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Spiel-Fakten:

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Genre: Familie, Taktik
Erscheinungsjahr:
2017
Verlag: Plan B Games / Abacusspiele  ..i..
Autor: Emerson Matsuuchi
Grafik:
Fernanda Suárez et al.
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter:
ab 8 Jahren (laut Verlag), ab 10 Jahren (eigene Erfahrung)
Spieldauer: 30 bis 45 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik

leer
     
   

 

 
Century -
Die Gewürzstraße
...

Darf's ein bisschen mehr sein?

Gewürze! Wer mag sie nicht? Sie duften verführerisch, kommen in allen Farben des Regenbogens daher und geben noch der dünnsten Suppe etwas Pfiff...
 
 
Im Mittelalter waren Gewürze extrem wertvoll, wurden sie doch nicht nur zur geschmacklichen Aufwertung von Speisen und Getränken verwendet, sondern auch als Konservierungsstoffe, Arzneimittel oder sogar als Statussymbole. Was liegt da also näher, als mit den appetitlichen Waren zu handeln, was das Zeug hält? In seltenen Gewürzen schlummert schließlich viel Profit. Also nichts wie rauf aufs Kamel und ab auf die Gewürzstraße!

 
So funktioniert's:
Century – die Gewürzstraße gehört zu der Kategorie Spiele, die in kürzester Zeit aufgebaut und auch erklärt sind. Da sind zunächst einmal natürlich die namensgebenden Gewürze, die – durch Holzwürfelchen dargestellt – in den vier mitgelieferten (!) Schälchen in aufsteigender Wertigkeit bereitgestellt werden: die preiswerte gelbe Kurkuma, der rote Safran, der grüne Kardamom und der kostbare braune Zimt.
 
Daneben werden in einer Reihe fünf Punktekarten offen ausgelegt. Diese Karten zeigen Siegpunktwerte von sechs bis zu 20 Punkten sowie jeweils eine Kombination mehrerer Gewürze, die zur Erlangung der betreffenden Karte notwendig sind. Den ersten beiden Karten von links werden noch ein Stapel Gold- bzw. Silbermünzen zugeordnet. Unterhalb dieser Punktekarten wird noch eine Reihe mit sechs Händlerkarten offen ausgelegt. Zwei für alle Teilnehmer gleiche, gesondert markierte Start-Händlerkarten erhält jeder Spieler auf die Hand. Sobald alle Mitspieler eine Karawanenkarte als Vorratslager mitsamt ein paar Gewürzen für den Start vor sich ausliegen haben, kann das Spiel auch schon losgehen.

 
Ist ein Spieler am Zug, muss er jeweils genau eine aus vier möglichen Aktionen ausführen. So kann er eine Händlerkarte aus der Auslage erwerben. Grundsätzlich stehen dafür alle sechs offen liegenden Händlerkarten zur Auswahl; allerdings muss man als Bezahlung auf jede Karte links von derjenigen, die man erwerben möchte, ein beliebiges Gewürz aus der eigenen Karawane legen. Dementsprechend ist die ganz links liegende Karte immer kostenlos, während die ganz rechts liegende mit fünf Gewürzen zu Buche schlägt. Die so erhaltene Händlerkarte nimmt man verdeckt auf die Hand. Sollten von vorhergehenden Runden noch Gewürze auf der gewünschten Karte liegen, so darf man diese ebenfalls zu sich auf die Karawane nehmen.



Die zweite Option ist das Ausspielen einer Handkarte. Diese Aktion ist mehr oder weniger das Herzstück von Century – die Gewürzstraße. Der aktive Spieler spielt genau eine seiner Handkarten vor sich (also auf seinen eigenen Ablagestapel) aus und führt die auf der Karte angegebene Aktion durch. Mit einer Gewürzkarte erhält er die auf der Karte abgebildeten Gewürze aus dem Vorrat: entweder ein einzelnes, hochwertiges Gewürz oder eine Kombination aus weniger wertvollen Gewürzen. Diese nimmt er zu sich auf seine Karawanenkarte. Spielt er eine Umwandlungskarte, so kann er so oft wie abgebildet (2× oder 3×) ein eigenes Gewürz in das nächstwertvollere umwandeln. So veredelt man beispielsweise Kurkuma zu Safran oder Kardamom zu Zimt. Der weitaus größte Teil der Händlerkarten besteht jedoch aus Tauschkarten. Wird solch eine Karte ausgespielt, darf man beliebig oft die abgebildeten Gewürze aus seiner Karawane zum auf der Karte angegebenen Kurs tauschen. Dies kann sowohl ein Tausch geringwertiger Gewürze in höherwertige sein als auch umgekehrt. Dadurch wird beispielsweise aus vier Kurkuma ein Kardamom und ein Zimt oder aus einem Safran drei Kurkuma. Sowohl beim Erwerb als auch beim Tausch von Gewürzen muss der Spieler allerdings darauf achten, seine Karawane nicht zu überlasten. Denn am Ende seines Zuges können maximal zehn Gewürze von seiner Karawane transportiert werden. Überzählige Gewürze müssen wohl oder übel verfallen.

 
Kann oder will ein Spieler keine Karten erwerben oder ausspielen, hat er auch die Möglichkeit, seinen kompletten Ablagestapel wieder auf die Hand zu nehmen, damit ihm in seinem darauffolgenden Zug wieder alle eigenen Karten zur Verfügung stehen. Möchte er dies, darf er allerdings nichts anderes mehr in seinem Zug machen. Er rastet sozusagen.
 
Die letzte Option, die ein aktiver Spieler wählen kann, ist das Punktesammeln. Das ist das Ziel und er eigentliche Grund unseres Handelns: möchte sich ein Spieler eine der fünf ausliegenden Punktekarte nehmen, so muss er die darauf abgebildeten Gewürze von seiner Karawane zurück in den Vorrat legen. Die Preise reichen dabei von günstigen zwei Kurkuma und zwei Safran für sechs Siegpunkte bis zu teuren fünf Zimt für 20 Siegpunkte. Im Austausch erhält er die entsprechende Punktekarte und legt diese verdeckt vor sich ab. Sollte dabei seine Wahl auf die ganz links liegende Karte gefallen sein, so darf sich der Spieler zusätzlich noch eine der darüber liegenden Goldmünzen nehmen. Gleiches gilt für die Silbermünzen, die immer über der zweiten Karte von links liegen.

 
Hat der aktive Spieler nun seine Aktion ausgeführt, wird eine eventuell entstandene Lücke in der Auslage von rechts geschlossen und am Ende der Reihe eine neue Karte aufgedeckt. Schon ist der nächste Spieler am Zug und darf nun seinerseits eine der vier Möglichkeiten wählen. Dieses Spiel geht so lange reihum, bis einer der Spieler – je nach Spielerzahl – seine fünfte oder sechste Punktekarte genommen hat. Nun zählen alle Teilnehmer die Punkte auf ihren Punktekarten zusammen und addieren noch drei Siegpunkte für jede Goldmünze und einen Siegpunkt für jede Silbermünze und jedes auf der eigenen Karawane verbliebene Gewürz (außer Kurkuma). Wer nun die meisten Siegpunkte gesammelt hat, ist der geschickteste Händler auf der Gewürzstraße und gewinnt das Spiel. [am]
 
Links
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    Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
eingängige und schnell
   erklärte Regeln
angenehm kurze Spieldauer
zumeist wenig Downtime
   durch schnelle Züge
opulente Ausstattung mit
   Metallmünzen und Schälchen
   für die großen Gewürz-Würfel
sehr ansprechende Grafik
NDE
  MINUS:
MINUS:
wenig Abwechslung im Spielverlauf
wenig Interaktion zwischen den Spielern
gerade bei niedriger Spielerzahl glückslastiger
   durch weniger Kartendurchsatz
   bei den Händlerkarten


leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
André: Während der Rest der Welt noch darauf wartet, das erste Spiel des kanadischen Verlages "Plan B Games" im Juni 2017 ausprobieren zu können, dürfen wir hier im deutschsprachigen Raum schon mit der durch Abacusspiele lizensierten Gewürzstraße spielen. Denn hierzulande wurde das Spiel bereits Anfang April veröffentlicht. Also die Gewürze auf den Tisch und losgespielt!
 
Das Erste, was bei Century – die Gewürzstraße auffällt, ist die opulente Ausstattung für ein Spiel dieser Kategorie. Die großen, üppig gestalteten Karten und die Metallmünzen machen schon eine Menge her. Und die Schälchen für die Gewürz-Holzwürfelchen werden auch gleich mitgeliefert. Eine tolle Sache – wobei das Spiel seine chinesische Provenienz zumindest zu Anfang leider nicht verbergen kann. Der Lack der Karten riecht doch recht extrem, und es dauert zwei bis drei Partien, bis der stechende Geruch verflogen ist. Nichtsdestotrotz hat Century – die Gewürzstraße auf jeden Fall eine auffallende Präsenz auf dem Tisch.
 
Das Spiel selbst ist superschnell erklärt, sodass selbst total unerfahrene  Spieler innerhalb von fünf Minuten loslegen können. Karte erwerben, Karte ausspielen, abgelegte Karten wieder aufnehmen oder Gewürze gegen Punkte tauschen. Das ist alles. Century – die Gewürzstraße ist im Grunde genommen ein Wettrennen um die besten Punktekarten oder darum, schnell mit fünf Punktekarten das Spiel zu beenden, bevor die anderen auf zu viele Siegpunkte kommen. Dazu gehört allerdings auch eine gehörige Portion Glück. Denn jede im Spiel befindliche Karte ist ein Unikat, kommt also mit exakt diesem Angebot bzw. Tauschkurs nur einmal im Deck vor. Wer sich also eine starke Karte schnappen kann, hat gegenüber demjenigen, der nur mittelmäßige Karten im Angebot findet, einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Eine Karte die einen braunen Zimtwürfel gibt, ist nun mal stärker als eine, die nur einen grünen Kardamomwürfel abwirft. Und vier gelbe Kurkuma sind eben besser als nur drei.
 
Neben dem Sammeln und Tauschen von Gewürzen zur Erlangung von Punktekarten gibt es in Century – die Gewürzstraße aber keine weitere Mechanik- oder Strategieebene. Es ist nicht so, dass beispielsweise niedrigere Punktekarten einen anderen Bonus wie ein zusätzliches Gewürz, einen besseren Tauschkurs, eine höhere Lagerkapazität oder einen anderen Vorteil versprächen. Es geht ausschließlich darum, möglichst schnell die passenden Gewürze für die ausliegenden Punktekarten zusammen zu bekommen und den einen Zug schneller zu sein als die Mitspieler. Da man die Karawanen der Mitspieler immer im Blick hat, kann man schon abschätzen, ob sich das Sammeln auf eine bestimmte Punktekarte noch lohnt, oder ob man besser direkt auf eine andere schwenkt. Ist mein Mitspieler nur noch einen Tausch von einer Punktekarte entfernt, lohnt sich für mich die Anstrengung meist nicht mehr. Also lieber sofort auf etwas anderes sammeln. Und auch hier manchmal Glück haben. Denn wird eine hohe Punktekarte nachgelegt, deren Gewürze ich zufälligerweise gerade schon parat habe, freue ich mich und die anderen haben das Nachsehen. Insbesondere, wenn ansonsten nur mittelmäßige Karten ausliegen. Dazu kommt, dass das Spiel so gut wie interaktionsfrei ist. Es ist nicht vorgesehen, dass die Spieler sich gegenseitig blockieren oder einander Punkte wieder abjagen können. Selbst ein vor-der-Nase-wegschnappen von Punktekarten kommt kaum vor, weil man ja – wie bereits erwähnt – frühzeitig abschätzen kann, wer zuerst eine lukrative Karte erfüllen wird.
 
Jetzt kann man einwenden, dass sich der beschriebene Spielverlauf doch recht eintönig anhört. Keine Alternativen zum Karten- und Gewürzesammeln? Tauschen, tauschen, tauschen bis jemand fünf Punktekarten zusammen hat? Das soll alles sein? Die Antwort darauf lautet: ja, das ist alles. Der Autor Emerson Matsuuchi hat in einem Interview mit Boardgamegeek.com über sein Spiel Century – die Gewürzstraße gesagt, dass er Spiele mit Handelsmechanismus sehr mag, und er daher ganz bewusst ein Spiel erschaffen wollte, welches auf einen einzigen, reinen Handelsmechanismus herunterdestilliert wurde. Und genau das haben wir nun auf dem Tisch. Ein Spiel, das aus genau einem Mechanismus besteht. Das Fehlen weiterer Elemente ist also durchaus beabsichtigt, was uns zur Zielgruppe von Century – die Gewürzstraße bringt.
 
Wer sich selbst im Kennerspiel-Bereich verortet oder sich sogar als Expertenspieler sieht, für den ist Century – die Gewürzstraße schlichtweg zu dünne Kost. Zumindest bislang. Ein einziger Mechanismus, der zudem – vor allem mit niedriger Spieleranzahl – stark glückslastig ist, ist einfach zu wenig, um passionierte Spieler hinter dem Ofen hervorzulocken. Tolle Ausstattung hin oder her.
 
In unseren Familienspiel-Runden konnte Century – die Gewürzstraße dagegen durchaus die Spieler überzeugen. Auch wenn wir das als Geeks und Dauerspieler in unserer Filterblase gerne mal übersehen: es gibt da draußen nicht wenige, die genau das mögen: einfachste Regeln, die auch die Oma versteht und nach denen man sofort loslegen kann. Und einen Spielverlauf, der halt auch mal von einem gerüttelt Maß Glück bestimmt ist. Ich habe haushoch verloren, weil du zu Beginn sofort zwei bockstarke Händlerkarten bekommen hast? Egal. Komm, lass‘ uns noch eine Runde spielen! Wer sowas mag, der könnte von Century – die Gewürzstraße durchaus angetan sein.
 
Und was macht der Vielspieler jetzt mit seinem Exemplar? Der wartet erstmal auf nächstes Jahr. Das Spielprinzip von Century wurde vom Verlag direkt beim Erscheinen als Trilogie angekündigt. Nach der diesjährigen Reise entlang der Gewürzstraße soll es im Jahr 2018 noch Die Wunder des Ostens und 2019 Eine neue Welt zu entdecken geben. Dabei wurde angekündigt, dass alle drei Titel sowohl einzeln, aber auch in Kombination miteinander spielbar sein sollen. Ein interessanter spieltechnischer Ansatz (marketingtechnisch sowieso), und man darf gespannt sein, ob der nächste Titel in der Century-Reihe das Spektrum beider Ausgaben um andere Facetten erweitert, oder ob es nur "more of the same" sein wird.
 
Würde Century – die Gewürzstraße für sich stehen bleiben, hätte ich mich wohl von meinem Exemplar getrennt; so schön es auch aussieht. Für Wenig- und Familienspieler scheint es seinen Charme zu haben, aber mir bietet es einfach zu wenig. Durch die Ankündigung einer Trilogie bleibt es aber auf Bewährung in meinem Regal. Vielleicht wird aus dem homöopathisch gewürzten Gericht ja noch deftige Kost. Sprechen wir uns also nächstes Jahr nochmal wieder.
..
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
Ende
 
   KULTFAKTOR: TEAM-TREND
...
   Torsten
   Jürgen
   Nicole
   Sarah-Ann
   André
   Gabi
   Carsten
   Ingo
Ende
 
 

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