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Spiel-Fakten:

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Genre: Karten
Erscheinungsjahr:
2016
Verlag: Pegasus Spiele ..i..
Autor: Chris O'Neal,
Johnny O'Neal
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 30 bis 60 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   
 
   

 

 
Boss Monster
....
Der 16 Bit-Munchkin-Dungeon
Endgegner sind doch letztendlich die wahren Helden jedes Computerspiels. Darum darf man in "Boss Monster" seine dunkle Seite jetzt auch in einem Kartenspiel ausleben und einen herrlich gefährlichen Dungeon voller Fallen und Monster bauen?
  
     

Ziel eines jeden ambitionierten Kerkermeisters ist es natürlich, Seelen von lästigen Helden einzufangen. Das geschieht, indem man diese in den Gewölben möglichst brutal und qualvoll sterben lässt. Ab 10 Seelen hat ein Spieler das Spiel gewonnen und ist ein legendärer Bösewicht – ein Hinrichter und Metzler aller erster Klasse, in dessen Anwesenheit selbst Super Mario höchstpersönlich vor Schreck seinen Schnurrbart verschlucken würde.

Aber auch versagen kann ein zu ehrgeiziger Dungeon Lord - nämlich dann, wenn die Streiter des Guten das Verlies durchqueren können und ihm mehr als vier schmerzhaften Wunden zufügen. Somit gilt es einerseits diese nervigen Heroen anzulocken, aber gleichzeitig dürfen diese nicht zu stark sein. Um die wackeren Kämpfer zu ködern, benötigt der versierte Endboss Schätze. Schwerter locken Krieger an, Relikte Priester, Zauberbücher Magier und Gold wird von Dieben bevorzugt.

Reihum bauen die Overlords aus Karten Räume, die unterschiedliche Mengen dieser Reichtümer enthalten. Die Zimmer beherbergen Monster oder Fallen mit diversen Eigenschaften. Das Loch ohne Boden darf man beispielsweise zerstören, damit ein Held dort sofort getötet wird. Die Heroes laufen von links nach rechts durch maximal fünf Räume, um die Dungeon Keeper zu besiegen. Primitiv, kapitalistisch erzogen und irgendwie treudoof, wie Helden nun mal sind, rennen diese immer in den Kerker, der am meisten Gegenstände ihres gewünschten Gutes beherbergt. Dazu werden jede Runde vom Stapel so viele Heldenkarten gezogen, wie es Mitspieler gibt. Wer die meisten Schätze in seinem Reich gebunkert hat, bei dem klopft der entsprechende Held an die Dungeontür. Bei Gleichstand können sich die verzogenen Recken dummerweise nicht entscheiden und warten, bis ein Herrscher ein besseres Angebot schafft.

Da manche Helden in den so hingebungsvoll gebauten Gewölben einfach nicht sterben wollen, weil zum Beispiel die eigenen Diener einfach erbärmlich schwach sind (da man sie eh nur notgedrungen eingestellt hatte), nutzt ein echt fieser Endboss natürlich auch mit großen Eifer diverse Zaubersprüche und Ereignisse, um sein scheußliches Heim zu verteidigen. Durch einen Streik der Kobolde können etwa in der Runde keine Räume gebaut werden oder mit Hilfe der Teleportation beamt man einen Helden, nachdem er bereits kräftig im Dungeon einstecken musste, wieder an den Eingang zurück, sodass er den Hindernisparcour wieder von vorne starten muss – selbstverständlich mit weniger Lebenspunkten. Jeder Raum besitzt nämlich einen bestimmten Schadenswert. Erreicht die Summe die Lebenspunkte des Helden, stirbt dieser und ein Overlord wird sich genüsslich die Finger reiben.

Nachdem eine zeitlang nur durchschnittliche Helden auftauchen, gelangen die sogenannten epischen Helden mit wesentlich besseren Werten in die finsteren Gänge. Diverse leichte Spielvariationen runden das Spielgeschehen ab. [tb]

 
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    Checkpoint
Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
herrliche nostalgische Illustrationen
witzige Anspielungen
schnell erklärt und gespielt
überraschende Ereignisse
   und böse Schadenfreude
---
  MINUS:
MINUS:
glücksabhängig und teilweise unfair
keine neuen Spielprinzipien,
   sondern eher Durchschnitt
Illustrationen sprechen nicht jeden an
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Tobias: Mit dem typischen Pixel-Sidescroller-Look der 80er- und 90er-Jahre sticht "Boss Monster" in Sachen Gestaltung zu Recht unter den üblichen Kartenspielen heraus. Viel Charme des Spielgefühls entwickelt sich aus dem Retrofeeling der Grafik, denn hinter dem Spielprinzip an sich verbirgt sich nichts Besonderes. Das Spiel ist schnell erklärt und nicht sonderlich komplex. Langfristige Abwechslung findet man eher weniger. Dafür wird das innere, nerdige Kind in uns etwa durch Bezüge zu Castlevania und anderer alter Nintendo-Perlen regelrecht verwöhnt.

Für Dungeon Nerds
Bei den Bossen finden sich Anspielungen auf das Mother Brain aus Metroid, Wart und Bowser aus Super Mario oder Abobo aus der Double Dragon und bei den Helden auf Zelda, Johnny von der Abendwache als Jon Schnee der Nachwache aus "Game of Thrones", Pit aus der "Kid Icarius"-Videospielreihe, Tom Cruise als "Samurai Tom" aus dem Film "Der letzte Samurai", Ryu aus der NES-Serie "Ninja Gaiden", "Monkey Island", "D&D", "Ghosts'n Goblins" und auf "Bilbo Beutling". Wem das nicht genug ist, der holt sich die englischsprachige Kartenspiel-Erweiterung oder kauft sich das dazu erschienene PC-Spiel, was viele neue Karten beherbergt. "Boss Monster" kann für den PC in englischer Sprache bei Steam gekauft werden [Link].

Deep Dungeons
Tiefe findet man in den Verliesen, aber sicherlich nicht im Spielprinzip. Dies ist eingängig, sehr glücksabhängig und bietet durch das mögliche Ausscheiden auch ein gewisses Frustpotential. Fanatische Taktiker oder gar Strategen sollten daher Abstand davon nehmen, zur dunklen Seite überzulaufen. Dieses Spiel soll einfach nur unterhalten und für lustige Augenblicke sorgen.

Ich Boss – du nix
Letztendlich ist es ist schon sehr spaßig, böse zu sein. Zumindest wenn sich die Mitspieler an das Gebot "Wir bekämpfen immer den Stärksten" und nicht "Alle gehen auf den Schwächsten" halten. Zudem sollte man etwas Glück beim Kartenziehen und den auftauchenden Helden haben. Während eine Strategie so gut wie kaum möglich ist, gibt es ein paar interessante, wenn auch einfache taktische Entscheidungen zu treffen.

Fazit:
"Boss Monster" ist ein Funspiel ohne großen taktischen oder strategischen Anspruch im Stile eines "Munchkin". Wer sich darauf einlassen kann, erhält ein teuflisch gutes Kartenspiel mit Ärger-Faktor, das man nicht zu ernst nehmen sollte. Vor allem die pointierte Gestaltung der Karten und teilweise unterschiedliche Grafiken für dieselbe Kartenart lassen zumindest ältere Spieler in frühere Kindheitstage eintauchen. Es bleibt zu hoffen, dass Pegasus auch die Erweiterung "The next Level", die bereits auf Englisch erhältlich ist, ebenfalls herausbringt.
...
 
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