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Spiel-Fakten:

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Genre: Familie, Strategie
Erscheinungsjahr:
2016
Verlag: dlp games  ..i..
Autor: Reiner Stockhausen
Grafik: Klemens Franz, Andrea Kattnig
Spieleranzahl: 2 bis 5
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   

 

 
Böhmische Dörfer
...

Hausbesetzung mit Rückfahrschein

Die Spieler würfeln und bringen so ihre Bewohner in die Gebäude der Dörfer. Diese bringen auf unterschiedliche Weise Einnahmen. Doch, Achtung: Ist kein freies Haus mehr verfügbar, wird rausgeschmissen!
 

 

Zunächst wird eine bestimmte, von der Spielerzahl abhängige Anzahl an Dorftafeln mit einer beliebigen Seite nach oben in die Tischmitte gelegt. Spielen 5 Spieler, liegen alle 9 Tafeln aus. Jeder Spieler bekommt nun noch eine - ebenfalls an die Spielerzahl angepasste - Anzahl an Figuren in Spielerfarbe; das sind die zukünftigen Bewohner der Dörfer. Die Dörfer zeigen unterschiedliche Gebäudeansammlungen in diversen Kombinationen, nummeriert von 2 bis 12, wobei jede Gebäudeart stets mit der gleichen Zahl gekennzeichnet ist.

Wer an der Reihe ist, würfelt mit den 4 Würfeln. Anschließend kombiniert der Spieler aus dem Ergebnis aus allen 4 oder nur aus 3 Würfeln eine Summe, oder er kombiniert je 2 Würfel zu insgesamt 2 Summen. Ein einzelner Würfel verfällt. Nun setzt der Spieler für jede kombinierte Summe einen Bewohner in ein noch freies Gebäude mit der entsprechenden Zahl. Er kann auch zwei beliebige Würfel abgeben, um sich ein Sonderaktionsplättchen zu nehmen, das in späteren Runden für einen Würfelneuwurf eingesetzt werden kann. Mit einem Pasch kann sich der Spieler das Bischofplättchen nehmen; in diesem Fall kann der Spieler die beiden dafür genutzten Würfel dann auch nicht mehr für den Einsatz neuer Bewohner verwenden.

Nach und nach bringen die Spieler nun reihum Bewohner in die Gebäude der Dörfer. Dabei darf pro einzelnem Gebäude (NICHT Gebäudeart!) immer nur ein Bewohner platziert werden. Ist kein freies Gebäude der Nummer 8, 9, 10 oder 11 mehr vorhanden, kann ein Spieler, der ein solches Ergebnis erzielt, einen fremden Bewohner aus einem entsprechenden Gebäude schmeißen und sich dort selber einnisten. Bei den Gebäuden mit den Nummern 2, 3, 4 oder 5 geht das Verdrängen nur, wenn der Spieler selber noch kein Gebäude mit der gleichen Nummer besitzt. Aus den Gebäuden mit den Nummern 6, 7 und 12 kann man nie verdrängt werden, sehrwohl kann man aber aus den Gebäuden 6 und 7 seine Figuren wieder zurück erhalten. Dazu jetzt mehr.

Hier sind alle Gebäude im Überblick:
(2) bis (5) sind Läden. Am Spielende bekommt man Punkte für verschiedene Läden im eigenen Besitz; je mehr unterschiedliche man besitzt, umso mehr Punkte gibt es.
(6) sind Mühlen, (7) sind Glasmanufakturen. Beide funktionieren nach dem selben Prinzip. Platziert man einen Einwohner, erhält man ein Mehlsack- bzw. Glasplättchen. Diese sind so oft vorhanden, wie es Gebäude dieser Art gibt. Wurde das letzte Plättchen einer Sorte vergeben - sind also alle Gebäude einer Art besetzt - erhalten die Spieler für jedes Plättchen direkt Punkte (je 2 für Mehl, je 3 für Glas). Danach erhalten die Spieler ihre in den Mühlen bzw. Manufakturen platzierten Figuren zurück; die Gebäude können dann wieder neu belegt werden.
(8) sind Höfe. Man bekommt einen Punkt pro Hof, den man besitzt, wenn man dort einen neuen Einwohner platziert. Der soeben belegte Hof zählt dabei mit.



(9) sind Wirtshäuser. Wer ein Wirtshaus besetzt, erhält ein Wirtshausplättchen. Dieses ist meist zunächst noch inaktiv, wird aber dauerhaft auf die aktive Seite gedreht, sobald zum ersten Mal 3 weitere Gebäude im entsprechenden Dorf besetzt wurden. Jedes aktive Wirtshausplättchen bringt seinem Besitzer am Beginn seines Spielzuges einen Punkt.
(10) sind Rathäuser. Wer am Spielende keines besitzt, verliert 5 Punkte. Ansonsten gibt es bei der Schlusswertung die aufgedruckten Punkte, aber NUR, wenn alle (!) anderen Gebäude in diesem Dorf komplett mit Bewohnern besetzt sind. Ein einziges unbesetztes Haus macht das Rathaus in diesem Dorf wertlos.
(11) sind Kirchen. Während des Spiels bekommt man zu Beginn seines Spielzuges je einen Punkt pro eigener Kirche, WENN man das Bischofplättchen besitzt! Am Spielende gibt es Punkte für Mehrheiten, d.h. wer die meisten Kirchen besitzt, bekommt die meisten Punkte.
(12) sind Herrenhäuser. Sie bringen beim Besetzen einmalig direkt die Punkte, die aufgedruckt sind.



Wenn ich hier von "Punkten" spreche, so sind dies im Spiel eigentlich Geldmünzen, d.h. thematisch scheffeln wir Geld, das wir am Spielende vergleichen - der Spieler mit dem meisten Geld (oder eben doch mit den meisten Punkten) gewinnt. Und wann ist das Spiel zu Ende? Sobald ein Spieler zu Beginn (!) seines Zuges keine Figuren mehr besitzt. [ih]
 
 ERKLÄRVIDEO

leer
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PLUS:

leicht gespieltes Würfel-
   einsatzspiel mit kleinen
   taktischen Entscheidungen
Spielerzahl-Anpassungen
hübsche Illustrationen
ENDE
  MINUS:
MI
zunehmend unübersichtlich
recht glücksabhängig
Königsmacher-Effekt / "Alle auf Einen"
kein fixes Spielende
jeder Partie fühlt sich gleich an

leer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     

Ingo: Nein, "Böhmische Dörfer" waren die Regeln für mich nicht, als ich sie zum ersten Mal las. Der Grundmechanismus, mit Würfelkombinationen Summen zu bilden und damit dann entsprechend nummerierte Gebäude zu belegen, ist nämlich nicht neu. Wir kennen ihn aus "Kingsburg" oder "Vienna" (Links unten). Trotzdem ist er durchaus unterhaltsam und auch taktisch.

Die "Böhmischen Dörfer" sehen erst einmal hübsch aus, die Illustrationen vermitteln ein Wohlfühlgefühl; am liebsten würde ich direkt in eines der Dörfer reisen. Auch das sonstige Material ist wertig, nahe zu 10 Punkte wert, ABER... Ja, es gibt ein aber. Leider sind die Illustrationen, das zeigt sich dann während des Spiels, nicht besonders übersichtlich. Je voller die Dörfer werden, je mehr Gebäude also mit Figuren besetzt wurden, je mehr Spieler mitspielen, umso schwieriger wird es, noch vernünftig den Überblick zu behalten, was man nun selber besitzt, wo noch was frei ist, wann man wen verdrängen kann. Das funktioniert zwar alles, aber nur mit viel Konzentration oder wirklich genauem Hinsehen, was etwas anstrengend werden kann. Verschieden unterlegte Farben (zum Beispiel) hätten die Gebäude noch besser unterscheiden lassen.

Spielerisch ist das Konzept zunächst auch durchaus interessant. Da es verschiedene Wege gibt, Geld (= Punkte) zu sammeln, sind mehrere Strategien möglich - sofern denn das Glück mitspielt. Eine große Varianz im Spielaufbau gibt es allerdings nicht; Partien unterscheiden sich letztlich nur in der Anzahl bestimmter Gebäude. So wird das Spiel dann eben letztlich doch zum eindeutig größten Teil von der Optimierung der eigenen Würfelwürfe bestimmt.

Leider haben die "Böhmische Dörfer" in meinen Augen dann noch ein kleines Timing-Problem, das mich von einer Top-Wertung absehen lässt. Dies zeigt sich in einem nicht wirklich vorhandenen Spannungsbogen. Zu Beginn füllen die Spieler auf etwas monotone Weise die Gebäude. So lang noch Gebäude einer Art frei sind, ist da nicht viel mit Interaktion und spannend ist das auch nicht wirklich, zumal einige Gebäude erst am Spielende wichtig sind, und bis dahin kann sich noch vieles ändern.

Interessant wird's nämlich dann, wenn endlich verdrängt werden darf. Da offenbart sich dann jedoch ein weiteres "Problem", das vom Autor jedoch gewünscht scheint: Das Spiel neigt zum "Alle auf Einen"- bzw. Königsmacher-Effekt. Zudem hat das Spiel kein fixes Spielende. Wenn nun alle gut aufpassen, werden die Spieler immer gegen den aktuell Führenden spielen. Der KÖNNTE dann manchmal zwar gewinnbringend das Spiel beenden, wenn ihm seine Mitspieler nicht  - so oft wie möglich - immer wieder Figuren zurück in den Vorrat schicken würden. Und so verlängert sich das Spiel dann um eine, um zwei, um drei, um fünf oder auch noch mehr Runden - je mehr Spieler mitspielen, umso stärker tritt dieser Effekt auf, da die Gegnerwürfe mit der Spielerzahl die Chance erhöhen, das ein Spieler den "richtigen" Wurf vorweisen kann, um dem Erstplatzierten das Beenden des Spieles zunichte zu machen. Irgendwann neigt man dazu, so haben wir uns mehrfach ertappt, das Spiel freiwillig beenden zu wollen, indem man absichtlich aufs Verdrängen verzichtet, und zu hoffen, dass das gesammelte Geld dann zum Sieg reicht. Gleichzeitig ist der Moment, in dem man hofft, keine Figuren mehr zurück geschickt zu bekommen, um das Spielende auszulösen auch das einzige wirkliche Spannungsmoment im Spiel.

Trotz der genannten Kritikpunkte ist "Böhmische Dörfer" jetzt aber kein schlechtes Spiel, nein, es ist grundsolide und wird auch seine Zielgruppe finden. Allerdings hätte ich mir an einigen Stellen noch einen kleinen zusätzlichen Kniff (z.B. gekoppelte Aktionskarten, Gebäude-Update etc.) oder etwas Regel-Feintuning gewünscht. In unseren Testpartien waren überwiegend die Gelegenheitsspieler von diesem Spiel überzeugt; den Vielspielern fehlte es dauerhaft an mehr Tiefgang. Nach zwei oder drei Partien weiß man, worauf es ankommt, und dann geht es nur noch ums Verbessern des eigenen Punkterekordes. Nun muss ich zugeben: Ich selber bin ein echter Fan von "Kingsburg", und da passiert im direkten Vergleich dann einfach deutlich mehr. So vergebe ich insgesamt aber dennoch solide 6 Punkte für die "Böhmischen Dörfer", einem Würfeleinsetzspiel für Neulinge, die generell gern verschiedene Strategien zum Gewinn eines Spieles ausloten und aus ihren Würfelergebnissen das Optimum herausholen möchten. Und den Würfel-Mechanismus finde ich, auch wenn er nicht mehr ganz neu ist, immer noch super.
...
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
 
 
     
André: "Böhmische Dörfer" kam in unserer Familienrunde recht gut an - allerdings unter der Prämisse, dass man ein Spiel spielen möchte, bei dem man sich nicht dauerhaft konzentrieren, sondern nebenbei auch noch unterhalten kann - "Casual Gaming" also, ohne ellenlage Regelerklärung. Das Spiel hat zwar keinen Spannungsbogen, aber das hat ein "Kniffel" auch nicht; man könnte locker und ohne Abwertung sagen: "Böhmische Dörfer" ist so etwas wie "Kniffel für Gamer", quasi ein "Mensch, ärgere dich nicht" oder "Qwixx Plus". Wenn man es dafür nimmt, macht es auch Spaß. Obwohl es nach mehr aussieht, ist es im Grunde rein spielerisch ein simples Würfeln und Einsetzen bis zum Schluss (welcher manchmal u. U. zu abrupt kommt, wenn niemand andere Meeple aus den Gebäuden verdrängt), aber insgesamt spielt sich das Spiel rund. Unsere Runde war der Meinung, dass das Spiel gerne noch mal auf den Tisch kommen darf, entweder als Absacker oder als leichtes Spiel über den ganzen Abend. 
 
Nicht so gelungen ist dabei vor allem die Grafik in Bezug auf die Übersichtlichkeit. Wenn die Meeple auf den Gebäuden stehen, verliert man schnell die Übersicht und man weiß selbst kaum noch, welche Gebäude man denn nun besitzt, geschweige denn die der Mitspieler. Um das Spiel besser spielen zu können, müssten im Grunde die vier Handwerksgebäude, die Höfe und die Kirchen auch zusätzlich als Plättchen vorhanden sein, die der betreffende Spieler nach Besetzen des Gebäudes vor sich legt. So würde man immer genau sehen, wer gerade welche Gebäude (und wie viele davon) besetzt hält. Ich habe für unsere Runde solche Plättchen gebastelt und denke, dass das Spiel dadurch nochmal aufgewertet wird.
 
"Böhmische Dörfer" ist für mich kein absolutes Kracherspiel, es ist aber auch nicht schlecht. Ich vergebe 6 Punkte mit Tendenz zur 7. Wären die angesprochenen Plättchen für die anderen Gebäude bereits dabei, hätte ich auch glatte 7 Punkte verteilt.
....
 
   KULTFAKTOR
      Zweitmeinung
 
Ende
 
 
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> Kingsburg   > Vienna
Ende
 

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