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Spiel-Fakten:

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Genre: Familie, Taktik
Erscheinungsjahr:
2015
Verlag: Abacusspiele  ..i..
Autor: Phil Walker-Harding
Spieleranzahl: 2 - 4
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 45 Min.
(eher 30-40 Min.)

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
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Cacao
 
Das edle, braune Gold der Götter
"Kein zweites Mal hat die Natur solche Fülle der wertvollsten Nährstoffe auf einem so kleinen Raum zusammengedrängt, wie gerade bei der Kakaobohne" bemerkte schon Alexander von Humboldt...
 
     

Bevor dieser in den sinnlichen Genuss dieser Frucht kommen konnte, erfreute sich das Gut bereits in der Mayakultur größter Beliebtheit und war dort als Getränk gar dem Adel vorbehalten. Später verbreitete sich der Kakao zudem bei den Azteken. Auch deswegen versuchen wir in "Cacao" als Stammeshäuptling diese Speise der Götter effizient zu ernten und lukrativ wieder zu verkaufen.



So funktioniert's:
"Cacao" ist ein wirklich leichtes und schnell verständliches Spiel. Jeder Spieler erhält in seiner Farbe einen verdeckten Stapel von Hüttenplättchen. Von diesen darf man immer drei auf der Hand halten. Auf jedem dieser Plättchen sind vier Eingeborene abgebildet. Entweder ist an jeder Seite ein Indianer, auf einer Seite drei und einer weiteren einer oder an zwei Seiten einer und auf einer Seite zwei Ureinwohner. In jedem Zug darf man eines dieser Plättchen an ausliegende Urwaldplättchen legen und erhält in der Höhe der Anzahl der Arbeiter einen Bonus.



Im Dschungel findet man Plantagen (hier erhält man pro Eingeborenem ein bis zwei Kakaobohnen), Märkte (auf denen man die Bohnen für zwei bis vier Goldmünzen verkaufen darf), Goldgruben (mit ein bis zwei Gold), Wasserfelder (welche den Wasserträger um einen Schritt nach vorne bewegen), Sonnenkultstätten (die man zum späteren Überbauen von eigenen Dörfern einsetzen kann) und Tempel (für die es nach der Reihenfolge der Mehrheiten am Ende des Spiels null bis sechs Siegpunkte gibt).

Grenzt ein Arbeiter an eine Einzelplantage, sammelt der Spieler eine Kakaobohne, von denen er maximal fünf auf seinem Dorftableau lagern darf. Liegen an selbigem Feld jedoch zwei Arbeiter, ernten diese gleich zwei Früchte. Ist die Plantage stattdessen eine Doppelplantage, erlangt man durch zwei Ureinwohner gleich vier Kakaobohnen.

Nachdem der Spieler ein Hüttenplättchen, welches niemals neben eine andere Hütte gesetzt werden darf, ausgespielt hat, kann es sein, dass neben zwei Arbeiterplättchen Platz für ein Urwaldplättchen ist. Dieses freie Feld muss mit einem von zwei ausliegenden Dschungelplättchen wieder aufgefüllt werden. Hierdurch kommt es vor, dass sowohl eigene als auch fremde Arbeiter auf Dorfplättchen aktiviert werden.



Sobald alle Arbeiterplättchen von jedem Spieler aufgebraucht worden sind, endet das Spiel. Dann werden alle Tempel gewertet, jeder übriggebliebene Sonnenstein erbringt noch eine Goldmünze und die erhaltenen Goldtaler, einschließlich der Wasserträgerleiste, addiert man. Der Spieler mit dem meisten Gold gewinnt selbstverständlich das Spiel. Obwohl Kakaobohnen bei den Maya Kultsymbol und Zahlungsmittel zu gleich waren, sind sie hier am Ende des Spiels leider wertlos. [tb]

 
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    Checkpoint
Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
leicht verständlich
schnelle Züge
kurze Spieldauer
schöne Grafiken
stabiles Material
lockerer, taktischer Anspruch
geringer Glücksfaktor
Anpassung an Spielerzahl
gute Anleitung
flotter als Carcassonne
  MINUS:
MINUS:
Startspielernachteil
Letzter Spieler am
  Zug hat klaren Vorteil
größtenteils zweckloses
   Schachtel-Inlay
starkes Königsmacherprinzip
nichts Neues
Fokussierung auf
  Wasser zu wichtig
aufgesetztes Thema

leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
   
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Tobias:
Kannst du manchmal auch der Versuchung einer zartschmelzenden, süßen Schokolade nicht wiederstehen? Schokolade ist verführerisch, dunkel, unanständig, lässt dich sündigen, wirkt aber auch anregend und befriedigend, spendet Gesundheit und macht manchmal sogar glücklich. Denkst du vielleicht, dass so lange Kakaobohnen an Bäumen wachsen, Schokolade selbstverständlich Obst ist? Dann bist du unter Umständen bei "Cacao" richtig. Hier darfst du süße Entscheidungen (wer Gold bekommt) treffen, deine Mitspieler sprichwörtlich durch den Kakao ziehen, verlockende Konstellationen zu deinen Zwecken nutzen, profitable oder verschwenderische Geschäfte abwickeln, und du kannst himmlisches Glück beim Ziehen der Plättchen haben.
 
Zartbitterer Kakaogenuss
Mitte des 16. Jahrhunderts besaß bei den Spaniern in Mittelamerika eine große Tomate den Wert von nur einer einzigen Kakaobohne. In Maishülsen gewickelter Fisch konnte sogar gegen gerade mal drei Kakaobohnen getauscht werden. Dies verdeutlicht den unglaublichen Wert dieser Frucht. Auch in "Cacao" können wir über die bestmöglichen Züge die meisten Punkte durch das Einsammeln und den Verkauf von Kakaobohnen machen. Natürlich nur, solange wir Glück beim Ziehen der eigenen Dorfbewohner und Urwaldkarten sowie mit unachtsamen Mitspielern haben.

Der Glücksfaktor in dem Spiel lässt sich nicht verleugnen. Erstaunlicherweise stört mich der Zufall jedoch nicht (obwohl ich ja in der Redaktion als Glückselementhasser bekannt bin), denn es bleibt eine ausreichend hohe taktische Tiefe in dem Spiel erhalten. Zudem ist die Spieldauer mit ca. 30 - 40 Minuten genau richtig. Je nachdem, ob Grübler oder Genies am Tisch sitzen, kann sie sich um fünf bis zehn Minuten verkürzen oder verlängern. Wunderbar ist, dass sich das Spiel problemlos an zwei bis vier Spieler anpassen lässt und die Spieldauer in etwa immer gleich lang bleibt.
 
Die Faszination der Kakaobohne
Das Material zeigt sich durchgehend in höchster Qualität. Lediglich die Goldmünzen hätten etwas üppiger ausfallen können. Die Grafik ist farbenfroh und ansprechend gestaltet, ohne aufdringlich zu wirken. Auf dem Tisch entsteht jedes Mal ein exotischer, immer anders gestalteter Dschungel. Sowohl Kakaofrüchte als auch Wasserträger sind aus wertigem Holz und der Rest des Materials aus stabiler Pappe hergestellt worden.

Nur beim Design des Tiefziehteils haben sich die Entwickler wohl zu viel Rum in den Lumumba gekippt. Ohne die Stanzpappe fällt nämlich sämtliches Material aus allen vorgesehenen Halterungen heraus. Es ist auch nicht möglich, deren Reste unter die Einlage zu packen. Sowas halte ich doch für sehr vermeidbar und dieser Lapsus wurde blöderweise nicht das erste Mal von Abacussspiele gemacht. Die Anleitung liest sich sehr verständlich und ist übersichtlich, die Teilung in zwei Hälften betrachte ich jedoch als unnötig. Die Symbole lassen sich praktischerweise sprachneutral erkennen.
 
Die weiße Schokoladenseite
Genauso mild, cremig und entspannend wie Kakao ist der vor allem taktische aber auch strategische Anspruch. Man muss zwar etwas nachdenken, aber es wird nie kompliziert oder gar unübersichtlich. Die Entscheidungen sind durchgehend interessant. Versuche ich auf Mehrheiten an den Tempeln zu setzen und diese mit Sonnenkultstätten abzusichern, schaffe ich es den Wasserträger vollständig rumzuschicken oder setze ich mehr auf das Handeln von Kakao im tropischen Urwald? Wann benutze ich welche Plättchen?

Es gibt immer wieder einen vergnüglichen Wiederspielwert, weil (je nach ausliegenden Urwaldplättchen und erhaltenen Arbeiterplättchen) jede Runde anders verläuft. Meistens gehen die Züge flott von der Hand, und in den Wartezeiten macht es Spaß zuzuschauen, was die Mitspieler so austüfteln. Zudem erreicht man auch Erfolge, wenn man gar nicht am Zug ist. Hier können mich die Mitspieler auch mal genüsslich übervorteilen, indem sie z.B. an meine Arbeiter Plantagen anlegen, obwohl ich bereits die maximale Anzahl an Kakaobohnen besitze. Man darf dem Gegner dafür auch mal richtig mit dem Kakaobaum vor den Kopf stoßen, indem man ihm die so wichtigen Vierer-Märkte verbaut.

Faszinierend ist es zu entdecken, dass sich, je nach Spieleranzahl, die Gewichtung auf bestimmte Urwaldplättchen verändert. Vor allem im Zweierspiel ist der Wettbewerb um die Tempel viel wichtiger und planbarer als zu viert. So verändert sich die Taktik mit der Menge der Stammeshäuptlinge am Tisch. Leider bietet Ca(-rcassonne)cao nicht wirklich neue Mechanismen. Dafür fügt es bereits existierende schokoladig-gut zusammen und grenzt sich von Carcassonne überzeugend ab. Zudem ist die Spieldauer kürzer als bei dem Legespielklassiker.
..
Der dunkle Abgrund im Paradies
Schokolade steht metaphorisch auch für das Unergründliche, die verführerische Sucht oder gar den Ruin. Leider gibt es in "Cacao" einen klaren Startspielernachteil, und je später man in das Spiel einsteigt, umso bessere Chancen hat man zum Schluss. So kann zum Beispiel der letzte Spieler am Ende noch mal Mehrheiten zu seinen Gunsten verändern, was in unseren Testrunden schon mal spielentscheidend war. Hinzu kommt ein klarer Königsmachereffekt. Die Spieler haben ab und zu die Wahl, wen sie bevorteilen und wem sie eher wenig effiziente Auswirkungen zumuten. Auch diese Aktionen bestimmen schon mal über Sieg und Niederlage.

Zudem ist die Fokussierung auf Wasser zu mächtig. Dort kann man 3,25 Punkte pro Arbeiter erhalten, was außerordentlich viel ist. Hierfür braucht man jedoch beim Ziehen der Wasserplättchen Fortuna auf seiner Seite, wodurch Glückspilze deutlich Vorteile erhalten, ohne etwas dafür tun zu müssen.

Kritisiert wurde von manchen Spielern, dass das Thema sehr aufgesetzt wirkt. Das ganze Geschehen könnte sich auch im Weltraum oder in einer Fantasy-Welt ereignen. Viel kulinarische Kakao- Atmosphäre kommt somit nicht auf, da das Spielprinzip an sich vollkommen abstrakt ist.

Fazit:
Meiner Meinung nach war "Cacao" trotz aller Kritik der heißeste Kandidat für die Auszeichnung "Spiel des Jahres 2015" (leider landete das Spiel nur auf der Empfehlungsliste). Durch die leichte Zugänglichkeit, eine relativ kurze Spieldauer, das tolle Material und das eingängige Lege-Prinzip sollte jeder Spieler ab acht Jahren seinen exquisiten Spaß haben. Als Familienspiel weiß "Cacao" vollkommen zu überzeugen, aber auch Kenner und Experten werden ihre Freude haben.

Ansonsten gilt natürlich, dass neun von zehn Menschen sagen, dass sie Kakao lieben, und der Zehnte lügt definitiv!

[Ein Tipp am Ende: Versucht zunächst eure 1-1-1-1-Plättchen zu legen und die Dreier-Arbeiter erst zum Schluss zu setzen.]

...
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
   
Ende
 
 
     

Gabi: Kakao trinkt wohl nahezu jeder gern. Und das die begehrten Kakao-Bohnen vom anderen Ende der Welt geholt werden, dürfte mittlerweile auch bekannt sein. Das vorliegende Spiel lässt uns nun in den fernen Urwald springen. Dort gilt es bestehende Ressourcen gewinnbringend zu nutzen, Handel zu treiben und gelegentlich - mittels Tempelgaben und Goldgruben - noch etwas hinzu zu verdienen. Wenn man sich vorstellt, wie wenig Material hier mit einem wirklich durchdachten Spielsystem unterlegt wurde, ist man bereits nach der ersten Spielrunde überrascht. Das Regelwerk gestaltet sich genau so durchdacht wie das Material, das dank eines absolut passenden Tiefziehteils sauber und ordentlich in die Schachtel verpackt werden kann. Insgesamt also schon mal ein guter Eindruck nach der ersten Testrunde. Weitere Runden zeigen die feinen Nuancen, die das Spiel letztlich interessant machen. Viele unterschiedliche Kärtchen bieten ein ausreichendes Maß an Variablen. Ein überschaubarer kleiner Markt lässt jedem Spieler ein wenig Gestaltungsfreiheit seiner Figuren-Umgebung. Insgesamt ist das Spiel sehr gelegenheitsspielerfreundlich. Das schnell verstandene Regelwerk, das optisch angemessene Erscheinungsbild, die Überschaubarkeit der Möglichkeiten und die relative Kürze der Spielrunden laden gerne zu einer weiteren Runde ein. Fazit: "Cacao" bietet als einfaches Legespiel mit neuen Variablen einen wirklich guten Anreiz, endlich mal wieder gemeinsam als Familie zu spielen. Eine Kaufempfehlung für Familien wird von mir absolut bestätigt.
...

 
   KULTFAKTOR
      Zweitmeinung
 
Ende
 
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