpunkte für:
- jeden Stein in der Pyramide (1 Punkt pro
Stein)
- die Mehrheit in der Pyramide (plus 3 Punkte)
- den Besitz des Chocolatl (plus 3 Punkte)
- den Beitz des alten Mannes (minus 3 Punkte)
- die vorher abgelegte Opferkarte (Kartenwert)
- das höchste Opfer unter den Opferkarten (plus
3 Punkte)
- die Augenzahl max. eines nicht verwendeten
Bonuswürfels.
Es
gewinnt nun der Spieler, der die höchste
Punktzahl erreicht. Bei einem Gleichstand
gewinnt der Spieler mit der höheren Opferkarte.[go]
Vielen Dank an Huch & friends für ein
Rezensionsexemplar!
PLUS:
PLUS:
außergewöhnliches Thema
nettes Spieldesign
unkomplizierter Ablauf
kaum Wartezeiten
ENDE
MINUS:
MINUS:
Thema
wirkt aufgesetzt
glückslastig
kein aufbauendes Spiel, eher
ein langer Stationenlauf mit
ständigen Wiederholungen
leer
PUNKTE-CHECK:
SPIELIDEE
Originalität, Regeln
AUSSTATTUNG
Material, Umfang
SPIELABLAUF
Mechanik, Einfluss
Gabi: Der
erste Blick auf und in die Verpackung von
"Chocolatl" suggeriert, ein schönes
Strategie-Spiel in der Hand zu halten. Bereits
der zweite Blick jedoch offenbart eine nicht
gerade geringe Glückslastigkeit, die durch das
Bietelement und den Einsatz von Würfeln
hervorgerufen wird. Die erste Spielrunde zeigte
unserer Testgruppe dann auch direkt das Ausmaß
des Biet-Anteils.
Ein Biet-Spiel zu Ehren des Kakao-Gottes? O
weh, die Gunst der Götter. Und so erwacht eine
große und alte Geschichte zu neuem Leben.
Entsprechend ist auch die Anleitung gestaltet.
Kleine informative Details bilden einen
angenehmen Rahmen zur eigentlichen
Spielhandlung, welche eine etwas unangenehme
Überraschung beinhaltet.
Der Spielablauf wirkt wie die Aneinanderreihung
verschiedener Geschichten eines Themas ohne
direkten Zusammenhang. Man arbeitet sich von
Station zu Station und bemüht sich, an der einen
oder anderen Stelle Siegpunkte herauszuschlagen.
Jeder Spieler verfügt über das gleiche
Karten-Set, welches er möglichst gewinnbringend
beim Bieten einsetzen muss. Die Variablen, wie
beispielsweise unterschiedliche Arten des
Auslegens der Gebote, halten sich arg in
Grenzen, so dass der Mechanismus auf Dauer nur
wenig neuen Spielreiz zu bieten hat.
Das Empfinden der Spiellänge ist kontrovers;
einerseits wären da die extrem kurzen
Rundenzeiten, andererseits aber die durch
den stets gleichen Rundenablauf eher als zu lang
empfundene Gesamtspielzeit.
Insgesamt kann im Spiel selbst der Bezug zum
aufgesetzten Thema kaum nachempfunden werden.
Auch das gute Material und das ansprechende
Design geben dem Spiel nicht mehr genügend
"aztekischen Kakao-Flair", um dem Thema wirklich
gerecht zu werden.
Sieht man "Chocolatl" als durchschnittliches
Familienspiel mit einem ungewöhnlichen Thema, so
kann man sicher den einen oder anderen
Spielversuch wagen. Für Vielspieler ist dieses
Spiel jedoch nicht geeignet.
KULT-FAKTOR
(Langzeit-)Spielreiz
Ende
Ingo:"Chocolatl" reiht
sich für mich in die Liste der "ganz netten",
dennoch nur durchschnittlichen Bietspiele ein,
wie es zuletzt beispielsweise "Sultan" getan hat
(>
Test).
Das tolle Thema bestimmt leider nur das
Materialdesign und die Rahmengeschichte; für den
Spielverlauf hat es praktisch keine Bedeutung.
So hätte das sich stets wiederholende
"Zirkeltraining" - quasi eine Ansammlung von
extrem seichten Minispielen - auch mit jedem
anderen Thema funktioniert.
Mit ein paar, nachträglich konstruiert wirkenden
Zusatzregeln wird versucht, Einfluss
vorzugaukeln. Dieser ist jedoch, außer beim
Besetzen der Pyramide an Station 4, extrem
gering. Die Pyramide ist auch das einzige
wirklich "aufbauende" Element des Spiels.
Schade, das Thema hätte viel mehr Potential
innegehabt. Wer, wie ich, ein strategisches
Aufbauspiel erwartet hat,
wird leider enttäuscht.
Als glücksorientiertes Bietspiel mit kleinen
taktischen Möglichkeiten funktioniert "Chocolatl"
jedoch recht gut, ist dafür allerdings ein wenig
zu lang und zu wiederholend geraten.