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Spiel-Fakten:

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Genre: Strategie
Erscheinungsjahr:
2015
Verlag: Cool Mini Or Not /
im Vetrieb von Asmodee  ..i..
Autor: Eric M. Lang
Grafik: Florian Smith
Spieleranzahl: 2 bis 4
Alter: ab 14 Jahren
Spieldauer: 60 bis 90 Min.

Einstiegslevel:
   

 
 Glück

Taktik 

leer
     
   

 

 
Blood Rage
 
Im Blutrausch nach Walhall
Die Welt geht unter. Aber anstatt sich zitternd in die Ecke zu kauern und auf ein Wunder zu hoffen, stellen wir uns der unvermeidlichen Apokalypse mit Mut und Tapferkeit entgegen – wir sind schließlich Wikinger und nur die Ehrvollsten lässt Odin an seiner Seite Platz nehmen!
 

     
Macht euch bereit, dem Tod ins Auge zu sehen und ihn im Blutrausch mit einem Lächeln willkommen zu heißen. Denn wer am Ende des Spiels den meisten Ruhm gesammelt hat, gewinnt das Spiel und geht als Legende in die Geschichte der Wikinger ein.



Wem meine Worte zum Einstieg zu martialisch klangen, den muss ich für diese Rezension leider enttäuschen. "Blood Rage" ist ein Spiel des blutigen Kampfes, mit dem Ziel, sich als ruhmreicher Held in wilden Schlachten von dieser Welt zu verabschieden. Dafür wählen 2 bis 4 Spieler/innen zu Spielbeginn einen von 4 Clans aus, die sich zunächst allein durch das Artwork der Spielertableaus und Miniaturen – "Cool Mini Or Not" (CMON) hat hier mal wieder fantastische Arbeit im Brettspielsektor geleistet – unterscheiden. Da der Weltuntergang bereits in vollem Gange ist, wird der Spielplan entsprechend der Spieleranzahl vorbereitet, indem einige Orte zufällig zerstört werden und dadurch für das gesamte Spiel nicht mehr von Nutzen sind. Die Apokalypse ist schließlich kein Kindergeburtstag! "Blood Rage" verläuft über 3 Zeitalter, die sich im Ablauf grundsätzlich nicht unterscheiden, mit fortschreitender Spieldauer jedoch mehr Bonuspunkte für gestorbene Kämpfer/innen einbringen.  

 
Lasset die Göttergaben umhergehen
Jedes Zeitalter beginnt damit, dass jeder Spieler 8 Karten erhält. Diese Karten können entweder Kampfkarten (rot), Aufgabenkarten (grün) oder Aufrüstungskarten (schwarz) sein. Von diesen Karten wählt jeder eine aus und gibt die übrigen sieben an den linken Nachbarn weiter. Dieses "Drafting" wird solange fortgesetzt, bis sich jeder sechs Karten ausgesucht hat. Die zwei übrigen Karten werden abgeworfen. In den weiteren Zeitaltern folgen erneut Draftrunden, die einzelnen Karten werden dabei immer stärker.

 
Runde für Runde auf der Suche nach Ruhm
Wenn ich an der Reihe bin, darf ich genau eine Aktion ausführen. Um dies tun zu können, brauche ich jedoch Wutpunkte (selbst wenn eine Aktion keine Wut kostet; so ganz ohne entbrannte Rage geht es eben nicht). Zur Auswahl stehen mir die Invasion (1 Figur aus meinem Vorrat auf ein freies Feld auf dem Spielplan setzen), der Marsch (beliebig viele meiner Figuren von einem Gebiet auf freie Felder eines anderen ziehen), das Aufrüsten (verbessert zumeist die Werte meines Clans), die Aufgabe (hierbei wird eine grüne Karte verdeckt auf den Clanbogen gelegt. Hat man die auf der Karte angegebene Aufgabe am Rundenende geschafft, gibt es Belohnungen und Siegpunkte) sowie das Plündern (hierbei kann man versuchen, ein Plünderungsplättchen zu ergattern, dass einem zusätzliche Boni einbringen kann).

Die Spieler führen reihum immer jeweils eine Aktion aus, bis keiner mehr Wut übrig hat oder alle Gebiete geplündert wurden. Am Ende der Runde werfen alle Spieler übriggebliebene Handkarten (bis auf eine) ab. Als nächstes wird geschaut, ob Spieler Aufgaben erfolgreich erledigt haben. Anschließend wird ein weiteres Gebiet, das zu Rundenbeginn zufällig ermittelt wurde, auf dem Spielfeld von Ragnarök verschlungen und gilt fortan als zerstört. Alle Spieler, die in diesem Gebiet Figuren stehen hatten, erhalten abhängig vom Zeitalter Ruhm (= Siegpunkte) – es gibt selbstverständlich nichts Heldenhafteres als im Kampf von einem riesigen Feuerball gegrillt zu werden. Zuletzt erhalten alle Spieler ihre in dieser Runde getöteten Figuren in ihren Vorrat zurück.

 
Sterben oder nicht sterben? – das ist hier die Frage
Sobald ein Spieler eine Plünderung als Aktion ankündigt, dürfen die anderen Spieler reihum jeweils eine eigene Figur in benachbarten Gebieten kostenlos in das umkämpfte Gebiet schicken, um die Plünderung durch den Gegner zu verhindern. Geschieht dies, so kommt es zur Schlacht. Hierzu wählt jeder beteiligte Spieler eine seiner Handkarten und legt sie verdeckt vor sich ab. Auch wenn eine Kampfkarte auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, kann man grundsätzlich jede Karte auswählen (Hinweis: Es gibt Situationen, in denen es aus taktischen Überlegungen sogar angebracht ist, den Kampf absichtlich zu verlieren).

Gleichzeitig decken alle beteiligten Spieler ihre Karten auf und addieren etwaige Stärkeboni der Karte sowie die Stärke der eigenen beteiligten Krieger. Der Spieler mit der größten Gesamtstärke gewinnt die Schlacht, bei Unentschieden verlieren alle(!) Beteiligten die Schlacht. Der Sieger gibt seine ausgespielte(n) Karte(n) ab, die Verlierer dürfen ihre hingegen wieder auf die Hand nehmen. Letztere müssen jedoch alle beteiligten Figuren auf den Walhall-Bogen stellen, denn diese sind in der Schlacht gefallen und fristen ihr Dasein zumindest für die aktuelle Runde im Jenseits. Sollte der aktive Spieler der Sieger sein, so darf er sich die Belohnung des Plünderungsplättchen nehmen und dreht das Plättchen um (dieses kann in diesem Zeitalter nicht mehr geplündert werden).

 
Jeder Weltuntergang geht irgendwann einmal zu Ende
Nach jedem Zeitalter werden geplünderte Gebiete wieder "aufgefrischt", sodass Spieler in der nächsten Runde jene Gebiete wieder plündern und deren Bonus einheimsen dürfen.
 
Nach dem dritten Zeitalter kommt die große Abrechnung Odins. Der Spieler mit den meisten Ruhmpunkten darf sich Sieger nennen und an der Seite des großen Obergottes Platz nehmen. Ragnarök sei mit euch! [dj]
 
 

leer
Dieses Video wurde bereitgestellt mit freundlicher Genehmigung von Martin Klein / Spielerleben.de
 
 
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    Checkpoint
Checkpoint
  PLUS:
PLUS:
Drafting ermöglicht manchmal
   schöne Strategieplanungen
übersichtliche,   
   gut geschriebene Regeln
schöne Lernkurve
Atmosphäre der untergehenden Welt
   spielerisch wunderbar umgesetzt
Qualität der Figuren ist Odin würdig
Eric M. Lang ist der Schöpfer
...
  MINUS:
MINUS:
Karten scheinen an manchen Stellen
   nicht gänzlich ausbalanciert –
   Stichwort "overpowered Combos"
Drafting kann für einen selbst
   auch nach hinten losgehen
Spielbögen im Vergleich zum Rest des Spiels
   qualitativ eher ein Fall für Ragnarök
Monster sehen mörderisch aus,
   sind letztlich aber nur teuer

eer
PUNKTE-CHECK:
   SPIELIDEE
      Originalität, Regeln
 
   AUSSTATTUNG
      Material, Umfang
 
   SPIELABLAUF
      Mechanik, Einfluss
 
 
     
Dän: Füüüüüüüüüüür Ooooooooooooooddiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnn, für den Clan! "Blood Rage" hat mich voll und ganz gepackt, ohne blaue Flecke gehe ich meist nicht aus einer Partie. Gut, vielleicht mag ich hier ein wenig übertreiben, vielleicht mögen jegliche Blessuren sich auch bloß auf den eigenen Ehrgeiz beschränken. Aber ich möchte betonen, dass mich das Spiel wirklich in seinen Bann gezogen hat. Warum "Blood Rage" regelmäßig auf meinen Spieltisch kommt und ich die Entscheidung der Fachjury, das Spiel auf die Empfehlungsliste zum "Kennerspiel des Jahres 2016" zu setzen, unterstütze? Bitte weiterlesen…
 
Fluch und Segen des Draftingsystems
Ein Drafting, um Karten an Spieler zu verteilen, ist meines Erachtens eine sinnvolle Idee. Im Gegensatz zum "normalen" Verteilen hat man hier die Möglichkeit dem Zufall zumindest ein bisschen entgegenzuwirken. Im Fall von "Blood Rage" habe ich mir so bisweilen klasse Decks zusammenstellen können. Vor allem die die Zeitalter übergreifenden Kombinationen von Karten können hier, sinnvoll genutzt, eine Unmenge an Ruhm- bzw. Siegpunkten nach sich ziehen. Gleichzeitig liegt hier aber auch eine kleine Schwäche. Falls ein Spieler bereits beim ersten Drafting ordentlich gute Kartenkombinationen absahnt, kann dies, da noch keine weiteren Karten bekannt sind, schon mal zu Frust führen. Ich habe Runden erlebt, in denen gerade Anfänger (ich selbst durfte es am eigenen Leib erfahren), die gegen Ragnarökprofis antraten, auch in weiteren Runden von solchen Kombos nicht verschont geblieben sind und gnadenlos unterlegen waren. Man sollte sich durch diesen Umstand jedoch bitte nicht abschrecken lassen, denn hier liegt ganz klar eine weitere Stärke des Spiels: man kann es lernen, vor allem schnell lernen, und nach ein paar Runden kann man auch mit alten Hasen des Blutrauschs mithalten.
 
Krieger aufrüsten oder Monster rekrutieren?
Ganz klarer Hingucker, wie so oft bei CMON, sind natürlich die fein produzierten Miniaturen (die ich aus Zeitmangel leider noch nicht anmalen konnte), die das Spielbrett bevölkern. Dabei stechen vor allem die (großen) Monster heraus, die im Brettspielsektor in der Tat vom Design her ihresgleichen suchen. Spielerisch entpuppen sie sich dann häufig allerdings als laues Lüftchen. Zwar kommen sie alle mit einer besonderen Fähigkeit daher. Diese will aber erstmal mit viel Wut bezahlt werden. Stattdessen kann ich teilweise auch besser meine Clanwerte aufrüsten und mit meinen Kriegern ins Getümmel stürzen. Nun mögen sich hier die Geister scheiden. Wären die Monster zu stark, würden sie über Sieg oder Niederlage entscheiden, so ginge sicher eine Menge strategisches Potenzial flöten. Ich für meinen Teil besorge mir inzwischen in den seltensten Fällen Monster. Die Clankrieger (sofern aufgerüstet) erledigen einen mindestens ebenso guten Job und haben mich bis dato nur selten enttäuscht.
 
Fazit – Oder: Wikinger wie Sand am Meer und doch einzigartig
Eric M. Lang (wer ihn nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen!) hat uns in meinen Augen ein ganz fantastisches Wikingerspiel geliefert. Auch wenn das Thema inzwischen ähnlich verhökert wird wie die werte Welt der Zombiescharen, so sticht "Blood Rage" in vielerlei Hinsicht aus dem Sammelsurium der Nordmänner heraus. Die Atmosphäre des nahenden Weltuntergangs ist über die Untergangsplättchen und dem immer kleiner werdenden Spielbrett fein umgesetzt, und der Umstand, dass auch das Verlieren von Schlachten und Sterben eigener Krieger zum Sieg führen kann, ist hervorragend in die Liturgie der Wikinger eingebettet. Spielerisch überzeugt das Spiel durch eine interessante und motivierende Kombination aus Drafting und Area Control. Und auch wenn manche Karten stärker als andere wirken, droht dem Gesamteindruck dadurch absolut kein Abbruch. Durch den leichten Einstieg und die überschaubare Spielzeit können Vielspieler mehrere Partien an einem Abend wagen. Gelegenheitsspieler, die sich mal an etwas Strategischerem ausprobieren wollen, ohne von schier endlosen Regeln erschlagen zu werden, empfehle ich ebenfalls definitiv einen Blick auf "Blood Rage" zu werfen.
 
 
   KULTFAKTOR
      (Langzeit-)Spielreiz
 
Ende
 

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