Genre: Strategie, Aufbau
Erscheinungsjahr: 2009 Verlag: Kosmos Verlag
..i.. Autor: Wolfgang Kramer Spieleranzahl: 2 bis 5 Alter: ab 12 Jahren Spieldauer: ca. 60-90 Min.
Einstiegslevel:
Glück
Taktik
leer
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Alcazar
Die Höhe
macht's!
Um die Gunst des Königs
zu erlangen, errichten die Spieler Villen und Schlösser. Dazu
bringen sie Ihre Adligen in die besten Positionen!
So funktioniert's:
Jeder Spieler übernimmt die Rolle einer
Adelsfamilie. Er erhält 6 Barone, 2 Granden, 40
"Real" Startkapital und 10 Baukarten auf die Hand.
Ziel des Spiels ist es, seine 6 Barone und 2 Granden
in die errichteten Schlösser und Villen einzusetzen
und möglichst weit nach oben zu bringen; wie der
Untertitel bereits sagt, "kommt es auf die Höhe an"!
Vor
Spielbeginn erhält jeder Spieler 10 Handkarten
(Baukarten), 6 "Barone" sowie 2 "Granden" und 40 Real
Kapital.
Die Spieler
können sich Bau- und Turmkarten kaufen.
Ist ein Spieler an der Reihe, kann er zwischen 2
Aktionen wählen:
(a) Er kauft eine offen ausliegende Baukarte bzw.
eine Baukarte vom Nachziehstapel (5 "Real") oder
eine Turmkarte (10 "Real"). Sein Spielzug endet
danach.
(b) Er baut. Dazu spielt er eine Baukarte aus. Die
Nummer der Baukarte bestimmt das Grundstück, auf dem
gebaut wird.
Nun hat der Spieler verschiedene Möglichkeiten:
(1) Er baut ein Schloss.
Dazu setzt er 2 Bausteine übereinander auf das Feld
mit der Nummer, die die Baukarte zeigt. 2 weitere
Bausteine setzt er auf der unteren Ebene daneben (2
rechts oder 2 links oder 1 rechts und 1 links). Das
Schloss wird mit einer Fahne markiert.
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Der
Schlosswert beträgt pro Spielstein auf der untersten
Ebene "1 Real" und pro weiteren Spielstein auf
höherer Ebene "2 Real"; zu Beginn also 5 "Real".
Diese werden mit dem entsprechenden Wappen auf der
Punkteleiste markiert und dem Spieler aus der Bank
ausgezahlt. Nun darf der Spieler optional Adlige
einsetzen. Bei einer Schloss-Gründung dürfen dies
gleich 2 Figuren sein; bei allen anderen Bauweisen
jedoch nur 1 Figur. Das Einsetzen von Adligen kostet
Geld. 1 Baron kostet den "einfachen Schlosswert", 1
Grande den "doppelten Schlosswert".
Werden im weiteren Verlauf neue Schlösser gegründet,
so muss der Bauplatz stets mindestens 3 Felder von
einem bestehenden Schloss entfernt liegen.
(2) Er baut ein Villa:
Auf das Nummernfeld wird ein einzelner Baustein
gesetzt (Wert: 1 Real). Dieser muss nur mindestens 1
Feld Abstand zu einem Nachbargebäude besitzen. Der
Spieler erhält den Wert der Villa ausgezahlt und
darf dort, nach oben genannter Kostenregelung, einen
Baron oder Granden einsetzen.
Ein "Schloss"
besteht aus 3 Grundsteinen und einem erhöhten Baustein.
Eine "Villa"
besteht bei der Gründung aus einem einzelnen Baustein.
(3) Er baut ein Schloss oder eine Villa aus:
Der Spieler spielt eine Baukarte mit einer Zahl aus,
deren Grundstück an ein bestehendes Gebäude
angrenzt. Dieses wird damit erweitert. Der
Schlosswert erhöht sich um 1 Real. Der neue
Gesamtwert wird direkt an den Spieler ausgezahlt.
Spielt der Spieler eine Baukarte aus mit einer Zahl,
auf der bereits ein Baustein liegt (durch eine
Schlossgründung), so setzt er einen zweiten Baustein
auf den ersten und erhöht den Schlosswert um 2 Real.
Auch hier erhält er den neuen Gesamtwert ausgezahlt.
Auf seinem eingesetzten Baustein darf der Spieler
nun wieder einen Adligen platzieren, wobei die
Kosten sich nach dem neu entstandenen Gesamtwert des
Schlosses bzw. der Villa richten!
(4) Er erhöht ein Gebäude mit einer Turmkarte:
Um einen eigenen Adligen eine Ebene weiter nach oben
zu befördern oder um eine Brücke vorzubereiten, darf
der Spieler eine zuvor gekaufte Turmkarte
ausspielen. Auf einem beliebigen Feld darf der
Spieler dann einen Baustein auf einen bereits
bestehenden Baustein (bzw. auf mehrere bereits
übereinander gestapelte Bausteine) setzen. Befand
sich auf dem Feld ein eigener Adliger, rückt dieser
kostenlos auf die neue Ebene. Zusätzlich wird wieder
der neue Schlosswert bestimmt und ausgezahlt.
Eine "Brücke"
kann zwei Gebäude miteinander verbinden.
Der
Schlosswert wird mit dem Wappen auf der Punkteleiste
markiert.
(5) Er baut eine Brücke:
Können 2 Gebäudeteile mit einer Brücke verbunden
werden, kann der Spieler für 15 Real eine solche
kaufen. Er darf sie nur auf "Brückenpfeiler" setzen.
Zwischen zwei Pfeilern muss eine Lücke sein (d.h.
Bausteine auf dem Feld der Lücke müssen mindestens
eine Etage tiefer liegen als die Pfeiler)! Eine
Brücke darf nur dann eingesetzt werden, wenn auf
mindestens einem Pfeiler ein Adliger der eigenen
Spielerfarbe und auf keinem der Pfeiler ein fremder
Adliger steht! Eine Brücke erhöht den Schlosswert um
3 mal die Ebene, auf der sie sich befindet. Brücken
dürfen nie direkt übereinander gebaut werden;
Verschachtelungen sind jedoch erlaubt!
Eigene Adlige, die sich auf den Brückenpfeilern
befanden, werden nun auf die Brücke gesetzt. Wurden
fremde Adlige überbaut (in der Lücke), werden diese
entfernt und dem entsprechenden Spieler
zurückgegeben.
Werden 2 Schlösser, 2 Villen bzw. 1 Schloss und eine
Villa verbunden, siegt das wertvollere Gebäude.
Handelt es sich bei dem unterlegenden Gebäude um ein
Schloss, verliert dieses seine Fahne und sein
Wappen. Diese werden zurück in den Vorrat gelegt und
können für weitere Schlossgründungen genutzt werden.
Der Gesamtwert des Zusammenschlusses wird nun
ermittelt und ausgezahlt. Wieder dürfen zusätzliche
Adlige eingesetzt werden. Zusammenschlüsse können
auch durch Möglichkeit (3) entstehen! Der
maximale Schlosswert beträgt 50 Real.
Im fortgeschrittenen
Spielverlauf sind auch verschachtelte Konstruktionen
möglich.
Statt Adlige einzusetzen, darf ein Spieler auch
jederzeit eigene Adlige innerhalb (!) eines Gebäudes
vertauschen bzw. auf neue Felder setzen. Wenn es dem
Spiel dient, können Adlige auch ganz zurück genommen
werden, um neues Geld zu erhalten.
Sollte ein Spieler sämtliche Bau- bzw. Turmkarten
ausgespielt haben und keine Bau- oder Turmkarten
mehr zum Kauf zur Verfügung stehen, scheidet dieser
Spieler vorzeitig aus, da er keine der beiden
geforderten Aktionen ("Kaufen" oder "Bauen")
ausführen kann.
Andernfalls wird so lang gespielt, bis der letzte
Baustein auf das Spielfeld gesetzt wurde. Dann wird
gewertet:
Für je 50 Real im eigenen Vorrat gibt es 1
Siegpunkt; für jeden Baron den einfachen, für jeden
Granden den doppelten Ebenenwert (d.h. 1 Baron auf
Ebene 4 bringt 4 Punkte; 1 Grande auf Ebene 5 bringt
2 mal 5 = 10 Punkte). Der Spieler mit der größten
Gesamtpunktezahl gewinnt
.
[ih]
Hinweis: Dem Spiel liegt zudem eine zweite
Spielanleitung für die Variante "Das neue Big Boss"
bei. Hier wird dem in den 90er-Jahren erschienenen
Spiel "Big Boss" eine neuer Version mit neuem Thema
und neuem Material spendiert.
PLUS:
PLUS:
prachtvolle Ausstattung
viele taktische Möglichkeiten
2 verschiedene Varianten
vorbildliche Spielanleitung
ENDE
MINUS:
MINUS:
im
späteren Verlauf mitunter
etwas unübersichtlich
fehlender Geldmangel
PUNKTE-CHECK:
SPIELIDEE
Originalität, Regeln
AUSSTATTUNG
Material, Umfang
SPIELABLAUF
Mechanik, Einfluss
Ingo:
"Alcazar" ist ein
opulent ausgestattetes Bauspiel, dass dank
mittlerem Schwierigkeitsgrad und gut gestalteter
Spielanleitung auch bereits Gelegenheitsspieler
anspricht. Im Gegensatz zur überdimensionierten
Spielschachtel, die über 2 kg schwer ist, ist
das Spiel ansich kein "Schwergewicht". Dennoch
ist der Spielverlauf durchgehend
taktisch geprägt; die Entscheidungen, an welcher
Stelle welches Gebäude entsteht, liegen allein
beim Spieler. Einzig die Glücksabhängigkeit beim
Ziehen der Baukarten kann da manchem Plan einen
Strich durch die Rechnung machen.
Optisch ist
"Alcazar" eine Augenweide: Die immer größer
werdenden Schlösser sehen fantastisch aus,
drücken mitunter aber etwas die
Übersichtlichkeit beim Feststellen des
Schlosswertes. Hier ist es etwas "Übung"
gefragt.
Überhaupt wird in diesem Spiel schon
viel gezählt. Das ständige Neubestimmen des
Gebäudewertes und das damit verbundene Auszahlen
an Geld bremst den Spielfluss ein wenig.
Geld
hat übrigens jeder Spieler zugenüge. Da jeder
zugefügte Spielstein den Wert eines Gebäudes
anhebt, den der Spieler auch direkt ausgezahlt
bekommt, kann er unmöglich
pleite gehen, zumal er bereits eingesetzte
Adlige auch wieder zurückziehen und so
zusätzlich neues Geld kassieren kann, sollte es
zu einem finanziellen Engpass kommen. Auch das Einbringen der Barone ist
eine Leichtigkeit; einzig die Granden fordern
etwas mehr taktisches Denken.
Trotz der kleinen Kritikpunkte kam "Alcazar" in
unserer Spielgruppe sehr gut an. Das
strategische Prinzip und das wirklich
auffordernde Spielmaterial laden zu zahlreichen
Wiederholungspartien ein, die jedes Mal anders
verlaufen. Für alle Fans von "Bauspielen"
dieser Art gebe ich eine klare Empfehlung! (>
Video)
Tipp: Wem "Alcazar" zu Beginn zu
kompliziert erscheint, kann zunächst die
Variante "Das neue Big Boss" spielen.
KULT-FAKTOR
(Langzeit-)Spielreiz
Ende
Gabi:
Prima Spielidee, die aber nicht für eine
schnelle Runde ausgelegt ist. Beim Öffnen der
ansprechenden Schachtel fällt der Blick auf
reichlich Spielmaterial im Schlossdesign.
Barone, Grande, Real und die verschiedenen
Burgnamen weisen auf die Zugehörigkeit zum
spanischen Geschichtsbereich hin.
Je mehr Spieler mitspielen, desto schwerer wird
das Einhalten bestimmter Bauregeln, so dass die
Neugründung eines Schlosses im späteren
Spielverlauf erschwert wird und dann vorrangig
die bestehenden Anlagen erweitert werden.
Taktisches Vorgehen beim Turmbau und Brückenbau
bietet gute Möglichkeiten an weitere finanzielle
Mittel zu gelangen.
Interessant ist es, dass bei
Alcazar der Besitz eines Schlosses keine Rolle
beim Endsieg spielt, sondern lediglich die
Verteilung der Adligen in den verschiedenen
Burgebenen. Die ausgeteilten Baukarten binden
die Spieler anfangs an bestimmte Orte, so dass
die taktischen Züge ein wenig in Abhängigkeit
von Fortuna stehen, was jedoch den Spielreiz
nicht behindert und später kaum noch eine Rolle
spielt.
Insgesamt wurde das Spiel in unseren
Spielgruppen gut angenommen, selbst 10-Jährige
kommen mit dem Spielprinzip klar; ihnen fehlte
es jedoch noch etwas an der Fähigkeit, alle
Konsequenzen eines Spielzuges zu überblicken.
Dazu bedarf es einiger Übung. Auch die
Spiellänge von Alcazar ist in diesem
Altersbereich noch grenzwertig. Unsere
Erwachsenen hingegen nahmen das Spiel begeistert
und mit hohem Wiederholungswunsch an.
KULT-FAKTOR
Zweitmeinung
Ende
NO.1
Dieses Spiel wurde in der Datenbank Luding.org als
erstes von SPIELKULT.de getestet!