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Genre: Karten, Strategie
Erscheinungsjahr:
2016
Verlag: alea  ..i..
Autor: Stefan Feld
Spieleranzahl: 1 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 30-60 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   
   

 

 
Die Burgen von Burgund
Das Kartenspiel

 
Mikroskopisches und der Makrokosmos
Der Trend geht zum Kleinspiel. Eines von Stefan Felds erfolgreichsten Strategiespielen hat nun eine Kartenspielumsetzung spendiert bekommen.
 

     
Zunächst werden die kleinen Karten - und alle Karten sind klein - nach ihrer Kartenart sortiert. Die meisten Karten werden getrennt gemischt. Dann wird das Spielfeld aus den Karten aufgebaut. Die 6 Karten, die einfach Würfel mit 1 bis 6 Augen zeigen, bilden die Orientierungshilfen in der allgemeinen Auslage. Jeder Spieler bekommt eine Projekt-, eine Fürstentum- und eine Lagerkarte. Ins Lager kommt auch direkt eine Silberkarte, ein Tier und eine Ware sowie Arbeiter (abhängig von der Spielerzahl). Die restlichen Waren werden als zwei offene Stapel bereit gelegt, genauso die Tiere. Die Aktionskarten werden verdeckt gemischt und jeder Spieler erhält 6 Karten. Diese legt er als Talon vor sich hin und zieht zwei dieser Karten.



Dann werden - wieder abhängig von der Spieleranzahl - Karten in die Auslage gelegt. Zunächst kommen die Karten der Reihe nach, dann kommen die letzten Karten entsprechend des Würfels, der darauf zu sehen ist, in die Auslage. Somit finden sich in der Auslage also eine Reihe von Aktionskarten, welche alle durch die 6 Würfelkarten einem Würfelwert zugeordnet sind. Der Startspieler bekommt noch die Startspielerkarte.
 
Jetzt geht es auch schon los. Der Startspieler wählt eine der Aktionskarten aus seiner Hand und nutzt den Würfel darauf für eine Aktion. Dann wird die Karte abgelegt. Vielleicht nutzt der Spieler noch seine Silberaktion und schon ist der nächste Spieler dran. Ach ja, und auf zwei Karten aufziehen sollte der Spieler … laut Anleitung sollte dies am Anfang des nächsten Zuges passieren, aber das nimmt nur Zeit zum Nachdenken weg.

 
Eine wichtige Frage wäre nun: Was können die Aktionskarten denn für Aktionen auslösen? Die Aktionskarten zeigen am oberen Rand einen Würfel mit 1 bis 6 Augen. Beim Spielen von der Hand sind nur diese Würfel interessant. Der Spieler kann eine von sechs verschiedenen Aktionen mit diesem Würfel durchführen:
 
1. Der Spieler nimmt eine Karte aus der Auslage, dabei darf er nur eine Karte aus der zum Würfel der gespielten Aktionskarte passenden Reihe nehmen. Die Karte kommt als Projekt zur Projektkarte. Dort dürfen maximal 3 Karten liegen.

 
2. Ein Projekt verwirklichen kann der Spieler, indem er eine Karte spielt, die den gleichen Würfelwert wie das Projekt zeigt. Das Projekt wird nun von der Projektkarte zur Fürstentumkarte gelegt. Jetzt wird der Rest der Projektkarte interessant, denn jede Karte löst noch einen speziellen Effekt oder eine Belohnung aus. So geben Bank oder Mine Silberkarten, die Weide lässt den Spieler ein Tier nehmen, das Boot eine Ware u.s.w. Die Karten werden nach ihrer Farbe sortiert und gleiche Farben aufeinander gelegt, bis ein Drilling entsteht. Wird ein Drilling abgeschlossen, so gibt es eine Belohnung, die von der aktuellen Runde abhängt (Silber, Waren, Tiere, Siegpunkte). Je später die Runde, desto schlechter die Belohnung. Wer den ersten Drilling einer Farbe hat, bekommt noch die Bonuskarte mit einem Siegpunkt dazu. Auch wer von jeder Farbe eine Karte hat bekommt ordentlich Bonuspunkte. Am Ende des Spiels geben nur Projekt-Drillinge Punkte.

 
3. Waren verkaufen kann ein Spieler, wenn er Waren in seinem Lager besitzt und eine Aktionskarte mit der passenden Würfelaugenzahl zu der Ware. Es gibt drei verschiedene Warenarten, und jede zeigt zwei Würfelaugen (1+2, 3+4, 5+6). Beim Verkaufen werden alle Waren einer Art auf einmal verkauft. Die verkauften Waren werden ins Fürstentum gelegt, weil diese am Spielende Punkte bringen. Dann kriegt der Spieler noch ein Silber pro verkaufter Ware.
 
4. Beim Auffüllen der Arbeiter ist die Zahl des Würfels auf der Aktionskarte egal. Der Spieler nimmt sich Arbeiter, bis er zwei besitzt. Arbeiter können zusammen mit Aktionskarten gespielt werden, um den Würfelwert auf der Aktionskarte um eins zu erhöhen oder zu reduzieren.
 
5. Ein Silber nehmen ist immer eine Option, also auch diese Aktion ist unabhängig von der Würfelzahl.
 
6. Außerdem kann der Spieler seine Karte auch dafür nutzen, wieder unabhängig von der Würfelzahl, Arbeiter und Silber 3:1 gegen Siegpunkte zu tauschen.

 
Ein wenig abwechslungsreicher werden die Züge durch die schnelle, smarte Silbersonderspielkartenaktion. Einmal pro Zug darf der Spieler drei Silber abgeben und drei Aktionskarten vom allgemeinen Nachziehstapel ziehen. Von diesen darf der Spieler nun eine für eine Sonderaktion nutzen oder zu seinen Projekten bei der Projektkarte legen, die anderen beiden werden abgelegt.
 
Haben alle Spieler ihren Talon von 6 Aktionskarten weggespielt, so beginnt der nächste Durchgang. Der Startspieler wechselt oder geht an den Spieler, welcher als letzter Waren gehandelt hat. Die Auslage wird aufgefüllt und die Belohnungen für einen Drilling wechseln.



Nach 5 Durchgängen endet das Spiel. Die Spieler addieren ihre Punkte für verkaufte Waren, Projekt-Drillinge, Bonuskarten, Siegpunktkarten und Sets verschiedener Tiere. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. [ls]
 
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    Checkpoint
Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
schneller als der große Bruder
multiple Möglichkeiten
   für jeden Würfel
ENDE
  MINUS:
MINUS:
großer Platzbedarf
kein neuer Aspekt für das Spiel
leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Lutz: Ein Titel, der erfolgreich ist, wird gerne auf die eine oder andere neue Art und Weise umgesetzt. So gibt es "Im Wandel der Zeiten" (Through the Ages) und "Im Wandel der Zeiten - das Würfelspiel" (Roll through the Ages), es gibt "Race for the Galaxy" und den Würfelbruder "Roll for the Galaxy", "Kniffel" und "Kniffel - das Kartenspiel" … Die Liste könnte ich endlos fortsetzen. Aus meiner Sicht ist das erfolgreichste Geschwisterpaar "Puerto Rico" und die Kartenspielversion "San Juan", die übrigens aus dem selben Verlag (alea) wie "Die Burgen von Burgund" und das Kartenpendant stammen. Aus diesen Gründen wird sich das Geschwisterchen von "Die Burgen von Burgund" auch den Vergleich mit diesem Geschwisterpaar stellen müssen.
 
Als erstes muss ich schon beim Namen mit der Kritik beginnen. "Burgen von Burgund - das Kartenspiel" ist quasi schon vorprogrammiert für Missverständnisse. Ein Name, der sich wirklich unterscheidet, birgt natürlich die Gefahr, dass der kleine Bruder sich nicht mit dem Namen des großen Bruders verkauft, aber vielleicht erlaubt es dem kleinen Geschwisterchen auch eine eigene Identität aufzubauen. Aber egal, jetzt hat das Spiel halt diesen Namen. Dann packe ich das Spiel aus und bin überrascht. alea hat ja eher größere "kleine" Spiele, aber bei "Die Burgen von Burgund - das Kartenspiel" (kurz: BuBuK) sind die Karten recht klein. Jetzt bin ich ein überzeugter Fan von aleas redaktioneller Arbeit. Die Anleitungen sind normalerweise lückenlos und gut strukturiert. Dies ist auch bei BuBuKa der Fall. Aber warum nur die kleinen Karten? Beim ersten Spiel wird dann schnell klar: Das Spiel braucht schon so genug Platz, da wären größere Karten quasi ein Grund, einen Ballsaal für eine Partie zu mieten. Also ist die Größe der Karten gut gewählt. Was ich und meine Mitspieler vermissten, war eine Übersichtskarte der möglichen Aktionen.
 
So, jetzt zum Spiel an sich. Joah, das ist okay. Es spielt sich deutlich schneller als sein großer Bruder, bei dem wir mindestens zwei Stunden für eine Partie brauchen und das nach mehrfacher Tuniererfahrung. BuBuKa ist schon in weniger als einer Stunde, eher einer halben Stunde, rum. Mir gefällt die Auswahlvielfalt der beschränkten Optionen, oder etwas einfacher formuliert: Es ist spannend, durch zwei Würfelkarten eingeschränkt zu sein, aber diese bieten dann wiederum viele Aktionen. Die Kunst bei BuBuKa ist wie bei BuBu (ihr habt es erraten: "Die Burgen von Burgund") dafür zu sorgen, dass die nächste Karte oder der nächste Würfelwurf einem sehr wahrscheinlich nützlich sein kann. Durch die große Anzahl von Aktionskarten kann der Spieler nicht vorhersehen, welche Karten als nächstes kommen. Somit ist der Spieler hier den selben Schicksalsschlägen wie bei richtigen Würfeln ausgesetzt.

Dadurch, dass nur eine Aktionskarte gespielt werden darf, aber schon zwei Karten bekannt sind, ist die Wartezeit bei BuBuKa recht gering, und das Spiel spielt sich recht flüssig. Hier unterscheidet sich das Kartenspiel zum großen Strategiespiel am deutlichsten. Der andere große Unterschied ist das Fehlen der geografischen Komponente. Hier werden einfach Drillinge gesammelt. Leider gibt es keine Garantie, dass bestimmte Gebäudearten ins Spiel kommen, somit muss jede Runde wieder etwas riskiert werden. Ob das Klostertriple noch zusammen kommt? Werden die anderen Spieler mir die einzige Mine wegnehmen? Zu zweit sind solche Entscheidungen durchaus von der Auslage beider Spieler beeinflusst. Dem Gegner die benötigte Mine wegnehmen lohnt sich durchaus, aber bei mehreren Spielern scheint es sich meist nicht zu lohnen, einem anderen Spieler die Tour zu vermasseln. So beschränkt sich die Interaktion auch auf das Leeren der gemeinsamen Auslage und den Wettlauf um die Bonuskarten. Dies fühlt sich bei BuBu intensiver an als bei BuBuKa.
 
BuBuKa funktioniert recht gut, wenn es das Ziel war, ein schnelleres und einfacheres "Burgen von Burgund" zu machen und trotzdem etwas von dem "Burgen von Burgund"-Gefühl zu haben. Alleine ist es ein Set-Sammelspiel mit recht vielen Regeln für dieses Genre. Es ist zwar leicht mitzunehmen, aber braucht viel Platz beim Spielen. Schade ist auch, dass - im Gegensatz zum Erfolgsduo "Puerto Rico" und "San Juan" - "BuBuKa" keinen neuen eigenen Aspekt in die "Burgen von Burgund" eingebracht hat. "San Juan" und "Puerto Rico" basieren beide auf dem selben Mechanismus (Rollenwahl), aber die Mechanismen darum herum sind recht verschieden. Gleichzeitig ist klar erkennbar, dass beide Spiele verwandt sind. BuBuKa bringt kein neues Spielgefühl in die Welt von BuBu.
 
Fazit: "Die Burgen von Burgund - das Kartenspiel" schafft es, in einem schnelleren, weniger umfangreichen Maßstab ein Spielgefühl ähnlich dem von "Burgen von Burgund" zu wecken. Leider schafft es das Spiel nicht, eine eigene Duftmarke zu setzen. Für Fans von den "Burgen von Burgund" ist es sicherlich eine nette Erfahrung, diese andere Umsetzung zu sehen. Wer beide Spiele nicht kennt, dem möchte ich sagen: Das Brettspiel verlangt mehr Zeit und mehr Regelkenntnisse als das Kartenspiel, aber das Spielerlebnis des großen Spiels (> Testbericht) ist auch einfach besser.
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