Genre: Familie
Erscheinungsjahr: 2009 Verlag: Moskito Spiele / Heidelberger Spieleverlag
..i.. Autor: Karl-Heinz Schmiel Spieleranzahl: 2 bis 4 Alter: ab 8 Jahren Spieldauer: 30-45 Min.
Einstiegslevel:
Glück
Initiative
leer
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A la
carte
Die Sterneküche
auf dem Spieltisch Sie träumen davon, der
neue Herr Lafer zu werden oder wie Christian Rach die Küche
eines Nobelrestaurants zu führen? Probieren Sie es!
"Dixit" (>
Test) wurde zum
Spiel des Jahres 2010 gekürt. Natürlich möchten wir
Ihnen auch die anderen Nominierten vorstellen, die
leider nicht gewonnen haben. "A la carte" von Karl-Heinz
Schmiel erfuhr im Jahr 2009 eine Wiederbelebung, diesmal
mit einer wahren Materialschlacht, die das Kochspiel zu
einem Hingucker machen.
Jeder Spieler erhält eine
eigene kleine Bratpfanne sowie einen (Papp-)Herd!
So funktioniert's:
Aus dem umfangreichen Material baut sich jeder Spieler
vor der ersten Partie seinen Herd zusammen - mit
Kochfläche und Heizschalter. Neben einer echten kleinen
Pfanne und einem "Crepe"-Rezept erhält jeder Spieler,
gezogen aus einer verdeckten Auswahl, eine Kaffeetasse
aus Pappe (quasi ein Joker für bestimmte Aktionen) sowie
ein "Tablett", auf das die fertigen Gerichte gelegt
werden.
Die
zu kochenden Gerichte liegen in verschiedenen
Schwierigkeitsstufen vor - von gelb (einfach) bis blau
(schwierig). Jede Rezeptfarbe bringt entsprechend des
Schwierigkeitsgrades unterschiedlich viele Punkte.
Der Startspieler wählt das erste Rezept aus und legt es
in seine Bratpfanne, die er auf seinen Herd stellt. Er
erhält die 3 Kochlöffel, die die drei Aktionsschritte
seines Spielzuges symbolisieren.
Die Rezepte
geben an, welche Heizstufe für den Herd notwendig ist
und welche Gewürze verwendet werden müssen.
Am Herd wird die Heizstufe eingestellt. Ist sie zu
hoch, verbrennt das Essen!
Die Aktionen kann der Spieler beliebig aufteilen. Dabei
hat er stets die Wahl zwischen:
- Heizwürfel werfen: Der Würfel bestimmt, ob und um wie
viele Stufen der Schalter des Herdes nach oben gedreht
wird. Auch können die Herde der Gegner verändert oder
eine Kaffeetasse hinzu gewonnen werden.
- Gericht würzen: Dazu nimmt der Spieler ein Fläschchen
mit der Gewürzsorte, die für das Gericht nötig ist (für
viele Gerichte sind auch komplizierte Kombinationen
gefragt) in die Hand, öffnet den Deckel und versucht,
mit einem gezielten Schwung Gewürzsteine in die Pfanne
zu schütten. Dabei darf auch schon mal Salz oder zu viel
eines Gewürzes in die Pfanne fallen.
Aber: Sobald 3 gleiche Gewürze in der Pfanne liegen, ist
das Gericht verwürzt und muss - ohne Punkte zu bringen -
weggeschmissen werden! Gleiches widerfährt der
Speise auch, wenn die Heizstufe des Herdes zu hoch
gedreht wurde! In diesem Fall darf der Spieler aber
immerhin den Herd um drei Stufen nach unten drehen,
bevor er ein neues Gericht zubereitet.
In den
kleinen Fläschchen befinden sich die Gewürze. Jede
Gewürzart ist mit Salz verunreinigt.
Ein
beherzter Schwung - und schon landet das grüne
Paprikagewürz in der Pfanne.
Liegt
dagegen die Heizstufe im grünen Bereich und es sind alle
geforderten Gewürze in der Pfanne, ohne das die Anzahl
einer Sorte 3 oder mehr erreicht, ist das Gericht fertig
gestellt, wird aus der Pfanne genommen und auf das
Spielertablett gelegt.
Der
Spieler darf sich anschließend ein neues Rezept aus dem
Vorrat nehmen und die Heizstufe zurück auf "0" setzen.
In
jedem Spielzug darf der aktive Spieler eine
"Kaffeepause" machen, d.h. eine Kaffeetasse aus seinem
Vorrat einsetzen, um den aufgedruckten Vorteil zu
erzielen (z.B. ein Zusatzspielzug etc.).
Sobald ein Spieler seine 3 Kochlöffel für Aktionen
verbraucht hat, ist stets der nächste Spieler dran.
Wer am Zug
ist, besitzt zunächst drei Kochlöffel. Jeder Löffel
steht für eine Aktion.
Die
Königsdisziplin ist der Crepe, der, wie die Profi es
machen, einmal in der Luft gewendet werden soll.
Anstatt eines neuen Gerichtes kann der Spieler auch
einmal pro Partie einen Crepe zubereiten. In diesem Fall
legt er sein Creperezept in die Pfanne. Im nächsten
Spielzug darf er den Crepe dann zubereiten. Dazu muss
(!) er zunächst den Heizwürfel werfen. Danach hat er
zwei Chancen, den Crepe in der Pfanne, durch geschicktes
Hochwerfen zu wenden. Gelingt dies, zählt auch er zu den
fertigen Gerichten. Gelingt es nicht, bleibt der Crepe
in der Pfanne. In der nächsten Runde muss der Spieler
erneut den Würfel werfen (und hoffen, dass er nicht die
erlaubte Heizstufe überschreitet) und erhält
anschließend wieder 2 neue Wendeversuche.
Erfüllt
ein Spieler ein Gericht genau (!) nach Vorgabe
(Heizstufe ok, sowie Gewürze in der exakten Anzahl in
der Pfanne (ohne Salz!)), erhält er als Auszeichnung
einen Stern.
Gespielt wird solange, bis ein Spieler entweder seinen
dritten Stern gewinnt, sein fünftes Gericht fertig
stellt oder aber keine Gerichte mehr in der Auslage
liegen. Jeder Spieler zählt nun die Siegpunkte seiner
fertig gestellten Gerichte. Wer die meisten Punkte
sammeln konnte, gewinnt.
[ih]
eer
ERKLÄRVIDEO
leer
Dieses Erklärvideo gibt es auch in einer vergrößerten
>
XL-Ansicht
PLUS:
PLUS:
witzige Umsetzung
des Spielthemas
tolles Material
ENDE
MINUS:
MINUS:
Überraschungseffekt
verpufft sehr schnell
auf Dauer zu wenig
Abwechslung
schwierige Montage
leer
PUNKTE-CHECK:
SPIELIDEE
Originalität, Regeln
AUSSTATTUNG
Material, Umfang
SPIELABLAUF
Mechanik, Einfluss
Ingo:"A
la carte" ist die witzig und umfangreich
ausgestattete Neuauflage einer bereits bekannten
Spielidee.
Gerade das wirklich tolle Spielmaterial (z.B.
die kleine Bratpfanne) sorgt für sofortigen
Spielwunsch unter Kindern, aber auch für
Interesse bei den Erwachsenen.
Die Gerichte, die es nachzukochen gilt, reichen
von "Sauren Zipfeln in Sahnesauce" über
"Spaghetti al Rabiata" bis zu "Nilpferd in
Burgunder" und sorgen damit zunächst für
garantierte Lacher.
Das eigentliche Spielprinzip setzt sich zusammen
aus glücksorientiertem, nicht beeinflussbarem
Würfeln sowie der kleinen
Geschicklichkeitsübung, die Gewürze in passender
Anzahl bzw. den Crepe, mit der richtigen Seite
nach oben, in die kleinen Spielerpfannen zu
bekommen. Dies ist bei der ersten und zweiten
Partie durchaus unterhaltsam, insbesondere in
Familienrunden.
Leider nutzt sich der Überraschungseffekt, was
das schöne Material angeht, sehr schnell ab. Wer
alle Gerichte kennt und den Dreh raus hat, wie
man die Gewürzfläschchen schüttelt, hat nicht
unbedingt einen Wunsch nach einer sofortigen
erneuten
Revanche. Unter Kindern ist der
Langzeitspielreiz noch etwas höher, trotzdem
zeigen sich leider auch hier nach einiger Zeit
Ermüdungserscheinungen.
Schade ist zudem, dass einem der Zusammenbau des
Herdes, in der ersten Auflage des Spiels, die
Nerven rauben kann, da sich der Drehschalter nur
sehr schwer anbringen lässt. Glücklicherweise
ist dieses Manko nicht spielentscheidend.
Etwas mehr spielerische Abwechslung hätte dem
Konzept auf Dauer ganz gut getan. Ein paar
Erweiterungen (z.B. neue Rezepte oder
zusätzliche Features) wären also für der Zukunft
dringend wünschenswert. (>
Video)
* Hinweis zum
Kult-Faktor: Zunächst sehr gut, 8 Punkte. Da
wir mit dieser Wertung jedoch den
Langzeitspielreiz beurteilen, Abstufung auf 5
Punkte. Als nette Auflockerung für Zwischendurch
aber jederzeit gern!