www.spielkult.de  

Kontakt    Impressum

Suche

 
   START | SPIELETESTS | VIDEOS | EXTRAS | LINKS | SHOP
    Themen          A bis Z          Neuheiten          Verlage          History  
 
 
Zurück zur Übersicht

Spiel-Fakten:

FamilieStrategie & AufbauWissen & RatenParty & KommunikationLogik & Kombination
KinderKarten
Würfel & GlückAktion & GeschicklichkeitLernen

Genre: Strategie
Erscheinungsjahr:
2011
Verlag: alea ..i..
Autor: Stefan Feld
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 90-180 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   
   

 

 
Die Burgen von Burgund
 
Lang ist der Weg zum Fürstentum
15. Jahrhundert, wir befinden uns im Tal der Loire. Für die Spieler gilt es, die eigenen kargen Ländereien in blühende Landschaften zu verwandeln.
 


     

So funktioniert's:
Jeder Spieler erhält eine eigene Ablagetafel, welche sein persönliches Fürstentum darstellt. Die "Depots" des Gemeinschaftsspielplans werden mit den Sechseckplättchen aufgefüllt. Gespielt werden 5 Durchgänge, jeweils bestehend aus 5 Einzelrunden. Jede Einzelrunde wird durch ein offen ausliegendes Warenplättchen symbolisiert.


Auf dem Gemeinschaftsspielplan werden Waren- und Sechseckplättchen angeboten.

Der Startspieler wirft den neutralen Würfel und legt das oberste Warenkärtchen dieses Durchgangs auf das Warenfeld des erwürfelten Depots.

Nun werfen alle Spieler ihre beiden Farbwürfel. In der Spielerreihenfolge nutzt jeder Spieler seine beiden Würfel, um damit Aktionen auszuführen. Wem ein Würfelergebnis nicht passt, der kann eine Augenzahl mit jeweils einem "Arbeiterchip" um 1 Zahl verändern. Um einen Würfel von der 3 auf die 5 zu drehen, sind demnach 2 Arbeiterchips notwendig! Die Augenzahlen werden fortlaufend gezählt, d.h. ein Wechsel von 1 auf 6 bzw. von 6 auf 1 kostet auch nur einen Arbeiterchip.


Am linken Spielfeldrand werden die Warenplättchen ausgelegt.
   
Zentrales Element sind für jeden Spieler die beiden Farbwürfel. Der neutrale Würfel bestimmt das Warendepot.
   

Folgende Aktionen können für jeden Würfel einzeln beliebig ausgewählt werden:

- Sechseckplättchen vom Spielplan nehmen:
Der Spieler nimmt ein Sechseckplättchen aus dem Depot des Spielplans, das durch den verwendeten Würfel angezeigt wird. Eine "6" berechtigt demnach zur kostenlosen Aufnahme eines Plättchens aus Depot 6. Dieses Plättchen legt der Spieler dann auf eines seiner drei Lagerfelder der Ablagetafel. Sind alle Felder belegt, können erst nach Abgabe vorhandener Plättchen wieder neue abgelegt werden.

- Sechseckplättchen im eigenen Fürstentum platzieren:
Vor Spielbeginn platziert jeder Spieler eine dunkelgrüne Burg auf einem entsprechenden Feld seiner Tafel. Nun kann ein Würfel dafür verwendet werden, ein Plättchen aus dem Lager ins Fürstentum einzubauen. Neue Plättchen müssen stets angrenzend an ein bereits ausliegendes Plättchen gelegt werden; die Farbe des Plättchens muss mit der Farbe des Feldes kongruent sein, und zudem muss auch die aufgedruckte Würfelaugenzahl des Feldes mit der Augenzahl des verwendeten Würfels übereinstimmen. Ein blaues Plättchen kann mit einer Würfelaugenzahl von "3" also auf ein blaues 3er-Feld gelegt werden, sofern dieses Feld ein Nachbarplättchen besitzt.


Jedes Depot ist einer Augenzahl des Würfels zugeordnet und besteht, je nach Spieleranzahl, aus bis zu 4 Sechseck- plättchen sowie einem Warenfeld.
   
Im zentralen schwarzen Depot können die ausliegenden Plättchen unabhängig von der gewürfelten Augenzahl gekauft werden.
   

Das Einsetzen eines Plättchens ins Fürstentum beschert dem Spieler direkt eine spezielle Aktion:
- Gebäude (beige) haben sofortige Auswirkungen wie Zusatzspielzüge, Geldgewinn etc.  In abgegrenzten Stadtgebieten (beige Felder der Tafel) darf immer nur 1 Gebäude jeder Sorte liegen!

- Wissensplättchen (gelb) bescheren dem Spieler langfristige, dauerhafte Vorteile  oder Siegpunkte am Spielende für bestimmte Plättchen im eigenen Fürstentum.

- Ein Schiff (blau) veranlasst den Spieler, seinen Reihenfolgemarker ein Feld weiterzuziehen und so die Chancen zu erhöhen, neuer Startspieler zu werden. Zudem darf sich der Spieler dann ein beliebiges Depot aussuchen, von dem er sich sämtliche Warenkärtchen nimmt. Diese legt er dann auf seine eigenen Warenfelder; gleichfarbige Waren werden gestapelt. Maximal können drei verschiedene Warensorten gesammelt werden - weitere Warengewinne müssten ansonsten auf den Depots verbleiben.


Auf der eigenen Ablagetafel können bis zu 3 Sechseckplättchen gebunkert werden, bevor sie...
   
... im eigenen Fürstentum eingebaut werden dürfen. Hier gilt: Immer nur auf Felder gleicher Farbe und mit passender Würfelaugenzahl!
   

- Eine Mine (grau) beschert dem Spieler 1 Silberling am Ende eines Durchgangs.

- Ein Tierplättchen (hellgrün) bringt dem Spieler so viele Siegpunkte, wie er Tiere auf dem Plättchen zählt. Sollte die Tierart bereits auf einem bzw. mehreren anderen Tierplättchen im selben abgegrenzten Gebiet vorhanden sein, so zählen diese Tiere nun beim Anlegen eines neuen Plättchens noch einmal hinzu!

- Ein Burgplättchen (dunkelgrün) ermöglicht dem Spieler einen weiteren Spielzug; d.h. er darf den verwendeten Würfel auf eine beliebige Zahl drehen und die dazugehörige Aktion dann direkt ausführen.

- Warenverkauf:
Der Würfel bestimmt, welche Warensorte der Spieler von seinen Warenfeldern verkaufen darf. Er erhält für einen solchen Verkauf dann prinzipiell einen Silberling sowie Siegpunkte pro Warenkärtchen (2 Punkte bei 2 Spielern, 3 bei 3 Spielern, 4 bei 4 Spielern). Dabei müssen stets alle (!) Plättchen einer Sorte verkauft werden.

- Arbeiterchips nehmen:
Sollte die Augenzahl eines Würfels einmal so gar nicht zu den geplanten Aktionen passen, bzw. möchte sich der Spieler mehr Freiheiten beim Würfeleinsatz schaffen, so kann er auch einen Würfel dafür wenden, um 2 neue Arbeiterchips zu kaufen. Die Augenzahl des Würfels spielt hier keine Rolle!


Jeder Arbeiterchip verändert eine Würfelaugenzahl um plus oder minus 1.

Das schwarze Depot: Vor, zwischen oder nach seinen beiden Aktionen kann der Spieler auch stets für 2 Silberlinge ein Plättchen aus dem neutralen schwarzen Depot kaufen.

Ende einer Runde / Ende eines Durchgangs: Waren alle Spieler an der Reihe, würfelt der Startspieler mit dem neutralen Würfel wieder das neue Depot aus, auf dem das aktuelle Warenkärtchen platziert wird. Nach 5 Runden endet ein Durchgang. Nun erhalten die Spieler so viele Silberlinge wie sie Minen im Fürstentum besitzen. Eventuell wird auch noch das eine oder andere gelbe Wissensplättchen gewertet.

Ein neuer Durchgang beginnt zunächst wieder mit dem Auslegen von 5 neuen Warenkärtchen - wieder jeweils eines pro Runde. Außerdem werden alle noch vorhandenen Sechseckplättchen vom Spielplan entfernt und gegen neue ausgetauscht. Nur die eventuell noch ausliegenden Warenplättchen bleiben in den Depots liegen. Dies wiederholt sich insgesamt 5 Durchgänge lang.


Bis zu drei verschiedene Warensorten kann ein Spieler sammeln.
   
Wer - schneller als die Gegner - Gebiete abschließt, erhält ein Bonusplättchen.
   

Bonuswertungen: Sobald ein Spieler ein abgegrenztes Gebiet auf seinem Fürstentum komplett mit Plättchen füllt, erhält er dafür zum einen einen Durchgangs-Bonus (10 Punkte im ersten Durchgang, dann fortlaufend weniger) sowie einen Bonus für die Größe des Gebietes (je größer ein Gebiet, umso mehr Siegpunkte bringt es).

Sollte ein Spieler alle (!) Felder einer Farbe in seinem Fürstentum mit Plättchen belegt haben, erhält er als Erster den großen Bonuschip dieser Farbe; der Zweite erhält den kleinen Bonuschip. Die Spieler markieren sich dann direkt diese Punkte. Alle langsameren Spieler gehen leer aus. 

Spielende: Nach 5 Durchgängen gibt es noch eine finale Schlusswertung. 1 Siegpunkt erhält jeder Spieler dann noch einmal für jedes nicht verkaufte Warenkärtchen, für jeden eigenen Silberling sowie für je 2 Arbeiterchips im eigenen Vorrat. Die ins eigene Fürstentum eingebauten Wissensplättchen können nun noch einmal Bonuswertungen auslösen - z.B. kann ein Spieler x Punkte für eine bestimmte Gebäudeart im eigenen Fürstentum erhalten.

Wer zum Schluss die meisten Punkte auf der Siegpunkteleiste markieren konnte, ist der Sieger. [ih]

eer
   
 ERKLÄRVIDEO

leer
Dieses Erklärvideo gibt es auch in einer vergrößerten > XL-Ansicht
 
Links
 Folgen Sie SPIELKULT.de:
   Facebook     Twitter
     
    Checkpoint
Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
trotz Würfel sehr taktisch
gut abgestimmte
   Mechanismen
abwechslungsreich
ideal für 2 Personen
ENDE
  MINUS:
MINUS:
mit Grüblern und in voller
   Besetzung zu lang
unglückliche Farbwahl bei den
   Sechseckplättchen
fehlende Übersichtstafeln
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     

Ingo:  Wenn Strategiespieler mit Würfeln konfrontiert werden, hagelt es oftmals Kritik. Zu glücksabhängig, zu wenig beeinflussbar seien solche Spiele, bei denen das altbewährte Zufallselement zum Einsatz kommt. "Die Burgen von Burgund", erschienen bei der Vielspieler-Marke alea, und damit ein Titel, der die zuvor beschriebene Zielgruppe anspricht, hat genau diesen Würfeleinsatz als zentrales Spielelement. Ist das Schicksal der Verdammung damit bereits besiegelt?

Keinesfalls, zum Glück! Obwohl die Würfel Dreh- und Angelpunkt dieses Spieles sind, ist der verschmähte Glücksfaktor zwar technisch vorhanden, aber durch die vielen verschiedenen taktischen Optionen gut einzudämmen und zudem wenig auffallend. Nein, "Burgund" ist eher das Gegenteil von den klassischen Würfel-Glücksspielen; es ist strategisch und verleitet oft zum Grübeln.

Damit widerlegen wir auch gleich die zweite These, dieses Spiel habe eine Ähnlichkeit zu "Carcassonne". Optisch mag dies in Maßen stimmen, inhaltlich nur marginal. Zwar sieht "Burgund" wie ein Legespiel aus; allerdings geht es hier nicht um das bekannte "Wiese an Wiese", "Wasser an Wasser"; vielmehr geht es um das taktisch gut geplante Positionieren der einzelnen Sechseckplättchen mit einer - zumindest zu Beginn unüberschaubar - wirkenden Fülle an Optionen und Verknüpfungen, die erst bei Wiederholungspartien sinnvoll ausgenutzt werden können. Wer es einmal so weit gebracht hat, nicht mehr bei jedem Wissensplättchen die Anleitung zu bemühen, der wird dann auch bald schon geschickte Plättchenkombos ausspielen können.

All dies macht im Spiel zu zweit richtig Spaß, im Spiel zu dritt wird das Tempo entsprechend gebremst, im Spiel zu viert ist die Wartezeit dann schon knapp an der Grenze des Erträglichen, zumindest wenn auch noch Grübler am Tisch sitzen. Zwar sei das Spiel, laut Autor, in 30 Minuten pro Spieler zu absolvieren - dies wirkt jedoch anfangs nahezu utopisch. In unseren Runden konnte man meist mit der doppelten Spielzeit rechnen; d.h. bei 3 Spielern dann schon geschlagene 3 Stunden. Dies lag aber, um gerecht zu bleiben, in der Tat noch an der Unkenntnis der Spieler, was die einzelnen Funktionen der Plättchen betrifft.

Was anfangs dadurch noch etwas zäh und spröde wirkte, hat mich schnell in den Bann gezogen. Ja, "Burgund" hat sich mittlerweile zu meinem aktuellen Lieblingsspiel entwickelt und ist sicher auch ein Anwärter für den Vielspieler-Preis der "Spiel des Jahres"-Jury. Einmal verstanden, handelt es sich um ein wirklich eingängiges Spielprinzip, das immer wieder neue Situationen generiert, und auch stets bis zum Ende spannend bleibt!

Zum Schluss meines Fazits möchte ich noch kurz auf die Farbauswahl der einzelnen Sechsecke eingehen. Über die Pastelltöne mag man noch streiten, die fehlenden Übersichtstafeln verzeihen und die Papp-Silberlinge verschmerzen können - wer "Burgund" allerdings schon einmal bei leicht schummerigen Licht gespielt hat, der versteht meine Verzweifelung an der unglücklichen Ähnlichkeit der beige/gelb/grün-Töne.  Doch selbst dieser Kritikpunkt hindert mich letztlich nicht daran, 9 Punkte als Gesamtwertung zu vergeben. Daumen hoch!

 

 
   KULT-FAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
 
 
Wen's interessiert...    
> Kingsburg   > Troyes
> Der Pate   > alea iacta est
Ende
 
 

   > So testen wir
       
    Alle Spiele
von A bis Z:

 
Auswahl
# A B C
D E F G
H I J K
L M N O
P Q R S
T U V W
X Y Z #
 

 

 

 

 
 

 

         
     
(C) SPIELKULT.de ^^^