Genre: Strategie, Denken
Erscheinungsjahr: 2009 Verlag: Horst Rokitte -
www.spiele-idee.de
..i.. Autor: Horst Rokitte Spieleranzahl: 2 bis 4 Alter: ab 12 Jahren Spieldauer: ca. 60-75 Min.
Einstiegslevel:
Glück
Taktik
leer
Hinweis: Dieses Spiel erhalten Sie für EUR 27.50
(zzgl. Versand)
über:
www.spiele-idee.de
Attandarra
Die
Geschichte einer Stadt Gebäude wurden in
letzter Zeit in vielen Spielen errichtet. Horst Rokittes Hommage.an.seine.Geburtsstadt.weicht.dabei.jedoch.vom.Einheitsbrei.ab.
Das
mittelalterliche Attandarra (Attendorn) soll errichtet werden - jeder
Spieler benötigt Baustoffe für die Gebäude, die
möglichst geschickt angeordnet und, in der
Profivariante, vor Katastrophen geschützt werden müssen.
Autor Horst Rokitte veröffentlicht seine Spielidee in
kleiner Auflage im Eigenverlag.
Der
Gemeinschaftsspielplan beherbergt verschiedene
Spielfunktionen.
Jeder Spieler
besitzt zudem ein eigenes Tableau mit Punkteleiste.
So funktioniert's:
Jeder Spieler erhält ein komplettes
Spielmaterial-Set in seiner Farbe; dazu gehören je 18
Stadtplättchen, ein Stadttableau sowie zwei kleine
Holzwürfel als Marker. Die 60 Baustoffe werden in das
Stoffsäckchen gegeben. Zusätzlich wird der gemeinsame
Spielplan in der Tischmitte bereitgelegt. Jeder Spieler
setzt hier einen der Holzwürfel auf das Startfeld der
Siegpunkteleiste. Auf die Koordinatenfelder werden
jeweils die Bürger- und Münzplättchen gelegt. (beim
Spiel zu zweit jeweils ein Plättchen, ab 3 Spielern von
jeder Art ein Plättchen – also 2 pro Koordinatenfeld).
Auf der
rechten Seite des Spielplanes sieht man die
Baustoff-Felder. Um sie zu füllen, werden aus dem
Säckchen 15 Baustoffe gezogen, die auf die Felder
verteilt werden. Wurden von einer Sorte mehr als 6
Baustoffe gezogen, z.B. 8 „Lehm“, müssen die, die keinen
Platz mehr auf den Feldern gefunden haben zurück in den
Beutel gegeben werden. Man spielt dann mit weniger
Baustoffen. Jeder Spieler legt nun noch seinen zweiten
Marker auf die Zahl „12“ der am unteren Rand
befindlichen Goldleiste. Der Rundenmarker wird
ebenfalls auf die Goldleiste gelegt, auf die Zahl 1.
Anzeige
Eine
Spielpartie besteht aus insgesamt fünf Runden, in denen
die Stadt „Attandarra“ erbaut wird.
Am Anfang
jeder Runde zieht der aktive Spieler 2 Baustoffe aus dem
Säckchen. Dabei ist zu beachten, dass er für weiße und
graue Holzwürfel je ein Gold zahlen muss, d.h. er setzt
den Goldmarker um die entsprechende Zahl rückwärts
(12,11,10...) Außerdem dürfen keine zwei weißen Würfel
(„Glas“) gezogen werden, d.h. ein Glas wird zurück in
den Beutel gegeben und ein neuer Rohstoff gezogen. Die
beiden Baustoffe müssen umgehend verbaut werden.
Dazu kann der Spieler zu Beginn ein oder zwei
Stadtplättchen auf sein Tableau legen und die Baustoffe
darauf platzieren oder aber ein bestehendes Gebäude
erweitern und fertig stellen.
Der Bauplatz des ersten Gebäudes ist frei wählbar, jedes
weitere Gebäude wird im späteren Verlauf aus dem Vorrat
genommen und an ein bestehendes Gebäude angelegt, d.h.
das neue Plättchen hat eine gemeinsame Kante mit einem
bereits ausliegenden Plättchen. Dabei dürfen Gebäude mit
gleicher Farbe und gleicher Zahl jedoch keine (!)
gemeinsame Kante besitzen!
Auf dem
eigenen Spieltableau werden die Gebäudeplättchen
platziert. Nicht (!) erlaubt ist das Aneinanderlegen von
2 Gebäuden mit der gleichen Farbe und der gleichen Zahl
(wie hier rechts unten: zwei gelbe "4er").
Die Zahl "4"
gibt an, dass dieses Gebäude erst mit dem 4. Baustoff
fertiggestellt werden kann. Dieser muss den gleichen
oder einen höheren Wert aufweisen wie der bereits
ausliegende Baustoff mit dem höchsten Wert (hier: Glas =
3 Punkte).
Nun hat der
Spieler stets die Wahl aus 3 Aktionen:
- Kauf eines Baustoffes und Bau eines Gebäudes: Der oberste Baustoff einer Spalte wird vom
gemeinsamen Tableau genommen. Die direkt daneben
angezeigte Zahl gibt den Preis an. Der Goldmarker wird
entsprechend zurück gesetzt. Nun wird ein Gebäude nach
den zuvor beschriebenen Legeregeln errichtet. Zum
Schluss wird der Baustoff auf ein Gebäude gelegt –
dieses wird damit "ausgebaut".
Beim Ausbau gelten folgende Regeln:
- Jeder weitere, auf ein unfertiges Gebäude gelegte
Baustoff muss mindestens dieselbe oder eine höhere
Wertigkeit besitzen wie ein bereits ausliegender. Die
Werte der Baustoffe lauten: Lehm: 0, Holz: 1, Stein: 2,
Glas: 3.
- Die Zahl in der rechten oberen Ecke eines Gebäudes
gibt die Anzahl der benötigten Baustoffwürfel an. Jedes
Gebäude muss aus mindestens 2 verschiedenen Baustoffen
bestehen.
Mit Glas (weiß) kann ein Gebäude demnach nicht begonnen
werden, das es die höchste Wertigkeit besitzt und so
kein zweiter Baustoff aufgelegt werden kann.
Hat der
Spieler ein Gebäude vollendet, erhält er für dieses
Gebäude sofort Siegpunkte für die Baustoffe, die er beim
Bau verwendet hat. Beispiel: Ein Gebäude mit der gelben
Zahl 3 wurde mit einem schwarzen (0 Punkte), einem
braunen (1 Punkt) und einem weißen Würfel (3 Punkte)
vollendet. Der Spieler erhält dafür 0+1+3= 4 Punkte,
die er mit seinem Marker auf der Siegpunktleiste
vorrückt. Die Baustoffe werden wieder in das Säckchen
gegeben. Fertige Häuser sind immer sofort erkennbar, da
auf ihnen kein Baustoff mehr liegt.
- Kauf und Bau einer Wiese oder eines Feuerteichs:
Für
ein Gold kann ein entsprechendes Plättchen aus dem
Vorrat auf das eigene Tableau gelegt werden.
Auf dem
Gemeinschaftstableau liegen Münzen und Bürger. Ein
Bürger vom Feld mit der Koordinate "B1"...
... wurde
bereits vom blauen Spieler gekauft und auf das eigenen
Spieltableau auf Feld "B1" gelegt.
- Kauf von Bürger- o. Münzplättchen:
Ein
Bürger- oder Münzplättchen muss mit Gold bezahlt werden.
Dazu muss der zu bezahlende Wert ermittelt werden. Dies
geschieht folgendermaßen:
Auf dem
eigenen Tableau wird nachgeschaut, wo ein Bürger oder
eine Münze ablegt werden könnten. Anhand der
Koordinaten vom eigenen Tableau wird das entsprechende
Plättchen auf dem gemeinsamen Tableau gesucht. Nun wird
die Reihe ermittelt, in dem sich das Plättchen befindet
(Bürger = blau, waagrecht und Münze = golden,
senkrecht) und alle in dieser Reihe befindlichen
Plättchen der entsprechenden Art gezählt. Die so
ermittelte Zahl gibt den aktuellen Gold-Wert des
Plättchens an.
Beispiel: Ich möchte einen Bürger aus der Reihe 1
erwerben – in dieser Reihe liegen waagrecht insgesamt 2
Bürger. Also kostet das Plättchen 2 Gold und der
Gold-Marker wird um 2 zurückgesetzt. Der Spieler legt
das eben gekaufte Plättchen auf die Koordinaten seines
eigenen Tableaus, auf denen sich das Plättchen zuvor
auch auf dem Gemeinschaftstableau befand.
Achtung: Auf eine Wiese darf nur ein Bürger platziert
werden, auf fertigen Gebäuden entweder ein Bürger oder
eine Münze. Auf den Feuerteich darf weder Bürger noch
Münze gelegt werden.
Hat der
Spieler seine Aktion beendet, ist der nächste Spieler im
Uhrzeigersinn dran.
Hat ein
Spieler kein Gold mehr oder kann/will keine weitere
Aktion mehr ausführen, beendet er seine Runde und wartet
bis dies alle anderen Spieler ebenfalls getan haben.
Dann wird der Rundenmarker auf die nächste Runde
geschoben und die Baustoffe auf den Baustoff-Feldern des
Gemeinschaft-Spielfeldes auf 15 aufgefüllt. Die Runde
beginnt nun wieder für alle Spieler mit dem Ziehen
zweier Baustoffe aus dem Säckchen.
Mit dem Ende
der 5. Runde endet auch das Spiel. Es folgt die
Endwertung. Die Spieler mit den meisten Bürgern und mit
den meisten Münzen erhalten jeweils 10 Punkte, die mit
den jeweils zweitmeisten 6 Punkte, die Drittplatzierten
3 Punkte.
Für jede Wiese gibt es 1 Punkt, für jede Wiese mit
Bürger gibt es 3 Punkte.
Liegt an allen Kanten eines Feuerteiches ein Gebäude,
erhält der Spieler 5 Punkte.
Für jedes
fertige Gebäude erhält der Spieler schließlich die auf
der Ecke verzeichnete Punktezahl. Sieger ist der Spieler
mit den meisten Punkten.
Die
Profi-Variante "Stadtgeschichte" bringt noch mehr
Taktik ins Spiel.
Tipp:
Zu vielen Spielen präsentiert SPIELKULT.de kostenlose
Erklärvideos!
Für Profis
gibt es dann noch das Zusatzregelwerk
„Stadtgeschichte“:
Hier kommt ein zusätzliches Spieltableau zum Einsatz,
auf welches die gemischten „Stadtgeschichte“-Plättchen
(Stadtrecht, Hansebund und Münzrecht sowie Plünderung,
Feuersbrunst und der schwarze Tod). Jeder Spieler erhält
zu seiner Grundausstattung nun noch 4 „Stadttore“
(Stadtplättchen mit roter Zahl) sowie 2 Wappen.
Außerdem erhält der Spieler, der in einer Runde das
erste bzw. später die meisten Gebäude errichtet hat, das
„Stadtsiegel“. Für das Stadtsiegel gibt es am Rundenende
Bonuspunkte.
2
Aktionsmöglichkeiten kommen in dieser Variante hinzu. - Bau von Stadttoren:
Stadttore dürfen auf allen Randfeldern des
Spielertableaus (außer den Eckfeldern) errichtet werden.
Sie kosten 2 Gold und 1 Stein und dürfen mit Bürger- und
Münzplättchen belegt werden. Sie bringen am Spielende 3
Punkte – bei zwei Stadttoren auf gegenüberliegenden
Seiten sogar 6 Punkte ein.
- Einsetzen von Stadtwappen:
Vor den Runden 3, 4 und 5 wird je 1 „Stadtgeschichte“-Plättchen
aufgedeckt. Dieses kann positive oder negative
Auswirkungen auf die Stadt haben. Durch das Auslegen von
Stadtwappen kann die Auswertung eines Ereignisses
beeinflusst werden. Für 1 Gold kann der Spieler ein
Stadtwappen auf eine Koordinate legen (d.h. auf eine Zahl oder einen
Buchstaben). Damit belegt der Spieler den gesamten
Straßenzug, d.h. die dazugehörige Reihe oder Spalte.
Um ein Stadtplättchen zu sichern, muss es sowohl
waagrecht als auch senkrecht durch ein Wappen geschützt
sein. Betroffen von einem Ereignis sind alle Plättchen,
die nicht durch Wappen geschützt sind. Bei negativen
Ereignissen muss der Spieler zum Beispiel Gebäude,
Münzen oder Bürger von diesen Feldern entfernen. Bei
positiven Ereignissen hingegen gibt es zusätzliche
Siegpunkte.
Vielen
Dank an Horst Rokitte für ein Rezensionsexemplar![go]
PLUS:
PLUS:
interessante Spiel-
mechanismen
Profivariante für noch
mehr Spielstrategie
ENDE
MINUS:
MINUS:
schlichtes Design
z.T. etwas undeutliche
Spielanleitung
leer
PUNKTE-CHECK:
SPIELIDEE
Originalität, Regeln
AUSSTATTUNG
Material, Umfang
SPIELABLAUF
Mechanik, Einfluss
Gabi:
„Attandarra“ ist ein strategisches Aufbauspiel
von gehobenem Anspruch. Beim Öffnen der
Spielschachtel fällt zunächst vielleicht das
schlichte Design des Spielzubehörs auf. Eine Produktion im
Eigenverlag verlangt verständlicherweise
Kompromisse und so ist das
Spielmaterial zwar einfach und ohne Schnörkel,
aber zweckmäßig
gestaltet.
Die Spielanleitung ist an einigen
Stellen etwas unklar formuliert, so dass in den
ersten Spielen ein paar Unsicherheiten bestehen
können.* Einmal verstanden, lässt sich
feststellen, dass „Attandarra“ kein
„Spaß-Legespiel“ für Familien (à la „Carcassonne“)
ist. Der Spielreiz liegt vielmehr in der Planung
von Spielzügen, vorausschauender Taktik und
einer guten Beobachtung der gegnerischen
Strategie. Kein Fehler bleibt ungestraft, alles
muss durchkalkuliert werden.
Die Spielidee „Stadtaufbau“ glänzt mit 2
Spielbereichen - dem eigenen, zum Stadtaufbau
genutzten Tableau und einem gemeinsamen
multifunktionalem Spielplan, der als
Siegpunktleiste, Bürgerzentrale, Stadtbank und
Baumarkt fungiert. Durch das Ziehen der
Baustoffe aus dem Säckchen besteht zwar ein
gewisser Glücksfaktor , der sich jedoch
größtenteils nicht ungünstig auswirkt - es sei
denn, man hat einen penetranten Glückspilz in
der Gruppe, der ständig die teuren Baustoffe
erwischt.
Ingesamt überwiegt aber deutlich die
eigene Einflussnahme auf das Spielgeschehen.
Der Spielablauf bleibt spannend, vor allem auch
in der 2-Personen-Variante, die sich zu einem
regelrechten Wettkampf zwischen den Gegnern
entwickeln kann. Keiner weiß, wer siegen wird,
bis er tatsächlich der Sieger ist!
Die
Punktwertung besteht aus einer Sofortabrechnung
beim Fertigstellen der Gebäude und einer
weiteren, unter Umständen alles verändernden
Endwertung. Der Unterschiede der Siegpunktezahl
ist oft nur minimal. Die Expertenvariante
bietet darüber hinaus zusätzliche taktische
Möglichkeiten.
Beim Spiel mit mehreren Spielern können höheren
Wartezeiten, die durch lange Denkphasen oder
früh zu Ende gegangenes Gold verursacht werden,
auftreten. Für Strategiefreunde, denen ich
dieses Spiel empfehle, dürfte dies jedoch kein
Hindernis darstellen!
Wer eine Mischung aus
Aufbau- und Denkspiel sucht, sollte sich den
Geheimtipp „Attandarra“ auf jeden Fall einmal
genauer ansehen - in ihm steckt Potential!
KULT-FAKTOR
(Langzeit-)Spielreiz
Ende
*
Anmerkung: Der Autor hat auf seiner Internetnetseite bereits
eine FAQ-Rubrik eröffnet, in der Fragen und Missverständnisse
geklärt werden >
www.spiele-idee.de